Kopftuch erlaubt

Von: , Frage gestellt am Mi, 24. Sep 2003

Hi!

Nun ist es amtlich:

Das Bundesverfassungsgericht in Karlruhe hat entschieden, dass muslimische Lehrerinnen an deutschen Schulen das Tragen des Kopftuches erlaubt sein muss. Allerdings liegt es in der Gesetzgebungsgewalt der Bundesländer, rechtliche Vorschriften zu erlassen, die das Tragen eines Kopftuches gestatten oder verbieten.

Das Urteil wurde mit 5 zu 3 Stimmen gefällt.

Zur Diskussion stand der Konflikt um die Lehrerin Fereshda Ludin, gebürtige Afghanin und seit 1995 deutsche Staatsbürgerin, die 1998 auf Anstellung als Lehrerin mit dem Recht, als Muslima im Unterricht ein Kopftuch zu tragen, gegen das Land Baden-Württemberg geklagt und bisher in allen Instanzen verloren hatte.

Interessant in dem Zusammenhang zwei Kommentare.

Zum einen von Lale Akgün (MdB der SPD aus Köln, gebürtige Türkin und selbst gläubige Muslima), die das Tragen eines Kopftuches als "Verhaltensregel", aber keinesfalls als "religiöse Pflicht" bezeichnet. Da alle Eltern ihre Kinder in die Schule schicken, so Akgün weiter, müsse man auch erwarten, dass die Unterrichtenden religiös und politisch neutral seien. Akgün hat das Kopftuch in einem Interview als äußeres Zeichen der Ungleichheit zwischen Mann und Frau bezeichnet, als Versuch, Konflikten aus dem Weg zu gehen oder sich über andere Frauen zu stellen - oder als Ausdruck der Unterwerfung unter männliche Autorität, auch und gerade wenn viele Muslima sagen, sie würden das Kopftuch freiwillig tragen.

Zum anderen der marokkanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun, der seit 30 Jahren in Paris lebt und sich in seinen Werken intensiv mit dem Konflikt kultureller, relgiöser und nationaler Vielfalt auseinander setzt. Jelloun sagt, daß in Frankreich, Deutschland und Großbritannien die Weichen für ein Zusammenleben oder einen Konflikt zwischen dem christlich geprägten Europa und der vordrängten moslemischen Welt gestellt werden. Auf die Frage zur Symbolik eines Kopftuches bei einer Muslima, z.B. im Schulunterricht, sagt Jelloun:

"Das Kopftuch ist die Ablehnung des Laizismus*. Duldet man es, sagt der Vater oder der Bruder der Schülerin am nächsten Tag: Du nimmst nicht mehr am Musik- oder Malunterricht teil, denn das verdirbt die Sitten. Du darfst bestimmte literarische Texte nicht lesen, die sind anstößig. Und so weiter. Das ist unerträglich. Das Kopftuch ist alles andere als harmlos." (Quelle: Spiegel Special "Allahs blutiges Land", Seite 21)

*Laizismus = Trennung von Staat und Religion

Ist die Entscheidung der BVerfG also falsch?

Grüße
Heinrich

82 Antworten zu dieser Frage

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Re: typical

          Hallo, Mal im Ernst: Ich finde diese Vergleiche peinlich. Mit dem
          gleichen Gedankengang könnte man in Zukunft das Tragen von
          T-Shirts mit US-Flagge, Disney-Motiven usw. verbieten.
          Mit diesem Gedanken sind Hakenkreuze verboten.
          Das Kopftuch ist doch kein Modeartikel, über dessen Bedeutung sich der Träger weiter keine Gedanken macht. Es geht nicht um das Stück Stoff, sondern die Einstellung, die damit ausgedrückt wird. Du beschreibst Mode, nicht Religion. Man
          denke nur an die Hinrichtung geistig Behinderter in den USA
          oder die dortigen Hinrichtungen von Ausländern, die das Recht
          nicht ausüben durften, während des Verfahrens Kontakt mit
          einem Botschaftsangehörigen aufzunehmen.
          Wenn Du ein anderes Thema wünschst, kannst Du ja nen Beitrag schreiben. Wenn ich es recht überlege, habe ich den Artikel "Suche nach
          dem Problem - Heureka..." genau für Leute wie Dich
          geschrieben.
          Was sind Leute wie ich?
          Leute, denen es nicht gefällt, daß islamische Fundamentalisten mittelalterliche Strafen verhängen? Z.B.: Todesstrafe für Kaffe trinken mit einer unverheirateten Muslimin? Dann bin ich ja beruhigt.

          Ich schlage vor, ich kaufe meiner Frau schon mal ein Kopftuch, für den Fall, daß die Fundamentalisten ihre Ziele erreichen und Du wartest die Zeit in Teharan mit ner Flasche Bier auf einem Basar ab. Mal sehen, wie tolerant die da sind.

          cu Rainer

          • Antwort von nach einem Tag hilfreich
            Re^2: typical

            Hallöchen, Mit diesem Gedanken sind Hakenkreuze verboten.
            Das Kopftuch ist doch kein Modeartikel, über dessen Bedeutung
            sich der Träger weiter keine Gedanken macht.
            tatsächlich? Dann muß ich meiner Freundin mal sagen, daß sie in Zukunft barhäuptig rumlaufen soll. Es geht nicht um
            das Stück Stoff, sondern die Einstellung, die damit
            ausgedrückt wird. Du beschreibst Mode, nicht Religion.
            Sind Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln, Norwegerpullover, schwarze Klamotten, rechts oder sonstwo getragene Ohrringe und gelb-blaue Krawatten Mode oder Aussage?

            Ich sehe schon, wir brauchen wirklich die von Wolfgang vorgeschlagene Kopfbedeckungsbehörde. Man
            denke nur an die Hinrichtung geistig Behinderter in den USA
            oder die dortigen Hinrichtungen von Ausländern, die das Recht
            nicht ausüben durften, während des Verfahrens Kontakt mit
            einem Botschaftsangehörigen aufzunehmen.
            Wenn Du ein anderes Thema wünschst, kannst Du ja nen Beitrag
            schreiben.
            Das ist das gleiche Thema. In den USA werden genauso Menschenrechtsverletzungen an wehrlosen begangen. Dummerweise haben wir unsere Liste der Schurkenstaaten noch nicht aktualisiert, sondern begnügen uns mit der Schwarz-Weiß-Katalogisierung von einzelnen Religionen. Was sind Leute wie ich?
            Menschen, die Einzelfälle und Vorurteile undifferenziert aufgreifen und sich weigern, das entstandene Bild hin und wieder anhand von unverfälschten Quellen an die Realität anzupassen. Ich schlage vor, ich kaufe meiner Frau schon mal ein Kopftuch,
            für den Fall, daß die Fundamentalisten ihre Ziele erreichen
            und Du wartest die Zeit in Teharan mit ner Flasche Bier auf
            einem Basar ab. Mal sehen, wie tolerant die da sind.
            Sind wir auf einem Basar oder sind wir in einer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft, die in der Mitte Europa im 21. Jahrhundert lebt, großen Wert auf die Entwicklung des Individuums legt und sich gerade mit diversen und durchaus andersartigen Gesellschaft zu einem vereinigten Europa entwickelt?

            Aber Du hast recht, manchmal kann man das wirklich verwechseln.

            Gruß,
            Christian

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^3: typical

              Hallo Christian! Mit diesem Gedanken sind Hakenkreuze verboten.
              Das Kopftuch ist doch kein Modeartikel, über dessen Bedeutung
              sich der Träger weiter keine Gedanken macht.
              tatsächlich? Dann muß ich meiner Freundin mal sagen, daß sie
              in Zukunft barhäuptig rumlaufen soll.
              Die Frau hat mW selbst gesagt, dass es sich um ein religiöses Symbol handelt. Damit ist es doch eindeutig. Es geht nicht um
              das Stück Stoff, sondern die Einstellung, die damit
              ausgedrückt wird. Du beschreibst Mode, nicht Religion.
              Sind Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln,
              Norwegerpullover, schwarze Klamotten, rechts oder sonstwo
              getragene Ohrringe und gelb-blaue Krawatten Mode oder Aussage?
              Wenn diejenigen, die sowas tragen, selbst zugegeben, dass damit eine Aussage verbunden ist, ist es auch der Fall. Was sind Leute wie ich?
              Menschen, die Einzelfälle und Vorurteile undifferenziert
              aufgreifen und sich weigern, das entstandene Bild hin und
              wieder anhand von unverfälschten Quellen an die Realität
              anzupassen.
              Die Frau scheint Fundamentalistin zu sein, also passt das Beispiel ganz gut. Sind wir auf einem Basar oder sind wir in einer
              freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft, die in der Mitte
              Europa im 21. Jahrhundert lebt, großen Wert auf die
              Entwicklung des Individuums legt und sich gerade mit diversen
              und durchaus andersartigen Gesellschaft zu einem vereinigten
              Europa entwickelt?
              Sollen wir Fundamentalismus tolerieren?

              MfG,
              Car

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^4: typical

              Hallöchen, Mit diesem Gedanken sind Hakenkreuze verboten.
              Das Kopftuch ist doch kein Modeartikel, über dessen Bedeutung
              sich der Träger weiter keine Gedanken macht.
              tatsächlich? Dann muß ich meiner Freundin mal sagen, daß sie
              in Zukunft barhäuptig rumlaufen soll.
              irgendwie merkt keiner, was hier abgeht. Hier ging es um den Einzelfall, nun sollen aber Gesetze her. Da steht dann drin, daß politische und religiöse Ansichten von Lehrern sich nicht in Kleidung usw. manifestieren dürfen.

              Und dann geht das Theater los: Was ist denn ein solches Signal? Ein Kopftuch? Dann schreit eine auf "Mein Kopf trage ich nicht aus religiösen Gründen, sondern weil ich das schön finde/weil ich Läuse habe." Dann halten wir uns gar nicht mehr bei den Kopfbedeckungen auf, sondern wittern bei jedem parteifarbenen Taschentuch Indoktrination.

              Das ist Schwachsinn und einer mitteleuropäischen und vermeintlich liberalen Gesellschaft unwürdig. Verboten gehören eindeutige politische Signale (bzw. sie sind es schon) und offensichtlich ordnungswidrige bzw. strafbare Aussagen (T-Shirt mit "Ausländer raus" z.B.).

              Eine Schuluniform für Kinder halte ich für vernünftig. Schuluniform für Lehrer nicht. Menschen, die Einzelfälle und Vorurteile undifferenziert
              aufgreifen und sich weigern, das entstandene Bild hin und
              wieder anhand von unverfälschten Quellen an die Realität
              anzupassen.
              Die Frau scheint Fundamentalistin zu sein, also passt das
              Beispiel ganz gut.
              Achso, wehret den Anfängen. Alles klar. Sind wir auf einem Basar oder sind wir in einer
              freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft, die in der Mitte
              Europa im 21. Jahrhundert lebt, großen Wert auf die
              Entwicklung des Individuums legt und sich gerade mit diversen
              und durchaus andersartigen Gesellschaft zu einem vereinigten
              Europa entwickelt?
              Sollen wir Fundamentalismus tolerieren?
              Was ist Fundamentalismus? Solange keiner Gesetze übertritt haben wir Einstellungen anderer Menschen zu tolerieren. Steht übrigens auch im Grundgesetz. Und solange ein Lehrer nicht seine Schüler bewußt mit subtilen oder deutlichen Methoden versucht zu beinflussen, kann sich dieser Lehrer auch anziehen wie er will (innerhalb der üblichen Parameter natürlich).

              Gruß,
              Christian

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^5: typical

              Hallo! Mit diesem Gedanken sind Hakenkreuze verboten.
              Das Kopftuch ist doch kein Modeartikel, über dessen Bedeutung
              sich der Träger weiter keine Gedanken macht.
              tatsächlich? Dann muß ich meiner Freundin mal sagen, daß sie
              in Zukunft barhäuptig rumlaufen soll.
              irgendwie merkt keiner, was hier abgeht. Hier ging es um den
              Einzelfall, nun sollen aber Gesetze her. Da steht dann drin,
              daß politische und religiöse Ansichten von Lehrern sich nicht
              in Kleidung usw. manifestieren dürfen.
              Bei Beamten! Und das finde ich absolut richtig, die Neutralität und Trennung von Religion und Staat ist wichtiger als Religionsfreiheit. Und dann geht das Theater los: Was ist denn ein solches
              Signal? Ein Kopftuch? Dann schreit eine auf "Mein Kopf trage
              ich nicht aus religiösen Gründen, sondern weil ich das schön
              finde/weil ich Läuse habe." Dann halten wir uns gar nicht mehr
              bei den Kopfbedeckungen auf, sondern wittern bei jedem
              parteifarbenen Taschentuch Indoktrination.
              Dann wird eben gefragt. Hier ist es eindeutig, sie hat damit angefangen, dass es ein religiöses Symbol sei. Taschentücher sind kein religiöses Symbol, Kopftücher werden sehr wohl so benutzt. Wie auch Kreuze. Das ist Schwachsinn und einer mitteleuropäischen und
              vermeintlich liberalen Gesellschaft unwürdig. Verboten gehören
              eindeutige politische Signale (bzw. sie sind es schon) und
              offensichtlich ordnungswidrige bzw. strafbare Aussagen
              (T-Shirt mit "Ausländer raus" z.B.).
              Kopftücher bei Moslems sind gleichzeitig politisch. Menschen, die Einzelfälle und Vorurteile undifferenziert
              aufgreifen und sich weigern, das entstandene Bild hin und
              wieder anhand von unverfälschten Quellen an die Realität
              anzupassen.
              Die Frau scheint Fundamentalistin zu sein, also passt das
              Beispiel ganz gut.
              Achso, wehret den Anfängen. Alles klar.
              Sie hat loyal gegenüber dem Staat und der FDGO zu sein, Fundamentalisten sind und können dies nicht sein. Sind wir auf einem Basar oder sind wir in einer
              freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft, die in der Mitte
              Europa im 21. Jahrhundert lebt, großen Wert auf die
              Entwicklung des Individuums legt und sich gerade mit diversen
              und durchaus andersartigen Gesellschaft zu einem vereinigten
              Europa entwickelt?
              Sollen wir Fundamentalismus tolerieren?
              Was ist Fundamentalismus? Solange keiner Gesetze übertritt
              haben wir Einstellungen anderer Menschen zu tolerieren. Steht
              übrigens auch im Grundgesetz. Und solange ein Lehrer nicht
              seine Schüler bewußt mit subtilen oder deutlichen Methoden
              versucht zu beinflussen, kann sich dieser Lehrer auch anziehen
              wie er will (innerhalb der üblichen Parameter natürlich).
              Wie gesagt, ein Beamter hat loyal zu sein, das lässt sich nicht mit Fundamentalismus vereinbaren.

              MfG,
              Car

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^6: typical

              Hallöchen, irgendwie merkt keiner, was hier abgeht. Hier ging es um den
              Einzelfall, nun sollen aber Gesetze her. Da steht dann drin,
              daß politische und religiöse Ansichten von Lehrern sich nicht
              in Kleidung usw. manifestieren dürfen.
              Bei Beamten! Und das finde ich absolut richtig, die
              Neutralität und Trennung von Religion und Staat ist wichtiger
              als Religionsfreiheit.
              das entscheidest Du einfach so? Warum hat das das BVerfG nicht einfach so entschieden? Mal ganz abgesehen davon, daß die Religionsfreiheit ein Grundrecht ist, die Trennung von Kirche und Staat nirgendwo festgeschrieben ist. Und dann geht das Theater los: Was ist denn ein solches
              Signal? Ein Kopftuch? Dann schreit eine auf "Mein Kopf trage
              ich nicht aus religiösen Gründen, sondern weil ich das schön
              finde/weil ich Läuse habe." Dann halten wir uns gar nicht mehr
              bei den Kopfbedeckungen auf, sondern wittern bei jedem
              parteifarbenen Taschentuch Indoktrination.
              Dann wird eben gefragt. Hier ist es eindeutig, sie hat damit
              angefangen, dass es ein religiöses Symbol sei. Taschentücher
              sind kein religiöses Symbol, Kopftücher werden sehr wohl so
              benutzt. Wie auch Kreuze.
              Dann wird einfach gefragt, daß ich nicht lache. Kindern werden den Eltern entzogen, wenn die Nachbarn unsittliches wittern. Jemand wird wegen Fahrerflucht verurteilt, obwohl er Stein und Bein schwört, daß er beim Unfall nichts gemerkt hat. Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz, weil sie mal vor einer Moschee geparkt haben und die Behörden daraus auf ein Sicherheitsproblem schließen. Frauen schreien sexuelle Belästigung und ein Mann ist auf ewig stigmatisiert. usw.

              Denunziantentum und Vorverurteilung sind in Deutschland in den letzten Jahren gewaltig auf dem Vormarsch. Einfach mal fragen macht a) niemand und b) interessiert die Antwort in vielen Fällen nicht mehr, weil das Urteil schon in den Köpfen ist. Das ist Schwachsinn und einer mitteleuropäischen und
              vermeintlich liberalen Gesellschaft unwürdig. Verboten gehören
              eindeutige politische Signale (bzw. sie sind es schon) und
              offensichtlich ordnungswidrige bzw. strafbare Aussagen
              (T-Shirt mit "Ausländer raus" z.B.).
              Kopftücher bei Moslems sind gleichzeitig politisch.
              Also dürfen zukünftig nur bekennende Moslems keine Kopftücher mehr im Dienst tragen? Was ist mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz? Was ist mit Radikalen Moslems, die nur radikal sind aber sich als Moslems nicht zu erkennen geben? Was ist mit Moslems, die einfach so ein Kopftuch tragen wollen?

              Ich bin der Ansicht, daß Du es Dir hier viel zu einfach machst. Die Frau scheint Fundamentalistin zu sein, also passt das
              Beispiel ganz gut.
              Achso, wehret den Anfängen. Alles klar.
              Sie hat loyal gegenüber dem Staat und der FDGO zu sein,
              Fundamentalisten sind und können dies nicht sein.
              Wieso nicht? Jemand kann ein treuer Diener des Staates sein und trotzdem Moslem mit einer gewissen fanatischen Sicht der Dinge. Es geht nicht darum, wie jemand denkt, sondern wie er handelt. Das und nur das kann bei der Beurteilung der Tätigkeit eines Menschen sein und das gilt auch für Beamte. Was ist Fundamentalismus? Solange keiner Gesetze übertritt
              haben wir Einstellungen anderer Menschen zu tolerieren. Steht
              übrigens auch im Grundgesetz. Und solange ein Lehrer nicht
              seine Schüler bewußt mit subtilen oder deutlichen Methoden
              versucht zu beinflussen, kann sich dieser Lehrer auch anziehen
              wie er will (innerhalb der üblichen Parameter natürlich).
              Wie gesagt, ein Beamter hat loyal zu sein, das lässt sich
              nicht mit Fundamentalismus vereinbaren.
              Deine unbegründete und m.E. unhaltbare Behauptung.

              Gruß,
              Christian

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^7: typical

              Hallo! irgendwie merkt keiner, was hier abgeht. Hier ging es um den
              Einzelfall, nun sollen aber Gesetze her. Da steht dann drin,
              daß politische und religiöse Ansichten von Lehrern sich nicht
              in Kleidung usw. manifestieren dürfen.
              Bei Beamten! Und das finde ich absolut richtig, die
              Neutralität und Trennung von Religion und Staat ist wichtiger
              als Religionsfreiheit.
              das entscheidest Du einfach so? Warum hat das das BVerfG nicht
              einfach so entschieden? Mal ganz abgesehen davon, daß die
              Religionsfreiheit ein Grundrecht ist, die Trennung von Kirche
              und Staat nirgendwo festgeschrieben ist.
              Es ist meine Meinung. Das BVerfG hat es nun ja den Ländern überlassen darüber zu entscheiden. Und dann geht das Theater los: Was ist denn ein solches
              Signal? Ein Kopftuch? Dann schreit eine auf "Mein Kopf trage
              ich nicht aus religiösen Gründen, sondern weil ich das schön
              finde/weil ich Läuse habe." Dann halten wir uns gar nicht mehr
              bei den Kopfbedeckungen auf, sondern wittern bei jedem
              parteifarbenen Taschentuch Indoktrination.
              Dann wird eben gefragt. Hier ist es eindeutig, sie hat damit
              angefangen, dass es ein religiöses Symbol sei. Taschentücher
              sind kein religiöses Symbol, Kopftücher werden sehr wohl so
              benutzt. Wie auch Kreuze.
              Dann wird einfach gefragt, daß ich nicht lache. Kindern werden
              den Eltern entzogen, wenn die Nachbarn unsittliches wittern.
              Jemand wird wegen Fahrerflucht verurteilt, obwohl er Stein und
              Bein schwört, daß er beim Unfall nichts gemerkt hat. Menschen
              verlieren ihren Arbeitsplatz, weil sie mal vor einer Moschee
              geparkt haben und die Behörden daraus auf ein
              Sicherheitsproblem schließen. Frauen schreien sexuelle
              Belästigung und ein Mann ist auf ewig stigmatisiert. usw.
              Die Leute selbst sollen natürlich dazu befragt werden. Sicher, vielleicht werden einige nein sagen, obwohl die Wahrheit anders aussieht. Aber bei den Meisten dürfte dann auch keine Gefahr bestehen. Denunziantentum und Vorverurteilung sind in Deutschland in den
              letzten Jahren gewaltig auf dem Vormarsch. Einfach mal fragen
              macht a) niemand und b) interessiert die Antwort in vielen
              Fällen nicht mehr, weil das Urteil schon in den Köpfen ist.
              Das sollte es aber nicht. Das ist Schwachsinn und einer mitteleuropäischen und
              vermeintlich liberalen Gesellschaft unwürdig. Verboten gehören
              eindeutige politische Signale (bzw. sie sind es schon) und
              offensichtlich ordnungswidrige bzw. strafbare Aussagen
              (T-Shirt mit "Ausländer raus" z.B.).
              Kopftücher bei Moslems sind gleichzeitig politisch.
              Also dürfen zukünftig nur bekennende Moslems keine Kopftücher
              mehr im Dienst tragen? Was ist mit dem
              Gleichbehandlungsgrundsatz? Was ist mit Radikalen Moslems, die
              nur radikal sind aber sich als Moslems nicht zu erkennen
              geben? Was ist mit Moslems, die einfach so ein Kopftuch tragen
              wollen?
              Wenn bekannt ist, dass sie radikal sind, sollen sie selbstverständlich nicht eingestellt oder weiterarbeiten dürfen. Wie gesagt, es sollte gefragt werden, warum jemand es trägt. Wer es einfach so trägt, darf es dann weitertragen. Die Frau scheint Fundamentalistin zu sein, also passt das
              Beispiel ganz gut.
              Achso, wehret den Anfängen. Alles klar.
              Sie hat loyal gegenüber dem Staat und der FDGO zu sein,
              Fundamentalisten sind und können dies nicht sein.
              Wieso nicht? Jemand kann ein treuer Diener des Staates sein
              und trotzdem Moslem mit einer gewissen fanatischen Sicht der
              Dinge. Es geht nicht darum, wie jemand denkt, sondern wie er
              handelt. Das und nur das kann bei der Beurteilung der
              Tätigkeit eines Menschen sein und das gilt auch für Beamte.
              Weil Fundamentalisten und Extremisten gründsätzlich den Staat unterwandern und gefährden?! Rechtsextremisten würde man doch auch nicht einstellen (und diejenigen, die jetzt die Kopftücher/Kreuze/... verteidigen, würden das wahrscheinlich auch noch richtig finden), warum also religiöse Fundamentalisten? Was ist Fundamentalismus? Solange keiner Gesetze übertritt
              haben wir Einstellungen anderer Menschen zu tolerieren. Steht
              übrigens auch im Grundgesetz. Und solange ein Lehrer nicht
              seine Schüler bewußt mit subtilen oder deutlichen Methoden
              versucht zu beinflussen, kann sich dieser Lehrer auch anziehen
              wie er will (innerhalb der üblichen Parameter natürlich).
              Wie gesagt, ein Beamter hat loyal zu sein, das lässt sich
              nicht mit Fundamentalismus vereinbaren.
              Deine unbegründete und m.E. unhaltbare Behauptung.
              Dann nenne doch bitte Fundamentalisten, die Ansichten vertreten, die nicht zu Problemen führen.

              MfG,
              Car

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^8: typical

              Hallöchen, das entscheidest Du einfach so? Warum hat das das BVerfG nicht
              einfach so entschieden? Mal ganz abgesehen davon, daß die
              Religionsfreiheit ein Grundrecht ist, die Trennung von Kirche
              und Staat nirgendwo festgeschrieben ist.
              Es ist meine Meinung. Das BVerfG hat es nun ja den Ländern
              überlassen darüber zu entscheiden.
              was ich für falsch halte, denn a) dürfen die Länder in Grundrechtsangelegenheiten nicht entscheiden und so wird man sich b) in Karlsruhe wiedersehen. verlieren ihren Arbeitsplatz, weil sie mal vor einer Moschee
              geparkt haben und die Behörden daraus auf ein
              Sicherheitsproblem schließen. Frauen schreien sexuelle
              Belästigung und ein Mann ist auf ewig stigmatisiert. usw.
              Die Leute selbst sollen natürlich dazu befragt werden. Sicher,
              vielleicht werden einige nein sagen, obwohl die Wahrheit
              anders aussieht. Aber bei den Meisten dürfte dann auch keine
              Gefahr bestehen.
              Das halte ich für sehr blauäugig. Denunziantentum und Vorverurteilung sind in Deutschland in den
              letzten Jahren gewaltig auf dem Vormarsch. Einfach mal fragen
              macht a) niemand und b) interessiert die Antwort in vielen
              Fällen nicht mehr, weil das Urteil schon in den Köpfen ist.
              Das sollte es aber nicht.
              ? Natürlich sollte das nicht so sein, aber wir reden hier von der wirklichen Welt und nicht von Utopia. Also dürfen zukünftig nur bekennende Moslems keine Kopftücher
              mehr im Dienst tragen? Was ist mit dem
              Gleichbehandlungsgrundsatz? Was ist mit Radikalen Moslems, die
              nur radikal sind aber sich als Moslems nicht zu erkennen
              geben? Was ist mit Moslems, die einfach so ein Kopftuch tragen
              wollen?
              Wenn bekannt ist, dass sie radikal sind, sollen sie
              selbstverständlich nicht eingestellt oder weiterarbeiten
              dürfen.
              Atta hat auch ganz normal studiert. Die wirklich Radikalen fallen nicht auf und vor allem... Wie gesagt, es sollte gefragt werden, warum jemand es
              trägt
              .. werden sie auf Anfrage nicht einfach sagen: "Hey, ja, ich bin radikal." Wer es einfach so trägt, darf es dann weitertragen.
              Wer soll das entscheiden? Sei mit nicht böse, aber Du bist noch nie in der wirklichen Welt von Beruf, Intrigen, Neid usw. gewesen. Ich wette, daß Du in 10 Jahren nicht mehr diese edlen Ansichten über den Menschen als solchen hast. Wieso nicht? Jemand kann ein treuer Diener des Staates sein
              und trotzdem Moslem mit einer gewissen fanatischen Sicht der
              Dinge. Es geht nicht darum, wie jemand denkt, sondern wie er
              handelt. Das und nur das kann bei der Beurteilung der
              Tätigkeit eines Menschen sein und das gilt auch für Beamte.
              Weil Fundamentalisten und Extremisten gründsätzlich den Staat
              unterwandern und gefährden?!
              Wieso? In Deutschland ist es durchaus erlaubt, Parteien zu gründen, die nicht die gängige Lehre von Gleichberechtigung, Liberalität usw. vertreten. Erst wenn es an die freiheitliche demokratische Grundordnung geht, schränkt der Staat die Möglichkeiten ein. Es ist durchaus nicht verboten, eine demokratische aber moslimische Partei zu gründen oder deren Ideen zu unterstützen. Rechtsextremisten würde man doch
              auch nicht einstellen (und diejenigen, die jetzt die
              Kopftücher/Kreuze/... verteidigen, würden das wahrscheinlich
              auch noch richtig finden), warum also religiöse
              Fundamentalisten?
              Christliche religiöse Fundamentalisten findest Du in den höchsten Ämtern im Staat, in Schulen, in behörden usw. Warum sollte das Moslems verboten sein? Wie gesagt, ein Beamter hat loyal zu sein, das lässt sich
              nicht mit Fundamentalismus vereinbaren.
              Deine unbegründete und m.E. unhaltbare Behauptung.
              Dann nenne doch bitte Fundamentalisten, die Ansichten
              vertreten, die nicht zu Problemen führen.
              Wieso sind Probleme ein Problem, das man unterbinden muß? Probleme sind nicht das Problem, die können gelöst werden. Das Problem ist, daß man pauschale Regelungen über Dinge will, die sich pauschal nicht regeln lassen.

              Belassen wir es dabei. Die Meinungen sind ausgetauscht und ich habe den Eindruck, daß Deine Meinung feststeht. In meinen Augen ist Deine Meinung zu undifferenziert und von dem Gedanken beherrscht, daß sich die Welt in Gut und Böse einteilen läßt und vor allem, daß sich Gut und Böse problemlos unterscheiden lassen. Das ist m.E. zu kurz gegriffen.

              Gruß,
              Christian

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^9: typical

              Hallo! das entscheidest Du einfach so? Warum hat das das BVerfG nicht
              einfach so entschieden? Mal ganz abgesehen davon, daß die
              Religionsfreiheit ein Grundrecht ist, die Trennung von Kirche
              und Staat nirgendwo festgeschrieben ist.
              Es ist meine Meinung. Das BVerfG hat es nun ja den Ländern
              überlassen darüber zu entscheiden.
              was ich für falsch halte, denn a) dürfen die Länder in
              Grundrechtsangelegenheiten nicht entscheiden und so wird man
              sich b) in Karlsruhe wiedersehen.
              Da sind wir sogar mal einer Meinung. :) verlieren ihren Arbeitsplatz, weil sie mal vor einer Moschee
              geparkt haben und die Behörden daraus auf ein
              Sicherheitsproblem schließen. Frauen schreien sexuelle
              Belästigung und ein Mann ist auf ewig stigmatisiert. usw.
              Die Leute selbst sollen natürlich dazu befragt werden. Sicher,
              vielleicht werden einige nein sagen, obwohl die Wahrheit
              anders aussieht. Aber bei den Meisten dürfte dann auch keine
              Gefahr bestehen.
              Das halte ich für sehr blauäugig.
              Mag sein, nur wie willst du es sonst regeln? Pauschal verbieten, egal, warum es getragen wird? Nur muss es mMn geregelt werden. Denunziantentum und Vorverurteilung sind in Deutschland in den
              letzten Jahren gewaltig auf dem Vormarsch. Einfach mal fragen
              macht a) niemand und b) interessiert die Antwort in vielen
              Fällen nicht mehr, weil das Urteil schon in den Köpfen ist.
              Das sollte es aber nicht.
              ? Natürlich sollte das nicht so sein, aber wir reden hier von
              der wirklichen Welt und nicht von Utopia.
              Ist das aber ein Grund dafür, es nicht so zu machen? Sowas wird es immer geben, egal, wie man entscheidet. Wie gesagt, es sollte gefragt werden, warum jemand es
              trägt
              .. werden sie auf Anfrage nicht einfach sagen: "Hey, ja, ich
              bin radikal."
              Das nicht, aber über diese Lehrerin sind einige Sachen bekannt (sofern die stimmen), daraus kann man schon eine Gesinnung ableiten. Wobei es ein Problem ist, wenn sie nicht auffallen. Wer es einfach so trägt, darf es dann weitertragen.
              Wer soll das entscheiden? Sei mit nicht böse, aber Du bist
              noch nie in der wirklichen Welt von Beruf, Intrigen, Neid usw.
              gewesen. Ich wette, daß Du in 10 Jahren nicht mehr diese edlen
              Ansichten über den Menschen als solchen hast.
              Stimmt, leider nicht leicht umzusetzen. Aber ich bin der Meinung, dass sowas bei Beamten nichts zu suchen hat, die Umsetzung ist aber wirklich nicht leicht. Wieso nicht? Jemand kann ein treuer Diener des Staates sein
              und trotzdem Moslem mit einer gewissen fanatischen Sicht der
              Dinge. Es geht nicht darum, wie jemand denkt, sondern wie er
              handelt. Das und nur das kann bei der Beurteilung der
              Tätigkeit eines Menschen sein und das gilt auch für Beamte.
              Weil Fundamentalisten und Extremisten gründsätzlich den Staat
              unterwandern und gefährden?!
              Wieso? In Deutschland ist es durchaus erlaubt, Parteien zu
              gründen, die nicht die gängige Lehre von Gleichberechtigung,
              Liberalität usw. vertreten. Erst wenn es an die freiheitliche
              demokratische Grundordnung geht, schränkt der Staat die
              Möglichkeiten ein. Es ist durchaus nicht verboten, eine
              demokratische aber moslimische Partei zu gründen oder deren
              Ideen zu unterstützen.
              Sind Fundamentalisten demokratisch? Rechtsextremisten würde man doch
              auch nicht einstellen (und diejenigen, die jetzt die
              Kopftücher/Kreuze/... verteidigen, würden das wahrscheinlich
              auch noch richtig finden), warum also religiöse
              Fundamentalisten?
              Christliche religiöse Fundamentalisten findest Du in den
              höchsten Ämtern im Staat, in Schulen, in behörden usw. Warum
              sollte das Moslems verboten sein?
              Es sollte auch für Christen gelten. Belassen wir es dabei. Die Meinungen sind ausgetauscht und ich
              habe den Eindruck, daß Deine Meinung feststeht. In meinen
              Augen ist Deine Meinung zu undifferenziert und von dem
              Gedanken beherrscht, daß sich die Welt in Gut und Böse
              einteilen läßt und vor allem, daß sich Gut und Böse problemlos
              unterscheiden lassen. Das ist m.E. zu kurz gegriffen.
              Das nicht, aber ich finde, man sollte zumindest versuchen eine Lösung dafür zu finden, da mMn eben diese Sachen wichtiger sind als Religionsfreiheit.

              Aber ich denke, wir werden uns wahrscheinlich nicht einigen.

              MfG,
              Car

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^10: typical

              Hallöchen. Die Leute selbst sollen natürlich dazu befragt werden. Sicher,
              vielleicht werden einige nein sagen, obwohl die Wahrheit
              anders aussieht. Aber bei den Meisten dürfte dann auch keine
              Gefahr bestehen.
              Das halte ich für sehr blauäugig.
              Mag sein, nur wie willst du es sonst regeln? Pauschal
              verbieten, egal, warum es getragen wird? Nur muss es mMn
              geregelt werden.
              ich will es eben nicht verbieten. Ein Mensch wird durch mehr ausgemacht als allein durch seine Kleidung. Ein Lehrer kann im Zweifel seine Schüler sogar leichter in Richtung Islam beeinflußen, wenn er nicht durch ein Kopftuch eine grundsätzliche Abwehrhaltung erzeugt. Das sollte es aber nicht.
              ? Natürlich sollte das nicht so sein, aber wir reden hier von
              der wirklichen Welt und nicht von Utopia.
              Ist das aber ein Grund dafür, es nicht so zu machen? Sowas
              wird es immer geben, egal, wie man entscheidet.
              Mit dem Verbot von Kleidung erzeugt man aber das Potential, Menschen über diese Schiene zu verleumden und zu ruinieren. .. werden sie auf Anfrage nicht einfach sagen: "Hey, ja, ich
              bin radikal."
              Das nicht, aber über diese Lehrerin sind einige Sachen bekannt
              (sofern die stimmen), daraus kann man schon eine Gesinnung
              ableiten. Wobei es ein Problem ist, wenn sie nicht auffallen.
              Diese Lehrerin ist nicht das Problem, sondern die Folgen für alle Lehrer muslimischen Glaubens. Wer soll das entscheiden? Sei mit nicht böse, aber Du bist
              noch nie in der wirklichen Welt von Beruf, Intrigen, Neid usw.
              gewesen. Ich wette, daß Du in 10 Jahren nicht mehr diese edlen
              Ansichten über den Menschen als solchen hast.
              Stimmt, leider nicht leicht umzusetzen. Aber ich bin der
              Meinung, dass sowas bei Beamten nichts zu suchen hat, die
              Umsetzung ist aber wirklich nicht leicht.
              Und solange diese Umsetzung nicht in gerechter Form sichergestellt werden kann, sollte man sich derartige Regeln verkneifen. Wieso? In Deutschland ist es durchaus erlaubt, Parteien zu
              gründen, die nicht die gängige Lehre von Gleichberechtigung,
              Liberalität usw. vertreten. Erst wenn es an die freiheitliche
              demokratische Grundordnung geht, schränkt der Staat die
              Möglichkeiten ein. Es ist durchaus nicht verboten, eine
              demokratische aber moslimische Partei zu gründen oder deren
              Ideen zu unterstützen.
              Sind Fundamentalisten demokratisch?
              Warum sollten sie das nicht sein? Mir scheint, es mangelt an einer schlüssigen Definition des Wortes "Fundamentalist". Christliche religiöse Fundamentalisten findest Du in den
              höchsten Ämtern im Staat, in Schulen, in behörden usw. Warum
              sollte das Moslems verboten sein?
              Es sollte auch für Christen gelten.
              Die Regentschaft des Faktischen wirst Du nicht abschaffen können. Belassen wir es dabei. Die Meinungen sind ausgetauscht und ich
              habe den Eindruck, daß Deine Meinung feststeht. In meinen
              Augen ist Deine Meinung zu undifferenziert und von dem
              Gedanken beherrscht, daß sich die Welt in Gut und Böse
              einteilen läßt und vor allem, daß sich Gut und Böse problemlos
              unterscheiden lassen. Das ist m.E. zu kurz gegriffen.
              Das nicht, aber ich finde, man sollte zumindest versuchen eine
              Lösung dafür zu finden, da mMn eben diese Sachen wichtiger
              sind als Religionsfreiheit.
              Entschuldige, aber die Religionsfreiheit steht immerhin in Artikel 4 des Grundgesetzes, gleich nach Menschenwürde, individueller Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz. Was Du hier proklamierst steht kurz vor einer Verfassungswidrigkeit.

              Mit einerm Verbot von Kopftüchern und einer freien Religionsausübung bewegen wir uns weg von dem, was unsere Gesellschaft zumindest theoretisch ausmacht.

              Grüßlis,
              Christian



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