Tipps zu schwer und schwierig, einfach und leicht

Von: (abgemeldet) , Frage gestellt am Mo, 14. Mär 2005
Hallo Sprachgenies,


ich gebe zu, nicht genau zu wissen, wo ich suchen soll und hoffe ihr helft mir dennoch. Im Archiv fand ich leider nichts.

Die Verwendung von schwer und leicht wird häufig/meistens gleichbedeutend mit einfach und schwierig angewandt.

Eigentlich ist eine Aufgabe doch schwierig oder einfach, und nicht schwer oder leicht? Gebräuchlich ist jedoch die Verwendung von schwer und leicht.

Gibt es diesbezüglich eine genaue Regelung, oder kann man beides verwenden?
Ich bringe meinem Sohn die Verwendung von schwer/leicht nämlich anders bei, als gebräuchlich.

Eine Aufgabe/Frage ist schwierig/einfach.
Etwas fällt (mir) schwer/leicht.
Eine Lösung ist einfach/schwierig.

Vielen Dank vorab.

Diphda, leicht verunsichert

13 Antworten zu dieser Frage

            • Antwort von (abgemeldet) nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^6: schwer und schwierig, einfach und leicht
              Hallo Messalina!

              Normalerweise wird hier nicht gesiezt, aber wenn Sie das so
              wollen ... Ich weiß nicht, wie Sie auf diese Idee kommen.
              Woher sollten Sie auch?
              Von "Idee" ist allerdings nicht die Rede.
              Hm...sondern? Der Duden ist
              nach wie vor das maßgebliche Referenzwerk, wenn's um den
              deutschen Sprachschatz geht.
              Mitnichten.
              Diesen Anspruch hat Duden selbst schon vor Jahrzehnten
              aufgegeben.
              Das hatten wir hier schon einmal. Ich war zugegebenermaßen
              auch überrascht.
              Klar gibt's das Dudenmonopol nicht mehr (auch wenn's noch nicht ganz so lange her ist), aber die Bedeutung des Dudens als Referenzwerk wurde dadurch ja nicht wesentlich geschmälert. Gerade zum großen Duden gibt's, soweit ich weiß, gar keine Alternative.
              Ihre Aussage "Der Duden listet nur auf, was gebräuchlich ist. Es ist deswegen noch nicht unbedingt richtig." stimmt übrigens nur begrenzt - mit der Rechtschreibreform wurde die rein deskriptive Funktion teilweise in eine normative umgewandelt.
              Mein Punkt ist jedoch: Im vorliegenden Fall, GERADE bei einer rein beschreibenden Funktion, gibt es keinen Standard außerhalb des Dudens, aufgrund dessen sich darüber entscheiden ließe, dass 'schwer' nicht im Sinne von 'schwierig' zu gebrauchen sei - faktisch wird es nun mal so gebraucht - und da Duden und Bertelsmann sich hier auch noch einig sind, sehe ich keinen Grund, diesen Gebrauch als falsch zu bezeichnen. Zumal Sie auch hinsichtlich des
              Bertelsmann Wörterbuchs falsch liegen:

              4 anstrengend, schwierig, körperliche Kraft, geistige
              Fähigkeiten erfordernd; Ggs. leicht (2); eine ~e Bergtour;
              eine ~e Geburt; eine ~e Aufgabe;
              Welche Ausgabe?
              Ich lese in der von 1996 (anläßlich der neuen deutschen
              Schlechtschreibung). Und ich finde hier kein Beispiel, in dem
              ich "schwer" durch "schwierig" ersetzen könnte.
              Das Bertelsmann Wörterbuch finden Sie online, bei Wissen.de.

              Siehe hier:
              http://www20.wissen.de/xt/default.do?MENUNAME=Woerte...

              Und:
              http://www20.wissen.de/xt/default.do?MENUID=40,156,5...

              Grüße, Messalina
  1. Antwort von (abgemeldet) nach einem Tag 0 hilfreich
    wohl alles doch nicht so einfach....
    oder leicht? *gg*

    Ich danke euch jedenfalls.

    Zumindest werde ich mir nochmals intensive Gedanken machen müssen, wie ich was in welchem Fall, meinem Sohn beibringe und erkläre :-(

    Uups, das klingt jetzt aber nicht gerade nach gepflegtem (richtigem) Deutsch.

    Diphda, hoffend, dass hier bei manchen Formulierungen ein Auge zugedrückt wird ;-)
  2. Antwort von nach einem Tag 2 hilfreich
    Re: schwer und schwierig, einfach und leicht
    Hallo, leicht verunsicherte Diphda,

    ich habe ein wenig zu dem Thema meditiert und dabei sind mir folgende Eingebungen zu Teil geworden:

    Regeln gibt es viele; manche sind nötig, andere bloß hilfreich, es gibt unnötige, lästige, alberne, sogar falsche, wenn sie von Unwissenden aufgestellt werden.

    Es gibt Regeln in der Mathematik, in der Physik, da nennt man sie auch Gesetze; Verkehrsregeln, die durch ein Gesetz, die Straßenverkehrsordnung, für alle verpflichtend sind und sanktioniert werden, Höflichkeitsregeln, Benimm-dich-Regeln, Kleiderregeln, die einem, der sie nicht kennt und befolgt, schräge Blicke und Spott einbringen.

    Regeln genug, also!

    In der Mathematik geht es meist recht eindeutig zu:

    2 + 2 = 4 und nicht 5; 4 ist richtig, 5 ist falsch!

    Auch in der Grammatik gibt es solches.

    „Ich liebe dir.“ ist falsch; „Ich liebe dich.“ ist richtig. Selbst wenn Berliner das anders sehen sollten.

    „Die Aufgabe ist schwer.“ ist richtig, aber auch „Die Aufgabe ist schwierig.“ ist richtig.

    Beides ist nicht falsch. Oder beides ist möglich. Beides kann gesagt werden. Beides ist allgemein üblich.

    „Die Aufgabe ist leicht.“ ist richtig. „Die Aufgabe ist einfach.“ ist richtig.

    Beides ist nicht falsch. Oder beides ist möglich. Beides kann gesagt werden. Beides ist allgemein üblich.

    „Der Sack ist schwer.“ ist richtig. „Der Sack ist schwierig.“ ist nicht richtig, auch nicht üblich, nicht gebräuchlich, kann nicht gesagt werden.

    „Der Sack ist leicht.“ ist richtig. „Der Sack ist einfach.“ ist unter Umständen richtig, wenn er aus Jute besteht und ein einfaches Webmuster aufweist, aber wenn ich ihn in Hinsicht auf seinen Inhalt und sein Gewicht beurteile, ist der Satz falsch.

    „Das Kind ist schwer.“ ist richtig. Man kann das auf der Waage nachprüfen.

    „Das Kind ist schwierig.“ ist richtig. Die Eltern und Lehrer können ein Lied davon singen.

    Und es sind doch zwei verschiedene Aussagen.

    Und nun versuche man das mal mit den folgenden Sätzen.

    Das ist ein gutes Essen. Das ist ein schlechtes Essen. Das ist ein böses Essen.

    Das ist ein guter Mensch. Das ist ein schlechter Mensch. Das ist ein böser Mensch.

    Das ist ein gutes Wetter. Das ist ein schlechtes Wetter. Das ist ein böses Wetter.

    Was ist da richtig oder falsch, gebräuchlich oder ungewöhnlich, gut oder böse, schlecht oder schwer, leicht oder schwierig oder einfach?

    Das Ganze hat mit Regeln zu tun und mit dem Sprachgebrauch. Der ist eben nicht ganz durchreglementiert; da gibt es Unschärfen.

    Wen man einen hinkenden Vergleich akzeptieren mag: Das ist wie mit der guten alten Newton’ schen Physik und dem, was die uns seit Einstein und Heisenberg auftischen.

    Gruß Fritz

    Die Artikel dieser Wörter im Duden etc. hast du ja wohl inzwischen zur Genüge genossen. Ich kann sie aber gern noch mal alle auflisten.
    • Antwort von (abgemeldet) nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: schwer und schwierig, einfach und leicht
      Hallo mit Sarkasmus ausgestatteter Romanschreiber-Fritz :-) ich habe ein wenig zu dem Thema meditiert und dabei sind mir
      folgende Eingebungen zu Teil geworden:
      Na dann hab ich ja Glück gehabt, dass ich dir zu einer Eingebung verholfen habe. :-) Regeln gibt es viele; manche sind nötig, andere bloß
      hilfreich, es gibt unnötige, lästige, alberne, sogar falsche,
      wenn sie von Unwissenden aufgestellt werden.
      []..[] Regeln genug, also!
      Wie wahr! „Die Aufgabe ist schwer.“ ist richtig, aber auch „Die Aufgabe
      ist schwierig.“ ist richtig.

      Beides ist nicht falsch. Oder beides ist möglich. Beides kann
      gesagt werden. Beides ist allgemein üblich.

      „Die Aufgabe ist leicht.“ ist richtig. „Die Aufgabe ist
      einfach.“ ist richtig.

      Beides ist nicht falsch. Oder beides ist möglich. Beides kann
      gesagt werden. Beides ist allgemein üblich.
      Danke! Das habe ich ob deiner ausführlichen, wasserdichten Erklärung jetzt ganz leicht verstanden ;-) „Der Sack ist schwer.“ ist richtig. „Der Sack ist schwierig.“
      ist nicht richtig, auch nicht üblich, nicht gebräuchlich, kann
      nicht gesagt werden.

      „Der Sack ist leicht.“ ist richtig. „Der Sack ist einfach.“
      ist unter Umständen richtig, wenn er aus Jute besteht und ein
      einfaches Webmuster aufweist, aber wenn ich ihn in Hinsicht
      auf seinen Inhalt und sein Gewicht beurteile, ist der Satz
      falsch.
      Raffiniert! Das Ganze hat mit Regeln zu tun und mit dem Sprachgebrauch.
      Der ist eben nicht ganz durchreglementiert; da gibt es
      Unschärfen.
      Regeln können hilfreich sein, viele sind definitiv nötig für die Gesellschaft, die meisten sind aber wohl schlicht unnötig. Die Artikel dieser Wörter im Duden etc. hast du ja wohl
      inzwischen zur Genüge genossen. Ich kann sie aber gern noch
      mal alle auflisten.
      Nein Papa, nicht nötig ;-)

      Jedenfalls habe ich jetzt sogar noch gelernt, dass es zuR Genüge und nicht zu Genüge heißt. Auch gut.

      Diphda, nicht so bissig, wie es vielleicht den Anschein hat!


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