Kopftuch erlaubt

Von: , Frage gestellt am Mi, 24. Sep 2003

Hi!

Nun ist es amtlich:

Das Bundesverfassungsgericht in Karlruhe hat entschieden, dass muslimische Lehrerinnen an deutschen Schulen das Tragen des Kopftuches erlaubt sein muss. Allerdings liegt es in der Gesetzgebungsgewalt der Bundesländer, rechtliche Vorschriften zu erlassen, die das Tragen eines Kopftuches gestatten oder verbieten.

Das Urteil wurde mit 5 zu 3 Stimmen gefällt.

Zur Diskussion stand der Konflikt um die Lehrerin Fereshda Ludin, gebürtige Afghanin und seit 1995 deutsche Staatsbürgerin, die 1998 auf Anstellung als Lehrerin mit dem Recht, als Muslima im Unterricht ein Kopftuch zu tragen, gegen das Land Baden-Württemberg geklagt und bisher in allen Instanzen verloren hatte.

Interessant in dem Zusammenhang zwei Kommentare.

Zum einen von Lale Akgün (MdB der SPD aus Köln, gebürtige Türkin und selbst gläubige Muslima), die das Tragen eines Kopftuches als "Verhaltensregel", aber keinesfalls als "religiöse Pflicht" bezeichnet. Da alle Eltern ihre Kinder in die Schule schicken, so Akgün weiter, müsse man auch erwarten, dass die Unterrichtenden religiös und politisch neutral seien. Akgün hat das Kopftuch in einem Interview als äußeres Zeichen der Ungleichheit zwischen Mann und Frau bezeichnet, als Versuch, Konflikten aus dem Weg zu gehen oder sich über andere Frauen zu stellen - oder als Ausdruck der Unterwerfung unter männliche Autorität, auch und gerade wenn viele Muslima sagen, sie würden das Kopftuch freiwillig tragen.

Zum anderen der marokkanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun, der seit 30 Jahren in Paris lebt und sich in seinen Werken intensiv mit dem Konflikt kultureller, relgiöser und nationaler Vielfalt auseinander setzt. Jelloun sagt, daß in Frankreich, Deutschland und Großbritannien die Weichen für ein Zusammenleben oder einen Konflikt zwischen dem christlich geprägten Europa und der vordrängten moslemischen Welt gestellt werden. Auf die Frage zur Symbolik eines Kopftuches bei einer Muslima, z.B. im Schulunterricht, sagt Jelloun:

"Das Kopftuch ist die Ablehnung des Laizismus*. Duldet man es, sagt der Vater oder der Bruder der Schülerin am nächsten Tag: Du nimmst nicht mehr am Musik- oder Malunterricht teil, denn das verdirbt die Sitten. Du darfst bestimmte literarische Texte nicht lesen, die sind anstößig. Und so weiter. Das ist unerträglich. Das Kopftuch ist alles andere als harmlos." (Quelle: Spiegel Special "Allahs blutiges Land", Seite 21)

*Laizismus = Trennung von Staat und Religion

Ist die Entscheidung der BVerfG also falsch?

Grüße
Heinrich

82 Antworten zu dieser Frage

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^11: typical

              Hallo! Die Leute selbst sollen natürlich dazu befragt werden. Sicher,
              vielleicht werden einige nein sagen, obwohl die Wahrheit
              anders aussieht. Aber bei den Meisten dürfte dann auch keine
              Gefahr bestehen.
              Das halte ich für sehr blauäugig.
              Mag sein, nur wie willst du es sonst regeln? Pauschal
              verbieten, egal, warum es getragen wird? Nur muss es mMn
              geregelt werden.
              ich will es eben nicht verbieten. Ein Mensch wird durch mehr
              ausgemacht als allein durch seine Kleidung. Ein Lehrer kann im
              Zweifel seine Schüler sogar leichter in Richtung Islam
              beeinflußen, wenn er nicht durch ein Kopftuch eine
              grundsätzliche Abwehrhaltung erzeugt.
              Darum geht es mir nicht, es geht mir um die Trennung und Neutralität. Beamte haben keine religiösen und politischen Symbole zu tragen. .. werden sie auf Anfrage nicht einfach sagen: "Hey, ja, ich
              bin radikal."
              Das nicht, aber über diese Lehrerin sind einige Sachen bekannt
              (sofern die stimmen), daraus kann man schon eine Gesinnung
              ableiten. Wobei es ein Problem ist, wenn sie nicht auffallen.
              Diese Lehrerin ist nicht das Problem, sondern die Folgen für
              alle Lehrer muslimischen Glaubens.
              Es ist niemand gezwungen, Beamter zu werden. Wem die Religion so wichtig ist, dass er unbedingt ein religiöses Symbol tragen muss (das keine Pflicht ist), kann eben kein Beamter werden. Eine Bank wird ja auch keinen Punk einstellen, oder? Wer soll das entscheiden? Sei mit nicht böse, aber Du bist
              noch nie in der wirklichen Welt von Beruf, Intrigen, Neid usw.
              gewesen. Ich wette, daß Du in 10 Jahren nicht mehr diese edlen
              Ansichten über den Menschen als solchen hast.
              Stimmt, leider nicht leicht umzusetzen. Aber ich bin der
              Meinung, dass sowas bei Beamten nichts zu suchen hat, die
              Umsetzung ist aber wirklich nicht leicht.
              Und solange diese Umsetzung nicht in gerechter Form
              sichergestellt werden kann, sollte man sich derartige Regeln
              verkneifen.
              Und dann? Dann lieber solche Symbole komplett verbieten. Wieso? In Deutschland ist es durchaus erlaubt, Parteien zu
              gründen, die nicht die gängige Lehre von Gleichberechtigung,
              Liberalität usw. vertreten. Erst wenn es an die freiheitliche
              demokratische Grundordnung geht, schränkt der Staat die
              Möglichkeiten ein. Es ist durchaus nicht verboten, eine
              demokratische aber moslimische Partei zu gründen oder deren
              Ideen zu unterstützen.
              Sind Fundamentalisten demokratisch?
              Warum sollten sie das nicht sein? Mir scheint, es mangelt an
              einer schlüssigen Definition des Wortes "Fundamentalist".
              Kennst du fundamentalistische Gruppen, die demokratisch sind? Christliche religiöse Fundamentalisten findest Du in den
              höchsten Ämtern im Staat, in Schulen, in behörden usw. Warum
              sollte das Moslems verboten sein?
              Es sollte auch für Christen gelten.
              Die Regentschaft des Faktischen wirst Du nicht abschaffen
              können.
              Und deswegen sollte man es nicht auch für Christen einführen? Entschuldige, aber die Religionsfreiheit steht immerhin in
              Artikel 4 des Grundgesetzes, gleich nach Menschenwürde,
              individueller Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz. Was Du
              hier proklamierst steht kurz vor einer Verfassungswidrigkeit.
              Dann haben die Gerichte, die es der Lehrerin bislang verboten haben, auch fast verfassungswidrig entschieden? Mit einerm Verbot von Kopftüchern und einer freien
              Religionsausübung bewegen wir uns weg von dem, was unsere
              Gesellschaft zumindest theoretisch ausmacht.
              Sehe ich nicht so. Die Religionsausübung wird ja nicht eingeschränkt, sie hat nur nichts im Beruf zu suchen, wenn es Beamte sind. Also während der Arbeit. Es ist normal, dass Arbeitnehmern vorgeschrieben wird, was sie zu tragen haben. Auch eine Einschränkung?

              MfG,
              Car

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^12: typical

              Hallöchen, ich will es eben nicht verbieten. Ein Mensch wird durch mehr
              ausgemacht als allein durch seine Kleidung. Ein Lehrer kann im
              Zweifel seine Schüler sogar leichter in Richtung Islam
              beeinflußen, wenn er nicht durch ein Kopftuch eine
              grundsätzliche Abwehrhaltung erzeugt.
              Darum geht es mir nicht, es geht mir um die Trennung und
              Neutralität. Beamte haben keine religiösen und politischen
              Symbole zu tragen.
              dieser Satz sagt mir zwei Dinge: Dir geht es ums Prinzip und nicht um die Beeinflussung der Kinder. Damit handelt es sich dann um eine Schattendebatte. Zweitens (wie schon vorher erwähnt): Was ist ein religiöses Symbol? Ein Kreuz, ein Fisch, ein Splitter?

              Das kann man nicht definieren. Diese Lehrerin ist nicht das Problem, sondern die Folgen für
              alle Lehrer muslimischen Glaubens.
              Es ist niemand gezwungen, Beamter zu werden. Wem die Religion
              so wichtig ist, dass er unbedingt ein religiöses Symbol tragen
              muss (das keine Pflicht ist), kann eben kein Beamter werden.
              Eine Bank wird ja auch keinen Punk einstellen, oder?
              Was ist ein Punk? Jemand, der gefärbte Haare hat? Der hochstehende Haare hat? Haben wir alles hier. Definiere die Grenze.

              Des weiteren: Es gibt auch im Grundgesetz dem Anspruch auf freie berufswahl. Für den Status "Bemater auf Lebenszeit" gibt es bereits Einschrämkungen, die sich auf die Tauglichkeit für den Dienst beziehen. Hier geht es um ein Stück Sotff auf der Rübe, verdammt! Hier geht es nicht darum, ob jemand den ganzen Tag predigt oder Kinder mit Schokolade in die Moscheee lockt. Es geht einfach nur darum, ob jemand als Lehrer ungeegnet ist, weil er ein Stück Stoff auf der Rübe trägt. Und solange diese Umsetzung nicht in gerechter Form
              sichergestellt werden kann, sollte man sich derartige Regeln
              verkneifen.
              Und dann? Dann lieber solche Symbole komplett verbieten.
              Welche Symbole? Alle Symbole? Da wird man zu tun haben, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. Warum sollten sie das nicht sein? Mir scheint, es mangelt an
              einer schlüssigen Definition des Wortes "Fundamentalist".
              Kennst du fundamentalistische Gruppen, die demokratisch sind?
              Wo bleibt die Definition? Die Regentschaft des Faktischen wirst Du nicht abschaffen
              können.
              Und deswegen sollte man es nicht auch für Christen einführen?
              Erde an Silvia. Jemand da? Die Macht in diesem Staat liegt in den Händen von Christen. Bevor Du die dazu bringst, ihre Kreuz usw. abzulegen, ist das Ende des Abendlandes erreicht. Entschuldige, aber die Religionsfreiheit steht immerhin in
              Artikel 4 des Grundgesetzes, gleich nach Menschenwürde,
              individueller Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz. Was Du
              hier proklamierst steht kurz vor einer Verfassungswidrigkeit.
              Dann haben die Gerichte, die es der Lehrerin bislang verboten
              haben, auch fast verfassungswidrig entschieden?
              M.E. ja. Mit einerm Verbot von Kopftüchern und einer freien
              Religionsausübung bewegen wir uns weg von dem, was unsere
              Gesellschaft zumindest theoretisch ausmacht.
              Sehe ich nicht so. Die Religionsausübung wird ja nicht
              eingeschränkt, sie hat nur nichts im Beruf zu suchen, wenn es
              Beamte sind. Also während der Arbeit. Es ist normal, dass
              Arbeitnehmern vorgeschrieben wird, was sie zu tragen haben.
              Auch eine Einschränkung?
              Wenn ich hier im Anzug sitze, wird meine Religionsausübung nicht behindert. Würde man mir verbieten, religiöse Symbole zu tragen, allerdings schon. In der Tat gibt es zum Thema Berufskleidung und äußerlichem Auftreten diverse Urteile, die keineswegs immer in die Richtung gehen, daß der Angestellte zu machen hat, was El Chefe ihm sagt.

              Für mich ist das Thema erledigt, allein schon weil die "Diskussion" mit Dir keinen Spaß macht. Worauf sich das bezieht, habe ich im vorherigen Artikel schon begründet. Du hast Deine Meinung, die Du mit platten Sprüchen begründest und nicht mit Argumentationsketten oder grundsätzlichen Überlegungen. Du solltest aufpassen, daß Du in Deinem weiteren Leben nicht Sklavin der Medien wirst. Eigene Gedanken sind das wichtigste Gut, was man hat. Wer nachplappert (hier beziehe ich mich u.a. auf die unreflektierte Verwendung des Wortes "Fundamentalist"), hat in jeder Hinsicht verloren. Du hast - im Gegensatz zu vielen anderen - noch die Chance, einen eigenen Weg zu gehen. Nutze sie!

              Gruß,
              Christian

            • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
              Re^13: typical

              Hallo! ich will es eben nicht verbieten. Ein Mensch wird durch mehr
              ausgemacht als allein durch seine Kleidung. Ein Lehrer kann im
              Zweifel seine Schüler sogar leichter in Richtung Islam
              beeinflußen, wenn er nicht durch ein Kopftuch eine
              grundsätzliche Abwehrhaltung erzeugt.
              Darum geht es mir nicht, es geht mir um die Trennung und
              Neutralität. Beamte haben keine religiösen und politischen
              Symbole zu tragen.
              dieser Satz sagt mir zwei Dinge: Dir geht es ums Prinzip und
              nicht um die Beeinflussung der Kinder. Damit handelt es sich
              dann um eine Schattendebatte. Zweitens (wie schon vorher
              erwähnt): Was ist ein religiöses Symbol? Ein Kreuz, ein Fisch,
              ein Splitter?
              Korrekt, es geht mir prinzipiell um die Trennung von Staat und Religion sowie die Neutralität. Es gibt Symbole, die eindeutig als solche wahrgenommen werden, ein Kreuz oder ein Kopftuch z.B. Die Symbole, die normalerweise religiös oder politisch sind, sollten dann eben nicht getragen werden. Das kann man nicht definieren.
              Sicherlich ist es schwierig, aber wenn zumindest diejenigen, die offensichtlich sind, nicht mehr von Beamten während der Arbeit getragen werden dürfen, wäre es ein Schritt in die richtige Richtung. Diese Lehrerin ist nicht das Problem, sondern die Folgen für
              alle Lehrer muslimischen Glaubens.
              Es ist niemand gezwungen, Beamter zu werden. Wem die Religion
              so wichtig ist, dass er unbedingt ein religiöses Symbol tragen
              muss (das keine Pflicht ist), kann eben kein Beamter werden.
              Eine Bank wird ja auch keinen Punk einstellen, oder?
              Was ist ein Punk? Jemand, der gefärbte Haare hat? Der
              hochstehende Haare hat? Haben wir alles hier. Definiere die
              Grenze.
              Das ist sicherlich auch Ansichtssache, deswegen von mir aus auch erstmal nur die, die offensichtlich sind. Es wäre zwar nicht zufriedenstellend, aber schon besser. Des weiteren: Es gibt auch im Grundgesetz dem Anspruch auf
              freie berufswahl. Für den Status "Bemater auf Lebenszeit" gibt
              es bereits Einschrämkungen, die sich auf die Tauglichkeit für
              den Dienst beziehen. Hier geht es um ein Stück Sotff auf der
              Rübe, verdammt! Hier geht es nicht darum, ob jemand den ganzen
              Tag predigt oder Kinder mit Schokolade in die Moscheee lockt.
              Es geht einfach nur darum, ob jemand als Lehrer ungeegnet ist,
              weil er ein Stück Stoff auf der Rübe trägt.
              Es geht um ein religiöses Symbol, kein Stück Stoff. Wenn es nur ein Stück Stoff wäre, hätte Frau Ludin sich nicht durch sämtliche Instanzen geklagt (außerdem hat sie es ja selbst als religiöses Symbol bezeichnet). Warum wird dann immer so getan, als ob es nur ein Stück Stoff sei. Es ist eindeutig religiös, man kann sich allerdings darüber streiten, ob es zudem noch politisch ist. Und solange diese Umsetzung nicht in gerechter Form
              sichergestellt werden kann, sollte man sich derartige Regeln
              verkneifen.
              Und dann? Dann lieber solche Symbole komplett verbieten.
              Welche Symbole? Alle Symbole? Da wird man zu tun haben, um
              immer auf dem neuesten Stand zu sein.
              Zumindest die, die eindeutig als religiöse Symbole verstanden werden. Warum sollten sie das nicht sein? Mir scheint, es mangelt an
              einer schlüssigen Definition des Wortes "Fundamentalist".
              Kennst du fundamentalistische Gruppen, die demokratisch sind?
              Wo bleibt die Definition?
              "Fundamentalismus

              im weiteren Sinne
              streng konservative Richtung in Politik, Gesellschaft sowie in der christlichen, jüdischen, islamischen und hinduistischen Religion. Gemeinsame Kennzeichen: Festhalten an unveränderlichen "Fundamenten" der Tradition und Bestehen auf dem für absolut geltenden Standpunkt der eigenen Gruppe; verbunden mit Ablehnung von Neuerungen und mit militanter Einstellung z. B. gegen Feminismus, Pluralismus, sexuelle Selbstbestimmung und Toleranz." (wissen.de) Ebenfalls kennzeichnend ist, dass der eigene Glaube/ die eigene Überzeugung nach Meinung der Fundamentalisten über dem Gesetz steht. Die Regentschaft des Faktischen wirst Du nicht abschaffen
              können.
              Und deswegen sollte man es nicht auch für Christen einführen?
              Erde an Silvia. Jemand da? Die Macht in diesem Staat liegt in
              den Händen von Christen. Bevor Du die dazu bringst, ihre Kreuz
              usw. abzulegen, ist das Ende des Abendlandes erreicht.
              Und deswegen muss ich es gut finden? Dass es so ist, ist leider wahr, nur sollte es nicht so sein. Zwar würde es selbst bei einem entsprechenden Urteil in der Realität oft leider anders aussehen, deswegen sollte sowas noch lange nicht gesetzlich toleriert werden. Entschuldige, aber die Religionsfreiheit steht immerhin in
              Artikel 4 des Grundgesetzes, gleich nach Menschenwürde,
              individueller Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz. Was Du
              hier proklamierst steht kurz vor einer Verfassungswidrigkeit.
              Dann haben die Gerichte, die es der Lehrerin bislang verboten
              haben, auch fast verfassungswidrig entschieden?
              M.E. ja.
              Warum? Soweit ich weiß, ist es Ansichtssache, was als wichtiger anzusehen ist. Deswegen auch die verschiedenen Urteile zu solchen Themen. Wo ist hier eigentlich der Unterschied zum Kruzifix-Fall? Mit einerm Verbot von Kopftüchern und einer freien
              Religionsausübung bewegen wir uns weg von dem, was unsere
              Gesellschaft zumindest theoretisch ausmacht.
              Sehe ich nicht so. Die Religionsausübung wird ja nicht
              eingeschränkt, sie hat nur nichts im Beruf zu suchen, wenn es
              Beamte sind. Also während der Arbeit. Es ist normal, dass
              Arbeitnehmern vorgeschrieben wird, was sie zu tragen haben.
              Auch eine Einschränkung?
              Wenn ich hier im Anzug sitze, wird meine Religionsausübung
              nicht behindert. Würde man mir verbieten, religiöse Symbole zu
              tragen, allerdings schon. In der Tat gibt es zum Thema
              Berufskleidung und äußerlichem Auftreten diverse Urteile, die
              keineswegs immer in die Richtung gehen, daß der Angestellte zu
              machen hat, was El Chefe ihm sagt.
              Nein, wenn sie von der Religion nicht vorgeschrieben werden, wird die Religionsausübung nicht eingeschränkt. Sie können im Privatleben machen was sie wollen, ihr Privatleben und ihren Beruf sollten sie aber trennen können. Du solltest aufpassen, daß Du in Deinem weiteren
              Leben nicht Sklavin der Medien wirst. Eigene Gedanken sind das
              wichtigste Gut, was man hat. Wer nachplappert (hier beziehe
              ich mich u.a. auf die unreflektierte Verwendung des Wortes
              "Fundamentalist"), hat in jeder Hinsicht verloren. Du hast -
              im Gegensatz zu vielen anderen - noch die Chance, einen
              eigenen Weg zu gehen. Nutze sie!
              Woher willst du wissen, dass ich Sachen nur nachplappere? Ich bilde mir sehr wohl eine eigene Meinung. Wenn ich mir meine Meinung von den Medien einreden ließe, würde ich es doch befürworten, dass mit Kopftuch/ Kreuz unterrichtet wird.

              Aber es bringt wirklich nichts, wenn mir eine eigene Meinung abgesprochen wird. Thema beendet.

              MfG,
              Car

        • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
          ähm...

          Die Anzahl der Steinigungen von vergewaltigten Frauen durch
          kopftuchtragende Lehrerinnen hat in Deutschland in der Tat
          eine bedrückende Höhe erreicht.

          Es wurde wirklich Zeit, daß da mal was unternommen wurde.

          Mal im Ernst: Ich finde diese Vergleiche peinlich. Mit dem
          gleichen Gedankengang könnte man in Zukunft das Tragen von
          T-Shirts mit US-Flagge, Disney-Motiven usw. verbieten. Man
          denke nur an die Hinrichtung geistig Behinderter in den USA
          oder die dortigen Hinrichtungen von Ausländern, die das Recht
          nicht ausüben durften, während des Verfahrens Kontakt mit
          einem Botschaftsangehörigen aufzunehmen.

          ... vielleicht weisst Du es ja gar nicht:
          es gibt einige Kleidungsvorschriften an
          Schulen für Schüler *und* Lehrer, die
          alle Möglichen Klamotten verbieten.

          Das "warum" versteht man meistens erst nach
          einer ziemlich ausgiebigen Einarbeitung in
          ein Thema. Will sagen, Deine als absurd und
          nicht existent geglaubten Vorschriften *sind*
          vorhanden und meistens übertrieben und an
          den Haaren herbeigezogen. :-(((

          Tja, die Regelungswut ist schon irgendwie
          sprichwörtlich...

          (als Beispiel fällt mir hier gerade spontan
          das nun schon etwas veraltete Verbot von
          T-shirts der Marke Lonsedale ein. Wer errät,
          warum die verboten worden sein könnten ???? )


          Gruss, Marco

          • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
            Re: ähm...

            uups. Lonsedale sollte Lonsdale heisen
            (mein Gedächnis wird langsam alt ...)

            • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
              Re^2: NSDA-Kombination

              uups. Lonsedale sollte Lonsdale heisen
              (mein Gedächnis wird langsam alt ...)
              Wegen der Kombination NSDA sind die bei der nationalen Jugend recht populär.
              Aber wie ich bereits sagte:
              Was spricht gegen Lehreruniformen?

              SAN

            • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
              Lehrerunfiormen

              uups. Lonsedale sollte Lonsdale heisen
              (mein Gedächnis wird langsam alt ...)
              Wegen der Kombination NSDA sind die bei der nationalen Jugend
              recht populär.
              ok, gewonnen, aber der Durchschnittsleser
              hier, haette das, vermute ich, nicht gewusst.

              Ich auch nur, weil ich mich halt beruflich
              damit beschäftigen musste. Aber wie ich bereits sagte:
              Was spricht gegen Lehreruniformen?
              Die Lehreruniformen würden, wie bei
              solchen Staatsangelegenheiten immer,
              vom billigsten Anbieter gekauft werden,
              und diese Billigklamotten wären sicherlich
              kein gutes Vorbild für die Kinder.


              Gruss, Marco

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re: Kinderquatsch mit...

      Hallo Christian,

      auch wenn mir die Reglungswut genauso auf den Geist geht wie dir:

      Wieso kann es sein, dass ein Kopftuch getragen werden darf, wenn sich jemand in der Schule daran stört? Fazit aus dem Urteil: Es ist also erlaubt, weil es nicht verboten ist.

      Ich erinnere da ein anderes Urteil des ehrenwerten Gerichts, dass regelte, dass es ausreichend ist, wenn sich nur ein Kind oder Elternteil darüber beschwert, um ein Kreuz im Klassenzimmer abhängen zu müssen?

      Nichts gegen die Entscheidung diesmal, aber ich habe noch nie gesehen, wie sich das BVG so vor einer klaren Stellungnahme gedrückt hat und das ganze schnell auf die Länderebene abgeschoben hat.

      Ich finde persönlich das weder Kreuz noch Kopftuch in ein Klassenzimmer gehört.

      Gruß Ivo

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re^2: Gerüchte

        Hi! Nichts gegen die Entscheidung diesmal, aber ich habe noch nie
        gesehen, wie sich das BVG so vor einer klaren Stellungnahme
        gedrückt hat und das ganze schnell auf die Länderebene
        abgeschoben hat.
        Mittlerweile sind Gerüchte - ich betone: Gerüchte! - aufgetaucht, wonach die Richter des BVerfG unter Druck gesetzt worden seien und es deshalb zu diesem recht merkwürdigen Urteil kam. Ich betone nochmal: es handelt sich hier um Gerüchte. Ob und was daran wahr ist, kann ich nicht sagen.

        Hingegen ist es kein Gerücht, dass die Gerichtsverfahren zum Thema Kopftuch bis hinauf zum Bundesverfassungsgericht eine Menge Geld kosten und sich erste Leute fragen, woher Fereshta Ludin das Geld hat. Angespart? Oder aus irgendwelchen Unterstützungskassen.

        Ebenfalls kein Gerücht ist die Meldung, dass moslemische Familien in Deutschland nicht unerhebliche regelmäßige finanzielle Zuwendungen aus wahabitischen Kreisen erhalten, wenn sich die Frauen den konservativen Kleidungsvorschriften unterwerfen (Interview im Deutschlandradio mit einem Islam-Forscher).

        Neben der rechtlichen und ideologischen Komponente scheint es also auch um eine Menge Geld zu gehen.

        Ach ja: hat jemand gestern abend (Donnerstag, 25.9.) die Sendung "Berlin Mitte" auf dem ZDF gesehen - da soll es ja extrem abgegangen sein? Kann mal jemand einen Kommentar oder Bericht geben?

        Grüße
        Heinrich

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Berlin Mitte

          Moin Heinrich:-),

          ich hab die letzten 20 min geguckt. Ja, es war eine heiße Diskussion, mit Beckstein, Alice Schwarzer, Frau Beck von den Grünen, einer (vermutlich) Deutschtürkin aus der SPD und dem Vors. des Zentralrats der Muslime.

          Beck und der Vors. des ZdM war pro, die anderen drei contra Kopftuch.
          heftig ging es her, als sowohl Frau Beck und auch die Moderatorin Frau Schwarzer ziemlich empört unterbrochen haben, als sie versuchte, näher zu beleuchten, wieso gerade jemand mit diesem Hintergrund (Afghanistan), wo eines der gewaltätigsten Regime gegen Frauen und im Namen des Koran geherrscht hat, sich so für das Kopftuch einsetzt. Was sie genau ausführen wollte, weiß ich nicht, das Frau Beck völlig empört darauf hinwies, Frau Ludin sei ja schließlich deutsche Staatsbürgerin und keine Afghanin. Auch Frau Illner betonte das nochmal ausdrücklich. Frau Schwarzer brummelte dann vor sich hin, dass man es mit der political correctnes auch übertreiben könne und Frau Ludin ja wohl eher familiäre Kontakte nach Afghanistan und eine Bezug zu diesem Land hätte als wir. Das müsse man doch sage dürfen.

          Ansonsten haben sich alle in der üblichen Manier ständig unterbrochen, allerdings wesentlich emotionaler als sonst.

          Der Vorsitzende des ZdM betonte, diese Kopftuchsache würde es nicht erst seit 30 Jahren geben und die meisten Mulsima auf der Welt würden traditionell Kopftücher tragen. Die Deutschtürkin (deren Name ich vergessen habe) erklärte nochmal, dass hier auch von einem ganz bestimmten Kopftuch die Rede sei, dass (wohl) auch in einer bestimmten Weise um den Kopf gewickelt sei und das dieses durchaus erst in den letzten dreissig Jahren aus einer bestimmten politischen Richtung gekommen sei. Da müsse man klar differenzieren und die Grenzen setzen.(so habe ich sie verstanden)

          Frau Schwarzer wurde heftigst vom Vors. des ZDM angegriffen, als sie versuchte die Frage auszuführen, die du weiter oben gestellt hast. ist Frau Ludin eine Einzelfrau - oder wer steckt dahinter? Der Vors des ZDM betonte dann, dass sich der ZDM an die Gesetze halte und verfassungsfeindliche Organisationen keine Chance bei ihnen hätten. Herr Beckmann nannte ein paar verfassungsfeindliche, islamische Organisationen, auf die das nicht zutrifft, wobei der ZDM Vorsitzende betonte, die seien nicht Mitglied seines Dachverbandes. uswusf.

          Leider habe ich ja nur den Rest gesehen, vielleicht weiß ja jemand noch anderes zu berichten:-).

          grüße,

          barbara



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