Rad vs. Auto

Hallo allerseits,

ich habe gerade sehr belustigt die Diskussion „Radfahrer“ gelesen.
Wie sehen dazu eigentlich rechtliche Regelungen und Urteile aus?
Z.B. die (vermeintliche?) Pflicht des Autofahrers, 1,5 Meter Abstand zum zu überholenden Radfahrer einzuhalten?

Grüsse

Jörg

Hallo!

1,5 Meter
Abstand zum zu überholenden Radfahrer einzuhalten?

Wie soll das gehen, soll der Autofahrer in den Graben fahren müssen?

Gruß
Tom

Hallo

ich habe gerade sehr belustigt die Diskussion „Radfahrer“
gelesen.

Wenn Du für diesen Marathon Zeit und Energie hattest, kannst Du ja noch ein wenig weiter im Netz recherchieren!

Wie sehen dazu eigentlich rechtliche Regelungen und Urteile
aus?

Meistens schwarze Schrift auf weißem Papier.

Z.B. die (vermeintliche?) Pflicht des Autofahrers, 1,5 Meter
Abstand zum zu überholenden Radfahrer einzuhalten?

Die StVO spricht nur von „ausreichendem Abstand“, das mit den 1,5m ist in Hunderten von Gerichtsurteilen nachzulesen, hier in meiner Gegend ist zB die Entscheidung des OLG Hamm mit dem Aktenzeichen 9 U 66/92 maßgeblich, nach der je nach Geschwindigkeit auch mal 2 Meter angenommen werden.

Das Gesetz verzichtet hier sinnvollerweise auf genaue Vorschriften. Wer hält schon einen Zollstock aus dem Seitenfenster?

Natürlich nicht, wenn der Autofahrer die mindestens 1,5m nicht einhalten kann, darf er nicht überholen. Es existiert sogar ein Urteil irgendeines OLG, wonach ein Autofahrer selbst bei 2m Abstand eine Mitschuld bekam, als der Radler einen Schlenker machte und es zum Unfall kam. Klingt komisch, ist aber so.
Ich gebe hier übrigens nur die STVO und nicht meine eigene Ansicht wieder.

MfG

Goetz

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Hallo!

1,5 Meter
Abstand zum zu überholenden Radfahrer einzuhalten?

Wie soll das gehen, soll der Autofahrer in den Graben fahren
müssen?

Nö, schubs den Radfahrer mit Deinem Auto doch einfach in den Graben. Problem gelöst…

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Hi Jörg,

Du scheinst ja selber nicht Fahrrad zu fahren. Kannst Du Dir das Gefühl vorstellen, wenn ein Autofahrer beim Überholen fast seinen Seitenspiegel an Deiner Hose abwischt?
Gönn doch dem Radfahrer beim Überholen soviel Raum, wie Du es beim Überholen eines unsicheren Autofahrers machen würdest.
Gesetze können nicht in allen Fällen gesunden Menschenverstand ersetzen, in Orvilles 1984 möchte wohl keiner Leben.

MfG

tantal

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Moin, Tom,

Wie soll das gehen, soll der Autofahrer in den Graben fahren
müssen?

versuch mal, links dran vorbeizukommen.

Gruß Ralf

Hallo!

ich habe gerade sehr belustigt die Diskussion „Radfahrer“
gelesen.
Wie sehen dazu eigentlich rechtliche Regelungen und Urteile
aus?

Generell gilt zunächst die Straßenverkehrsordnung (StVO). Insbesondere der $1 ist in der Diskussion sehr wichtig und wird sehr häufig von beiden „Lagern“ mißachtet.

Z.B. die (vermeintliche?) Pflicht des Autofahrers, 1,5 Meter
Abstand zum zu überholenden Radfahrer einzuhalten?

Das ist ein Richtwert aus dem Richterrecht, also aus gerichtlichen Entscheidungen.
Dabei muss der Autofahrer zusätzlich einschätzen, ob es sich um einen eher unsicheren Radler handelt, bei dem man vielleicht wegen Schlenkergefahr noch deutlich mehr Abstand halten muss.
Wenn kein ausreichender Platz zum Überholen vorhanden ist, muss der Überholvorgang unterbleiben. Der Langsamere sollte (oder muss sogar, da bin ich mir nicht sicher) ab und an z.B. auf einem Parkplatz anhalten, um diejenigen, die die erlaubt Geschwindigkeit fahren können und wollen, vorbeizulassen. Das gilt für Traktoren m.W. genauso wie für Radfahrer, nur ist m.W. keine Strecke bzw. kein Intervall für das Anhalten vorgeschrieben.
Hier kommt dann wieder $1 StVO ins Spiel und ein verantwortungsvoller Verkehrsteilnehmer sollte einschätzen können, wenn es Zeit ist.

Generell kann man sich vor negativen Gerichtsurteilen leicht schützen, indem man vernünftig fährt und die Regel befolgt, dass der Schwächere im Zweifel Vorfahrt hat.
Dies gibt natürlich auf der anderen Seite diesem nicht das Recht, zu machen, was er will. Und genau das war das Problem in der Diskussion weiter unten.

Grüße,

Mathias

P.S.: die StVO kann man unter http://www.gesetze-im-internet.de nachlesen.

Hi Jörg,

Du scheinst ja selber nicht Fahrrad zu fahren.

Ganz im Gegenteil, ich fahre seit ca. 20 Jahren jeden Tag min. eine Stunde Rad.

das Gefühl vorstellen, wenn ein Autofahrer beim Überholen fast
seinen Seitenspiegel an Deiner Hose abwischt?

Das kann ich sehr gut. Oft habe ich das Gefühl, dass mancher Autofahrer keine Vorstellung von der Gefährlichkeit seines Handelns hat. Von wegen sportlich Autofahren. Totaler Unfug! Sportlich kann man auf abgetrennten Rennstecken autofahren, im normalen Straßenverkehr ist es überhaupt nicht möglich, mit dem Auto in Bereiche zu kommen, in dem die zum Sport gehörende körperliche Anstrengung zum Tragen kommt. Ein Denksport ist das angebliche sportliche Autofahren im Straßenverkehr auch nicht. Wenn man denken würde, würde man es nicht tun. So mancher Autofahrer nutzt das sogenannte sportliche Fahren augenscheinlich als Kompensation für mangelnde körperliche Fitness. Und ein Kontaktsport ist Autofahren erst recht nicht. Zurück zum engen Überholtwerden. Ich fahre an Stellen, an denen ein Autofahrer mich nicht mit ausreichendem Abstand überholen kann, immer so mitten auf der Straße, so dass er überhaupt nicht überholen kann. Wenn der Gegenverkehr dann vorbei ist, verdrücke ich mich wieder brav auf die rechte Straßenseite. Klappt wundebar, seit ich so handele, habe ich keine Probleme mehr mit kontaktsportlichen Autofahrern, und beschwert hat sich deswegen auch noch keiner. Die meisten Autofahrer sind übrigens sehr vernünftige und rücksichtsvolle Menschen, und bescheuerte Radfahrer gibt es auch genug. Über diese rege ich mich auch auf. Andererseits trägt der Autofahrer wegen seines grösseren Gefährdungspotential auch eine grössere Verantwortung und damit Sorgfaltspflicht.

Gönn doch dem Radfahrer beim Überholen soviel Raum, wie Du es
beim Überholen eines unsicheren Autofahrers machen würdest.

Autofahrer überhole ich grundsätzlich nicht. In 50er Zonen ist es mir zu anstrengend, und in 30er Zonen würde ich den Autofahrern Munition gegen die militanten Radfahrer geben.

Gesetze können nicht in allen Fällen gesunden Menschenverstand
ersetzen, in Orvilles 1984 möchte wohl keiner Leben.

Natürlich, ich wollte nur die Diskussion von unten(Radfahrer) in eine sachliche Bahn zum Vorteil beider Seiten lenken, auf dass alle im Straßenverkehr ihren gesunden Menschenverstand nutzen.

MfG

tantal

MfG zurück

Jörg

Hallo,

Wie sehen dazu eigentlich rechtliche Regelungen und Urteile
aus?

Meistens schwarze Schrift auf weißem Papier.

you made my day

ROFL,

Karin

Hi Jörg,

da sind wir ja überwiegend einer Meinung, sachlich und Menschenverstand sind die richtigen Stichworte.
Leider fahren zu wenig Autofahrer mit dem Fahrrad oder zu wenig Fahrradfahrer mit dem Auto, sonst wüsste doch jeder, wie er sich gegenüber dem Anderen verhalten müsste.
Natürlich gibt es Mitmenschen, die in sich eine eingebaute „Vorfahrt“ haben, ob sie nun Auto fahren, Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen.

MfG

tantal

Huhu!

Leider fahren zu wenig Autofahrer mit dem Fahrrad oder zu
wenig Fahrradfahrer mit dem Auto, sonst wüsste doch jeder, wie
er sich gegenüber dem Anderen verhalten müsste.

Ich klingele täglich Leute aus meiner Bahn, die an einer Ampel warten und zu diesem Zweck ihr Fahrrad quer über die gesamte Breite des Radwegs stellen. Wo bleibst Du jetzt mit Deiner Logik? Wären diese Radfahrer Radfahrer, wüssten sie, wie sich Radfahrer zu verhalten haben?

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Hi,

„Natürlich gibt es Mitmenschen, die in sich eine eingebaute „Vorfahrt“ haben, ob sie nun Auto fahren, Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen.“

siehe Vorpost

Haben wir es hier vielleicht mit der Spezies „Homo Ignoranz“ oder „Homo egocentrix“ zu tun?

Es gibt bei allen Arten von Verkehrsteilnehmern ignorante Idioten,aber bei vielen wäre es einfach nur hilfreich, wenn sie wüssten wie sich der Andere fühlt.
Ich gehe mal blauäugig davon aus,das Vieles nicht aus Böswilligkeit, sondern aus Ahnungslosigkeit resultiert.
So lästig die verkehrstechnischen Kotzbrocken auch sind, ich halte sie trotzdem für die Minderheit.

MfG

tantal

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

@drambeldier, Birgit, Goetz: nochmal nachlesen!
Hallo,

1,5 Meter
Abstand zum zu überholenden Radfahrer einzuhalten?

Wie soll das gehen, soll der Autofahrer in den Graben fahren
müssen?

Wer fährt denn dabei links und wer rechts? :wink:
Gruß
loderunner

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Hallo allerseits,

Hallo, Heribert.

Z.B. die (vermeintliche?) Pflicht des Autofahrers, 1,5 Meter
Abstand zum zu überholenden Radfahrer einzuhalten?

Alte Regel: Wenn Du einen Radfahrer überholst, lass ihm Platz zum Stürzen. Alles Andere gibt eine ziemliche Schweinerei und ist schwer abzukriegen.

Gruß Eillicht zu Vensre

Hallo,

1,5 Meter
Abstand zum zu überholenden Radfahrer einzuhalten?

Wie soll das gehen, soll der Autofahrer in den Graben fahren
müssen?

Wer fährt denn dabei links und wer rechts? :wink:

tja … wer denn?

Hallo Eillicht zu Vensre,

gut gebrüllt, Löwe.

Ich möchte die Frage des Ursprungsposters noch erweitern / ergänzen:

Was macht ein Autofahrer, der an einer roten Ampel hält, wenn ein Radfahrer von hinter ihm kommend sich rechts neben ihm so knapp zwischen Bordstein und Pkw zwängt, dass beim Anfahren der Sicherheitsabstand unter 50 cm ist oder sogar gegen Null geht?

Fragt
WB

Hallo Eillicht zu Vensre,

gut gebrüllt, Löwe.

Ich möchte die Frage des Ursprungsposters noch erweitern /
ergänzen:

Was macht ein Autofahrer, der an einer roten Ampel hält, wenn
ein Radfahrer von hinter ihm kommend sich rechts neben ihm so
knapp zwischen Bordstein und Pkw zwängt, dass beim Anfahren
der Sicherheitsabstand unter 50 cm ist oder sogar gegen Null
geht?

Hallo WB,

also, erst einmal sollte der Autofahrer ganz cool bleiben und sich fragen, warum der Radfahrer das macht. Wahrscheinlich ist er militanter Nichtraucher umd möchte nun seine Erfolge im erbitterten Krieg gegen in seiner Nähe Rauchende nun nicht dadurch konterkarrieren, dass er direkt hinter einem Auto dessen Abgase einatmen muss. Gerade anfahrende Autos stinken enorm, vor allem, wenn es ältere sind.
Nach dieser Erkenntnis und vor lauter Verständnis mit Wohlwollen angefüllt verzichtet der Autofahrer auf das Beschleunigungsduell mit dem Radler, zumal er auf den ersten Metern gegen einen Nichtrenterschönwetterradler sowieso keine Chancen hat.
Nachdem die böse Gegenwart in Form von Terminstress den Autofahrer nun aus seiner Sympathie mit dem umwelt- und gesundheitsbewussten Radler und dem Wunsch, es ihm gleichzutun, gerissen hat, überholt er ihn geduldig wartend bei der nächsten möglichen Gelegenheit mit ausreichendem Sicherheitsabstand und erfreut sich der Welt.

Scherz beiseite, ich glaube kaum, dass der Radler sich korrekt verhält, aber was solls? Dann verliert der Autofahrer halt ein paar Sekunden auf dem Weg zu seinem Ziel. Rote Ampeln sind sehr viel zeitraubender.

Grüsse

Jörg

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Hallo WB,

also, erst einmal sollte der Autofahrer ganz cool bleiben und
sich fragen, warum der Radfahrer das macht. Wahrscheinlich ist
er militanter Nichtraucher umd möchte nun seine Erfolge im
erbitterten Krieg gegen in seiner Nähe Rauchende nun nicht
dadurch konterkarrieren, dass er direkt hinter einem Auto
dessen Abgase einatmen muss. Gerade anfahrende Autos stinken
enorm, vor allem, wenn es ältere sind.
Nach dieser Erkenntnis und vor lauter Verständnis mit
Wohlwollen angefüllt verzichtet der Autofahrer auf das
Beschleunigungsduell mit dem Radler, zumal er auf den ersten
Metern gegen einen Nichtrenterschönwetterradler sowieso keine
Chancen hat.
Nachdem die böse Gegenwart in Form von Terminstress den
Autofahrer nun aus seiner Sympathie mit dem umwelt- und
gesundheitsbewussten Radler und dem Wunsch, es ihm
gleichzutun, gerissen hat, überholt er ihn geduldig wartend
bei der nächsten möglichen Gelegenheit mit ausreichendem
Sicherheitsabstand und erfreut sich der Welt.

Scherz beiseite, ich glaube kaum, dass der Radler sich korrekt
verhält, aber was solls? Dann verliert der Autofahrer halt ein
paar Sekunden auf dem Weg zu seinem Ziel. Rote Ampeln sind
sehr viel zeitraubender.

Grüsse

Jörg

Hallo Jörg,

warum sollte es nicht korrekt sein? Es ist Radfahrern erlaubt, an roten Ampeln rechts an der Warteschlange vorbeizufahren. Ich mache es auch so, weil ich meist schneller weg bin, als der erste Autofahrer. Viele legen ja erst bei Grün den ersten Gang ein.

Kurz nach einer Ampel folgt meist eine Querstraße, d.h. es steht mehr Platz auf der rechten Seite zur Verfügung. Den nutze ich, indem ich ca. einen halben Meter weiter rechts fahre, und lasse damit die ersten Fahrzeuge durch. Erst dann erreiche ich die andere Seite und muss mich wieder auf die Normalbreite einstellen. Wenn die Warteschlange nicht so lang war, kommen dann nur noch wenige Fahrzeuge und das klappt problemlos.

Auf die Art und Weise wird der erste Autofahrer (der mit den 50 cm) nur im stehenden Zustand passiert. Das ist relativ gefahrlos und er wird dadurch auch nicht behindert. Selbstverständlich achte ich auch darauf, seinen Spiegel nicht zu beschädigen.

Die 50 cm können also nur dann zum Problem werden, wenn der Radfahrer trödelt. Aber diese Sorte fährt i.d.R. auch nicht bis vorne vor, bzw. weicht gern auf den Fußweg aus :frowning:.

Das Abgase einatmen weiter hinten in der Schlange kann wirklich übel sein. Besonders schlimm sind dabei diese kleinen Roller mit Zweitaktmotor. Sie stinken erbärmlich und durch den geringen Geschwindigkeitsunterschied hat der Radfahrer recht lange was davon. So lange kann ich leider die Luft nicht anhalten. Eklig! Da hilft nur extremes Trödeln, damit er schneller weg ist.

Viele Grüße

Anne

Hi!

gut gebrüllt, Löwe.

Ich möchte die Frage des Ursprungsposters noch erweitern /
ergänzen:

Was macht ein Autofahrer, der an einer roten Ampel hält, wenn
ein Radfahrer von hinter ihm kommend sich rechts neben ihm so
knapp zwischen Bordstein und Pkw zwängt, dass beim Anfahren
der Sicherheitsabstand unter 50 cm ist oder sogar gegen Null
geht?

Das ist ganz einfach lösbar: ich fahre immer ganz nah an den Randstein, dann hat man die Radler nicht so oft vor sich. Manche sind besonders clever und fahren dann links vorbei, aber das Problem lösen die Motorradfahrer für einen…

Wenn die Autofahrer in einer Schlange mitdenken, fahren sie abwechselnd ganz links und ganz rechts in der SPur und an der roten Ampel sehr dicht an den Vordermann ran. Dann bleibt den Radlern keine Möglichkeit, sich vorzudrängelnd und dann bei grün den ganzen Laden aufzuhalten.
Denn entgegen der Behauptung eines Posters hier kommen die Radler nicht ansatzweise so schnell in Gang wie ein normaler Autofahrer, der beim Umschalten der querenden Fußgängerampel auf rot den Gang einlegt und dann bei grün zügig losfährt.

Grüße,

Mathias

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