Schleich di Teifel Schleich dich Teufel
Von: , Frage gestellt am Fr, 25. Jun 2010
Hallo,
weiß jemand wo der Satz:
„Schleich di Deifel“ (Schleich dich Teufel) her kommt?
Aus Goethes Faust? Und hat er eine Biblische Grundlage?
Hallo,
weiß jemand wo der Satz:
„Schleich di Deifel“ (Schleich dich Teufel) her kommt?
Aus Goethes Faust? Und hat er eine Biblische Grundlage?
Hallo,
weiß jemand wo der Satz:
„Schleich di Deifel“ (Schleich dich Teufel) her kommt?
Aus Goethes Faust? Und hat er eine Biblische Grundlage?
der Satz "Weiche (von mir), Satan" ist im Lukas- (4,8) und im Matthäusevangelium (4,10) zu finden:
http://www.2jesus.de/online-bibel/schlachter-lukas-4...
http://www.2jesus.de/online-bibel/schlachter-matthae...
Gruß
Kreszenz
Servus,
neugierhalber: Hast Du einmal einen Blick in den Faust geworfen?
Schöne Grüße
MM
Ja habe ich. Aber das Betreffende Zitat nicht gefunden. Außerdem war Goethe Hesse und somit passt der schwäbische oder bayrische Ausdruck auch nicht in Faust.
Trotzdem danke
Hallo,
MArtin hat wohl darauf angespielt, dass ein passendere Zitat aus dem Faust: "Her zu mir!"
wäre.
Gruß
Elke
(und ja, das bairsch/schwäbische passt gar nicht um Faust)
Hi Elke,
vornehmlich habe ich darauf angespielt, dass der Autor in seinen Faust im Detail mindestens acht mehr oder weniger gut versteckte Unterschiede zum "Verkauften Großvater" von Anton Hamik eingewoben hat, und dass es von daher auf der Hand liegt, dass das vorgelegte Wort jedenfalls nicht irgendwo im Faust stehen kann.
Ich halte persönlich zwar den "Faust" für gemeinhin überbewertet, aber ihn auf eine Ebene zu stellen mit den Darbietungen auf der Kirmes, wo man zum Ergötzen von Jung und Alt beobachten kann, wie der Kasperle den Teufel verpritscht, kommt mir dann doch nicht sehr naheliegend vor. Obwohl wir natürlich auch mit siebzehn die Vorrede zum Faust II nach ausgiebigen Trinkereien anderentags folkloristisch zitiert haben - wer nicht?
Außerdem deucht es mich bissi schwierig, die vorgelegten Worte im Versmaß unterzubringen.
Weiterführend: Dem Geheimrath wird ja sein "als wie zuvor" als Spur oberdeutschen Dialektes oft genug unter die Nase gerieben. Das noch viel öfter verkreuzworträtselte "weder Fräulein, weder schön" ist ja nun gar nichts besonders Hessisches, sondern das zweite "weder" hat halt die Silbe, die dem Schnelldichter grad noch gefehlt hat. Genau so ists doch eigentlich auch mit dem "als wie". Es kommt mir nicht so vor, als habe Goethe "aus Versehen", aus Unwissen oder Unvermögen, hessischen Dialekt in den Faust hineingemengt.
Wenn Kollesche Dichterferschd Schiller "untertänig" auf "König" reimt, wird ihm ja auch nicht unterstellt, er sei heimlich vom Neckar an die Elbe übergelaufen, und der Ring des Polykrates sei in Wircklichkeit ein sächsisches Mundartgedicht.
Schöne Grüße
MM
Hallo, Martin,
Es kommt mir nicht so vor,
als habe Goethe "aus Versehen", aus Unwissen oder Unvermögen,
hessischen Dialekt in den Faust hineingemengt.
bei http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/Images/db/w... könnte man allerdings schon ins Grübeln kommen ...
(Ein sich schleichen sollender Deifi ist übrigens in Der Teufelstritt: Magische Geschichten und Rundgänge zu Sagenorten in München zu finden http://books.google.de/books?id=7xkzldtiRTcC&lpg=PA3... )
Gruß
Kreszenz
Servus,
alles, was unmittelbar mit Gretchen zu thun hat, giltet nicht. Bei diesem Thema verfiel der Geheimrath ganz regelmäßig in neblichte Zustände, wie man an der gesamten Bearbeitung des Themas im Faust erkennen kann, mit dem der Autor offenbar trotz aller Mühe nicht zurecht gekommen ist, und das ihm das Drama eigentlich gesprengt hat.
Aber in Wirklichkeit hast Du natürlich recht - diesen Beleg lass ich gelten (und ich hab ihn auch nicht gekannt).
Sey gegrüszt
MM
Hallo,
aber der Reim jung-genung ist eindeutig (süd)Hessisch bzw. nordbadisch/kurpfälzisch.
Gruß
Elke