Monströses aus der Linguistik

Von: , Frage gestellt am Fr, 7. Okt 2005

Ich saß letztens zwischen ein paar Physikern und musste einem Gespräch über theoretische Physik zuhören. Ich habe nur Bahnhof verstanden und überlegt, ob man auch über Sprachwissenschaft so reden könnte, dass Fachfremde nichts mehr verstehen. Deswegen möchte ich hier ein paar Wörter sammeln.
Ausdrücke, mit denen man andere erschlagen kann:
1. Frikativlenisierung
2. ...

wer weiß noch mehr?

16 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden 2 hilfreich
    Re: Monströses aus der Grammatik

    wer weiß noch mehr?
    Meine beiden Lieblingssätze:

    1. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Zustandspassiv und Zustandsreflexiv besteht darin, dass das syntaktische Subjekt des Zustandspassiv dem syntaktischen Objekt der (aktiven) Grundstruktur (wie beim Vorgangspassiv), dass umgekehrt das syntaktische Subjekt des Zustandsreflexiv dem syntaktischen Subjekt der (reflexiven) Grundstruktur (im Gegensatz zum Vorgangspassiv) entspricht.

    und

    Das Zustandspassiv kann nicht von allen Verben gebildet werden, die ein Vorgangspassiv bilden können. Es kann in der Regel nicht gebildet werden von den intransitiven Verben, den reflexiven Verben und den Verben von durativer Aktionsart, sondern nur von solchen transitiven Verben von perfektiver Aktionsart, die einen solchen starken Grad der Affizierung des Akkusativobjektes ausdrücken, dass ein zeitweilig bleibendes Resultat, ein neuer Zusatnd tatsächlich entstehen kann.

    Alles klar? Ich habe bisher erst eine Kollegin gefunden, die diese Sätze sofort erklären konnte; aber diese unterrichtete seit Jahren mit diesem Lehrbuch.

    Beide aus: Helbig/Buscha, Deutsche Übungsgrammatik.

    Gruß Fritz

  2. Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
    Re: Monströses aus der Linguistik

    Ausdrücke, mit denen man andere erschlagen kann:
    1. Frikativlenisierung
    2. ...

    wer weiß noch mehr?
    Generative Transformationsgrammatik.
    Verbvalenz
    unikales Morphem
    Suffigierung
    nominales Syntagma
    Reflexivierungstransformation
    Morphem
    ... usw. usf.

    erklären tu ich sie aber nicht *g*

    Gruß
    Anna

  3. Antwort von nach 3 Stunden 2 hilfreich
    Re: Das Perfunzativ!

    Das Perfunzativ

    „Verwirrung hebt das Interesse“ war einer der Lieblingssprüche des Fachlehrers Ottokar Schnefzuk, der eines Tages betrübt feststellen musste, dass zahlreiche Schüler schon nach wenigen Minuten Unterricht in einen nicht vorgesehenen Dämmerschlaf verfielen. „Sie sind nicht genügend verwirrt“, dachte Schnefzuk, und um diesem Übelstande abzuhelfen, flocht er alsbald folgenden Passus in seinen Vortrag ein:
    „Wir kommen nun zu dem überaus wichtigen Perfunzativ, einem Beiprodukt der bereits erwähnten Zwetschel. Um das Perfunzativ von der störenden Ubiquenz alfafahältiger Gwosdanten zu befreien, müssen wir es mit einer Rorchel aus fosziliertem Schmirch revertebrieren, in Butaltat tauchen und mehrmals fnoggeln. Mit anderen Worten: Wir repotieren den Glof in solcher Weise, dass jedes einzelne Perfunzativ mit Tolipetten verschneffelt und ohne weitere Entzwetschelung billig zu Mahagoni dislobiziert werden kann. Hat noch jemand eine Frage?“
    „Jawohl, Herr Fachlehrer“, kam eine dösige Stimme aus den hinteren Bänken, „bitte, was ist Mahagoni?“


    Erich J. Frank
    veröffentlicht im August 1959

  4. Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
    Re: Monströses aus der Linguistik

    Hallo smokassi,

    hier kommen noch ein paar:

    Hapaxepie (übrigens das gleiche wie Haplologie)
    Sandhiassimilation
    Prosodeme
    Paronyme
    Phylogenese
    diskontinuierliche Konsistuenten
    Illokution
    Hypotaxe
    Etymon
    Disambiguierung
    apikodental
    Onomasiologie
    Hyponymie
    Suprasegmentalia

    das soll für heute mal genügen.

    Gruß
    Roland

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: Monströses aus der Linguistik

      Hapaxepie (übrigens das gleiche wie Haplologie)
      Sandhiassimilation
      Prosodeme
      Paronyme
      Phylogenese
      diskontinuierliche Konsistuenten
      Illokution
      Hypotaxe
      Etymon
      Disambiguierung
      apikodental
      Onomasiologie
      Hyponymie
      Suprasegmentalia

      das soll für heute mal genügen.
      Hi Roland,
      oh danke dafür *lechz* neuer Stoff für´s Lexikonspiel ;-)))
      viele Grüße
      claren

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Monströses aus der Linguistik

        Hallo Claren oh danke dafür *lechz* neuer Stoff für´s Lexikonspiel ;-)))
        Also für dich liefer ich natürlich gerne noch ein paar nach:

        Dittologie (ist übrigens das Gegenteil von Hapaxepie was wiederum identisch ist mit Haplologie, wenn du verstehst was ich meine ;-))
        Prager Strukturalismus
        Appellativ
        Onomatopöen
        Deskriptivismus
        taxonomischer Strukturalismus
        Suprasegmentalia
        Kohyponyme
        diachronische Semasiologie
        denonative Funktion
        uvular

        Bis bald mal
        Roland

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: Monströses aus der Linguistik

          mann, Roland, du machst mich fertig ;-)))
          herzlich und danke
          claren

  5. Antwort von nach 18 Stunden 0 hilfreich
    Re: Monströses

    Hallo Smokassi,
    damit Du vielleicht auch mit Naturwissenschaftlern mithalten kannst:

    "Der Regen ist eine primöse Zersetzung luftähnlicher Mibrollen und Vibromen, deren Ursache bis heute noch nicht stixiert wurde. Schon in früheren Jahrhunderten wurden Versuche gemacht, Regenwasser durch Glydensäure zu zersetzen, um binocke Minilien zu erzeugen. Doch nur an der Nublition scheiterte der Versuch. Es ist interessant zu wissen, dass der große Regenwasserforscher Rembremerdeng das nicht gewußt hat. [...]"
    (Karl Valentin, Der Regen)

    Gruß
    H.

    • Antwort von nach 20 Stunden 2 hilfreich
      Re^2: Monströses

      Hei, Hannes und Interpat!

      Was ihr da postet, sind Parodien und Satiren.

      Echte, ernst gemeinte Texte dieser Art haben es aber viel mehr in sich.

      Worüber, glaubt ihr, ist wohl hier die Rede?

      § 300

      Die spezifische Einfachheit der Bestimmtheit der Bestimmtheit, welche der Körper in der Dichtigkeit und dem Prinzip seiner Kohäsion hat, diese zuerst innerliche Form, hindurchgegangen durch ihr Versenktsein in das materielle Außereinander, wird frei in der Negation des für sich Bestehens dieses seines Außereinanderseins. Es ist dies das Übergehen der materiellen Räumlichkeit in materielle Zeitlichkeit. Damit, dass diese Form so im Erzittern, d. i. durch die momentane ebenso Negation der Teile wie Negation dieser ihrer Negation, die aneinander gebunden eine durch die andere erweckt wird, und so, als ein Oszillieren des Bestehens und der Negation der spezifischen Schwere und Kohäsion, am Materiellen als dessen Idealität ist, ist die einfache Form für sich existierend und kommt als diese mechanische Seelenhaftigkeit zur Erscheinung.


      Das ist ein sehr ernst gemeinter Text eines sehr ernst meinenden Philosophen.
      Aber versteht ihr auch nur ein Wort? Wisst ihr auch nur, wovon die Rede ist?

      Gruß Fritz



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