Griaß de,
sell ka ma scho, ma sott bloß a bitzle meh dua drfir ond et gar so hoffärtig mit deene neimodische Abaradura romfuhrwerka.
Um zur Brettsprache zurückzukehren:
Weshalb ich für "Einstampfen" plädiere, ist nicht die Erstellung einer Sprachkarte an sich - dieses ja ein löbliches Unterfangen, weil die bestehenden meistens aus den 1920er - 1930er Jahren stammen und auf diese Weise Momentaufnahmen sind, deren Vergleich mit heutigen Verhältnissen höchst interessant wäre. Was etwa die Anpassung der regionalen Dialekte an die 1803er bzw. 1811er Westgrenze Bayerns betrifft, den Rückzug des Alemannischen, die generelle Abschwächung der Dialekte etc.
Hier vernünftige Ergebnisse zu bekommen, setzt eine ungeheuer umfangreiche Kleinarbeit vor Ort voraus, die ohne Hauptschullehrer im Ruhestand und vergleichbare Sprachfäns nicht zu leisten ist. Ich besitze eine Sprachkarte aus den dreißiger Jahren, der Maßstab dürfte etwa 1:50.000 bis 1:75.000 sein. Davon ausgehend, kann man dann größere Aggregate destillieren, ohne von vornherein bloß Zufälle abzubilden.
Es ist klar, dass es unter dem Einfluss der "Völkerwanderung" nach WK II und der zunehmenden Bedeutung der Standardsprache lokale und regionale Dialekte in dieser Form nicht mehr gibt. Es kommt dadurch eine dritte Dimension herein, die sich kartographisch nicht darstellen lässt: In Biberach z.B. gibt es ein ganzes Viertel, wo "Vati" und "Opi" gesagt wird - schlicht weil die Biochemiker, Mikrobiologen etc. von Thomae in der Regel keine Biberacher sind. Ein anderes, in dem die über Fünfzigjährigen mehrheitlich Batschka- und Temeschwarschwäbisch, durchsetzt mit Siebenbürger Moselfränkisch, sprechen. Wenn ich mit dem dicken Daumen da hineinpatsche, kriege ich eine Biberacher Stichprobe, die je nach Auswahl rechnerisch hochsignifikante Abweichungen von der Stafflanger Umgangssprache liefert, aber halt nichts Gescheites über diejenige in Biberach aussagt.
Pfiagott in diesem Sinne
MM