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Re^3: Auswirkungen der iranischen 'Holocaust-Konfe
Ich glaube deine Argumentation hat einige Unschärfen, die ich
mal ansprechen
möchte, wenn du erlaubst=)
Gerne.
Ich habe bisher in keinen politischen Kommentaren lesen
können, dass man als
Rassist abgestempelt wird, wenn man Israel nicht liebt.
Doch. Als die Israelkritik in Europa vor ein paar Jahren ihren Höhepunkt erreichte, gabs es sofort die These, dass heutzutage der Antisemitismus sich nicht mehr direkt an den jüdischen Stereotyp wendet sondern sich vielmehr auf Israelkritik konzentriert. Dass heisst die Kritik an Israel wurde schon als verdeckter Antisemitismus gesehen. Daraufhin gabs je gerade von Europäischer Seite die These ja aber man darf doch eine Kritik ausüben usw. Der Letzte Stand der Dinge: Es herrscht Einigkeit, dass man Israel kritisieren darf als einen Staat, also das nicht jede Israelkritik automatisch antisemitisch ist... aber trotzdem bleibt für jeden Israelkritiker ein Hauch von Vorwurf, den man gegen ihn wenn man Lust und Macht hat ausspielen kann. Denn es ist nunmal schwierig, hier objektive Kriterien zu finden, meist gehts um Vorlieben. Wenn ein arabischer Politiker eine Kritik äüßert, dann wird man eher geneigt sein seine Kritik unter antismeitisch einzuordnen.
Es
gibt sogar zwischen
den Vereinigten Staaten und Israel ständig
Auseinandersetzungen... das ist doch
ganz legitim.
Demokratien, und Israel ist eine, müssen immer der Kritik
aussetzbar sein.
SIehe oben. Es ist legitim aber wenn die legimität wirklich so klar wäre, so müssten eurpäische Politiker bzgl. Kritik an ISrael und an den USA nicht jedesmal vor ihren AUsführungen den Satz: Freunde müssen sich kritisieren können usw. hinzufügen.
Darüber hinaus finde ich kann man den Antisemitismus-Begriff
in einer Diskussion
über den Nahostkonflikt nicht verwenden. Man wirft sonst damit
viel zu viele
Sachzusammenhänge in einen Topf und was rauskommt ist eine
unzutreffende und
diffuse Bewertung des Konflikts.
Volle Zustimmung. Aber es wird gemacht. Nicht umsonst sieht man die Bemühungen von Internetseiten Zeitungen etc. die wirklich mit aller Macht versuchen, die "Nazistischen Hintergründe" des Nahostkonflikts zu zeigen. Dann werden wie auch hier im Forum viele Sachen durcheinandergemischt, irgendwelche Verbindungen zwischen Nazis und arabischen Führern aufgezählt oder irgendwelche Sendungen die ganz klar antisemitischen Inhalt haben.
Die andere Sache ist, dass man Europa nicht vorwerfen kann,
zwischen 1933 und
1945 Täter des Holocaust gewesen zu sein. Du begehst damit den
selben Fehler
wie der iranische Präsident (überhaupt finde ich -ich möchte
damit um himmels
willen nichts unterstellen- deine Ideen 1:1 abgeguckt von
Ahmadinedschad).
Von
Teheran aus sieht das ganze weit entfernte Europa als Urheber
der Massenmorde
an der jüdischen Bevölkerung aus. Hier muss man aber auch
wieder
unterscheiden.
Verantwortlich für den Holocaust war die Regierung des
Deutschen Reiches, nicht
Europa.
OK. Das sagt auch keiner. Es geht auch nicht - so wie ich es verstanden habe- direkt NUR um den Holocaust an sich. Sondern um das Verhalten und Positionen der umliegenden Staaten bevor während und nach dem Holocaust. Offiziell ist die Gecshichtsschreibung so: Deutsche sind Mörder, Engländer und andere Europär und auch USA und die Zionisten sind die Retter von den Juden, die dort lebten. Es geht vielmehr darum, dass alle diese Länder und die Zionisten während der Nazizeit ja Kontakte mit den Nazis und untereinander hatten. Da wäre die Frage der Flüchtlinge zb ob man alles getan hat um den Juden aus deutschland Fluchtmöglichkeiten zu geben. Ich bin kein Geschichtsexperte aber ich lese auch hier und dort Sachen, die wir in der Schule nicht besporchen haben. ZB dass es ein Kontakt bzgl. Flüchtlingen ggeben hat zwischen Zionisten, anderen Staaten und Nazideutschland. Dass die Nazis bereit waren Juden von Deutschalnd wegziehen zu lassen unter bestimmten Konditionen und dass dies abgelehnt wurde. Und dass einige Staaten die Aufnahem von jüdischen Flüchtlingen gestoppt und nicht erlaubt haben.
Und es wird auch nie irgendjemand Mitschuld von Großbritannien
oder USA
nachweisen können, da sei gewiss.
Darüber bin ich mir nicht sicher. Und ausserdem sollte das ergebnis nicht vorher feststehen.
Ich finde, der Versuch Irans, Deutschland nachträglich zu
Gebietsabtretungen zu
verpflichten (mit welcher Autorität? Hast du dir schonmal
Gedanken gemacht, wie
umsetzbar dieser Vorschlag ist? Gar nicht, denn das ist auch
nicht Ziel Irans)
Wer hätte gedacht vor ein paar hundert Jahren dass eine jüdische Organisation wie der Zionismus einen Staat im Nahen Osten errichten kann? Nichts ist unmöglich. Die Zionisten kamen zum Osmaischen Herrscher dem ja der ganze Nahe Osten gehörte und haben ihm angeboten gegen Bezahlung der Auslandsschulden das Gebiet in Palästina an die Zionisten abzutreten. Der osmiasche Herreher hat damals abgewunken, wahrscheinlich hat er sich auch gedacht mit welcher Autorität verlangt ihr Land von mir? Aber letzlich haben die Zionisten ihr Land. Es kommt meist anders als man denkt.
Und ausserdem gehts dem Iran auch nciht wirklich um eine Umsiedlung von Israel nach Europa. Ahmedineschad hat es ja eher rhetorisch verwendet, damit man die Fratzen Europäischer Politiker sehen konnte, wie viel Schiss sie bekommen haben wo es um Gebietsverluste auf ihrem eigenen Boden ging. Er sagt dass man eine Volksabstimmung machen soll in dem gebiet wo jetzt Israel und Palästina ist. Und dass die bedien Völker entscheiden sollen ob sie nun in einem staat in zwei staaten oder in keinem staat leben wollen. Und dass da keiner reinreden soll, wie es bisher gemacht wurde. Im Zuge der Errichtung des Staates wurden die Palästinser ja nicht angehört. Das ist alles bisschen komplizierter als dieses platte Israel weg nach europa.
ist eine Mischung aus innenpolitischem Populismus und der
Suche nach einem
Schuldigen für den Nahostkonflikt. Diese Forderungen sind der
bewusste Versuch
der Teheraner Regierung international zu provozieren, die Road
Map zu stoppen,
die Friedensbemühungen in Israel scheitern und den Konflik
eskalieren zu
lassen. Denn ein Waffenstillstand ist nicht im Interesse der
Mullahs, denn der
würde eine Anerkennung Israels beinhalten und den jetzigen
Status Quo
zementieren.
Das mit dem Innenpolitischen Populismus wird ja of gesagt und verwendet, aber echt nur wenn es um die Nahoststaaten geht die gegen Israel sind. Man könnte auch überlegen, ob denn das Aufpuschen dieser Zitate auch unter bestimmten Vorzeichen die sie nicht hatten nicht auch einem INnenpolitischen Populismus Israels und Amerikas dienen sollte.
Das Existenzrecht Israels wir aus verschiedenen Quellen
abgeleitet.
OK. Unter anderem aus der Shoa. Und das geht nicht. Das muss man vergessen. So lange sie auch aus der Shoa abgeleitet wird muss man sich dann gefallen lassen, dass man gerade dort ansetzt.
Da gibt es zum einen die völkerrechtlich-juristische. 1947 hat
die UNO
Vollversammlung mit einer Zweidrittelmehrheit beschlossen,
dass ein jüdischer
Staat auf dem Gebiet westlich des Jordan entstehen soll.
Da setzt ja auch die Kritik des Iran an. Völkerrechtlich hätte man beide Seiten anhören müssen. Man hat aber die palästinensiche Seite nicht angehört. Deswegen sagt Ahmedineschad man müsse eine Abstimmung machen und nicht irgendwelche Staaten über die Köpfe der bedien Völker entscheiden lassen. Hier wird quasi die Berichtigung des damaligen fehrlerhaften Prozesses verlangt.
Darüber hinaus ist das Argument, die jüdische Bevölkerung sei
mit der Shoa in
Pälästina eingedrungen und habe die arabischstämmige
Bevölkerung verdrängt, die
eine Art Erstbewohnerrecht habe unhaltbar. Es ist historische
Tatsache, dass
lange vor der Staatsgründung Israels Juden in Palästina
lebten.
Es ist aber auch Tatsache dass dort Juden in der Minderheit lebten. Also wenn in einem bestimmten Gebiet ein Mindehreit zur Mehrheit erstarkt und die Mehrheit dort zu einer Minderheit schrumpft, dann muss da doch was passiert sein? Was ist passiert? Vertreibung von dem Sässigen palästinenser und die Ansiedlung eines nicht dort ansässigen Juden. Das kann man nicht abstreiten. Und mit dem Argument da haben juden ja auch gelebt schon gar nicht. Die Zahlen der Juden und der Moslems finden sich in den Archiven des osmaischen reiches und sind auch sonst überall auffindbar.
Sinnvoll für das Verständnis des Existenzrechts Israels ist es
hierbei auch die
politikwissenschaftliche Definition von Staat heranzuziehen:
Staat ist
diejenige menschliche Gemeinschaft, die innerhalb eines
bestimmten Gebietes das
Monopol legitimer physischer Gewaltsamkeit für sich mit Erfolg
beansprucht (Max
Weber).
Deshalb gilt ein Gebilde als Staat, wenn es sich in
Unabhängigkeitskriegen
behaupten und seinen Geltungsanspruch mit Machtmitteln
durchsetzen kann.
Wichtig dabei dass ein Staat zumindest zwei Sachen mit sich bringen muss um als Staat gelten zu können (Normalerweise).
(1)Staatsvolk (2) Staatsgebiet. Das erste hat Israel. Das zweite nicht. Denn damit ein Gebiet als STaatsgebiet gilt muss es fest umrissen sein und für andere Staaten ersichtlich sein, wo es aufhört und wo es anfängt. Frage hat Israel Staatsgrenzen? NEIN. ALso fällt es an sich nicht unter der Definition eines Staates.
Warum soll also die Hamas und andere Staaten die Existenz eines STaates unterstützen billigen und respektieren, wenn dieser Staat keine Grenzen hat und sich bis heute weigert Grenzen zu ziehen, also an sich gar nicht der Definition eines Staates entspricht? Man verlangt die Unterzeichnung eines Blankochecks von den Arabern und den anderen, wo der Betrag später von Israel eingezeichnet wird. Ist doch wohl klar, dass es noch lange dauern wird bis alle führer im nahen Osten so weit fertiggemacht werden bis sie diesen Blankocheck unterzeichnen.
MfG