Tipps zu Einen Stein in den Garten werfen...

Von: , Frage gestellt am Mo, 29. Sep 2003

Hallo in die Runde -

wir diskutierten soeben, was wohl die Redensart

"jemandem einen Stein in den Garten werfen"

bedeuten könnte. Niemand von uns reisst sich
um zusätzliche Steine im Garten ;-)), aber damit
meint man hier in der Schweiz, jemandem
einen Gefallen tun...

In meinen Redensarten- und Zitatenbüchern
habe ich nichts gefunden - vielleicht seid Ihr ja
gescheiter als unsereiner? (Ich hoffe es zumindest...)

Danke im voraus
Arnica

12 Antworten zu dieser Frage

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re: Hals und Beinbruch,

              aber das ist dir sicher bekannt, lieber Bolo,
              nein, lieber Fritz,
              sonst hätte ich doch nicht so fahrlässig daher geredet ... Der Wunsch "Mast und Schotbruch" ist dann vermutlich parallel
              dazu gebildet worden.
              hmm ... Und woher kommt dann die Verdrehung ins Gegenteil beim steinigen Garten?
              Ich denke schon, dass sich noch mehr solcher Verdrehungen finden lassen. Ich
              denke da auch an das bayerische "A Hund is er scho ...", was nicht den fiesen
              Hundling meint, sondern Respekt ausdrückt. Es gibt noch mehr, garantiert, fällt
              mir bloß gerade nicht ein.
              Und was ist mit dem Stein im Brett, den ich schon anführte?
              Bitte Fritz, enttäusch mich nicht! Gruß nach München!

              Fritz
              Grüße aus München!
              Bolo

            • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
              Re^2: Hals und Beinbruch und einen Stein im Brett

              Grüßdi, Bolo, hmm ... Und woher kommt dann die Verdrehung ins Gegenteil beim
              steinigen Garten?
              Ich denke schon, dass sich noch mehr solcher Verdrehungen
              finden lassen. Ich
              denke da auch an das bayerische "A Hund is er scho ...", was
              nicht den fiesen
              Hundling meint, sondern Respekt ausdrückt.
              Ich denke, da hast du schon die Erklärung. Solche Übertragungen - ich übernehme diesen Ausdruck aus Freuds Traumdeutung, wenn das auch nicht ganz statthaft sein mag, um anzudeuten, dass Bedeutungen verschoben, oder gar ins Gegenteil verkehrt werden, wenn die direkte klare Aussage schlechte Folgen haben könnte. Und das geht sicher auch umgekehrt - gibt es sicher noch mehr. Ironie wird am Anfang solcher Entwicklungen gestanden haben. Es gibt noch mehr, garantiert, fällt mir bloß gerade nicht ein.
              Also: nachdenken, nachforschen, fragen! Und gleich das nächste Beispiel: Der Stein im Brett! ;-) Und was ist mit dem Stein im Brett, den ich schon anführte?
              Bitte Fritz, enttäusch mich nicht!
              Wie könnte ich? ;-)

              <B>Einen Stein bei jemandem im Brett haben</B: gut bei ihm angeschrieben sein, sein Wohlwollen genießen, bevorzugt werden. Die Redensart stammt vom Brettspiel ab, das Puffspiel oder Tricktrack heißt und bereits im Mittelalter beliebt war. Johann Agricola gibt für die Redensart in seiner 'Sprichwörtersammlung' von 1529 einen ersten deutschen Beleg (418): 'Ich hab eyn guten steyn im brette', und erklärt dazu: »Wer auff dem spill eynen gutten bund im brette hatt / darüber ein ander sein steyne spilen muß der hatt das spil halbs gewunnen. Also auch wer vor grossen Herren und Rädten zu schaffen hatt / vnd hatt yemand der sein sach trewlich fordert vnd treibet / der hat eynen gutten steyne im brette / einen gutten freundt / der ym zu seiner sachen redt vnd hilffett« 'Bund' bedeutet zwei nebeneinanderstehende Steine, über die der Gegner nur schwer hinwegkommen kann; hat der Spieler aber auch nur einen Stein schon im nächsten Felde stehen, so kann er dem Gegner das Weiterspielen erschweren, fünfzehn.
              Luther hat die Wendung in seinen 'Tischreden' (211a) gebraucht; in übertragener Bedeutung findet sich die Redensart ferner 1560 in des Verlegers Christian Egenolff 'Sprichwörtern' (199b). Der bekannteste literarische Beleg für diese Redensart steht in Schillers Drama 'Wallensteins Lager', wo der erste Kürassier folgendes über Max Piccolomini sagt:
              Der versteht sich auf solche Sachen,
              Kann bei dem Friedländer alles machen.
              Hat auch einen großen Stein im Brett
              Bei des Kaisers und Königs Majestät.
              [Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten: Stein, S. 15. Digitale Bibliothek Band 42: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, S. 6217 (vgl. Röhrich-LdspR Bd. 5, S. 1544) (c) Verlag Herder]


              Wenn ich etwas mehr Zeit finde, kriegst du den ganzen Artikel "Stein" von Röhrich. Das sind acht - in Worten 8 - Druckseiten, allerdings mit Bildern.

              Gruß Fritz

            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Re^3: Hals und Beinbruch und einen Stein im Brett


              Hi Fritz, Also: nachdenken, nachforschen, fragen! Und gleich das nächste
              Beispiel: Der Stein im Brett! ;-)
              Das schaff ich heut nicht: Ich hab sooo ne Birne auf, da erkältet ... Bitte Fritz, enttäusch mich nicht!
              Wie könnte ich? ;-)
              Wusst' ich's doch! :-) Wenn ich etwas mehr Zeit finde, kriegst du den ganzen Artikel
              "Stein" von Röhrich. Das sind acht - in Worten 8 -
              Druckseiten, allerdings mit Bildern.
              Danke, das hat eigentlich schon gereicht um mir zu zeigen, wo's lang geht. Du
              opferst eh schon wahnsinnig viel Zeit umd auch den letzten noch zufrieden zu
              stellen!
              Ciao
              Bolo
              Übrigens: Das Puffspiel (Puff ist nix Unanständiges, sondern nur ein altes Wort
              für Pasch) war Martin Luthers Lieblingsspiel und ist heute in leicht abgeänderter
              Form besser bekannt als Backgammon.



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