freier Wille - eine Illusion?

Von: , Frage gestellt am Mi, 10. Jan 2001


Hallo Hobby-Philosophen!

Da sich hier schon lange nix mehr tut will ich die Diskussion wieder einmal ein bißchen beleben, und zwar mit folgender Frage: Ist der freie Wille eine Illusion? Wenn man von einer von den naturgesetzen abhängigen Welt ausgeht, kann es dann einen freien Willen geben?
Was sagt die Quantentheorie zu diesem Thema? Kann die Quantentheorie (so daß Bewußtsein mit Effekten der QT zusammenhängt - Roger Penrose zB behauptet das) einen freien Willen erklären, ohne daß man eine spirituelle Welt dafür braucht? Was meint ihr?

Herbert

27 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 1 hilfreich
    Re: freier Wille - eine Illusion?

    Hallo Herbert, Frage: Ist der freie Wille eine Illusion? Wenn man von einer
    von den naturgesetzen abhängigen Welt ausgeht, kann es dann
    einen freien Willen geben?
    Was sagt die Quantentheorie zu diesem Thema? ...
    fange ich mal mit einem Einstein-Zitat an: "Gott würfelt nicht".

    Geht man nun davon aus, dass wirklich alles deterministisch ist, dann ist also unsere Bewusstseinskraft (zu der der freie Will ja wohl gehört) göttlich. Ob wir nun nur Marionetten sind oder selbst ein Teil vom Gottlichen (*), überlasse ich dann mal jedem selbst. Im ersten Fall (Marionetten) gäbe es allenfalls den freien Willen des Göttlichen. In letzerem Fall (Teil vom Göttlichen) gäbe es einen freien Willen.

    Geht man davon aus, dass die Welt nicht deterministisch ist, dann könnte es immer noch unsere Bewusstseinskraft sein, die dazu führt, zumindest solange diese nicht messbar wird. Wenn sie doch messbar wird, wird man evtl. eh unsere ganze Naturwissenschaft neu überdenken müssen. Auch hier gibt es also wieder zwei Möglichkeiten: entweder Einstein hat recht oder unrecht. Hat er recht, dann ist es wohl wieder entweder unser Wille oder der vom Göttlichen, der zu dem nicht- oder angeblich-nicht-Determinismus führt, und man landet im Prinzip in derselben Falle wie oben.

    Ich weiss, das hilft dir nicht weiter, aber ist es nicht so, dass die meisten philosophischen Antworten mehr Fragen aufwerfen, als sie beantworten?

    "Mind is the master power that molds and makes,
    And we are mind. And ever more we take
    the tool of thought and, shaping what we will,
    bring forth a thousand joys, a thousand ills.
    We think in secret and it comes to pass,
    our environment is but a looking-glass."
    (nicht von mir)

    Alles Gute
    Michael

    P.S. Wer sagt überhaupt, dass es ausser mir noch andere wie mich gibt? Evtl. sind alle anderen ja blos Similation. Und für jeden Leser: wer sagt dir, dass ich nicht eine Simulation bin und alle anderen ausser dir auch? Wie sieht es dann mit freiem Willen aus?

    (*) das Göttliche - von mir verwendeter, geschlechtsneutraler Begriff für die Schöpfungkraft, von Anhängern der Buch-Religionen auch als Gott oder Allah bezeichnet. Meiner Meinung nach ist das Göttliche entweder weder männlich nich weiblich oder beides. Auf keinen Fall nur männlich. Das sollte sich auch in der Bezeichnung ausdrücken.

    • Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
      Re^2: freier Wille - eine Illusion?


      Hallo unbekannte Simulation! fange ich mal mit einem Einstein-Zitat an: "Gott würfelt
      nicht".
      hmmm ... soviel ich weiß war das seine reaktion auf die quantentheorie, konkret in der debatte mit niels bohr, aus der er ja wohl als verlierer (wenn es bei einem dialog so was gibt, bitte um verzeihung für die wortwahl) hervorgegangen ist. Stichwort EPR. Soviel ich weiß, werden heute schon Quantenzustände von einem Ort zum anderen "teleportiert" diesen Effekt benutzend (der innsbrucker Phyisker Anton Zeilinger wenn ich nicht irr), der für Einstein ein Paradox der Quantentheorie war. Wobei das natürlich nicht unbedingt in einem Zusammenhang mit dem Satz an sich steht. Vor allem dieser eigenartige Begriff von Realität in der Quantentheorie im Zusammenhang mit dem "freien Willen" - wenn es ihn den gibt - interessiert mich! Irgendwelche Ideen dazu? Geht man nun davon aus, dass wirklich alles deterministisch
      ist, dann ist also unsere Bewusstseinskraft (zu der der freie
      Will ja wohl gehört) göttlich. Ob wir nun nur Marionetten sind
      oder selbst ein Teil vom Gottlichen (*), überlasse ich dann
      mal jedem selbst. Im ersten Fall (Marionetten) gäbe es
      allenfalls den freien Willen des Göttlichen. In letzerem Fall
      (Teil vom Göttlichen) gäbe es einen freien Willen.
      Ich tippe auf das erste (Marionette) Wenn man vom natürwissenschaftlichen Background noch nicht wirklich was weiß, ist es glaube ich ein guter Ansatz die "Auswirkungen" so gut wie möglich zu untersuchen. Und die moderne Gehirn und Bewußtseinsforschung deutet (zum. für mich) leider auf: Pech gehabt, ihr bildet auch das nur ein - hin! Geht man davon aus, dass die Welt nicht deterministisch ist,
      dann könnte es immer noch unsere Bewusstseinskraft sein, die
      dazu führt, zumindest solange diese nicht messbar wird. Wenn
      sie doch messbar wird, wird man evtl. eh unsere ganze
      Naturwissenschaft neu überdenken müssen. Auch hier gibt es
      also wieder zwei Möglichkeiten: entweder Einstein hat recht
      oder unrecht. Hat er recht, dann ist es wohl wieder entweder
      unser Wille oder der vom Göttlichen, der zu dem nicht- oder
      angeblich-nicht-Determinismus führt, und man landet im Prinzip
      in derselben Falle wie oben.
      als atheist, kann ich an eine "göttliche" Seele als einziger nicht deterministischer Einfluß nicht glauben, aber das ist wohl Ansichtssache... Ich weiss, das hilft dir nicht weiter, aber ist es nicht so,
      dass die meisten philosophischen Antworten mehr Fragen
      aufwerfen, als sie beantworten?
      natürlich nicht, aber es ist auch ein gedanke zu dem thema. daß mir das ganze hier niemand wird klar beantworten können, damit habe ich natürlich schon gerechnet...
      "Mind is the master power that molds and makes,
      And we are mind. And ever more we take
      the tool of thought and, shaping what we will,
      bring forth a thousand joys, a thousand ills.
      We think in secret and it comes to pass,
      our environment is but a looking-glass."
      (nicht von mir)

      Alles Gute
      Michael
      ebenso - Herbert
      P.S. Wer sagt überhaupt, dass es ausser mir noch andere wie
      mich gibt? Evtl. sind alle anderen ja blos Similation. Und für
      jeden Leser: wer sagt dir, dass ich nicht eine Simulation bin
      und alle anderen ausser dir auch? Wie sieht es dann mit freiem
      Willen aus?
      ja - ist im internet besonders schwierig ;) (*) das Göttliche - von mir verwendeter, geschlechtsneutraler
      Begriff für die Schöpfungkraft, von Anhängern der
      Buch-Religionen auch als Gott oder Allah bezeichnet. Meiner
      Meinung nach ist das Göttliche entweder weder männlich nich
      weiblich oder beides. Auf keinen Fall nur männlich. Das sollte
      sich auch in der Bezeichnung ausdrücken.
      sollte eigentlich selbstverständlich sein!

      P.S. interessant wieviele Wirtschaftsinformatiker hier posten, ich fange an am IT-Fachkräftemangel zu zweifeln

      • Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
        Re^3: freier Wille - eine Illusion?

        Hallo Herbert, fange ich mal mit einem Einstein-Zitat an: "Gott würfelt
        nicht".
        hmmm ... soviel ich weiß war das seine reaktion auf die
        quantentheorie, konkret in der debatte mit niels bohr, aus der
        er ja wohl als verlierer ...Soviel ich weiß, werden heute schon
        Quantenzustände von einem Ort zum anderen "teleportiert"
        diesen Effekt benutzend ... Vor allem
        dieser eigenartige Begriff von Realität in der Quantentheorie
        im Zusammenhang mit dem "freien Willen" - wenn es ihn den gibt
        - interessiert mich! Irgendwelche Ideen dazu?
        die habe ich ja in meiner ersten Antwort genannt, indem ich die Möglichkeit erörtert hätte, dass die Quantentherorie quasie aif dem der freien Willen und sogar weitergehend, auf der Möglichkeit, die Wirklichkeit (das kommt von "wirken") könnte durch den freien Willen manipulierbar sein. Geht man nun davon aus, dass wirklich alles deterministisch
        ist, dann ist also unsere Bewusstseinskraft (zu der der freie
        Will ja wohl gehört) göttlich. Ob wir nun nur Marionetten sind
        oder selbst ein Teil vom Gottlichen (*), überlasse ich dann
        mal jedem selbst. Im ersten Fall (Marionetten) gäbe es
        allenfalls den freien Willen des Göttlichen. In letzerem Fall
        (Teil vom Göttlichen) gäbe es einen freien Willen.
        Ich tippe auf das erste (Marionette) Wenn man vom
        natürwissenschaftlichen Background noch nicht wirklich was
        weiß, ist es glaube ich ein guter Ansatz die "Auswirkungen" so
        gut wie möglich zu untersuchen. Und die moderne Gehirn und
        Bewußtseinsforschung deutet (zum. für mich) leider auf: Pech
        gehabt, ihr bildet auch das nur ein - hin!
        Das ist ein gefährlicher Glaube! Und es ist ein Glaube, das steht wohl ausser Frage. Das gefährliche daran ist: wenn wir unseren Willen frei bestimmen könnten, wäre es gut, gutes zu tun oder zumindest nichts schlechtes. Andersherum, wenn wir keinen freien Willen haben, können wir es eh nicht ändern. Mir ist daher der Ansatz lieber, dass wir alle Teil des Göttlichen sind. Der Ansatz kann nicht schaden, allenfalls eine Illusion sein. Geht man davon aus, dass die Welt nicht deterministisch ist,
        dann könnte es immer noch unsere Bewusstseinskraft sein, die
        dazu führt, zumindest solange diese nicht messbar wird. Wenn
        sie doch messbar wird, wird man evtl. eh unsere ganze
        Naturwissenschaft neu überdenken müssen. Auch hier gibt es
        also wieder zwei Möglichkeiten: entweder Einstein hat recht
        oder unrecht. Hat er recht, dann ist es wohl wieder entweder
        unser Wille oder der vom Göttlichen, der zu dem nicht- oder
        angeblich-nicht-Determinismus führt, und man landet im Prinzip
        in derselben Falle wie oben.
        als atheist, kann ich an eine "göttliche" Seele als einziger
        nicht deterministischer Einfluß nicht glauben, aber das ist
        wohl Ansichtssache...
        Bist du Atheist (du glaubst dass es keinen Gott gibt) oder bist du Agnostiker (du glaubst nur, wass dir bewiesen wird)? Ausserdem: das Göttliche muss nicht ausserhalb stehen, es kann "in" uns sein!

        Ach ja: ich war auch mal Agnostiker ... P.S. Wer sagt überhaupt, dass es ausser mir noch andere wie
        mich gibt? Evtl. sind alle anderen ja blos Similation. Und für
        jeden Leser: wer sagt dir, dass ich nicht eine Simulation bin
        und alle anderen ausser dir auch? Wie sieht es dann mit freiem
        Willen aus?
        ja - ist im internet besonders schwierig ;)
        Auch ausserhalb des Internets! Du weisst doch nichtmal, dass deine Mutter rot genauso sieht, wie du! (*) das Göttliche - von mir verwendeter, geschlechtsneutraler
        Begriff für die Schöpfungkraft, von Anhängern der
        Buch-Religionen auch als Gott oder Allah bezeichnet. Meiner
        Meinung nach ist das Göttliche entweder weder männlich nich
        weiblich oder beides. Auf keinen Fall nur männlich. Das sollte
        sich auch in der Bezeichnung ausdrücken.
        sollte eigentlich selbstverständlich sein!

        P.S. interessant wieviele Wirtschaftsinformatiker hier posten,
        ich fange an am IT-Fachkräftemangel zu zweifeln
        lol

        Michael

        • Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
          Re^4: freier Wille - eine Illusion?


          Servus Michael! die habe ich ja in meiner ersten Antwort genannt, indem ich
          die Möglichkeit erörtert hätte, dass die Quantentherorie
          quasie aif dem der freien Willen und sogar weitergehend, auf
          der Möglichkeit, die Wirklichkeit (das kommt von "wirken")
          könnte durch den freien Willen manipulierbar sein.
          hmm ... wenn ich mich nicht täusche bist du nicht konkret auf die quantentheorie eingegangen. ich werde die frage nach der möglichkeit des freien willens durch die QT mal auf dem physik forum posten! Das ist ein gefährlicher Glaube! Und es ist ein Glaube, das
          steht wohl ausser Frage. Das gefährliche daran ist: wenn wir
          unseren Willen frei bestimmen könnten, wäre es gut, gutes zu
          tun oder zumindest nichts schlechtes. Andersherum, wenn wir
          keinen freien Willen haben, können wir es eh nicht ändern. Mir
          ist daher der Ansatz lieber, dass wir alle Teil des Göttlichen
          sind. Der Ansatz kann nicht schaden, allenfalls eine Illusion
          sein.
          stimmt, aber ich darf es glauben, und trotzdem nicht danach handeln - ist doch ok oder! kann mich schließlich nicht selbst belügen! Bist du Atheist (du glaubst dass es keinen Gott gibt) oder
          bist du Agnostiker (du glaubst nur, wass dir bewiesen wird)?
          Ausserdem: das Göttliche muss nicht ausserhalb stehen, es kann
          "in" uns sein!
          ich habe einmal gehört, daß ein agnostiker jemand ist, der behauptet daß über die existenz eines gottes überhaupt keine aussage gemacht werden kann. so wie die katholische religion beispielsweise ihren gott sieht (ich kenne kaum andere religionen), nämlich als über den naturgesetzen stehend, fürchte ich man wird nie eine aussage über ihn machen können. im generellen bin ich jemand der alles glaubt was er für wahrscheinlich hält, bei solch grenzwissenschaftlichen fragen ändert sich das allerdings regelmäßig. Zb glaube ich auch, daß es außer auf der erde (und selbst da bin ich mir nicht immer sicher) in unserer galaxis (!) kein intelligentes leben gibt. einfach aufgrund der statistik (details: siehe astronomie forum, planeten-outfit) Bin ich jetzt Agnostiker? Ach ja: ich war auch mal Agnostiker ...
          hmm ... wenn ich über die seele nachdenke, kommen mir manchmal auch leichte zweifel am atheismus. wie gesagt: wenn gott wirklich über die naturgesetze völlig erhaben ist, macht es kaum sinn über ihn nachzudenken. Auch ausserhalb des Internets!
          Zu oft Matrix gesehen? (kleiner Scherz!) Du weisst doch nichtmal, dass
          deine Mutter rot genauso sieht, wie du!
          eine berühmte frage der bewußtseinsforschung. ich glaube das subjektive empfinden von rot hängt sehr eng mit der frage des bewußtseins zusammen. einerseits ist farbensehen angeboren, andererseits bildet sich das bewußte empfinden erst im laufe der jahre - oder wer kann sich noch an seine ersten tage im mutterleib erinnern? P.S. interessant wieviele Wirtschaftsinformatiker hier posten,
          ich fange an am IT-Fachkräftemangel zu zweifeln
          lol

          Michael
          siehste - vielleicht gaukelt uns die matrix nur einen mangel an wirtschaftsinformatikern vor! darum: glaube nicht alles was du hörst und siehst!

          Gruß - Herbert

          • Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
            Re^5: freier Wille - eine Illusion?

            Hallo Herbert, hmm ... wenn ich mich nicht täusche bist du nicht konkret auf
            die quantentheorie eingegangen. ich werde die frage nach der
            möglichkeit des freien willens durch die QT mal auf dem physik
            forum posten!
            gute Idee. Ich bin schon auf die Quantentheorie eingegangen, aber nur in ihren philosophischen Auswirkungen, nicht auf die Quantentherie selbst, da hast du recht. Das ist ein gefährlicher Glaube! Und es ist ein Glaube, das
            steht wohl ausser Frage. Das gefährliche daran ist: wenn wir
            unseren Willen frei bestimmen könnten, wäre es gut, gutes zu
            tun oder zumindest nichts schlechtes. ...
            stimmt, aber ich darf es glauben, und trotzdem nicht danach
            handeln - ist doch ok oder! kann mich schließlich nicht selbst
            belügen!
            Das stimmt allerdings. Gefährlich bleibt es dennoch, da andere weniger verantwortungsbewusst sein könnten. Bist du Atheist (du glaubst dass es keinen Gott gibt) oder
            bist du Agnostiker (du glaubst nur, wass dir bewiesen wird)?
            Ausserdem: das Göttliche muss nicht ausserhalb stehen, es kann
            "in" uns sein!
            ich habe einmal gehört, daß ein agnostiker jemand ist, der
            behauptet daß über die existenz eines gottes überhaupt keine
            aussage gemacht werden kann.
            Ja, so kann man es auch ausdrücken. Praktisch ist es aber so, dass ein Agnostiker dann nur das glaubt, was bewiesen werden kann - ob es darüber hinaus etwas gibt oder nicht, darüber meint er, könne man keine Aussage treffen. Vom Glauben einer Person ausgehend ist meine Definition passender, objektiv gesehen ist deine passender. so wie die katholische religion
            beispielsweise ihren gott sieht (ich kenne kaum andere
            religionen), nämlich als über den naturgesetzen stehend,
            du willst damit sagen, die Katholiken wären Agnostiker? Nein, dann musst du doch meine Definition nehmen. Dann ist der Ansatz vom Glauben ausgehend besser. Zb glaube ich auch, daß
            es außer auf der erde (und selbst da bin ich mir nicht immer
            sicher) in unserer galaxis (!) kein intelligentes leben gibt.
            einfach aufgrund der statistik (details: siehe astronomie
            forum, planeten-outfit) Bin ich jetzt Agnostiker?
            Nein, du glaubst ja etwas über etwas, was du nicht weisst. Würdest du sagen, dass du zum Thema ausserirdisches Leben keine Aussage machen könntest, dann wärest du in dem Aspekt Agnostiker. Ach ja: ich war auch mal Agnostiker ...
            hmm ... wenn ich über die seele nachdenke, kommen mir manchmal
            auch leichte zweifel am atheismus. wie gesagt: wenn gott
            wirklich über die naturgesetze völlig erhaben ist, macht es
            kaum sinn über ihn nachzudenken.
            Du wirbelst immer noch Atheismus und Agnostik durcheinander! Aber warum kann das Göttliche nicht einfach eine Kombination aus Bewusstsein und den Naturgesetzen sein? Warum sollte das Göttliche ausserhalb der Naturgesetze sein? Das ist mir doch zu katholisch! Auch ausserhalb des Internets!
            Zu oft Matrix gesehen? (kleiner Scherz!)
            Ne, nur einmal, aber die Bemerkung wäre von mir auch vorher schon bekommen ...

            Alles Gute
            Michael

            • Antwort von nach 11 Stunden hilfreich
              Re^6: freier Wille - eine Illusion?

              Hallo Herbert, hmm ... wenn ich mich nicht täusche bist du nicht konkret auf
              die quantentheorie eingegangen. ich werde die frage nach der
              möglichkeit des freien willens durch die QT mal auf dem physik
              forum posten!
              gute Idee. Ich bin schon auf die Quantentheorie eingegangen,
              aber nur in ihren philosophischen Auswirkungen, nicht auf die
              Quantentherie selbst, da hast du recht.
              ist nicht von mir. ich glaube roger penrose hat so zum ersten mal gedacht. er wollte eigentlich nur die leute wiederlegen, die überzeugt waren, den computern ein bewußtsein einzupflanzen. ob er auch aussagen über den freien willen macht - da muß ich nochmal nachdenken (computerdenken heißt das ganze, kann es nur empfehlen) Das ist ein gefährlicher Glaube! Und es ist ein Glaube, das
              steht wohl ausser Frage. Das gefährliche daran ist: wenn wir
              unseren Willen frei bestimmen könnten, wäre es gut, gutes zu
              tun oder zumindest nichts schlechtes. ...
              stimmt, aber ich darf es glauben, und trotzdem nicht danach
              handeln - ist doch ok oder! kann mich schließlich nicht selbst
              belügen!
              Das stimmt allerdings. Gefährlich bleibt es dennoch, da andere
              weniger verantwortungsbewusst sein könnten. Bist du Atheist (du glaubst dass es keinen Gott gibt) oder
              bist du Agnostiker (du glaubst nur, wass dir bewiesen wird)?
              Ausserdem: das Göttliche muss nicht ausserhalb stehen, es kann
              "in" uns sein!
              ich habe einmal gehört, daß ein agnostiker jemand ist, der
              behauptet daß über die existenz eines gottes überhaupt keine
              aussage gemacht werden kann.
              Ja, so kann man es auch ausdrücken. Praktisch ist es aber so,
              dass ein Agnostiker dann nur das glaubt, was bewiesen werden
              kann - ob es darüber hinaus etwas gibt oder nicht, darüber
              meint er, könne man keine Aussage treffen. Vom Glauben einer
              Person ausgehend ist meine Definition passender, objektiv
              gesehen ist deine passender. so wie die katholische religion
              beispielsweise ihren gott sieht (ich kenne kaum andere
              religionen), nämlich als über den naturgesetzen stehend,
              du willst damit sagen, die Katholiken wären Agnostiker? Nein,
              dann musst du doch meine Definition nehmen. Dann ist der
              Ansatz vom Glauben ausgehend besser.
              nein, die katholiken glauben ja etwas, was nicht bewiesen werden kann! ich habe nur gemeint, daß der katholische gott ein unnaturwissenschaftlicher nicht beweisbarer ist! Zb glaube ich auch, daß
              es außer auf der erde (und selbst da bin ich mir nicht immer
              sicher) in unserer galaxis (!) kein intelligentes leben gibt.
              einfach aufgrund der statistik (details: siehe astronomie
              forum, planeten-outfit) Bin ich jetzt Agnostiker?
              Nein, du glaubst ja etwas über etwas, was du nicht weisst.
              Würdest du sagen, dass du zum Thema ausserirdisches Leben
              keine Aussage machen könntest, dann wärest du in dem Aspekt
              Agnostiker.
              kapiche Ach ja: ich war auch mal Agnostiker ...
              hmm ... wenn ich über die seele nachdenke, kommen mir manchmal
              auch leichte zweifel am atheismus. wie gesagt: wenn gott
              wirklich über die naturgesetze völlig erhaben ist, macht es
              kaum sinn über ihn nachzudenken.
              Du wirbelst immer noch Atheismus und Agnostik durcheinander!
              Aber warum kann das Göttliche nicht einfach eine Kombination
              aus Bewusstsein und den Naturgesetzen sein? Warum sollte das
              Göttliche ausserhalb der Naturgesetze sein? Das ist mir doch
              zu katholisch!
              wenn die naturgesetze alles erklären, dann brauche ich keinen gott mehr Auch ausserhalb des Internets!
              Zu oft Matrix gesehen? (kleiner Scherz!)
              Ne, nur einmal, aber die Bemerkung wäre von mir auch vorher
              schon bekommen ...

              Alles Gute
              Michael
              Ebenso - Herbert
              p.s. heute habe ich einen neuen aspekt des freien willens entdeckt: laut meiner theorie ist alles durch evolution entstanden. wenn das bewußte selbst keinen einfluß auf geist und körper hat, dann hätte es auch keine überlebenswichtige funktion gehabt...

  2. Antwort von nach 20 Stunden 1 hilfreich
    Re: freier Wille - eine Illusion?

    Mann, das ist natürlich ein Hammer - Thema! Aber ich erinnere mich da an was aus dem letzten Semester...

    Kant spricht in der "Kritik der praktischen Vernunft" vom kategorischen Imperativ, den ich als bekannt voraussetze. In der "Kritik der reinen Vernunft" war der freie Wille lediglich denkmöglich, was sich mit dem neuen Ansatz der moralischen Maxime jedoch weiterentwickelte. Der freie Wille entspringt nach dieser Theorie der Vernunft, die jedes menschliche Wesen beherbergt, und welche sich in der Pflicht der eigenen Gesetzgebung unterstellt (autonome Vernunft). Vernunft kann, laut Kant, erst dann entstehen, wenn der Mensch seinen freien Willen, zusammen mit der Erkenntnis der Unsterblichkeit der Seele und dem Dasein Gottes, praktisch gebraucht. Zwar steht der Mensch als Sinnenwesen unter den Naturgesetzen, aber der Wille ist frei, bedingt durch die Bestimmung der möglichen Vernunft, durch die der Mensch an der intelligiblen Welt teilhat, womit der freie Wille wiederum positiv bewiesen wäre. Zumindest für Kant, der ihn somit als Voraussetzung für das moralische Handeln betrachtete, was ich gar nicht mal so abwegig finde!

    Hoffe, dass ich nicht allzu viel Verwirrung gestiftet habe... von Schopenhauers Willensbeweis und den damit zusammenhängenden moralischen Notwendigkeiten fange ich jetzt nicht mehr an, sonst werde ich heute nicht damit fertig...morgen vielleicht.

    Jojo, Philosophie - Student, Trier

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: freier Wille - eine Illusion?

      Mann, das ist natürlich ein Hammer - Thema! Aber ich erinnere
      mich da an was aus dem letzten Semester...

      Kant spricht in der "Kritik der praktischen Vernunft" vom
      kategorischen Imperativ, den ich als bekannt voraussetze. In
      der "Kritik der reinen Vernunft" war der freie Wille lediglich
      denkmöglich, was sich mit dem neuen Ansatz der moralischen
      Maxime jedoch weiterentwickelte. Der freie Wille entspringt
      nach dieser Theorie der Vernunft, die jedes menschliche Wesen
      beherbergt, und welche sich in der Pflicht der eigenen
      Gesetzgebung unterstellt (autonome Vernunft). Vernunft kann,
      laut Kant, erst dann entstehen, wenn der Mensch seinen freien
      Willen, zusammen mit der Erkenntnis der Unsterblichkeit der
      Seele und dem Dasein Gottes, praktisch gebraucht. Zwar steht
      der Mensch als Sinnenwesen unter den Naturgesetzen, aber der
      Wille ist frei, bedingt durch die Bestimmung der möglichen
      Vernunft, durch die der Mensch an der intelligiblen Welt
      teilhat, womit der freie Wille wiederum positiv bewiesen wäre.
      Zumindest für Kant, der ihn somit als Voraussetzung für das
      moralische Handeln betrachtete, was ich gar nicht mal so
      abwegig finde!
      Ich ehrlich gesagt schon! (Auch wenn es überheblich klingt KANT widerlegen zu wollen) Ich kann mir nämlich theoretisch auch ein Computerprogramm bzw. ein im neuronales Netz im Computer vorstellen, daß ebenfalls nach moralischen Muster handelt! Oder habe ich etwas nicht verstanden?
      Hoffe, dass ich nicht allzu viel Verwirrung gestiftet habe...
      von Schopenhauers Willensbeweis und den damit
      zusammenhängenden moralischen Notwendigkeiten fange ich jetzt
      nicht mehr an, sonst werde ich heute nicht damit
      fertig...morgen vielleicht.
      Ich bitte darum, dafür gibts dann auch wieder ein Sternchen!
      Jojo, Philosophie - Student, Trier
      Free Willy!
      Herbert

  3. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Ich schreibe dir aus freiem Willen......

    ... auch noch ne Antwort.

    Hi Herbert
    Der Determinismus beruht darauf, das man entweder sagt, "alles wurde von einem höheren Wesen vorherbestimmt" oder, "alles ist durch die Naturgesetzte vorherbestimmt".

    Möglichkeit 1 erscheint mir eher unwahrscheinlich, ich glaube jetzt nicht, das Gott... Allah... Jahwe.... Höchsteswesenoderwieauchimmer... derartig kindisch handelt.

    Pkt. 2 ist da etwas interessanter: Kann man mit naturwissenschaftlichen Methoden extrem langfristige Vorhersagen komplexer Prozesse treffen.

    Problem 1: Gödels Theorem! In der Mathematik, also der "Sprache" der Naturwissenschaften, gibt es korrekte, aber nicht beweisbare Sätze (Den Beweis dafür kann ich wg. meiner Borniertheit net so ganz nachvollziehen)

    Problem 2: Die Unschärferelation/Quantentheorie. wir können nicht beliebig genau messen. Dies setzt unserer Erkenntnissfähigkeit eine Grenze.

    Und das dickste Ding: Die Chaostheorie: bei Ähnlicher Ausgangslage können vollkommen verschiedene ergebnisse herauskommen. Dabei kann die Ausgangslage messtechnisch vollkommen ident sein, die Unschärferelation macht uns dann einen Strich durch die (Be)rechnung.

    Das heisst ganz schlicht, wir können komplexe insbes nichtlineare Prozesse nicht exakt berechnen.
    Wir können das Leben eines Menschen nicht vorausberechnen, selbst bei genauestmöglicher Kenntnis aller relevanter Parameter. Gerade die Quantentheorie in Kombination mit der Chaostheorie macht dies unmöglich.

    Der Determinismus ist unbeweisbar! (was nicht heisst, das es ihn nicht geben kann) Ob nun Determinismus oder freier Wille, an unserem Leben und seinen Unwägbarkeiten wird sich nichts ändern. Dadurch, das wir nicht in der Lage sind, unsrer Bestimmung vorauszuberechnen, wird uns immer so etwas wie ein "freier Wille" bleiben.

    sind mal so ein paar Gedanken

    Gruss
    Mike



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