Tipps zu Auswirkungen der iranischen 'Holocaust-Konferenz'

Von: , Frage gestellt am So, 29. Jan 2006

Welches Kalkül steckt hinter der Ankündigung des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad, eine "Wahrheitskommission" zur Untersuchung des Holocaust in Europa aufzustellen, die dann eine internationale Konferenz organisieren soll?

Das Thema Holocaust ist ja das in der internationalen Literatur und den Geschichtswissenschaften eines der am meisten, wenn nicht sogar das am intensivsten aufgearbeiteteste. Wie ist vor dem Hintergrund wohl die Ankündigung Irans (um aus SPIEGEL online zu zitieren), "falls die Kommission zu dem Ergebnis komme, dass das Nazi-Regime tatsächlich sechs Millionen Juden ermordet habe, müsse eine zweite multinationale Kommission sich eine entsprechende Bestrafung für die Deutschen überlegen" zu verstehen?
Die internationale Staatengemeinschaft und speziell die Alliierten von damals erwarten von Deutschland mitlerweile keine umfassenden territorialen oder wirtschaftliche Reparationen. Ich glaube, die USA, Frankreich, GB usw. beneiden uns kaum um die ewige quälende Holocaustdebatte und die ständige Auseinandersetzung mit dem Massenmord.

Ist es lediglich Provokation, worauf der Iran setzt, wenn er -wie kürzlich- den britischen Premier zu dieser Konferenz einläd? Oder der Versuch einer Geschichtsfälschung? Oder doch das Suchen nach einem Schuldigen für den Nahostkonflikt?

57 Antworten zu dieser Frage

      • Antwort von nach 15 Stunden hilfreich
        Re^3: Und was ändert das jetzt?

        bs"d

        Hallo. ........ Es gibt keine historische Feindschaft zwischen
        Iranern und Juden bzw. Israelis.
        Mh, seit wann kennt der Iran den Staat Israel an? Bis heute lebt in Iran die
        größte jüdische Gemeinschaft im Nahen Osten - abgesehen von
        Israel. 35.000 Juden leben im Iran. Und die, die es nicht mehr
        tun, weil sie nach Israel ausgewandert sind, schreiben Briefe
        nach Iran, in denen steht, wie sehr sie Iran vermissen.
        Was nichts auch an gezielten Vertreibungen ändert. ....... Die jüdischen Iraner fühlen sich nicht angesprochen.
        Das ist mir alles auch klar und trifft auch auf die vielen anderen muslimischen bzw. arabischen Staaten zu, ändert aber nichts an den Vertreibungen.

        Kol tuw,
        Eli

  1. Antwort von nach 23 Stunden hilfreich
    Re: Auswirkungen der iranischen 'Holocaust-Konfere

    Welches Kalkül steckt hinter der Ankündigung des iranischen
    Präsidenten Ahmadinedschad, eine "Wahrheitskommission" zur
    Untersuchung des Holocaust in Europa aufzustellen, die dann
    eine internationale Konferenz organisieren soll?
    Ich denke dass dabei vielerlei Sachen eine Rolle spielen.

    1. Die Geschichte beweist dass der Antisemitismus nirgendswo so weit verbreitet war wie in EUropa. Auf der anderen Seite gab es im Nahen Osten nicht wirklich Probleme damit. Aber im Zuge der Entstehung Israels erleben wir (Moslems) eine wirklich merkwürdige Sache, die wirklich unerträglich ist.

    Jetzt kommen also die ewigen Opfer und die ewigen Täter zusammen und werfen den Arabern (die selber ja Semiten sind) Antisemitismus vor...:=)

    Jetzt muss der Nahe Osten also von den Europärn anhören dass man Israelis lieben muss ansonsten wäre man ein rassist. Wohl gemerkt von denen die die ganze Zeit der Welt vorgemacht wie sehr man Juden hassen muss. Das ist eine bodenlose Unverschämtheit Menschen die sich verteidigen wie die Palästinenser Antisemitismus vorzuwerfen.

    Und jeder im Nahen osten weiss dass die Europär sich nicht verändert haben. Dass die Täter von Gestern nicht über Nacht zu Lämmern geworden sind.

    Und da kommt Ahmedineschad und sagt das was alle denken: Europa hat sich nicht geändert sie sind genauso wie vorher auch...aber sie haben es hingekriegt dass sie ihre Minderheit ihre ewigen Opfer im Nahen Osten also in einem gebiet was weit weg von Europa ist "abgeladen".
    Und deswegen sagt er lassen sie uns Israel in Europa errichten dann werde wir es unterstützen...so nach dem Motto es ist leicht Israel und die Israelis im fremden gebiet zu unterstützen. Wenn das einen "moralisch" überlegen macht, dann sind wir genauso moralisch wie ihr...denn wie er richtig wusste, die Europär würden NIE ein Israel auf ihrem Boden erlauben.

    UNd er sollte Recht behalten: Merkels Äußerung dass sie "es entscheiden ablehnt" (was lehnt sie ab? die Errichtung Israels in Europa!)haben dass was er gesagt hat bewahrheitet.

    2. Europa und USA versuchen gegen das Mullahregime die sogenannte Iranisceh Opposition zu Wort kommen zu lassen. Es gibt halt Asylanten die hier in deutschland ihre Konferenzen abhalten können gegen das Regime usw. In Richtung Iran sagt man dann man solle Meinungsfreieheit zulassen...Ahmedineschad kommt wieder mit der gleichen Logik: OK wenn ihr meint dass solche Oppositionellen Meinungsfreiehiet haben sollen ... ihr habt bestimmt auch Gruppen unter euch dessen Meinungsäußerungen für euch nicht willkommen sind dann werden wir das gleiche mit denen machen sprich eine Plattform bieten wo sie reden und ihre Freiheit haben können.

    3. Die Frage des Exitsnezrechtes unter die Lupe nehmen. Holocaust soll israel ein Existenzrecht geben. SO die offizielle Version der Begründungen. Aber es kann nicht sein dass man ein Verbrechen an den Juden mit Land von den Arabern "entschädigt". Deswegen auch wenn die Schuld von Deutschland feststeht dann muss Deutschland ein teil von seinem gebiet geben. Wenn aber rauskommt dass Engländer USA zb dort viel vorher einige Sachen wussten und nicht eingegriffen haben oder sogar die Rettung der Opfer vermieden haben dann müssen diese Länder unter sich klären wer wieviel gibt.

    MfG

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Re^2: Jawoll. . . noch mehr Links

          Hi! Ich hatte gehofft wir kommen hier im Thread ohne
          unwissenschaftliche linksextremistische Propagandalinks von
          "junge-world" aus.
          Ein Armutszeugnis für ein Mitglied der schreibenden Zunft...
          Ob linksextremistische Propaganda oder nicht, zumindest stimmt die enge Verbindung der politischen Führung in einigen arabischen Ländern mit den Nationalsozialisten.

          Der Mufti von Jerusalem hat bereits im April 1933 seine Zusammenarbeit den Nazis angeboten. Die sind aber aus politischen Gründen - man wollte es sich nicht mit den Briten verscherzen - nicht darauf eingegangen. Ein paar Jahre später sah das dann schon ganz anders aus.

          Die Baath-Parteien in Syrien und im Irak sind eindeutig aus faschistischen Ideologien heraus entstanden. Ihre Weltanschauungen sind maßgeblich vom deutschen Denken einer "nationalen authentischen Kultur" beeinflusst.

          Das negative Verhältnis der arabischen Welt zu den USA - das sich übrigens erst nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt hat, vorher waren die USA in der arabischen Welt ohne Bedeutung - beruht auf einer deutschen Denkschule, zu der Leute wie Rilke, Spengler, Jünger und Heidegger gehören: So unterschiedlich diese Leute sind, eines hatten sie gemeinsam - eine ausgeprägten Anti-Amerikanismus. Amerika war (und ist wohl noch) in den Augen vieler ein Paradebeispiel für eine Zivilisation ohne Kultur. Reich, verwöhnt, materialistisch, seelenlos, künstlich, zusammengewürfelt. Konstruiert, aber nicht gewachsen. Mechanisch und nicht organisch. Als Volk eben nicht authentisch. Und dennoch erfolgreich. Das macht neidisch, frustriert und führt zur Ablehnung.

          Die arabische Welt stand stets in Opposition zu den Siegern und hat in den letzten 100 Jahren immer wieder auf die Verlierer gesetzt. Das Osmanische Reich vertraute dem Deutschen Kaiserreich und ging unter. Der Mufti von Jerusalem und die irakischen Faschisten unter al-Gaylani setzten auf die Nationalsozialisten und gingen 1941 unter. Im Moment des Machtvakuums nach dem Zweiten Weltkrieg versagten die arabischen Führer auf ganzer Linie und mussten die Gründung Israels hinnehmen, und dann setzten sie - aus reiner Opposition zu den USA - auf die Sowjetunion, bis auch diese zusammenbrach.

          Die Geschichte der arabischen Welt seit 1798, dem Jahr der modernen Geschichte des Nahen Ostens (Napoleon siegt in Ägypten), ist eine Geschichte der Verlierer. Und es ist dabei relativ egal, ob dies von einer linken, einer liberalen oder einer rechten Zeitung festgestellt wird.

          Grüße
          Heinrich

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Re^2: Jawoll. . . noch mehr Links

          Ich hatte gehofft wir kommen hier im Thread ohne
          unwissenschaftliche linksextremistische Propagandalinks von
          "junge-world" aus.
          Ein Armutszeugnis für ein Mitglied der schreibenden Zunft...
          Ich habe die Küntzel-Arbeit nun mal dort gelesen. Hast Du über den auch noch was zu motzen? Nein? Dann ist Dein voriger Beitrag ein Armutszeugnis. . .

          • Antwort von nach einem Tag hilfreich
            Staatsfeindliche Links!

            Pah! Meine Kritik ging in die Richtung, dass es unverantwortlich ist, vollkommen unreflektiert Links in den Raum zu schmeißen. Zumal wenn diese auf Texte verweisen, deren Autoren zur staatsfeindlichen antideutschen Strömung gehören und vom Verfassungsschutz beobachtet werden.
            Diesen Hintergrund zu verschweigen ist krass fahrlässig und billige Stimmungsmache! [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re: Staatsfeindliche Links!

              Küntzel ist anerkannter Wissenschaftler und Du schreibst nicht belegbaren Unsinn.



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