Tipps zu bewegungsfreundliche Schule kontra Schulsport

Von: , Frage gestellt am Di, 22. Feb 2005

Hallo,

es gab schon einmal eine Diskussion zum Thema Schulsport bezüglich der dafür vorgegebenen Benotung.

Aber was ist wirklich wichtig: Sport als Alibiveranstaltung für Bewegung, damit die Kids dann in der Freizeit in aller Ruhe vor dem Computer vergammeln können?

Sportliche Bewegung, d.h. Bewegung an sich an den Schulen und Kindergärten tut not. Auch innerhalb der Schulstunde(n). Dazu braucht es aber wieder entsprechende Lehrer/innen, nämlich solche, die damit umgehen können, die Bewegung fördern und auch innerhalb der verschiedenen Lehrfächer anbieten - eingebaut in die sogenannte Wissensvermittlung.

Sport als Leistung mit Benotung? Lehne ich ab.
Sport zum Spaß - zum gemeinsamen Austoben, zum sozialen Zueinanderfinden und um auch Aggressionen abzubauen.

Wie sieht das alles denn ausserhalb unserer deutschen Grenzen aus? Wie wird Bewegung und Sport in europäischen Schulen gehandhabt? Ist es da genauso trist wie bei uns?

Was ist eigentlich unter "Schulsport" zu verstehen? Was soll damit aus Sicht der Schule vermittelt werden? Kann es sein, dass die Vorgaben der Kultusministerien grundsätzlich am Bedarf der Kinder und Jugendlichen vorbei gestaltet wird? Und was letztendlich machen die Sportlehrer daraus?


Jetzt bin ich gespannt auf die Antworten.
Viele Grüsse
Brigitte

16 Antworten zu dieser Frage

            • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
              Re^7: bewegungsfreundliche Schule kontra Schulspor

              Hallo Anja, ich glaube, so weit sind unsere Standpunkte gar nicht
              auseinander. :-)
              Nö, sind sie auch nicht. Trotzdem muss ich nochmal meinen Senf dazugeben, was zwei Aussagen von Dir betrifft :-) Und wenn mein Nachbar ein größeres Haus baut als ich, fühle
              ich mich auch gleich doppelt bestraft: Einmal weil er
              offensichtlich mehr Geld in der Tasche hat, und dann muss er
              es mir auch noch unter die Nase reiben...
              Der Vergleich hinkt doch aber, wenn man von der Situation
              ausgeht, dass man als schlechter Schüler bei einer Gruppe
              mitmachen muss, die dem eigenen Niveau überhaupt nicht
              entspricht und bei der jeder sieht, dass man's nicht kann, bei
              der man regelmäßig als letzter in die Mannschaft gewählt und
              von anderen z.T. gemobbt wird.
              Du scheinst wirklich nicht up-to-date zu sein. In Berlin ist es längst Regel an den Grundschulen, dass die Klassen nach Leistungsniveau noch einmal aufgesplittet werden, und zwar in jedem Fach!

              Bei meinem Sohn gibt es die A-Schüler (die leistungsstärksten), die B-Schüler (normalos) und die Förderkinder (also die schlechtesten, die zusätzlichen Unterricht erhalten).

              DAS ist die REALE Situation. Da ist ja Sport noch human, da gibt es diese Unterteilungen nämlich nicht. Wenn ich eine
              Matheklassenarbeit schlecht schreibe, kennt nicht jeder meine
              Fehler.
              Vielleicht nicht die Fehler, aber die Note sehr wohl, die wird nämlich laut vorgelesen. Außerdem habe ich dann die Möglichkeit, mehr zu lernen
              und dadurch besser zu werden. In Sport ist das schwieriger.
              Das allerunsportlichste Kind wird nie schlechter benotet als mit "3". Ein Umstand, der dieser Tatsache gerecht wird. Nur dadurch, weil sie unsportlicher sind??? Also mal ehrlich,
              das hinkt doch jetzt total! Sport ist auch die Erziehung zu
              Fairness, zum ehrlichen Vergleich. Inwiefern hier jemand
              Probleme hat, mit vermeintlichen Niederlagen oder auch einem
              Sieg klarzukommen, zeigt sich beinahe nirgendwo deutlicher als
              hier. Und DA muss dann der Lehrer oder Trainer einwirken.
              Wenn der Lehrer da einwirkt - ok. Meist aber merkt der Lehrer
              das gar nicht erst oder ignoriert es.
              Sollte er aber. Und bis jetzt habe ich mit den Sportlehrern immer gute Erfahrungen gemacht...

              Viele Grüße (hat sogar Spaß gemacht)
              Jana

  1. Antwort von nach 2 Tagen 5 hilfreich
    Sport ist Mord!


    Hallo,

    Da hier so viele Sportlehrer versammelt sind, erzähle ich mal, was mich früher am Sportunterricht gestört hat. Ich bin überhaupt nicht gegen Schulsport, denke aber, unsere Sportlehrer waren ziemlich unfähig. Es wurde nichts erklärt, es wurde nirgendwo langsam an irgendetwas herangeführt, es wurden Unterschiede zwischen Schülern nicht beachtet.

    Die Noten waren übrigens ok, schlechter als 3-4 wurde nicht vergeben (und das war über die ganze Zeit hinweg meine Notenspanne). Ich gehörte eindeutig zu den schlechtesten in Sport, obwohl ich heute keineswegs unsportlich bin. Ich bin jetzt 40, mache Ju-Jutsu im Verein (mal sehen, wie lange noch), fahre mit dem Rad zur Arbeit, gehe schwimmen und Schlittschuhlaufen, das hat sich allerdings erst Jahre nach der Schule herausgebildet. Die Schule hatte mich erstmal vom Sport weggebracht und mir vermittelt, ich sei völlig unsportlich. Wobei wir als Kinder immer Gummitwist und Seilspringen gespielt hatten, da war ich gut, aber das zählte offiziell irgendwie nicht als Sport.

    Die Probleme: ich war die jüngste und gleichzeitig die grösste der Klasse, etwas ungeschickt und eher ängstlich (obwohl wir sehr wohl draussen auf den Feldern und sogar im Wald spielen durften, es waren die 70er Jahre auf dem Dorf). Ich war damals aber eher eine Leseratte mit schlechter Körperhaltung, die schon mal die Treppe herunterfiel, sich trampelig bewegte und sogar einige nervöse Ticks (wie Arme hochwerfen oder so) entwickelte - hat sich im Nachhinein alles gegeben. Also nicht die besten Voraussetzungen - aber sind die Lehrer nicht gerade für solche Schüler da und könnten wertvolle Anleitungen geben?

    Thema Leichtathletik: Wie gesagt wurde nichts erklärt. Zum 50-Meterlauf stand man (bei den damaligen Klassenstärken) eine halbe Stunde bei nicht sehr warmen Wetter auf dem Hof und wartete bis man dran war. Dann lief man, die Lehrerein rief schneller, schneller, schneller und stoppte die Zeit - ich war soweit ich mich erinnere immer bei meinen 12-13 Sekunden, wo es höchstens 10 hätten sein sollen, aber keine Ahnung damals woran das lag und wie es zu ändern gewesen wäre. Kein Lehrer hat je Lauftechniken erklärt, dass man z.B. eher kleine als grosse Schritte machen sollte, etc. Ich weiss noch, dass ich immer versuchte, möglichst grosse zu machen (da ich ja sehr gross war). Selbst das Warmmachen vor dem Training habe ich erst im Verein gelernt.
    Thema Werfen: Beim Kugelstossen wurde es später etwas besser, aber die kleinen Kartoffelbällchen von 20g (oder so) warf ich unter 10 m weit. Wenn ich von unten nach oben hätte werfen dürfen, wäre es etwas weiter geworden. Aber die Rolle des Lehrers beschränkte sich mal wieder darauf zu sagen: Von oben nach unten und dann zu messen. Viel später hat mein Mann mir gezeigt, wie man aus der Schulter wirft und nicht aus dem Ellenbogen und dann ging es plötzlich. Heute kann ich sogar Steine auf dem Wasser springen lassen und das wäre sicher auch damals gegangen, wenn mir mal ein Lehrer die TECHNIK erklärt hätte.

    Thema Geräteturnen: Da ich wie gesagt die grösste in der Klasse war, würde ich heute sagen, dass die Geräte nicht auf mich eingestellt waren, insbesondere der Stufenbarren. Vor dem Stufenbarren hatte ich wirklich Horror, da konnte ich allerdings einige Sachen verweigern. Beim Unterschwung hatte ich Angst mit dem Kreuz auf den unteren Holm zu knallen, beim Aufschwung (oder wie das heisst) am oberen Holm, hatte ich Angst mit dem Kopf an den unteren Holm zu kanllen. Kein Lehrer hat mich je gefragt, wovor ich Angst hatte (das hätte ich durchaus erklären können). Ich war halt als ängstlich und unsportlich bekannt.
    Bodenturnen: Es wurde halt gesagt: Schlagt ein Rad; ich wusste nicht, wie man ein Rad schlägt. Nur vom Zusehen weiss ich noch lange nicht, wie ich selbst das machen muss. Beim Handstand hatte ich natürlich Angst, nach vorne überzukippen (selbst mit Hilfestellung), usw.

    Irgendwann in der Obertufe kam ein Fitnesstest dazu, wo man immer 30 Sekunden lang Medinzinbälle gegen Wände werfen musste, Bahnen laufen, etc. Da war ich ganz gut, denn an meiner Fitness lagen die ganzen Probleme natürlich nicht. (Ich war wie gesagt immer die lange dünne). Aber der grosse Gag kommt noch: Eines von den vielen Disziplinen dabei war Seilspringen und das konnte ich von zuhause her. Beim Seilspringen schafte ich in den 30 Sekunden immer an die 80 Punkte (wo bei allen Disziplinen ca. 20 Punkte normal waren) und lag damit bei Spitzenwerten. Im Fitnesstest hatte ich immer eine Eins, war sogar weit über der normalen Skala - hat aber auch nie mal ein Lehrer nachgefragt. Immerhin hatte ich hier mal Erfolgserlebnisse, wenn auch unter falschen Vorzeichen.

    Es hat auch nie mal ein Lehrer gefragt, welche Spiele wir zuhause machen, ob wir uns gerne bewegen, ob wir wissen, wofür das wichtig ist, etc. Wovor wir Angst haben und warum, welchen Sport wir mögen und welchen nicht. Und, wie ich gar nicht genug betonen kann: es wurde niemals etwas erklärt (nicht einmal die Bedeutung von Warmmachen vor dem Sport!). Es hiess nur "macht mal" und wurde dann gemessen oder gezählt. Das ist der falsche Ansatz! Vielleicht waren unsere Lehrer nur besonders schlecht, vielleicht hat sich die Ausbildung seitdem verbessert, ich weiss es nicht. Aber ich könnte mir vorstellen, dass meine Beschreibung für Sportlehrer interessant sein könnte und würde mich über Rückmeldungen freuen (gerade, da mir Sport heute durchaus am Herzen liegt und es mich selbst inteerssiert, was damals alles schiefgegangen ist).

    Mit vielen Grüssen, Walkuerax

    P.S. Und ich bin nicht die einzige, gerade vor einigen Monaten habe ich mich mit einigen Freundinnen darüber ausgetauscht, alle hatten sie ähnlich Erlebnisse zu berichten.

    • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
      Re: Sport ist Mord!

      Hallo Walkuerax, Und ich bin nicht die einzige, gerade vor einigen Monaten
      habe ich mich mit einigen Freundinnen darüber ausgetauscht,
      alle hatten sie ähnlich Erlebnisse zu berichten.
      Du bist wirklich nicht die Einzige!
      Mir erging es ähnlich.

      Grüße,
      Tinchen

      • Antwort von nach 2 Tagen 1 hilfreich
        Re^2: Sport ist Mord!

        Hallo Walkuerax,
        .. Du bist wirklich nicht die Einzige!
        Mir erging es ähnlich.
        Ich war auch meistens schlecht, obwohl nie wirklich unsportlich.
        Was mir immer enorm gefehlt hatte, war die Auswahl.

        Meine Radfahrerei, meine Kletterkünste, oder Einradfahren konnte ich nirgends unterbringen, Volleyball gab's viel zu selten, dafür dauernd Fußball, und mein geliebtes Badminton ist immer am Platz gescheitert.
        Während dem Regulären Unterricht konnte niemand auch nur eine einziges Spiel auf dem vollen Feld machen, und selbst in der Badminton-AG hatten wir erst beim Turnier mal ein ganzes Feld pro Paar.

        Auch solche Lehrer, wie der, der mir beim Hochsprung nicht erlaubte, nur ein einziges mal wenigstens auszuprobieren, ob ich's mit dem Bauchwälzer höher schaffe, als mit seinem Fosbury-Flop, schaffen es, einem immer wieder das Gefühl zu geben, das Spaß und Neugier weniger im Schulsport zu suchen haben als Leistungsbeweise und Noten.

        Ich habe mich trotz allem immer auf den Sportunterricht gefreut, und bin trotz aller Freude ständig enttäuscht worden.

        Was ich mir für die Kinder heute wünschen würde, wären viel mehr unterschiedliche Angebote, gerade auch moderne, nicht so Leistungs- und Wettkampf-orienterte Bewegungsarten, wie z.B. Hip-Hop Tanz, Klettern, Versteckspiel im Wald, Akrobatik, etc.
        Auch schön fände ich viel mehr Möglichkeiten erstmal zu probieren, und auch ohne dafür schlechte Noten zu kassieren, einfach mal aufgeben zu dürfen, und dafür etwas anderes zu machen, wenn jemandem eine bestimmte Sportart nicht liegt, oder eben überhaupt keinen Spaß macht.

        Gruß,
        Peter

  2. Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
    Re: bewegungsfreundliche Schule kontra Schulsport

    Guten Tag,
    ich habe nicht viel vom bisher Geschriebenen gelesen.
    Aber in meinem unterrichtlichen Alltag sieht es so aus:
    1. Sport ist nicht nur eine Sache des Könnens sondern auch des Wollens (d.h. auch der dicke Fritz kann Leistung erbringen)
    2. Die Leistungs-Differenz zwischen Datum A und Datum B ist messbar, auch bei dem dicken Fritz!
    3. Teamfähigkeit, Sozialverhalten und die Einhaltung von Regeln kann man beurteilen. (Das kann auch der dicke Fritz!)
    4. Teilnahme an (theoretischen) Gesprächsphasen (Reflexionen) sind zu beurteilen (Da kann auch der dicke Fritz mitmachen).

    Und wenn der dicke Fritz keinen Bock auf Bewegung und geistiger Teilnahme hat, bekommt er eben eine "5" oder "6" in Sport. Ebenso der sportliche Hubert kann eine "5" bekommen.
    Und kommt mir nicht mit Talent, da dürfte auch jeder mathematisch unbegabte eine "4" bekommen müssen. Und jeder Messdiener bekommt in Reli eine "1"?
    Naja, zumeinem Notenspektrum in Sport gehören alle Noten von "1" bis "6", was leider nicht bei allen Kollegen der Fall ist (1-3).
    Schönen sportlichen Tag noch,
    Aragorn.

  3. Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
    Re: bewegungsfreundliche Schule kontra Schulsport

    hallo!
    ich hatte mein schülerleben lang eine drei im sport. nur am schluss einmal besser...öfters war die sportnote die schlechteste zensur auf meinem zeugnis. was aber für mich nicht wirklich wichtig war.


    ich fand das auch okay mit dem "befriedigend", denn GUT war ich eben nicht. und ich fands auch okay, dass die mitschüler im sport mal im vergleich erfolgserlebnisse hatten und besser waren als ich. einer meinte das auch mal direkt: "wenigstens im sport bin ich echt besser als du". und dass ich mich nicht drückte, bewahrte mich davor, als streberin zu gelten (die ich nicht war). hm, klingt das arrogant? nun, im sport hatten andere mal die nase vorn, und das empfand ich als ausgleichende gerechtigkeit. für mein gutes abschneiden in anderen fächern war ich ja nur indirekt "verantwortlich", besonders viel gelernt habe ich nicht.

    ich habe mich schon angestrengt und nie geschwänzt - eigentlich fand ich sport ja auch schön. so grundsätzlich.

    aufgrund gesundheitlicher voraussetzungen fiel mir einiges schon schwerer als einem gesunden kind, turnen zum beispiel. ich war zwar dünn, aber eben trotzdem "beeinträchtigt": mit ner hüftgelenksoperation im alter von 5 und den nachfolgen ist eben längst nicht alles möglich, ich war nicht so gelenkig. mein gleichgewichtsgefühl war damals nicht das beste, was auch andere gesundheitliche gründe hatte.

    mein orthopäde hat mehrfach gefragt, ob er mich vom sportunterricht (zumindest von manchen disziplinen) befreien soll, aber das wollte ich nicht. nicht mal vor den echt grausigen horror-bundesjugend"spielen" hab ich mich gedrückt. und geräteturnen war echt schlimm...uah.

    in der 10. hatte ich dann langsam ein aha-erlebnis in der leichathletik - denn dauerlauf konnte ich. 100-m-lauf fand ich scheiße, kurz schnell sprinten war nicht meins (und da hatte ich auch keinen ehrgeiz). aber der 1000-meter-lauf, den fand ich gut, die meisten anderen fanden das ganz schlimm und doof. kondition hatte ich, allein schon durchs viele radfahren (privat) und rumrennen mit dem hund... "technisch anspruchsvolles" wie hochsprung dagegen mochte ich nicht.

    mit 14-15 habe ich tanzschule besucht, standard und latein, und war da mit leidenschaft dabei. fand es schade, dass das nicht in der schule angeboten wurde. mein sportlehrer fand das auch schade.

    oberstufe hieß: sportarten je halbjahr aussuchen. einmal tischtennis (was ich vorher mochte, danach nicht mehr, die vereinsspieler wurden super bewertet und "normalspieler" so richtig schlecht...), einmal gymnastik (auf so ne übung mit flatterband bekam ich glatt wegen der choreographie 11 punkte, wow, ne zwei!), dann nur noch volleyball.

    und da hat mir ein lehrer im letzten schulhalbjahr meines lebens im zeugnis zehn punkte gegeben, also eine zwei minus. fand ich super ;-). er meinte, man würde mir anmerken, dass ich mir mühe gebe und auch viel gelernt hätte in den letzten jahren...

    in meinen schülerjahren habe ich sport schon sehr oft verflucht. handstand und bodenturnübungen, ein graus! hab bewundert, wer eine tolle körperbeherrschung hat...aber ich konnte noch so oft zuhause üben, turnen ist nix für mich. ich war auch eher eine der großgewachsenen.

    nach der schule fing ich dann von selbst mit sport an: kajak, kanupolo, laufen, ultimate frisbee. wenn meine früheren sportlehrer wüssten! als mich einer (inzwischen mehrere...) mal allen ernstes fragte, ob ich leistungsschwimmerin sei, bekam ich einen lachkrampf. (grund waren meine "athletischen schultern".)

    wirklich fiese "schinder" hatte ich zum glück nicht. sondern auch lehrer, die sich mühe gaben und abwechslung reinbringen wollten.

    ich finde grundsätzlich benotung im schulsport nicht unsinniger als in anderen fächern - klar kann man nix für seine körperlichen begabungen, aber kann man was für sein hirn? dafür, ob einem mathe liegt oder sprachen? überall kann man mit fleiß was erreichen - in grenzen. intelligenz ist genauso angeboren wie bestimmte körperliche grundvoraussetzungen oder musikalität.
    klar kann man sich mühe geben, in allen fächern, aber warum schulsport nun unbedingt von benotung ausgenommen soll, wenn andere fächer bewertet werden...nein, das verstehe ich nicht. und das sagt eine, die auch mal im schulsport geweint hat, weil sie sich geschämt hat, keinen handstand hinzukriegen...

    ach ja, ich bin in den 1980ern und anfang der 90er zur schule gegangen.
    gruß
    ute

  4. Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
    Re: bewegungsfreundliche Schule kontra Schulsport

    Hallo Brigitte,

    wenn es stimmt, was man so über die Bewegungsunfähigkeit der Kinder hört, ist es sicherlich nicht schlecht, wenn es in der Schule ein Pflichtprogramm für Bewegung gibt.

    Von Benotung halte ich auch nicht viel. Allerdings scheinen die meisten Sportlehrer ihre Noten schon einigermaßen auf die Möglichkeiten der einzelnen Kinder abzustimmen.

    Ein gutes Körpergefühl trägt zu einer besseren geistigen Entwicklung bei. Fettleibigkeit, tiefgriefende Koordinationsstörungen und Co. kann der Sportunterricht sicherlich nicht lindern und verhindern.
    Wenn den Kindern Spaß an der Bewegung vermittelt werden kann, wäre das aber schon die halbe Miete.

    Ein breiteres Angebot für köperliche Betätigung wäre sicher hilfreich bei der Motivation zur Bewegung.
    Ich denke auch, dass sich im Falle von Sport ein Wegfallen des Leistungsdruckes positiv auswirken würde.

    Wem es wichtig ist sich körperlich zu messen, hat diese Möglichkeit ja in einem Sportverein.

    Da die meisten Kinder gerne spielen, gibt es für einen guten, kreativen und engagierten Sportehrer sicher viele Möglichkeiten den Kindern sinnvolle Bewegung zu verschaffen.

    Diphda, früher sehr sportlich, jetzt nur noch faul, wofür sie von ihren Oberschenkeln auch die Quittung bekommen hat *g*



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