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Re: Schuberts Unvollendete
Hi,
im Fall der "Unvollendeten" ist es anders als sonst, weil diese Symphonie nur zwei Sätze hat. Dementsprechend ändert sich die Form des Ganzen total, je nach dem ob die Exposition des ersten Satzes wiederholt wird oder nicht:
Der erste Satz - TT.:110 + 250 oder 220 + 250
Daraus ergeben sich zwei ganz andere zeitliche Proportionen zu dem zweiten Satz.
Kurz gesagt, es gibt grundsätzlich drei Varianten, entweder werden (mit ganz besonderen Tricks) zwei Sätze in ihrem Gleichgewicht bestätigt (z.B. bei Bruno Walter) oder der eine von zwei Sätzen bekommt Übergewicht (so Kurt Sanderling mit dem ersten Satz, Leo Blech mit dem zweiten Satz). Paul Kletzki hat es sogar geschafft, das Gefühl des Unvollendetseins zu vermitteln. Die Symphonie ist wirklich etwas ganz besonderes.
Sie gibt dem Dirigenten den freien Spielraum, um seine eigene Entscheidung des Problems zu finden, ob der zweisätzige Zyklus vollendet ankommt, wie es z.B. von dir erwähnte Karl Böhm gemacht hat, oder auseinanderfällt, wie in der mißglückten Aufnahme von Leopold Stokowski.
Gruß
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