Re: Rechtsschreibung 4. Klasse
Hallo Gudrun,
Ich stell kurz einige Regeln vor, die die Schreibweise von Doppelkonsonanten, "ie" und Dehnungs-h vereinfachen können:
"Die Verdopplung der Konsonantengrapheme ist nicht allgemein an Kurzvokale gebunden, sondern an bestimmte Kurzvokale: Eine Verdopplung erfolgt nur, wenn der Konsonant Silbengelenk ist (ist das Graphem einmal in einem Wortstamm verdoppelt, bleibt die Verdopplung in allen Formen erhalten / Morphemkonstanz). Doppelkonsonanten zeigen also nicht Vokalkürze an, sondern Silbengrenzen auf (bei Silben steht vor einem Vokal stets ein Konsonant). Zwischen dem betonten und unbetonten Vokal steht ein Doppelkonsonant als Silbengelenk (Son-ne) zwischen der ersten und zweiten Silbe (tz im Wortinnern ist gleichfalls Silbengelenk: Kat-ze, Ker-ze)" (Dagmar Wilde)
Das bedeutet, einfacher ausgedrückt: Tritt in der Wortmitte eine Konsonantenverdopplung auf wie bei Mutter, Sonne, Wasser, lässt sich durch Silbenzerlegen diese Verdoppelung nachweisen: Mut - ter, Son - ne, Was - ser. Übe deshalb mit deinem Sohn die Silbenzerlegung und sprecht die Silben ganz deutlich, so dass er genau hört, dass bei Mutter die erste Silbe Mut und die zweite Silbe Ter auch mit "t" beginnt.
Die Schreibung mit "ie" wird einfach, wenn man die Grundregel beachtet, dass in 80% aller Fälle das "lange i" mit "ie" geschrieben wird. In der Schule wird eigentlich suggeriert, dass die Schreibung mit "i" die Norm ist. Die Kombination "ieh" kommt glücklicherweise nur in vier Worten vor: zieht/flieht (sind durch den Infinitiv hörbar zu machen: ziehen/fliehen) und empfiehlt/stiehlt (sind dem morphematischen Prinzip verpflichtet: empfehlen, stehlen)
"Das sog. Dehnungs-h zeigt keine Vokallänge andenn es gibt kein Wort, dass mit Kurzvokal gesprochen würde, fiele das <h> weg. Es ist ein leserorientiertes Element unserer Schrift, das eine schnellere Informationsentnahme beim Lesen ermöglicht (indem es Länge der Vokale antizipierend erkennbar mach). Andererseits fehlt es auch häufig (Ton - Hohn), was ein Zeichen dafür ist, dass es eigentlich keine Funktion hat." (Dagmar Wilde)
Die wichtigste Funktion hat das "h" beim Trennen von Silben. Es verhindert, dass zwei Silben mit Vokalen aufeinandertreffen können wie bei ge - hen (sonst geen)
Das heißt, wenn du deinen Sohn dazu bringen kannst, ein Wort in Silben zu zerlegen, bevor er es schreibt, können einige Schreibweisen erschlossen werden.
Einige Wörter sind einfach Merkwörter, aber da viele häufig vorkommen, können sie gut gelernt werden wie: wenn, dann, kann, muss. Sammelt solche Lernwörter und macht euch eine Liste. Markiert die Wörter, die dein Sohn immer richtig schreibt und reduziert so die Liste der Wörter, die dein Sohn noch üben muss.
Vielleicht konnte ich dir einige Hilfen anbieten.
Ein sehr guter Artikel, auf den ich mich auch bezogen habe, findet sich unter:
http://www.dagmarwilde.de/deutsch/rechtschreiblernen...
Viel Erfolg!
Aylana