Link: Umfrage zum regionalen Sprachgebrauch

Von: , Frage gestellt am Di, 20. Apr 2004

Hallo Leute !

Folgendes wollte ich euch nicht vorenthalten:

Ergebnisse der Umfrage zum regionalen Sprachgebrauch
http://www.igl.uni-bonn.de/umfrage/
bzw. direkt:
http://www.igl.uni-bonn.de/umfrage/Hauptseite.htm

mfg
Christof

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 17 Stunden 1 hilfreich
    Re: Link: Umfrage zum regionalen Sprachgebrauch

    Hallo Christof

    Kaum zu glauben und fürchterlich, was die Uni Bonn, die Schweiz betreffend, hier in die Welt setzt.
    Falsch ist für diese "Forschungsergebnisse" eine äusserst milde Qualifikation - pseudowissenschaftlicher Schrott dürfte zutreffender sein.

    Gruss
    Mäni

    • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Link: Umfrage zum regionalen Sprachgebrauch

      Hallo Kaum zu glauben und fürchterlich, was die Uni Bonn, die
      Schweiz betreffend, hier in die Welt setzt.
      Falsch ist für diese "Forschungsergebnisse" eine äusserst
      milde Qualifikation - pseudowissenschaftlicher Schrott dürfte
      zutreffender sein.
      Da stimme ich vollkommen zu! In vielen Fällen standen die korrekten Schweizerdeutschen Ausdrücke gar nicht zur Verfügung. Siehe z.B. "Zeug"..es gibt keinen Schweizer, egal welchen Dialekts, der das so aussprechen würde, trotzdem wurde es gewählt, weil es keine Alternative gab (es würde "Züüg" heissen, vielleicht noch mit Variationen). Angesichts der geringen Zahl der Befragten Schweizer ist diese Karte für die dialektalen Gebräuchlichkeiten in der CH sowieso nicht aussagekräftig.

      Gruss

      Wiesel

  2. Antwort von nach 18 Stunden 1 hilfreich
    Re: Einstampfen!

    Hallo Christof,

    abgesehen davon, dass die Autoren geheim halten, ob sie an den Unterschied zwischen Dialekten, gesprochenem Standarddeutsch, Soziolekten, altersgruppenspezifischen Ausdrücken ("behalte eins") usw. gedacht haben, ob sie diese Unterschiede als fleißige Statistiker mutwillig ignoriert haben, was für einen Sprachgebrauch sie überhaupt untersuchen wollten:

    Mir kommt es vor, als hätten sie dort, wo ich mich mit regionalem Sprachgebrauch am besten auskenne, zwischen Donau und Bodensee, eine Art selektiv wirkender Neutronenbombe eingesetzt, die die ortsansässige Bevölkerung vor der Befragung eliminiert hat. Es mögen weniger geworden sein, aber eine aussterbende Minderheit sind die Schwaben und die Alemannen jedenfalls noch nicht.

    Graad mit Fleiß - Heilandzack!


    Schöne Grüße



    MM

  3. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Re: Link: Umfrage zum regionalen Sprachgebrauch

    Hi,

    also ich finde solche Übersichten gut, auch wenn einiges an
    Genauigkeit verloren geht. Links am Rand sind sowieso noch einige
    Bemerkungen angebracht. Die Leute werden sich wohl die wichtigsten
    Wörter und die wichtigsten Gebiete herausgepickt haben.

    Aber ich als Wiener muß auch hier meinen Senf dazugeben:
    etwas(Saft): Ich frage: "Ist noch was [=ein Rest] vom Saft da?"
    eins gemerkt: Ich verwende: eins weiter (kann mir nicht vorstellen,
    daß es andere Wiener/Österreicher anders gelernt haben - aber wer weiß?)

    Soweit dazu, und servas!
    Gerald

  4. Antwort von nach 2 Tagen 1 hilfreich
    Ja Herrgottzacknommol,

    Hoi zamma,

    do henn mol wieder a paar so hondertprozentige Theoretiker an halbläabige Frogeboga zammagnaglt, ond drbei vrgässa, dass Deitschland bis ganz weit siadlich vom Main goot.
    Selbscht dr demmschte Fischkopf sott wissa, dass mr Bairisch, Schwäbisch ond Alamannisch ett so oifach mit a paar wenige Auswahlfelder formalisiera ko.
    Gruass,

    • Antwort von nach 2 Tagen 2 hilfreich
      Re: Ka ma scho!

      Griaß de,

      sell ka ma scho, ma sott bloß a bitzle meh dua drfir ond et gar so hoffärtig mit deene neimodische Abaradura romfuhrwerka.

      Um zur Brettsprache zurückzukehren:

      Weshalb ich für "Einstampfen" plädiere, ist nicht die Erstellung einer Sprachkarte an sich - dieses ja ein löbliches Unterfangen, weil die bestehenden meistens aus den 1920er - 1930er Jahren stammen und auf diese Weise Momentaufnahmen sind, deren Vergleich mit heutigen Verhältnissen höchst interessant wäre. Was etwa die Anpassung der regionalen Dialekte an die 1803er bzw. 1811er Westgrenze Bayerns betrifft, den Rückzug des Alemannischen, die generelle Abschwächung der Dialekte etc.

      Hier vernünftige Ergebnisse zu bekommen, setzt eine ungeheuer umfangreiche Kleinarbeit vor Ort voraus, die ohne Hauptschullehrer im Ruhestand und vergleichbare Sprachfäns nicht zu leisten ist. Ich besitze eine Sprachkarte aus den dreißiger Jahren, der Maßstab dürfte etwa 1:50.000 bis 1:75.000 sein. Davon ausgehend, kann man dann größere Aggregate destillieren, ohne von vornherein bloß Zufälle abzubilden.

      Es ist klar, dass es unter dem Einfluss der "Völkerwanderung" nach WK II und der zunehmenden Bedeutung der Standardsprache lokale und regionale Dialekte in dieser Form nicht mehr gibt. Es kommt dadurch eine dritte Dimension herein, die sich kartographisch nicht darstellen lässt: In Biberach z.B. gibt es ein ganzes Viertel, wo "Vati" und "Opi" gesagt wird - schlicht weil die Biochemiker, Mikrobiologen etc. von Thomae in der Regel keine Biberacher sind. Ein anderes, in dem die über Fünfzigjährigen mehrheitlich Batschka- und Temeschwarschwäbisch, durchsetzt mit Siebenbürger Moselfränkisch, sprechen. Wenn ich mit dem dicken Daumen da hineinpatsche, kriege ich eine Biberacher Stichprobe, die je nach Auswahl rechnerisch hochsignifikante Abweichungen von der Stafflanger Umgangssprache liefert, aber halt nichts Gescheites über diejenige in Biberach aussagt.

      Pfiagott in diesem Sinne



      MM

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