Antwort von
nach 19 Stunden
hilfreich
LaTeX vs. Word & Co.
[...]
Du siehst, zwei Welten prallen aufeinander.
Da stimme ich 90%ig zu; jedoch geht es auch unter Word mit
viel Erfahrung und einigen Workarounds mit langen Texten (>
50 Seiten) zu arbeiten.
Im Prinzip mag das stimmen. Allerdings ist mir nicht ein einziger Fall bekannt, bei dem nicht im kritischten Moment (1-2 Tage vor Abgabetermin) massive Probleme aufgetreten wären. Was habe ich mir schon Nächte um die Ohren geschlagen im Kampf mit M$ Schrott-Software.
[...]
Leider kenne ich Latex nicht aus der Praxis. Falls es aber da
so etwas wie eine Layout-Ansicht gibt, müßte man doch mit
"Copy" und "Paste" etwas in Word herüberbringen können.
Man merkt, dass Du LaTeX nicht kennst. Es handelt sich dabei nicht um ein "WYSIWYG" Wortprogramm, sondern um eine ausgefeiltes Satzsystem basierend auf einer Markup-Sprache. Texte werden also ähnlich HTML "progrmmiert". Das hat mehrere Vorteile. Das System ist äußerst robust. Dokumente mit mehreren hundert Seiten werden genauso stabil bearbeitet, wie ein einseitiger Brief. Außerdem kann sich der Autor auf den Text konzentrieren. Das Layout übernimmt LaTeX gemäß den Regeln der Kunst. Ein ergonomisches Layout ist nämlich entgegen der Annahme von Word-Nutzern nicht nur eine Frage des Aussehens sonder auch der Ergonomie. Die Texte sollen nicht eingerahmt in einer Gallerie ausgestellt, sondern gelesen werden.
So erzeugt LaTeX äußerst professionelles Layout und bietet einen hohen Komfort für den Nutzer. Verzeichnisse, Fussnoten, Querverweise, Abbildungen und Register bereiten keinerlei Schwierigkeiten. Für die richtige Nummerierung und Referenzierung kümmert sich LaTeX zuverlässig. Auch wenn man am Schluss mal eben aus einem einseitigen DIN A4 Dokument ein doppelseitiges DIN A5 machen möchte, kostet das lediglich eine kleine Änderung in einer einzigen Zeile des Dokumentes.
So eine Aktion unter Word ... da habe ich schon Leute schreiend von ihrem Computer weglaufen sehen.
Das ist doch ein gewaltiger Rückschritt! Wenn es um
die Darstellung auf Rechnern ohne DVI Interpreter geht, dann
empfehle ich die Verwendung von PDF-LaTeX. Damit erzeugst Du
qualitativ hochwertige PDF Dateien inkl. Preview-Bildchen und
Hyperlinks auf einfache Weise. Alles, was Du dazu tun musst,
ist ein paar Zeilen im Dokumentenkopf ändern. Den Rest macht
Dein "Setzer" :-)
Mir ist bis jetzt sogar bei den übelsten "Behördenfirmen" immer ein Acrobat Reader begegnet. PDF ist definitiv DER Standard, wenn es um verlässlichen, weltweit lesbaren, Dokumentenaustausch geht. Word bereitet hingegen nur Ärger. Version 7.0, 95, 98, 2000 ... inkompatibel. Version Fernost, Osteuropa, Westeuropa ... inkompatibel. Übertragung ohne Formatdatei? Das Dokument ist praktisch nicht lesbar (sieht jedenfalls komplett anders aus, als sich der Autor das mal gedacht hat). Nein nein, beim Austausch von Dokumenten sollte man auf Mickey-Maus Formate wie Word oder sonstige exotische Textverarbeitungs-Formate verzichten.
Lediglich LaTeX eignet sich hervorragend zum Austausch (z.B. bei internationalen Teams, die an einem Dokument arbeiten müssen), weil für das Schreiben von Dokumenten lediglich standard 7 Bit ASCII verwendet wird.
Wenn es aber um den Austausch fertiger Dokumente geht, geht man natürlich nicht davon aus, das jedem ein TeX-System zur Verfügung steht und erzeugt aus dem Grunde PS oder PDF Dateien.
Lass die Word-Heinis ruhig alleine schwitzen. Hast Du den
neuesten Vergleich von Office-Programmen in der CT gelesen?
Ich werde jedenfalls nicht freiwillig Word nutzen.
Freiwillig macht das kaum jemand, der Ahnung hat :-). Jedoch
führt die Verbreitung von MS-Produkten dazu, daß jede
Publikation für das 'gemeine Volk' entweder in MS-Word oder in
HTML zu erfolgen hat, weil es sonst kein Kunde auf dem
Bildschirm lesen kann.
Dem widerspreche ich halt und behaupte, PDF hat sich als de facto Standard durchgesetzt.
Gruss
Jens