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Re^13: typical
Hallo!
ich will es eben nicht verbieten. Ein Mensch wird durch mehr
ausgemacht als allein durch seine Kleidung. Ein Lehrer kann im
Zweifel seine Schüler sogar leichter in Richtung Islam
beeinflußen, wenn er nicht durch ein Kopftuch eine
grundsätzliche Abwehrhaltung erzeugt.
Darum geht es mir nicht, es geht mir um die Trennung und
Neutralität. Beamte haben keine religiösen und politischen
Symbole zu tragen.
dieser Satz sagt mir zwei Dinge: Dir geht es ums Prinzip und
nicht um die Beeinflussung der Kinder. Damit handelt es sich
dann um eine Schattendebatte. Zweitens (wie schon vorher
erwähnt): Was ist ein religiöses Symbol? Ein Kreuz, ein Fisch,
ein Splitter?
Korrekt, es geht mir prinzipiell um die Trennung von Staat und Religion sowie die Neutralität. Es gibt Symbole, die eindeutig als solche wahrgenommen werden, ein Kreuz oder ein Kopftuch z.B. Die Symbole, die normalerweise religiös oder politisch sind, sollten dann eben nicht getragen werden.
Das kann man nicht definieren.
Sicherlich ist es schwierig, aber wenn zumindest diejenigen, die offensichtlich sind, nicht mehr von Beamten während der Arbeit getragen werden dürfen, wäre es ein Schritt in die richtige Richtung.
Diese Lehrerin ist nicht das Problem, sondern die Folgen für
alle Lehrer muslimischen Glaubens.
Es ist niemand gezwungen, Beamter zu werden. Wem die Religion
so wichtig ist, dass er unbedingt ein religiöses Symbol tragen
muss (das keine Pflicht ist), kann eben kein Beamter werden.
Eine Bank wird ja auch keinen Punk einstellen, oder?
Was ist ein Punk? Jemand, der gefärbte Haare hat? Der
hochstehende Haare hat? Haben wir alles hier. Definiere die
Grenze.
Das ist sicherlich auch Ansichtssache, deswegen von mir aus auch erstmal nur die, die offensichtlich sind. Es wäre zwar nicht zufriedenstellend, aber schon besser.
Des weiteren: Es gibt auch im Grundgesetz dem Anspruch auf
freie berufswahl. Für den Status "Bemater auf Lebenszeit" gibt
es bereits Einschrämkungen, die sich auf die Tauglichkeit für
den Dienst beziehen. Hier geht es um ein Stück Sotff auf der
Rübe, verdammt! Hier geht es nicht darum, ob jemand den ganzen
Tag predigt oder Kinder mit Schokolade in die Moscheee lockt.
Es geht einfach nur darum, ob jemand als Lehrer ungeegnet ist,
weil er ein Stück Stoff auf der Rübe trägt.
Es geht um ein religiöses Symbol, kein Stück Stoff. Wenn es nur ein Stück Stoff wäre, hätte Frau Ludin sich nicht durch sämtliche Instanzen geklagt (außerdem hat sie es ja selbst als religiöses Symbol bezeichnet). Warum wird dann immer so getan, als ob es nur ein Stück Stoff sei. Es ist eindeutig religiös, man kann sich allerdings darüber streiten, ob es zudem noch politisch ist.
Und solange diese Umsetzung nicht in gerechter Form
sichergestellt werden kann, sollte man sich derartige Regeln
verkneifen.
Und dann? Dann lieber solche Symbole komplett verbieten.
Welche Symbole? Alle Symbole? Da wird man zu tun haben, um
immer auf dem neuesten Stand zu sein.
Zumindest die, die eindeutig als religiöse Symbole verstanden werden.
Warum sollten sie das nicht sein? Mir scheint, es mangelt an
einer schlüssigen Definition des Wortes "Fundamentalist".
Kennst du fundamentalistische Gruppen, die demokratisch sind?
Wo bleibt die Definition?
"Fundamentalismus
im weiteren Sinne
streng konservative Richtung in Politik, Gesellschaft sowie in der christlichen, jüdischen, islamischen und hinduistischen Religion. Gemeinsame Kennzeichen: Festhalten an unveränderlichen "Fundamenten" der Tradition und Bestehen auf dem für absolut geltenden Standpunkt der eigenen Gruppe; verbunden mit Ablehnung von Neuerungen und mit militanter Einstellung z. B. gegen Feminismus, Pluralismus, sexuelle Selbstbestimmung und Toleranz." (wissen.de) Ebenfalls kennzeichnend ist, dass der eigene Glaube/ die eigene Überzeugung nach Meinung der Fundamentalisten über dem Gesetz steht.
Die Regentschaft des Faktischen wirst Du nicht abschaffen
können.
Und deswegen sollte man es nicht auch für Christen einführen?
Erde an Silvia. Jemand da? Die Macht in diesem Staat liegt in
den Händen von Christen. Bevor Du die dazu bringst, ihre Kreuz
usw. abzulegen, ist das Ende des Abendlandes erreicht.
Und deswegen muss ich es gut finden? Dass es so ist, ist leider wahr, nur sollte es nicht so sein. Zwar würde es selbst bei einem entsprechenden Urteil in der Realität oft leider anders aussehen, deswegen sollte sowas noch lange nicht gesetzlich toleriert werden.
Entschuldige, aber die Religionsfreiheit steht immerhin in
Artikel 4 des Grundgesetzes, gleich nach Menschenwürde,
individueller Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz. Was Du
hier proklamierst steht kurz vor einer Verfassungswidrigkeit.
Dann haben die Gerichte, die es der Lehrerin bislang verboten
haben, auch fast verfassungswidrig entschieden?
M.E. ja.
Warum? Soweit ich weiß, ist es Ansichtssache, was als wichtiger anzusehen ist. Deswegen auch die verschiedenen Urteile zu solchen Themen. Wo ist hier eigentlich der Unterschied zum Kruzifix-Fall?
Mit einerm Verbot von Kopftüchern und einer freien
Religionsausübung bewegen wir uns weg von dem, was unsere
Gesellschaft zumindest theoretisch ausmacht.
Sehe ich nicht so. Die Religionsausübung wird ja nicht
eingeschränkt, sie hat nur nichts im Beruf zu suchen, wenn es
Beamte sind. Also während der Arbeit. Es ist normal, dass
Arbeitnehmern vorgeschrieben wird, was sie zu tragen haben.
Auch eine Einschränkung?
Wenn ich hier im Anzug sitze, wird meine Religionsausübung
nicht behindert. Würde man mir verbieten, religiöse Symbole zu
tragen, allerdings schon. In der Tat gibt es zum Thema
Berufskleidung und äußerlichem Auftreten diverse Urteile, die
keineswegs immer in die Richtung gehen, daß der Angestellte zu
machen hat, was El Chefe ihm sagt.
Nein, wenn sie von der Religion nicht vorgeschrieben werden, wird die Religionsausübung nicht eingeschränkt. Sie können im Privatleben machen was sie wollen, ihr Privatleben und ihren Beruf sollten sie aber trennen können.
Du solltest aufpassen, daß Du in Deinem weiteren
Leben nicht Sklavin der Medien wirst. Eigene Gedanken sind das
wichtigste Gut, was man hat. Wer nachplappert (hier beziehe
ich mich u.a. auf die unreflektierte Verwendung des Wortes
"Fundamentalist"), hat in jeder Hinsicht verloren. Du hast -
im Gegensatz zu vielen anderen - noch die Chance, einen
eigenen Weg zu gehen. Nutze sie!
Woher willst du wissen, dass ich Sachen nur nachplappere? Ich bilde mir sehr wohl eine eigene Meinung. Wenn ich mir meine Meinung von den Medien einreden ließe, würde ich es doch befürworten, dass mit Kopftuch/ Kreuz unterrichtet wird.
Aber es bringt wirklich nichts, wenn mir eine eigene Meinung abgesprochen wird. Thema beendet.
MfG,
Car