Tipps zu Frage zu Panzern des 2.WK

Von: , Frage gestellt am Fr, 15. Sep 2000

Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Jagdpanzern, Kampfpanzern und Sturmgeschützen. Mir ist aufgefallen dass deutsche Jagdpanzer keinen Turm haben. Ist das nicht ein Nachteil. Also ich sehe irgendwie keinen Vorteil in Jagdpanzern. Und bei Strumgeschützen höchsten das grosse Kaliber. Also wer kann mir helfen?

MfG
AvB

14 Antworten zu dieser Frage

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re: Verstehe ich meine Vorredner richtig,

      Hallo,
      es gibt gegen jeden Panzer eine waffentechnische Loesung, Wettlauf der Panzerung gegen die Panzerabwehrwaffen, wobei im Augenblick die Chobhampanzerung doch einen gewissen Schutz gegen einige panzervernichtende Waffen bietet, es kommt dabei aber auch im Bezug auf die Besatzung auf den Pz an. Die Israelis haben etliche Totalverluste Merkava im Libanon gehabt, aber alle betroffenen Besatzungen haben ueberlebt. Wie sagte doch ein israelischer General nach einer Konfrontation mit syrischen T72 im Libanonkrieg? Die brennen genausogut wie die anderen(T55 etc.).
      Sturmgeschuetz war urspruenglich so etwas, aber mit forschreitendem Krieg und der allgemeinen Lage wurde es immer haeufiger in der PzAbwehr eingesetzt.
      Die Fahrzeuge hatten etwas mehr als nur splittersichere Panzerung, es stimmt allerdings, dass die Frontpanzerung am staerksten war, beim Jagdtiger so um die 20cm, diese Vehikel hatten auch eine richtige Pak. Zu diesen Fahrzeugen kommen dann natuerlich noch die Fahrzeuge, die eine Pak auf irgendeinem Fahrgestell hatten, wie Marder und Nashorn. Das waren oben offene Fahrzeuge, die an der Seite nur splittergeschuetzt und frontal ein bisschen mehr Panzerung hatten.
      Gruss
      Rainer [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
      Nicht ganz!

      daß mit PANZER ein granatsicher gepanzertes Kampffahrzeug,
      Gepanzert heißt mehr oder weniger eine Rundumpanzerung, die vor mehr als Splittern schützt. mit STURMGESCHÜTZ (oder Selbstfahrlafette) ein auf
      Kettenfahrwerk gestelltes und daher gut bewegliches Geschütz
      mit nur splittersicherer Panzerung;
      Das StuG ist ebenfalls rundum gepanzert, da hier ein Geschütz unter einem gepanzerten Aufbau auf einem Panzerfahrgestell untergebracht wird. Die Panzerung erfüllt hier den gleichen Zweck wie bei einem Panzerkampfwagen.
      Die Beweglichkeit entspricht demnach der eines Panzerkampfwagens. mit JAGDPANZER eine spezielle Form der Selbstfahrlafette
      (nämlich wenn es sich bei dem Geschütz um eine Pak handelt)
      mit gleichfalls nur splittersicherer Panzerung ist?
      Der Jagdpanzer ist genauso aufgebaut wie das StuG (also auch gepanzert), mit dem Unterschied zu den ersten StuG's (die noch die kurze Kanone hatten), daß er von vorne herein mit Kanonen zur Panzerbekämpfung ausgestattet wurde. Diese Kanonen waren aber meißt nur Varianten von Kanonen die in anderen Gefechtsfahrzeugen eingesetzt wurden.
      Übrigens konnte man Jagdpanzer zum Kriegsende hin auch in StuG-Brigaden finden! Dadurch wurden sie quasi zu StuG - um die Verwirrung hier mal noch zu vergrößern! :-) Ungefähr so habe ich die Sache auch in Erinnerung.


      Django
      Klassische Selbstfahrlafetten (z.B. Marder-Serie oder Hornisse/Nashorn) haben eine normales Geschütz (z.B. eine 7,5cm Pak 40) auf dem Fahrgestell eines Panzerkampfwagens aufgesetzt. Aus Gewichtsgründen wurde hier ein Aufbau um das Geschütz angebracht, der meißt nur Splitterschutz gewährte. Das ganze hatte also mehr einen provisorischen Charakter.

      Im deutschen Bezeichnungskauderwelsch des 2.WK findet man allerdings auch z.B. die Bezeichnung "Gepanzerte Selbstfahrlafette für Sturmgeschütz 7,5-cm-Kanone" für das StuG III. "Gepanzert" zeigt aber auf, daß es sich um ein rund herum gepanzertes Fahrzeug handelt, daß also mehr als nur Splitterschutz bietet.

      Hoffe etwas zur Klärung beigetragen zu haben.

      Gruß

      Tom

      • Antwort von nach 34 Tagen hilfreich
        Re: Nicht ganz!

        Das StuG ist ebenfalls rundum gepanzert, da hier ein Geschütz
        unter einem gepanzerten Aufbau auf einem Panzerfahrgestell
        untergebracht wird. Die Panzerung erfüllt hier den gleichen
        Zweck wie bei einem Panzerkampfwagen.
        Die Beweglichkeit entspricht demnach der eines
        Panzerkampfwagens.
        Der Unterschied ist dAS Kaliber: 10.5 Rohre (StUG III) waren in einem Turm nicht unterzubringen (mangelnder Platz beim Drehen, mangelnde Stabilität)
        whk

        • Antwort von nach 34 Tagen hilfreich
          Stimmt nicht!

          Hallo whk!

          Das stimmt so leider überhaupt nicht.

          Wie hier schon an anderer Stelle ausgeführt war die Hauptbewaffnung des StuG die 7,5cm-StuK 40 L/48 (ab Ausf. F).
          Die von Dir angeführte 10,5cm wurde in die StuH 42 eingebaut (s.a. an anderer Stelle). Dabei handelte es sich um die reguläre Feldhaubitze 18.
          Sinn und Zweck der StuH wurden hier auch schon ausgeführt.

          Mangelnder Platz und Stabilität waren kein Grund für den „festen“ Einbau in das StuG bzw. die StuH.
          1942 wurde z.B. von der Firma Krupp als Lösung für eine Selbstfahrlafette mit der neuen leFH 43 die „Heuschrecke“ (Gerät 5-1026) als Prototyp vorgestellt (steht heute in den USA im Museum). Dabei war nicht nur der Turm drehbar sondern auch das Geschütz noch ablastbar!
          Entsprechende Entwicklungen und Lösungen (mit Drehturm) gab es auch auf dem Panther-Fahrgestell. Dabei wurde sogar 12,8cm und 15cm Kanonen bzw. sFH verwendet.
          Nicht eingeführt wurden diese Entwicklungen nicht wegen der Probleme bei der Unterbringung der Geschütze sondern hauptsächlich wegen der durch die Forderung der Ablastbarkeit des Geschützes unnötigen Kompliziertheit der Entwürfe.

          Da sich die Entwicklung der Artillerie-Selbstfahrlafetten aber von der Panzerfertigung loslösen sollte ergab sich ab 1942 die Entwicklung von sogenannten Waffenträger-Fahrzeugen für die Artillerie und die Entwicklungen auf normalen Panzerfahrgestellen wurden nur noch auf dem Papier weitergeführt (mit kleinen Ausnahmen natürlich).

          Sinn und Zweck des StuG verlangten hingegen einen niedrigen Aufbau (s.a. hier an anderer Stelle), deshalb war ein Drehturm – schon aus Gründen der Produktionsvereinfachung später im Krieg – unnötig.

          Gruß

          Tom

  1. Antwort von nach 4 Tagen 2 hilfreich
    Re: Frage zu Panzern des 2.WK

    Hallo huub!

    Ich möchte hier nur noch mal meine bzw. die Angaben der anderen von unten auf einen Nenner bringen.

    Das Sturmgeschütz (StuG) war ursprünglich als Unterstützungswaffe für die Infanterie gedacht.
    Mit dem verstärkten Aufkommen kampfstarker gegnerischer Panzer (z.B. dem T34) wurde eine schwere Bewaffnung nötig. Mit einer neuen langen (und daher leistungsfähigeren) Kanone wurde zwar Abhilfe geschaffen, das StuG mutierte aber mehr und mehr zum Jagdpanzer, d.h. die primäre Aufgabe wurde die Panzerbekämpfung. Somit wäre auch die Funktion eines Jagdpanzers erklärt, nämlich die Panzerbekämpfung.

    Der fehlende Turm ist für StuG/Jagdpanzer kein wirklicher Nachteil, da, wie schon unten aufgeführt, sie als eine Defensivwaffe aus vorbereiteten Stellungen den Gegner auflaufen lassen konnten. Als solches Kampfmittel haben sich StuG und Jagdpanzer an allen Fronten sehr gut bewährt.

    Ein weiter Vorteil ist eben auch die leichtere und schnellere Herstellung, d.h. man konnte auf den teueren und aufwendigen Drehturm verzichten. Dieser fehlende Drehturm bewirkte daneben natürlich auch eine geringere Fahrzeughöhe, was die Defensivrolle (bessere Deckungsmöglichkeiten) unterstützte.

    Der Nachteil eines solchen Fahrzeuges zeigt sich dann aber bei einer offensiven Kampfführung. Da war der fehlende Turm von Nachteil, da immer zur Zielauffassung das gesamte Fahrzeug in Zielrichtung gedreht werden mußte. Der Angriff verlor dadurch bei Gegenangriffen aus der Flanke seine Richtung, da die Fahrzeuge sich aus der Angriffsrichtung weg drehen mußten. Deutlich zeigte sich dies bei der Verwendung von StuG in gemischten Panzerabteilungen, in denen der klassische (Kampf-)Panzer wesentlich bessere Ergebnisse im Angriff erzielte.

    Im Angriff liegt dann eben der wesentliche Vorteil von Kampfpanzern (oder Panzerkampfwagen, wie diese Fahrzeuge damals genannt wurden). Sie sind für solche Aufgaben wesentlich besser geeignet (es muß nicht das gesamte Fahrzeug auf das Ziel eingedreht werden).
    Wobei allerdings nicht vergessen werden darf, das Kampfpanzer auch in einer beweglichen Verteidigung sehr mobil agieren können. Die Offensiv-Vorteile waren demnach auch für die Verteidigung von Vorteil. Trotz mehrmaliger Vorschläge wurde daher die Produktion von Kampfpanzern zu Gunsten der StuG/Jagdpanzer bis Kriegsende nie eingestellt.
    Nachteil sind entsprechend Kosten und Aufwand für solche Fahrzeuge sowie die Höhe der Fahrzeuge bei einer Hinterhaltstellung.

    Noch eine Bemerkung zur Bewaffnung. Außer der „10,5-cm-Sturmhaubitze 42“ waren die StuG und auch die Jagdpanzer mit den gleichen Kanonen (in eigenen Varianten natürlich) wie die Panzerkampfwagen ausgerüstet. Beim StuG III war die Kanone praktisch identisch mit der Kanone des PzKw IV, beim Panzer IV/70(V) (ein Jagdpanzer) mit der des Panther, beim Jagdpanther mit der des Tiger II.

    Hoffe etwas geholfen zu haben.

    Gruß

    Tom



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