Re: Frage zu Panzern des 2.WK
Hallo huub!
Ich möchte hier nur noch mal meine bzw. die Angaben der anderen von unten auf einen Nenner bringen.
Das Sturmgeschütz (StuG) war ursprünglich als Unterstützungswaffe für die Infanterie gedacht.
Mit dem verstärkten Aufkommen kampfstarker gegnerischer Panzer (z.B. dem T34) wurde eine schwere Bewaffnung nötig. Mit einer neuen langen (und daher leistungsfähigeren) Kanone wurde zwar Abhilfe geschaffen, das StuG mutierte aber mehr und mehr zum Jagdpanzer, d.h. die primäre Aufgabe wurde die Panzerbekämpfung. Somit wäre auch die Funktion eines Jagdpanzers erklärt, nämlich die Panzerbekämpfung.
Der fehlende Turm ist für StuG/Jagdpanzer kein wirklicher Nachteil, da, wie schon unten aufgeführt, sie als eine Defensivwaffe aus vorbereiteten Stellungen den Gegner auflaufen lassen konnten. Als solches Kampfmittel haben sich StuG und Jagdpanzer an allen Fronten sehr gut bewährt.
Ein weiter Vorteil ist eben auch die leichtere und schnellere Herstellung, d.h. man konnte auf den teueren und aufwendigen Drehturm verzichten. Dieser fehlende Drehturm bewirkte daneben natürlich auch eine geringere Fahrzeughöhe, was die Defensivrolle (bessere Deckungsmöglichkeiten) unterstützte.
Der Nachteil eines solchen Fahrzeuges zeigt sich dann aber bei einer offensiven Kampfführung. Da war der fehlende Turm von Nachteil, da immer zur Zielauffassung das gesamte Fahrzeug in Zielrichtung gedreht werden mußte. Der Angriff verlor dadurch bei Gegenangriffen aus der Flanke seine Richtung, da die Fahrzeuge sich aus der Angriffsrichtung weg drehen mußten. Deutlich zeigte sich dies bei der Verwendung von StuG in gemischten Panzerabteilungen, in denen der klassische (Kampf-)Panzer wesentlich bessere Ergebnisse im Angriff erzielte.
Im Angriff liegt dann eben der wesentliche Vorteil von Kampfpanzern (oder Panzerkampfwagen, wie diese Fahrzeuge damals genannt wurden). Sie sind für solche Aufgaben wesentlich besser geeignet (es muß nicht das gesamte Fahrzeug auf das Ziel eingedreht werden).
Wobei allerdings nicht vergessen werden darf, das Kampfpanzer auch in einer beweglichen Verteidigung sehr mobil agieren können. Die Offensiv-Vorteile waren demnach auch für die Verteidigung von Vorteil. Trotz mehrmaliger Vorschläge wurde daher die Produktion von Kampfpanzern zu Gunsten der StuG/Jagdpanzer bis Kriegsende nie eingestellt.
Nachteil sind entsprechend Kosten und Aufwand für solche Fahrzeuge sowie die Höhe der Fahrzeuge bei einer Hinterhaltstellung.
Noch eine Bemerkung zur Bewaffnung. Außer der „10,5-cm-Sturmhaubitze 42“ waren die StuG und auch die Jagdpanzer mit den gleichen Kanonen (in eigenen Varianten natürlich) wie die Panzerkampfwagen ausgerüstet. Beim StuG III war die Kanone praktisch identisch mit der Kanone des PzKw IV, beim Panzer IV/70(V) (ein Jagdpanzer) mit der des Panther, beim Jagdpanther mit der des Tiger II.
Hoffe etwas geholfen zu haben.
Gruß
Tom