Re: ist es das board ? oder was anderes ?
hallo
hab seit ein paar wochen probs mit meinem PC.
er geht unregelmässig aus und bootet neu. manchmal kommt es
oft hintereinander vor, dann wiederrum mal stundenlang nix.
ganz schnell geht es beim spielen. da bootet er meist nach ein
paar minuten neu.
Ok, anders rum gesagt, wenn Du die Maschine unter Stress bringst kracht es öfters. Und da es um Spiele geht kannst Du auch gleich noch die Grafikkarte und deren Treiber zum Kreis der Verdächtigen hinzufügen (seufz - es könnte also so ziemlich jedes Bauteil schuld sein, oder eine unglückliche Kombination).
ein freund meinte die festplatte sei kaputt
... unwahrscheinlich. Wenns die Festplatte ist bekommt man zumindest hin und wieder Ereignisprotokolleinträge (Fehler vonm "Disk" Subsystem), hin und wieder Blue-Screens (KERNEL_IMPAGE_ERROR) oder F4 doer F6 Blue-Screens beim Booten. Aber wie schon erwähnt lässt sich die Platte schnell und schmerzfrei überprüfen. Lade Dir HDTune von hdtune.com (frei), schau Dir die SMART Parameter an und lass den Lesetest über de Platte drüber. Wenn da nichts auftaucht was verdächtig ist, ist die Platte aus dem Schneider.
ein anderer der arbeitsspeicher. hab jetzt ein neuen arbeitsspeicher drin,
aber dasselbe problem noch immer
Da würde ich auch genauer hinschauen. Billigspeicher gegen anderen Billigspeicher austauschen bringt nichts. Tipps wie manchne Boards vertragen sich nicht mit manchem Speicher helfen nichts weiter. Manche Boards sind technisch instabil wenn man Speichermodule mischt, oder alle Bänke bestückt. Konstruktionsfehler, da kann man wenig dagegen tun. Test: Board erst mal nur mit einem einzigen Speicherriegel bestücken und unter Stress setzen. Dann schrittweise höher gehen. Wenn das BIOS die Möglichkeit anbietet, das Speichertiming auf so langsam wie möglich setzen. Das alles löst zwar das Problem nicht, nagelt aber die Speicherbank als Ursache fest. Danach: Speicher verbauen den der Hersteller explizit empfiehlt, ersatzweise Kingston. Ist zwar sauteuer, aber wenns hilft, hilfts. Wenn Du den Speicher übers Internet kaufst kannst Du ihn, wenns nichts bringt, für 7 Euro wieder zurückgeben. Oft lassen sich Computershops inzwischen, wenn man nachfragt, auf den selben Deal ein, und man kann den Artikel innerhalb von 14 Tagen wieder zurückgeben wenns nichts bringt. Die Frage ist da aber, ob sie den richtigen Speicherriegel grad auf Vorrat haben.
Gleichzeitig würde ich auch versuchsweise - wenn das BIOS das anbietet - den Prozessor so konservativ takten wie es geht, und danach wieder schrittweise höher gehen. Überhaupt BIOS rücksetzen um einen definierten Startpunkt zu haben.
Lass Dir nach jedem Testschritt eine gute Weile Zeit bis Du den nächsten machst. Lebe also ein paar Tage mit einer langsameren Maschine, und dann mach den nächsten Schritt. Stresse die Maschine mit jeder Art von Sofwtare die Dir einfällt: Spiele, künstliche Tests wie Memtest oder Prime, Benchmarks. Notiere Dir, was Du gemacht hast, und wenn Du denkst, Du hast die Ursache gefunden, mach den Fix rückgängig und schau, ob das Problem dann wieder kommt. Nur dann bist Du sicher dass Du nicht auf einen Zufall hereifällst. Temperaturprobleme verschinden im Moment langsam, weil die Tage kälter werden.
Nächster Verdächtiger: das Netzteil. Austausch auf Verdacht ist allerdings aufwändig, billig gegen billig tauschen hilft nichts, also würde ich zwei Strategieen fahren: Wenn Du ein Amperemeter hast, oder sogar ein Wattmeter, Leistungsaufnahme messen unter Vollast. Dann die Nennleistung des Netzteils vom Typenschild damit vergleichen. Wenn das Netzteil über etwa 2/3 Leistung gefahren wird würde ich ein stärkeres einbauen. Leider ist der Test nicht ganz wasserdicht: wenn im Netzteil nur eine einzelne Spannung an der Lastgrenze gefahren wird, kannst Du das nur sehr schlecht messen. Wenn kein Messgerät zur Verfügung steht hilft nur technische Daten aller Komponenten recherchieren und Stromverbräuche aufsummieren. Du kannst auch umgekehrt versuchen, das Problem zu verschärfen, indem Du den Stromverbrauch künstlich erhöhst (zusätzliche Platte einschrauben). Kommt der Absturz dann öfters oder gar sofort beim Einschalten, hast Du einen starken Hinweis.
kann es auch am board liegen ? das dort etwas kaputt ist ?
oder doch die festplatte ?
Raten hilft nicht. Im Computerladen haben die Leute immer einen guten Vorrat an allen Komponenten und können den Fehler durch tauschen und probieren eingrenzen. Daheim hat man diesen Luxus idR nicht. Allerdings hat auch der Computerladen sein Kreuz, da der Fehler nicht eindeutig reproduzierbar ist, ist er nur sehr zeitaufwändig festzunageln, und Du kannst bei der Übernahme des "reparierten" Geräts nicht sicher sien, ob das Problem tatsächlich gelöst wurde.
Abgesehen davon könnte natürlich auch ein Betriebssystemproblem vorliegen. Erst mal wichtig und oft übersehen: unter Systemsteruung - System - Erweitert - Starten und Wiederherstellen die Einstellung "Automatisch Neustart durchführen" deaktivieren. Sonst kannst Du einen eventuellen Blue-Screen eventuell deshalb nichts sehen, weil der Rechner zu schnell neu startet, und der Bildschirm nicht schnell genug in den Textmodus schaltet. Unwahrscheinlich, aber unmöglich ist es nicht.
Könnte aber durchaus auch ein Sofwtareproblem sein. Grafikkartentreiber eventuell. Test ist wieder extrem aufwändig: Basisbetriebssystem frisch installieren (geht vernünftig nur wenn man eine andere Festplatte dafür zur Hand hat), dann Minimalsoftware installieren und versuchen, das Problem damit zu provozieren.
Also weiter beim "strukturierten Probieren". Bleibt noch Temperatur. Die Boardsensoren sind da nicht wirklich nützlich, man kann nur sagen dass wenn ein Sensorwert weit daneben liegt das Board auf jeden Fall ein Temperaturproblem hat. Da es aber nicht von vorn bis hinten mit Sensoren gespickt ist kann man bei korrekten Temperaturmesswerten umgekehrt nicht sagen, dass nirgendwo auf dem Board ein Temperaturproblem da ist. Ich löse das immer mit der Holzhammermethode: Gehäuse abmachen, und mit einem möglichst leistungsstrarken und breitblasenden Lüfter (ein Badezimmerofen ohne Heizfunktion ist ideal ...) breitflächig über das Board drüber blasen, und dann den Rechner stressen. Wenn es jetzt stabil bleibt hat man ein Temperaturproblem. Dann kommt der Fön mit Heizung zum Einsatz. Durch gezieltes Anblasen von kritischen Zonen mit Warmluft kann ich das Problem eventuell provozieren. Auch vorsichtig mit dem Finger auf die Bauteile tippen hilft: wo es weh tut ist Temperaturverdacht gegeben. Allerdings bevorzuge ich wegen möglicher Probleme mit statischen Aufladungen meiner Finger inzwischen ein berührungsloses Digitalthermometer - aber wer hat das schon in der Bastelstube ...
gruss
Viel Geduld ...
...Armin