-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: FRuppricht
An: werner.mezger
Betreff: (Kein Thema)
Sehr geehrter Herr Mezger,
nach einigen Versuchen, herauszufinden, woher das Wort "Häs" stammt, gehe ich nun doch zum Schmied, nachdem die Schmiedles mich alle nicht zufrieden stellen konnten.
Ich war bisher der Ansicht, "Häs" sei vom lateinischen habitus abgeleitet, nun höre ich folgendes:
von Dr. Post, Germanist aus Freiburg, habe ich folgende Erklärung bekommen:
das Wort "Häs", heute vor allem als Bezeichnung für 'Narrenkleid' gebraucht
(Narren-, Flecklehäs), bedeutet ursprünglich 'Kleidung allgemein'. In dieser
Verwendung ist es nach dem Südwestdeutschen Sprachatlas, Karte IV 3/01 noch
im östlichen Baden, in Schwaben und in Teilen der Schweiz gebräuchlich. Auch in alten Texten aus diesem Raum taucht das Wort immer wieder auf, z. B. Überlingen um 1450: "von ainem schlechten anligenden knoepfloten haeß".
Das Wort geht zurück auf mittelhochdeutsch "haeze" 'Kleidung' was eine
Kollektivbildung zu althochdeutsch, mittelhochdeutsch "hâz" 'Kleid'
darstellt. Parallelen finden sich in altenglisch "haeteru" 'Kleider'. Diese
Formen führen zurück auf eine erschlossene indogermanische Wurzel *sked-
'bedecken', zu der es auch altindische, avestische und afghanische
Fortsetzungen gibt (Pokorny, Idg. etym. Wörterbuch, S. 919).
Können Sie etwas gegen meine Verwirrung tun.
Mit freundlichen Grüßen
Fritz Ruppricht
Sehr geehrter Herr Rupprich,
was Sie von Herrn Post bekommen haben, stimmt durchaus. Ich darf noch ergänzen, dass es bereits im Altgriechischen den Wortstamm „wes“ für Kleidung gegeben hat. Er lebt im lateinischen „vestis“ für Kleidung bzw. „vestire“ für „kleiden“ fort. Im Deutschen „Weste“ ist er auch enthalten, und im Alemannischen ist er zu „Häs“ geworden. Die Herleitung von „habitus“ ist zu weit gedacht.
Mit besten Grüßen
Werner Mezger
Sehr geehrter Herr Metzger*,
ich widme Ihnen das "t", das Sie mir nicht gegönnt haben. ;-)
Sehr geehrter Herr Rupprich,
Vielen Dank für Ihre rasche und klare Antwort. Sie haben mir damit geholfen einen langjährigen Irrtum aufzugeben; und das ist doch immer eine erfreuliche Sache.
Ich habe nun auch noch den Klugeartikel zu "Weste" genauer angesehen und damit ist all mein Zweifel beseitigt.
Also nochmals meinen herzliche Dank und die besten Grüße nach Freiburg.
Fritz Ruppricht
* Verzeihen Sie bitte, aber ich konnte nicht widerstehen! ;-)