Schleich di Teifel Schleich dich Teufel

Von: , Frage gestellt am Fr, 25. Jun 2010

Hallo,

weiß jemand wo der Satz:

„Schleich di Deifel“ (Schleich dich Teufel) her kommt?

Aus Goethes Faust? Und hat er eine Biblische Grundlage?

14 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 15 Stunden 0 hilfreich
    Re: Schleich di Teifel Schleich dich Teufel

    Servus,

    neugierhalber: Hast Du einmal einen Blick in den Faust geworfen?

    Schöne Grüße



    MM

    • Antwort von nach 15 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Schleich di Teifel Schleich dich Teufel

      Ja habe ich. Aber das Betreffende Zitat nicht gefunden. Außerdem war Goethe Hesse und somit passt der schwäbische oder bayrische Ausdruck auch nicht in Faust.

      Trotzdem danke

      • Antwort von nach 15 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Schleich di Teifel Schleich dich Teufel

        Hallo,

        MArtin hat wohl darauf angespielt, dass ein passendere Zitat aus dem Faust: "Her zu mir!"
        wäre.

        Gruß
        Elke

        (und ja, das bairsch/schwäbische passt gar nicht um Faust)

        • Antwort von nach 19 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Schwankende Gestalten

          Hi Elke,

          vornehmlich habe ich darauf angespielt, dass der Autor in seinen Faust im Detail mindestens acht mehr oder weniger gut versteckte Unterschiede zum "Verkauften Großvater" von Anton Hamik eingewoben hat, und dass es von daher auf der Hand liegt, dass das vorgelegte Wort jedenfalls nicht irgendwo im Faust stehen kann.

          Ich halte persönlich zwar den "Faust" für gemeinhin überbewertet, aber ihn auf eine Ebene zu stellen mit den Darbietungen auf der Kirmes, wo man zum Ergötzen von Jung und Alt beobachten kann, wie der Kasperle den Teufel verpritscht, kommt mir dann doch nicht sehr naheliegend vor. Obwohl wir natürlich auch mit siebzehn die Vorrede zum Faust II nach ausgiebigen Trinkereien anderentags folkloristisch zitiert haben - wer nicht?

          Außerdem deucht es mich bissi schwierig, die vorgelegten Worte im Versmaß unterzubringen.

          Weiterführend: Dem Geheimrath wird ja sein "als wie zuvor" als Spur oberdeutschen Dialektes oft genug unter die Nase gerieben. Das noch viel öfter verkreuzworträtselte "weder Fräulein, weder schön" ist ja nun gar nichts besonders Hessisches, sondern das zweite "weder" hat halt die Silbe, die dem Schnelldichter grad noch gefehlt hat. Genau so ists doch eigentlich auch mit dem "als wie". Es kommt mir nicht so vor, als habe Goethe "aus Versehen", aus Unwissen oder Unvermögen, hessischen Dialekt in den Faust hineingemengt.

          Wenn Kollesche Dichterferschd Schiller "untertänig" auf "König" reimt, wird ihm ja auch nicht unterstellt, er sei heimlich vom Neckar an die Elbe übergelaufen, und der Ring des Polykrates sei in Wircklichkeit ein sächsisches Mundartgedicht.

          Schöne Grüße



          MM

          • Antwort von nach 20 Stunden 1 hilfreich
            Re^5: neige, Schmerzensreiche ...

            Hallo, Martin, Es kommt mir nicht so vor,
            als habe Goethe "aus Versehen", aus Unwissen oder Unvermögen,
            hessischen Dialekt in den Faust hineingemengt.
            bei http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/Images/db/w... könnte man allerdings schon ins Grübeln kommen ...

            (Ein sich schleichen sollender Deifi ist übrigens in Der Teufelstritt: Magische Geschichten und Rundgänge zu Sagenorten in München zu finden http://books.google.de/books?id=7xkzldtiRTcC&lpg=PA3... )

            Gruß
            Kreszenz

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^6: neige, Schmerzensreiche ...

              Servus,

              alles, was unmittelbar mit Gretchen zu thun hat, giltet nicht. Bei diesem Thema verfiel der Geheimrath ganz regelmäßig in neblichte Zustände, wie man an der gesamten Bearbeitung des Themas im Faust erkennen kann, mit dem der Autor offenbar trotz aller Mühe nicht zurecht gekommen ist, und das ihm das Drama eigentlich gesprengt hat.

              Aber in Wirklichkeit hast Du natürlich recht - diesen Beleg lass ich gelten (und ich hab ihn auch nicht gekannt).

              Sey gegrüszt



              MM

          • Antwort von nach 20 Stunden 1 hilfreich
            Re^5: Schwankende Gestalten

            Hallo,

            aber der Reim jung-genung ist eindeutig (süd)Hessisch bzw. nordbadisch/kurpfälzisch.

            Gruß
            Elke

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^6: Schwankende Gestalten

              Hi Elke,

              jo da hast Du recht, dafür gibts keinen Vorwand. Man müsst mal versuchsweise Goethens Poesie mit dem entsprechenden Akzent ausprobieren, wie sie dann klingt.

              Sey gegrüszt



              MM



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