erz???
Von: , Frage gestellt am So, 14. Jan 2001
mich würde interessieren, welche bedeutung dem wort *erz* zugeschrieben wird (beispielsweise in erzfeind...erzbischof...erzengel)...
vielen dank
ast
mich würde interessieren, welche bedeutung dem wort *erz* zugeschrieben wird (beispielsweise in erzfeind...erzbischof...erzengel)...
vielen dank
ast
Hallo Satania,
besser hätte ich es nicht schreiben können
erz-, Erz- [vgl. Erzbischof] (emotional
verstärkend): 1. drückt in Bildungen mit
Adjektiven eine Verstärkung aus/ sehr:erzfrech,
-misstrauisch. 2. drückt in Bildungen mit
Substantiven aus, dass eine Person- seltener
eine Sache- etw. von Grund auf ist, etw. ganz
und gar verkörpert: Erzdemokrat, -heuchler,
-lüge.
Quelle: DUDEN - Deutsches Universalwörterbuch
In diesem Sinne..
Marco
schmunzel, dort hab ich ja auch gleich nachgesehen ;)
aber was ist mit der wortgeschichtlichen ebene? die kommt mir bei mr. check etwas zu kurz
;)
dennoch danke
vielleicht findet sich noch jemand, der mir diesbezüglich helfen kann
liebe grüsse
ast ;)
Im englischen gibt es die Vorsilbe "arch-", die genau das selbe bedeutet wie "Erz-" im Deutschen. Da die beiden recht ähnlich sind, vermute ich einen gleichen Ursprung:
griechisch "archein" = herrschen, beherrschen
Von diesem Wort stammt auch die, aus griechisch-stämmigen Fremdwörtern bekannte, Nachsilbe -arch (Patriarch, Oligarch, etc.)
Gruß,
Myriam
...das mit dem Erz im Bergwerk: Eisenerz, Kupfererz und dergleichen: Mr. Check berichtet hier von einer mittelhochdeutschen Wurzel. Ist diese Namensgleichheit wohl eher zufällig - fragt
Theo aus WT
Da haben sich wohl zwei Worte eher zufällig in die gleiche Aussprache/Schreibweise entwickelt:
Erz: von ahd. aruz(zi) „ungereinigtes, unbearbeitetes Metall“, vermutl. <sumer. urud(u) „Kupfer“
Hier auch wieder eine Verwandtschaft mit dem englischen "ore":
Middle English or, oor, partly from Old English Ora ore; partly from Old English Ar brass; akin to Old High German Er bronze, Latin aes copper, bronze
Date: before 12th century
Das englische "ore" ist aber anscheinend nicht mit den skandinavischen Öre verwandt, die sich vom lateinischen "aurum" (Gold) ableiten.
Trotzdem erscheint mir die gesamte Gruppe (Erz, aes, ore, Öre, aurum) irgendwie verwandt, und das ist sie bestimmt auch.
Myriam
Erz-
ist die durch die zwei Lautverschiebungen der deutschen Sprache entstandene Form des griechischen Wortes: Arché (gesprochen: archä), was "Anfang, Haupt, Ursprung u. ä." bedeutet.
Als Vorsilbe "archi-" bedeutet es eine Steigerung wie etwa die deutschen Vorsilben "Ober-, Haupt-, Riesen-" vor "Oberlehrer, Hauptmann, Riesengewinn", aber auch "Obertrottel, Hauptdepp, Riesena....loch".
Der "Archiepiskopos" wurde so zum "Erzbischof", der Archangelos" zum "Erzengel, usw.
Beste Grüße
Fritz Ruppricht
Setz für "erz" einfach "ober" ein, dann hast Du die gleiche Bedeutung.
Erzengel ist der oberste Engel, also Ober- oder Hauptengel.
Statt Obergefreiter könnte man auch sagen : "Erzgefreiter".
Mit Erzgauner, Erzfeind ist es etwas anders.
Erzgauner bezeichnet einen ganz besonders großen Gauner, aber nicht den Obergauner.
Mit Erzfeind ebenso. Da bedeutet es : Seit langem ist er unser Feind. Z.B. Frankreich wurde lange als Deutschlands Erzfeind bezeichnet. Feinde hatte Deutschland schon immer, aber Frankreich war besonders unbeliebt.
Gruß Werner
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Erz...: Zu griech. árchein "der Erste sein, an der Spitze stehen; regieren; anfangen, beginnen" ...gehört als Bestimmungswort von Zusammensetzungen mit der Bedeutung: "Ober..., Haupt...., Vorsteher, Führer, Meister usw." wie z.B. in ..."Baumeister"...
[...]
Zu den frühesten zusammengesetzen Lehnwörtern dieser Art gehören Erzbischof, Erzengel und verdunkelt Arzt.
Seit dem 15. Jh. begegnet das Bestimmungswort dann auch in Zusammensetzungen aus dem weltlichen Sprachbereich, so z.B. in Erzherzog . ... In neuerer Zeit ist das Bestimmungswort zum blossen Präfix verblasst. Es hat daher nur verstärkenden und steigernden Charakter in Neubildungen, wie Erzgauner, Erzlügner, ferner auch in adjektivischen Bildungen wie erzdumm, erzfaul u.a.