Tipps zu Ältere Nachbarin nervt

Von: , Frage gestellt am Mo, 26. Feb 2007

Hi,
ich weiß nicht, ob ich in diesem Brett richtig bin, ich lese hier sonst nicht.

Aber ich brauche jetzt mal einen Rat und muss mir ein bisschen meinen Ärger von der Seele schreiben. Ich wohne seit ca. 1/2 Jahr in dieser Wohnung, und hier im Haus ist nur eine weitere Wohnung, auf der gleichen Etage. (Unten ist ein Café). Meine Nnachbarin ist 85 Jahre alt und eigentlich noch ganz fit, sie fährt noch Auto, und man kann sich auch gut mit ihr unterhalten. Trotzdem geht sie mir so auf die Nerven, dass ich sie fast schon hasse. Aktuelles Beispiel: Mein Sohn ist seit heute nacht krank und konnte daher nicht zur Schule. Da ich mein Auto meist nicht in die Garage stelle, sondern davor, hat sie gesehen, dass es nicht weg ist, und hat mich eben angerufen, und gefragt, ob ich krank wäre. Das macht sie jedesmal, wenn mein Auto an einem Werktag dort steht!!!! Das nervt mich total, ich komme mir so kontrolliert vor. Ich weiß, sie meint es nur gut und macht sich Sorgen um mich, denn sie findet mich nett und war auch total froh, als wir dort eingezogen sind, weil die Wohnung vorher ein paar Monate leer stand und sie in dieser Zeit nachts ganz allein im Haus war. Aber es könnte ja auch mal sein, dass ich mir einfach einen Tag frei genommen habe, und da möchte ich nicht jedesmal angerufen werden und gefragt werden, ob ich krank bin oder was sonst mit mir los ist!!
Was noch nervt: sie hat mich gebeten, ihr Bescheid zu sagen, wenn ich mal eine (!) Nacht (oder länger) woanders übernachte, damit sie abends nachgucken kann, ob die Haustür abgeschlossen ist. Das mache ich sonst immer, weil es ihr ja doch ein bisschen schwerer fällt als mir, die Treppe runter- und wieder raufzugehen. Ich habe aber keine Lust, mich bei ihr abzumelden, wenn ich mal übers WE wegfahre!! Ich muss mich doch nicht bei "fremden" Leuten abmelden, wenn ich mal wegfahre, oder?? Okay, für den Jahresurlaub würde ich ihr Bescheid geben, aber ich sehe echt nicht ein, für jeden WE-Urlaub mich bei meiner Nachbarin abmelden zu müssen. Ich bin in einem echten Dilemma, denn eigentlich ist sie sehr nett, und ich will sie nicht vor den Kopf stoßen. Leider bin ich aber in Diplomatie in solchen Sachen eine absolute Niete. Egal, wie ich ihr das sagen würde, ich WÜRDE sie vor den Kopf stoßen, und das will ich nicht. Es ist übrigens nicht so, dass sie "außer mir niemanden hat". Ihr Neffe besucht sie 2x wöchentlich, und sie hat auch ansonsten einen großen Freundes- und Verwandtenkreis. Sie ist also nicht einsam.
Was soll ich bloß tun, es macht mich schon jedesmal aggressiv, wenn sie sich am Telefon meldet oder wenn ich nach Hause komme und schon von unten höre, wie sich ihr Schlüssel im Schloss dreht und ich weiß, dass sie gleich aus ihrer Wohnung rauskommt und mich anspricht. Neulich bin ich sogar mit dem Auto noch eine Runde um den Block gefahren, weil sie gerade auf dem Hof war, nur um ihr nicht zu begegnen. Dabei fand ich sie am Anfang so nett, und wenn ich mal bei ihr zum Kaffee bin, und wir unterhalten uns, dann ist es auch sehr nett. Aber ich möchte nicht Teil ihres Lebens werden!!
Wäre toll, wenn mir jemand einen Rat geben könnte.

Liebe Grüße
Nelly

11 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einem Tag 5 hilfreich
    Re: nachbarschaftsprobleme - lang

    hi nelly,

    ich weiss nicht ob dir meine geschichte hilft, versuchen wirs mal:

    nachdem du geschrieben hast, dass die dame offenbar doch gerne am abend nach unten geht und die tür verschliesst - auch wenn es dir leichter fällt als ihr - gib ihr ihre aufgabe wieder zurück.
    sag ihr doch, du bist im stress und brauchst mehr zeit in ruhe und hast sorge zu vergessen abzusprerren oder sowas und die würde ja daran denken, ob sie diese aufgabe wieder übernehmen wollen würde - sofern es ihr keine probleme bereitet.

    mach dir also nicht ihren kopf, sie weiss am besten was sie will und wann sie sich überlastet - evtl warst du da ja selbst voreilig und sie wollte nett sein und dir den schlüsselabsperrdienst nicht streitig machen. weiss mans?

    damit haste schon man das absperren und das abmelden von der backe...
    und wenns nicht reicht, würde ich mal in ruhiger minute auf sie zugehen (also als aktion, nicht reaktion) und sie in kenntnis setzen, wie du bis auf weiteres den umgang mit ihr und anderen nachbarn brauchst.
    kauf ihr blumen, geh rüber und dann sag ihr, wie du bist...was du brauchst. ich finde, das kann man eigentlich jedem dann gut mitteilen, wenn es gerade keinen konkreten anlass gibt - denn so muss sich niemand schlecht fühlen. und wenn sich dann einpendelt wie du es brauchst, bekommt jeder was er braucht - solange du mal ein nettes schätzchen übrig hast;-)


    ich habe meiner nervigen nachbarin ohne blumen und auf rüde art und weise mitgeteilt - das ich nicht will was sie immer macht (20 mal am tag bei mir klingen wegen jedem scheiss). im nachherein ist mir klar, so grob hätte es nicht sein müssen und vor allem, dass es soweit gekommen ist lag wohl an meiner hilfsbereitschaft die ich signalisiert habe und schon zu beginn zuviel angeboten habe und die klappe gehalten hab, obwohl ich genervt war.
    ich habe also nicht nur den finger hingehalten sondern den unterarm auch - und mich gewundert dass sie nun das schultergelenk auch wollte - dabei weiss man doch, es gibt nur wenig menschen die nur nehmen würden was man ihnen direkt anbietet und nicht mehr.

    der witz ist, meiner nachbarin fehlt das feingefühl das ich mir selbst abspreche - mir weil ich irgendwann regelmässig platze und merke, die dame bekommt dann regelrecht angst vor mir - aber im grunde fehlt es ihr, weil sie nur sich selbst wahrnimmt und total ausblendet was ich will, was ich sage, signalisiere - schon lustig*g
    ich habe so einen harcorefall - nun nurnoch anfallweise - aber ich meide sie ja auch nach möglichkeit (ähnlich wie du mit deiner extrafahrt mit dem wagen).
    zwischenzeitlich aber versuche ich mir zu verinnerlichen wie sie gestrickt ist und dass ich mein verhalten anpassen muss wenn ich meine ruhe haben will - nett, kurz angebunden, verbindlich unverbindlich und um gottes willen keine fragen stellen und schon gar keine tips geben (in meinem fall artet das sonst in lebensberatung und hausmeisterjobs aus - lasse mich dann einnehmen vielmehr).

    nun haste es ja nicht so wie ich. evtl schauste mal, was du selbst beitragen kannst damit die dame sich weiterhin wohl fühlt bei begegnungen, aber du dich eben abgrenzen kannst - indem du es von vornherein machst - also schau mal wie das laufen könnte bei euch.



    was man vorher verhindern kann, muss man später nicht mehr gerade biegen und im kern sehe ich immer wieder, dass man an dem was einem im zusammensein mit anderen stinkt - zu 50% mind selbst dran "schuld" ist.

    nur das wahrnehmen, verinnerlichen und verändern bei sich ist halt mühsam ab und an*seufz - in dem fall ists das für mich jedenfalls,
    schon weil die person ja nicht allgegenwärtig ist und auch nicht wirklich so wichtig, da tendiert man zum vergessen - und das bereut man alsbald bitter - wie ich vor einigen tagen erleben durfte...

    also, ich will, dass was anders wird, also muss ich mich/mein verhalten verändern. - das funktioniert! auch bei nachbarn.

    LG
    nina

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: nachbarschaftsprobleme - lang

      Hi Nina,

      danke für deine Mail!
      Da ist so einiges wahres und nützliches für mich drin!

      Lieben Gruß
      Nelly



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