Warum fallen Planeten nicht auf die Sonne?

Von: , Frage gestellt am Mo, 12. Mai 2008

Hallo,
hab da mal ne Amateurfrage, die für euch bestimmt einfach zu beantworten ist.
Wieso fallen Planeten nicht auf ihre Sonnen oder Monde auf ihre Planeten?
Soviel ich weiß verformt zum Beispiel die Sonne den Raum so das eine Krümmung entsteht und die Planeten wie in einen Trichter um die Sonne kreisen. Welche Kraft hält sie davon ab ganz in die Sonne zu fallen die also gegen die Schwerkraft wirkt?

Danke schon mal

MFG
Curox

26 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 20 Minuten 0 hilfreich
    Re: Warum fallen Planeten nicht auf die Sonne?

    Wieso fallen Planeten nicht auf ihre Sonnen oder Monde auf
    ihre Planeten?
    Weil sie ständig daran vorbei fallen. Welche Kraft hält sie davon ab
    ganz in die Sonne zu fallen die also gegen die Schwerkraft
    wirkt?
    Eine solche Kraft ist nicht erforderlich, weil die Schwerkraft die Planeten und Monde nur auf Ellipsenbahnen zwingt. Es wäre vielmehr eine Kraft notwendig um sie auf Kollisionskurs mit ihrem Zentralgestirn zu bringen.

  2. Antwort von nach 12 Stunden 1 hilfreich
    Re: Warum fallen Planeten nicht auf die Sonne?

    Hallo, Curox,
    aber das tun sie doch. das Aber dabei ist: sie treffen sie nicht.

    Eine Murmel in einem Trichter ist ein guter Versuch dazu. Wenn Du die Murmel nicht genau auf das Loch zu beschleunigst, wird sie darum herum kreiseln. Allerdings wirkt auf die Murmel, anders auf die Planeten, die Reibung, wodurch die Runde schnell immer kleiner wird.

    Zwar wirkt auf die Planeten auch eine gewisse "Reibung" aber die ist im Fast-Vakuum ja wesentlich kleiner. Deswegen wird es auch viel länger dauern, bis die Planeten-Murmeln das Zentrum erreichen.

    Gruß
    Eckard

  3. Antwort von nach 16 Stunden 1 hilfreich
    Re: Warum fallen Planeten nicht auf die Sonne?

    Wieso fallen Planeten nicht auf ihre Sonnen oder Monde auf
    ihre Planeten?
    ein eintagsfliege bezeichnet den menschen wahrscheinlich auch als unsterblich. wir menschen sind für das leben des sonnensystems so etwas wie eine eintagsfliege und dabei sind wir gerade erst geschlüpft.

    planeten und monde sind das bis heute übrgiggebliebene, was bei der entstehung eines systems am ende die geschwindigkeit hat, die genau passt. als das sonnensystem entstand, ist alle materie, die zu langsam war, auf die sonne gefallen und zu schnelle weggeschleudert worden.

    es ist nicht so, dass die erde festgehalten wird oder "einrastet", sondern es war die geschwindigkeit der materie in einer bestimmten entfernung von der sonne, die es dieser materie erlaubt hat, in der bahn - also kräftfrei - zu bleiben. also mit ein wenig zufall war das schon verbunden.

    und das ganze bleibt auch so. in den nächsten paar milliarden jahren wird sich die sonne langsam verändern und somit auch langsam die umlaufbahn der erde, aber eben nur langsam und für uns wird es so aussehn, als bleibt alles wie es ist.

    • Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Warum fallen Planeten nicht auf die Sonne?

      planeten und monde sind das bis heute übrgiggebliebene, was
      bei der entstehung eines systems am ende die geschwindigkeit
      hat, die genau passt. als das sonnensystem entstand, ist alle
      materie, die zu langsam war, auf die sonne gefallen und zu
      schnelle weggeschleudert worden.
      Naja, so einfach ist es denn doch nicht. Die protoplanetare Wolke war schon so dicht, dass radiale und axiale Geschwindigkeitsanteile durch Reibung eliminiert wurden. Das Ergebnis war eine Scheibe, in der sich alles brav im Kreis dreht.

      Dass sich da überhaupt noch etwas nach innen oder außen bewegen konnte, verdanken wir dem dritten Keplerschen Gesetz. Weil die Tangentialgeschwindigkeit von innen nach außen kleiner wird, konnte durch Impulsaustausch zwischen Teilchen auf eng beieinander liegenden Bahnen Drehimpuls von innen nach außen transportiert werden. Dadurch wurden die Umlaufbahnen im Inneren immer enger, wodurch Materie in die Sonne fallen bzw. diese überhaupt erst bilden konnt. Außen wurden die Bahnradien dagegen immer größer, so dass die Scheibe sich insgesamt ausdehnte. Das ging allerdings viel langsamer als der Kollaps der protostellaren Wolke zur Scheibe.

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Warum fallen Planeten nicht auf die Sonne?

        planeten und monde sind das bis heute übrgiggebliebene, was
        bei der entstehung eines systems am ende die geschwindigkeit
        hat, die genau passt. als das sonnensystem entstand, ist alle
        materie, die zu langsam war, auf die sonne gefallen und zu
        schnelle weggeschleudert worden.
        Naja, so einfach ist es denn doch nicht.
        ich weiß. ich wollte nur, um etwas zeit zu sparen, auf der geodäte wandern. mit deinem massiven beitrag hab ich allerdings nicht gerechnet. Die protoplanetare
        Wolke war schon so dicht, dass radiale und axiale
        Geschwindigkeitsanteile durch Reibung eliminiert wurden. Das
        Ergebnis war eine Scheibe, in der sich alles brav im Kreis
        dreht.
        also quasi so wie heute Dass sich da überhaupt noch etwas nach innen oder außen
        bewegen konnte, verdanken wir dem dritten Keplerschen Gesetz.
        Weil die Tangentialgeschwindigkeit von innen nach außen
        kleiner wird, konnte durch Impulsaustausch zwischen Teilchen
        auf eng beieinander liegenden Bahnen Drehimpuls von innen nach
        außen transportiert werden. Dadurch wurden die Umlaufbahnen im
        Inneren immer enger, wodurch Materie in die Sonne fallen bzw.
        diese überhaupt erst bilden konnt. Außen wurden die Bahnradien
        dagegen immer größer, so dass die Scheibe sich insgesamt
        ausdehnte. Das ging allerdings viel langsamer als der Kollaps
        der protostellaren Wolke zur Scheibe.
        das mit der drehimpulsübergabe von innen nach außen hab ich jetzt nicht verstanden. wie geht das?

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: Warum fallen Planeten nicht auf die Sonne?

          das mit der drehimpulsübergabe von innen nach außen hab ich
          jetzt nicht verstanden. wie geht das?
          Je kleiner der Radius einer Kreisbahn, um so größer die Tangentialgeschwindigkeit. Wenn sich also zwei Teilchen aus benachbarten Bahnen begegnen, dann bewegt sich das innere schneller als das äußere. Stoßen sie zusammen, dann wird das innere gebremst (wobei es Bahndrehimpuls verliert) und das äußere beschleunigt (wobei sich sein Bahndrehimpuls vergrößert). Auf diese Weise wird der Drehimpuls langsam von innen nach außen transportiert.

          Das ist natürlich nur sehr vereinfacht dargestellt. Tatsächlich sind die Verhältnisse viel komplizierter, weil die Teilchen zerstört werden oder sich zu größeren Klumpen zusammen ballen können. Aber auch dann wird in der Summe Drehimpuls von innen nach außen transportiert. Hier kommt man mit der Energieerhaltung weiter: Da die Stöße unelastisch sind, wird kinetische Energie in Wärme umgewandelt. Es gibt für die Scheibe aber nur eine Möglichkeit, bei konstantem Drehimpuls Rotationsenergie zu verlieren - nämlich den Transport von Drehimpulses in die peripheren Bereiche. Praktisch bedeutet das, dass die Bahnen innen enger und außen größer werden.

          Etwas ähnliches sehen wir heute übrigens noch bei Erde und Mond. Da wird auch Drehimpuls von innen (nämlich von der Erde) nach außen (nämlich zum Mond) transportiert, weil das System durch die Gezeitenreibung Rotationsenergie verliert, während der Drehimpuls konstant bleibt. Wie das im einzelnen abläuft (nämlich durch die Gravitation zwischen dem Mond und den phasenverschobenen Flutbergen auf der Erde) muss man hier im Grunde auch nicht wissen um zu verstehen, warum sich der Mond von der Erde entfernt.

          • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
            Re^5: Warum fallen Planeten nicht auf die Sonne?

            das mit der drehimpulsübergabe von innen nach außen hab ich
            jetzt nicht verstanden. wie geht das?
            Je kleiner der Radius einer Kreisbahn, um so größer die
            Tangentialgeschwindigkeit. Wenn sich also zwei Teilchen aus
            benachbarten Bahnen begegnen, dann bewegt sich das innere
            schneller als das äußere. Stoßen sie zusammen, dann wird das
            innere gebremst (wobei es Bahndrehimpuls verliert) und das
            äußere beschleunigt (wobei sich sein Bahndrehimpuls
            vergrößert). Auf diese Weise wird der Drehimpuls langsam von
            innen nach außen transportiert.
            man muss sich in dem fall also die damalige scheibenteilchenbewegung so wie die bewegung von saturn und jupiter oder mars und jupiter heute zueinander vorstellen. die bahnen waren nicht parallel, so schnitten sie sich und die materie konnte kollidieren und sich quasi ausbremsen. Etwas ähnliches sehen wir heute übrigens noch bei Erde und
            Mond. Da wird auch Drehimpuls von innen (nämlich von der Erde)
            nach außen (nämlich zum Mond) transportiert, weil das System
            durch die Gezeitenreibung Rotationsenergie verliert, während
            der Drehimpuls konstant bleibt. Wie das im einzelnen abläuft
            (nämlich durch die Gravitation zwischen dem Mond und den
            phasenverschobenen Flutbergen auf der Erde) muss man hier im
            Grunde auch nicht wissen um zu verstehen, warum sich der Mond
            von der Erde entfernt.
            wenn sie rotationsenergie verlieren, müssten sie dann nicht aufeinander fallen? ich versteh zwar das mit dem impuls, aber zum einen fehlt mir die vorstellung des stoßlosen impulses im falle erde-mond und zum anderen das mit dem energieverlust/reibung hätte ich jetzt spontan genau andersrum gedacht - also weniger energie und beide fallen aufeinander???

            meine grundaussage, dass die heutige erde die summe der masse ist, die über jahremilliarden immer die richtige geschwindigkeit um das zentrum hatte, um bestehen bleiben zu können, müsste aber passen. auch wenn natürlich viele phasen gerade in der erdentstehung das ganze kompliziert darstellen.

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^6: Warum fallen Planeten nicht auf die Sonne?

              man muss sich in dem fall also die damalige
              scheibenteilchenbewegung so wie die bewegung von saturn und
              jupiter oder mars und jupiter heute zueinander vorstellen. die
              bahnen waren nicht parallel, so schnitten sie sich und die
              materie konnte kollidieren und sich quasi ausbremsen.
              Die Ringe des Saturn wären ein passenderer Vergleich. Die Teilchenbewegungen waren schon ziemlich parallel, aber durch gravitative Wechselwirkung wurden sie auch ständig leicht gestört. Etwas ähnliches sehen wir heute übrigens noch bei Erde und
              Mond. Da wird auch Drehimpuls von innen (nämlich von der Erde)
              nach außen (nämlich zum Mond) transportiert, weil das System
              durch die Gezeitenreibung Rotationsenergie verliert, während
              der Drehimpuls konstant bleibt. Wie das im einzelnen abläuft
              (nämlich durch die Gravitation zwischen dem Mond und den
              phasenverschobenen Flutbergen auf der Erde) muss man hier im
              Grunde auch nicht wissen um zu verstehen, warum sich der Mond
              von der Erde entfernt.
              wenn sie rotationsenergie verlieren, müssten sie dann nicht
              aufeinander fallen?
              Das können sie nicht, weil die Gesamtenergie mit abnehmendem Radius wächst. Intuitiv ist das nicht zu verstehen. Man muß es schon nachrechnen. meine grundaussage, dass die heutige erde die summe der masse
              ist, die über jahremilliarden immer die richtige
              geschwindigkeit um das zentrum hatte, um bestehen bleiben zu
              können, müsste aber passen.
              Nein, sie passt nicht. Da so ziemlich die gesamte Masse der protoplanetaren Scheibe "die richtige geschwindigkeit um das zentrum hatte, um bestehen bleiben zu können" und die Masse der Erde viel kleiner ist als die Masse dieser Scheibe, kannst Du damit nur meinen, dass die Masse der Erde der Gesamtmasse der Materie entspricht, die zuvor mit der gleichen Geschwindigkeit um die Sonne gekreist ist. Das ist aber aus zwei Gründen nicht richtig. Erstens hat die Sonne beim Zünden der Kernfusion einen erheblichen Teil dieser Masse aus dem inneren Sonnensystem heraus geblasen und zweitens sind auch Körper aus anderen Teilen des Sonnensystems auf die sich bildende Erde gestürzt.



Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!