Tipps zu merkwürdige paradoxe Beziehungsentwicklung

Von: , Frage gestellt am Fr, 20. Mär 2009

Hallo zusammen,

Verzeiht mir, dass ich ein sehr persönliches Problem hier unter einem "anonymen" Nicknamen und nicht mit dem, unter dem ich sonst Beiträge schreibe. Sorry wegen der Sternchen, aber ich hoffe, darauf kommt es Manchen nicht so an.

Ich habe seit etwa drei Monaten eine Beziehung mit einem Mann, wir sind beide Mitte 40, sind sehr unterschiedlich, was es auch spannend macht. Ich eher chaotisch. selbständig, arbeite mal viel, mal gar nicht, eher künstlerisch-musisch orientiert, ungläubig, Nachteule. Er Naturwissenschaftler, angestellt, arbeitet sehr viel und sehr diszipliniert, spart, katholisch, Frühaufsteher.

Wir waren beide länger ohne Partner, er hat anfangs sehr um mich geworben. Die ersten Nächte mit ihm waren sehr leidenschaftlich,
er hat körperliche Nähe sehr gesucht und, mein Eindruck, auch sehr genossen genauso wie ich.

Das hat sich aber überraschend schnell gegeben. Nach nur wenigen Wochen zappt er sich abends von mir abgewandt im Bett noch eine Viertelstunde durch die Fernsehprogramme, bevor er einschläft. Wenn ich ihn darum bitte, kriege ich auch einen kurzen gute-Nacht-Kuss ab. Ankuscheln,
im Schlaf Hautkontakt suchen, geht nur von mir aus. Ich habe den Eindruck, es belästigt ihn fast, obwohl er sagt, dass er es gern hat, wenn ich noch ein wenig an ihm rumschmuse (ich merk grade, das sich das blöd anhört, aber es ist tatsächlich so, er reagiert darauf gar nicht, er erwidert nicht mit einer Geste oder Berührung, deshalb lasse ich es jetzt auch meistens.)

Sex, wenn überhaupt, Samstags :P, sonst keine Zärtlichkeiten. Ich muss schon beim Spazierengehen meine Hand in seine Manteltasche stopfen, wenn ich mal seine Hand anfassen möchte. Ich hab jetzt mal mehrere Tage ausprobiert, ihn gar nicht zu berühren, es fällt ihm anscheinend nicht auf. Ansonsten ist er sehr "korrekt", ruft immer an, ist pünktlich zu Verabredungen usw. Will offenbar Anwesenheit, aber keine (körperliche) Nähe.

Irgendwie kommt mir das schon nach kurzer Zeit vor wie eine sehr, sehr olle Ehe. Ich kenne das aus meinen früheren Beziehungen nicht. Ich habe meine Partner, und ich denke sie mich auch, nach Jahren und Jahrzehnten auch in alltäglichen Situationen gerne berührt.

Er hingegen reagiert gereizt, wenn ich ihn zum Beispiel, wenn er sich morgens rasiert, kurz umarme und auf den Rücken küsse. Verspannt, knurrt irgendwas von "man sei spät dran, müsse sich beeilen..", als würde ich stören oder ihn aufhalten damit. Ich bin dann ein wenig gekränkt, fühle mich abgelehnt, nicht gemocht, ich weiss nicht.. Er sagt, ich spinne, das sei Quatsch.

Von unserer körperlichen Beziehung her, würde ich sagen, das hat sich jetzt schon. Und damit eigentlich auch die ganze Beziehung. Ich brauche niemanden zum fernsehgucken und morgendliches Angeranze eigentlich auch nicht.
Ich denke seit einiger Zeit fast jeden Morgen, was mache ich eigentlich hier, ich sollte gehen.

Er hingegen sieht unsere Beziehung wohl als gefestigt an, stellt mich in seinem Bekanntenkreis vor, macht Pläne, spricht davon, was wir im Sommer unternehmen werden usw.

Sprechen über mein Unbehagen mit ihm ist schwierig, vielleicht gehe ich es auch falsch an. Ich habe die mir fehlende Zärtlichkeit angesprochen und er hat missverstanden, ich wolle öfter Sex.
Ausserdem kann man ja schlecht sagen, dass man gerne mehr Berührungen hätte, weil mir geht es nicht um mechanisches Auf-den-Kopf-getätschelt werden. Wirkliche körperliche Zuneigung kann man sich schlecht wünschen,
wenn das Bedürfnis bei dem Anderen nicht vorhanden ist.

Deshalb hier meine Bitte um einen Rat auch von Männern, die sich vielleicht in sein Verhalten reinfühlen können.

Merci fürs lesen
Caroll

113 Antworten zu dieser Frage

      • Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
        Re: Das interessiert mich jetzt aber

        Hi,

        hast Du schon einmal einen Sonntag oder Samstag erlebt, der Morgen, Du voller elan, möchtest jetzt etwas machen, am besten mit Deinem Mann weil das gut für die Beziehung ist und sagst Deinen Mann, dass Du gerne mit ihm shoppen oder spazieren gehen würdest. Dein Mann sagt "später vielleicht" oder etwas in dieser Art. Die Frau überredet ihrem Mann zu der Unternehmung, es dauert einige Zeit, schliesslich sagt er aber ja.

        Oder:

        Du möchtest irgend etwas unternehmen, zum Beispiel gemeinsam einen Tanzkurs mit Deinem Freund machen, er sagt "ein anderes mal" oder "ich muss noch überlegen" ein paar Monate später fragst du ihn wieder von ihm kommt die gleiche Antwort. Du denkst dir dass dein Freund langweilig ist und einen Kick braucht, keinen Willen hat etwas fürdie Beziehung zu tun, du so viel investierst und von ihm nichts zurück kommt.

        Genau das sind diese Situationen, würde er seine Angst ablegen die Frau zu verlieren, würde er der Frau sagen, dass er nicht will und zwar jetzt nicht und später auch nicht, die Frau das aber gerne alleine oder mit Freunden unternehmen kann. Doch das traut sich der Mann nicht, eben aus Angst sie zu verlieren und desshalb zieht er sich mit der Zeit immer mehr zurück. Weil der Mann das nicht ganz klar der Frau sagt, bohrt verständlicherweise die Frau immer mehr nach und wird dem mann immer lästiger, wodurch er sich immer mehr zurück zieht und die Frau glaubt, der Mann liebt sie nicht mehr.

        Klassische Beispiele sind zum Beispiel, die Wochenendgestaltung, die Kleidung, die Urlaubsplanung,.... Es kann natürlich auch sein, dass die Frau auf ein gemeinsames Hobby drängt, der Mann sich nicht traut nein zu sagen und unter dem Druck der Frau irgend wann nach gibt (und das gibt er im Normalfall).

        • Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
          Noch ne Frage

          Hallo

          Ach so, das klingt ja alles recht ungefährlich :-)

          Ja ja, die Situationen, die du schilderst, kommen mir bekannt vor. Sie sind regelrecht klassisch. Du denkst dir dass dein Freund langweilig ist und einen Kick braucht, keinen Willen hat etwas fürdie Beziehung zu tun, du so viel investierst und von ihm nichts zurück kommt.
          Hat er denn Willen, etwas für die Beziehung zu tun? Kommt denn was zurück? - Wenn ja, was wäre das?

          Will er mit der Frau Fußball gucken z. B.? Also mit anderen Worten: Seine Interessen und Hobbys ausüben, und die Frau macht mit? Oder lehnt sie (ich meine hier: die meisten dir bekannten Frauen) das normalerweise rundweg ab, z. B. aufgrund moralischer Überlegenheit ihrer Hobbys? Wollen die meisten Frauen nur ihre Sachen machen und erwarten, dass der Mann mitmacht? Oder ist es umgekehrt? Oder wollen Männer gar nicht so viel mit ihren Frauen machen?

          Viele Grüße

          • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
            Re: Noch ne Frage

            Hallo Ja ja, die Situationen, die du schilderst, kommen mir bekannt
            vor. Sie sind regelrecht klassisch. Du denkst dir dass dein Freund langweilig ist und einen Kick braucht, keinen Willen hat etwas fürdie Beziehung zu tun, du so viel investierst und von ihm nichts zurück kommt.
            Hat er denn Willen, etwas für die Beziehung zu tun?
            Kommt denn was zurück? - Wenn ja, was wäre das?
            Das Wort tut er etwas für die "Beziehung" kenne ich in dem Zusammenhang nicht. Denn bei all den klassischen Beispielen, wie Du schreibst, geht es darum, dass der Mann etwas für die Frau tut und nicht für die Beziehung. Die Frau schiebt in dem Fall nur das Wort "Beziehung" davor. Weil die Frau glaubt, wenn es ihr gut tut, tut es auch der Beziehung gut. Doch wie ist es dann wirklich beim Einkaufen.. tschuldigung.. Shoppen. Der Mann geht wiederwillig mit, geht immer ein bissi langsamer als die Frau, ist lästig oder versucht die Frau zu überreden, dass sie doch etwas nicht kauft, kurz, er verdirbt ihr den Spass. Klar, weil er überhaupt nicht mitgehen wollte.

            Hier in dem Forum war vor kurzem ein Eintrag, dass beim Spazieren der Mann immer hinten her geht unddie Freundin ihn ständig dazu bewegen muß schneller zu gehen. Ganz klassisch.

            Was genau soll vom Mann "zurück" kommen? In die Beziehung? Wer ist die Beziehung? Oder zur Frau? Was soll vom Mann zur Frau "zurück" kommen, wenn er mit ihr, gegen seinen ursprünglichen Willen mitihr Shoppen geht?

            Ich habe diesen Eintrag jetzt absichtlich überspitzt geschrieben. Mit gegen seinen Willen meine ich eher "nach dem Überreden" und bei anderen Geschriebenen ähnlich.

            • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
              Muss ja nicht Shoppen sein

              Hallo Denn bei all den klassischen Beispielen, wie Du schreibst, geht es darum, dass der Mann etwas für die Frau tut und nicht für die Beziehung.
              Na, ich dachte, er täte was für die Beziehung, wenn er sich bemüht, etwas mit ihr gemeinsam zu machen. Dabei wäre Shoppen gehen wirklich das schlechteste Beispiel, das ist ja nun tatsächlich meistens nicht für alle Beteiligten interessant.

              Aber ein gemeinsames Hobby suchen? Fändest du wirklich, dass das nur für die Frau gut wäre? Wie soll denn eine Beziehung funktionieren, wenn man gar nichts gemeinsam macht?

              Viele Grüße

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Nenne mir ein Beispiel

              Hallo Na, ich dachte, er täte was für die Beziehung, wenn er sich
              bemüht, etwas mit ihr gemeinsam zu machen. Dabei wäre Shoppen
              Das kann ich gut verstehen, so dachte ich auch und wunderte mich warum die Beziehungen immer zur Last werden. Bemühen wird mit der Zeit immer zur Mühe und damit wird das Zusammensein mit dem Partner zur Mühe und Last. Wenn Mühe (bemühen) zum Dauerthema wird, dann wird die Beziehung nach einiger Zeit zur Last. shoppen gehen wirklich das schlechteste Beispiel, das ist ja nun
              tatsächlich meistens nicht für alle Beteiligten interessant.
              Nicht nur shoppen, auch Joggen, Tennis oder Radfahren. Meistens hat ein Partner mehr Kondition, lauft schneller oder spielt besser, der andere verliert dauernd oder einer muß langsamer mit dem Rad fahren, sodass es ihn nicht fordert sondern für ihn Langweilig ist.

              Selbst wenn man von Natur aus gemeinsame Hobbys hat, muß man sie zur gleichen Zeit gemeinsam machen wollen. In der Praxis ist aber ein Partner in der Arbeit gestresst, während der andere dort unterfordert ist, zu einem anderen Zeitpunkt ist das wieder umgekehrt.

              Ein Ex Paar:
              Sie Umweltschützerin, kauft nur bei kleinen Geschäften ein um sie zu unterstützen, Naturliebhaberin, geht gerne in die Natur um Kräuter und anderes zu Pflücken.
              Er, besitzer eines kleinen Ladens, Umweltschützer und Naturliebhaber, geht gerne in die Natur um Kräuter und ähnliches zu suchen. Sie haben gemeinsame Interessen, Ideale und Hobbys. Die Beziehung hielt um die zwei Jahre. Welche Probleme hatten sie? Zum Beispiel am Wochenende das klassische, sie wollte am Vormittag weg gehen, er am Nachmittag (zu unterschiedlichen Zeitpunkten), er wollte Kräuter und Pilze sammeln gehen, sie bloß im Park spazieren... Die Beziehung wurde für beide zur Mühe. Dabei glaubten sie am Anfang sie hatten ihren Traumpartner gefunden, waren auch schon um die 40 und nicht mehr so blauäugig.

              Theoretisch ist alles schön, nur in der Praxis macht der Versuch etwas gemeinsam zu machen, nur unglücklich. Klar, ab und zu treffen sich wirklich die Interessen und dann macht es um so mehr Spass wenn es vorher nicht zwanghaft gemeinsam versucht wurde. Vor allem bei gemeinsamen Interessen istdie Gefahr des Zwanghaften hoch.

              Wie geht es nun besser (ganz kurz)?

              Meiner Meinung nach, vom anderen nichts verlangen, man kann ihn etwas fragen, ob er etwas mit einem machen möchte, wenn er sich ausredet oder nein sagt, dann alleine Machen, dann hat man sich nachher etwas zu erzählen. Je mehr man gemeinsam macht, um so mehr geht der Gesprächsstoff aus.

              Viele Grüße

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re: Nenne mir ein Beispiel

              mit dir würd ich gern mal ein bierchen trinken, martin.

              lg
              tilli

            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Re^2: Nenne mir ein Beispiel

              Hi Tilli, wenn es Dich nicht stört dass ich nur Leitungswasser trinke? Ich kann Dir aber auch Gemüsesuppe oder Auberginen Gemüsepfanne anbieten. *g* Bier mag ich nicht. *pfui*

            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Re^3: Nenne mir ein Beispiel

              *g* Bier mag ich nicht. *


              du armer!!

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^2: Das interessiert mich jetzt aber

          Hallo Martin, Genau das sind diese Situationen, würde er seine Angst ablegen
          die Frau zu verlieren, würde er der Frau sagen, dass er nicht
          will und zwar jetzt nicht und später auch nicht, die Frau das
          aber gerne alleine oder mit Freunden unternehmen kann. Doch
          das traut sich der Mann nicht, eben aus Angst sie zu verlieren
          und desshalb zieht er sich mit der Zeit immer mehr zurück.
          Weil der Mann das nicht ganz klar der Frau sagt, bohrt
          verständlicherweise die Frau immer mehr nach und wird dem mann
          immer lästiger, wodurch er sich immer mehr zurück zieht und
          die Frau glaubt, der Mann liebt sie nicht mehr.
          aber ist einem solchen Mann denn nicht auch klar, dass er der Frau damit suggeriert, dass er irgendwie schon will, sich lediglich gerne etwas bitten lässt, bevor er zustimmt und sie daher genau das auch macht? Woher soll die Frau wissen, was er wirklich meint? Soll sie ihn anders fragen oder gar nicht? Soll sie jedes ja, das nicht zu 150% aus ihm heraus sprudelt, anzweifeln? Und ist dem Mann nicht auch klar, wohin es letztendlich führt, nämlich dass er sie auch oder gerade dann verliert, wenn er ja sagt, aber eigentlich nein meint?
          Gerade diese widersprüchlichen Signale machen den respektablen Umgang miteinander doch erst so schwer.

          Und mir selbst ging es auch schon ein paar Mal so, dass ich den Eindruck hatte, mein Freund mag nicht mit mir irgendwohin, hab ihn daher nicht bedrängen wollen und mich stattdessen mit einer Freundin verabredet und er war daraufhin beleidigt, dass ich nicht mit ihm dort war oder wir wenigstens zu dritt hingegangen sind.

          Liebe Grüße
          Fina

          • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
            Das interessiert mich jetzt .. ich lese ein buch

            aber ist einem solchen Mann denn nicht auch klar, dass er der
            Frau damit suggeriert, dass er irgendwie schon will, sich
            lediglich gerne etwas bitten lässt, bevor er zustimmt und sie
            daher genau das auch macht?
            nö. Woher soll die Frau wissen, was er
            wirklich meint?
            hallo fina,

            ich habe mir auf martins rat das buch von micheal may gekauft. wie frauen und männer die liebe erleben.
            da steht alles drin.

            finde ich. mein mann liest es nun auch. uns ist viel klar geworden.

            ich: machst du das heute noch?
            er: wenn du willst, mach ich das...

            ich meinte: was hat er heute noch so vor?
            er hörte: gut, wenn sie das will, erledige ich das noch, ehe sie böse wird.


            in dem buch gehts darum, warum männer für die frau nicht deutbar sind und frauen so ziehen.

            ihm ist es zu eng, aber er will ja, dass sie bleibt. also sagt er ja und handelt nein.

            sie ist der meinung, dass er sie vernachlässigt, daher bemüht sie sich noch mehr, ihm zu gefallen. denn sie will ja auch nicht, dass er geht..


            und wenn sie nicht hinter seine fassade kommt, wird sie wild. und er mauert sich noch ein bißchen mehr ein..

            naja,
            im buch steht es vernünftig und logisch aufgebaut.

            tilli



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