Hallo
Wobei man da natürlich noch ein bisschen unterscheiden muss zwischen einer Maßnahme zur Schulung und Weiterbildung - und einem 1EJob. Der 1EJob ist ja per Definition eine "nachrangige" Maßnahme und soll erst
dann in Erwägung gezogen werden, wenn alle
anderen Vermittlungsbemühungen und Eingliederungsinstrumente (Aus-,Fort-, Weiterbildung, ABM, Entgelt-Maßnahme usw.) nicht gefruchtet haben. Vermittlung und Weiterbildung sind immer vorrangig. (Oder sollten es gesetzlich sein, besser gesagt.. die Realität sieht aber ja oft anders aus.)
Ansonsten dürfte der 50-Jährige in der Vermittlungsaufgabe
eine niedrige Priorität aufgestempelt bekommen...klingt jetzt
etwas hart, aber warum diesen erfahrenen Mann teuer umschulen,
wenn er " billig " zeitweise aus den Statistiken " entfernt "
werden kann ?
Das ist hart - aber ja Realität. Ungeachtet seiner Berufserfahrung ist sein Alter in der Regel bereits ein Vermittlungshemmnis auf dem Arbeitsmarkt - da muss man sich doch nix schönreden. (Das kann man mittlerweile auch schon weit
früher ansetzen als erst bei 50..)Und der Rest ist eine reine Rechenfrage. Wieviel Förderbudget hat man zur Verfügung (=wenig), und in wen investiert man es ? Wo auf dem Markt sind
überhaupt noch realistische Arbeitsplatz-Chancen und Jobangebote zu finden (suchsuchsuch)- wer hat grundsätzlich Aussicht, so einen Job evtl. zu ergattern ..und was müsste man ihm dafür evtl. vorher noch an Förderung zukommen lassen, die lt.Budget auch "drin" sitzt ?
Die Vermittler wissen auch, das diesem Menschen vom
Arbeitgeber kein X für ein U vorgemacht werden kann...daher
nix mit Dumpinglohn.
Die Arbeitsagentur hat gerade erst verkündet, dass sittenwidriger, unzumutbarer Stundenlohn erst bei "deutlich unter 3 Euro" anfängt. Das steckt klar ab, welche Jobs/Löhne ein Leistungsbezieher als zumutbar zu akzeptieren und anzutreten hat, wenn er keine Leistungskürzungen und -einstellungen riskieren will. Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit ist das Lohn-"Verhandlungsrecht" bei Jobinterviews nur noch Theorie.
dass manchmal echt sinnlose Vermittlungsangebote / Schulungsangebote :beim "Kunden " ankommen...so Marke Bürohengst soll in 6 Monaten
Handwerker werden können ... sollen ...
Inwieweit solche Crash-Kurs-Schulungen qualitativ ausreichend sind bzw. ob es
überhaupt möglich ist, auf die Art etwas Solides zu bilden, ist auch noch eine Frage...richtig. Aber die wenigsten Betroffenen
kommen ja überhaupt in den Genuss von solchen Aus-oder Weiterbildungen ! Wenn man mal bundesweit herumschaut, scheinen doch die
objektiv sinnlosen "Weiterbildungs-Kurse" zu überwiegen. Wir lernen Gemüseschnibbeln, wir lernen, was eine PC-Maus kann und surfen 6 Std. täglich im Internet herum, wir lernen Gebrauchtspielzeug- Instandsetzen/-Bemalen...
"Förderung", die wir alle mit Steuern finanzieren und die die Betroffenen antreten
müssen.. und die ihnen keinen bezahlten Job verschafft. Waren es nicht letztes Jahr so um die 7 Milliarden Steuermittel, nur für solche Sinnlos-Kurse ?
http://www.youtube.com/watch?v=9XFFV9rb5w8&feature=r...
http://www.br-online.de/das-erste/report-muenchen/re...
dann Druck von oben von wegen "Statistik und Vermittlungsquote "
Da wären die " Vermittler A.D. " mal nach ihrer Meinung
gefragt, wie viele Kunden sie denn in ihrer Zeit so
durchschnittlich zu betreuen hatten.
Das kommt ja obendrauf noch dazu - und die Statistik dürfte wohl auch die Hauptmesslatte sein.
Ansonsten habt ihr beide recht...aus einer Fortbildung kann
sich jeder individuell mehr oder weniger herausziehen.
Das habe
ich nicht gesagt - und sehe das eigentlich auch nicht so. ;) Man ist ja als Betroffener verpflichtet, an jeder zumutbaren Maßnahme teilzunehmen, oder es gibt Kürzungen /Einstellung der Leistung. Die
Teilnahme ist also eine Frage der Existenz. Ob man diese Maßnahmezeit dann aber nur absitzt oder versucht, vielleicht doch noch irgendwas Sinnvolles in dem Ganzen zu finden (oder zu initiieren..)- das ist sicher auch typabhängig. Aber ich möchte vermuten, dass sich bei jemandem nach wohlmöglich 5 Jahren in solchen Maßnahmen ,ohne Job-Finden, die Motivation und der Glaube an "Förderung" in Grenzen hält.
LG