Signalwirkung Kopftuch - keine Verbeamtung!

Von: , Frage gestellt am Di, 26. Jun 2001

Der Verwaltungsgerichtshof hat entschieden, dass die Türkin Fereshta Ludin nicht verbeamtet wird, weil ihr Kopftuch eine Art Signalwirkung darstellt, die einen schlechten Einfluss auf Schüler ausüben würde.

In meinen Augen ist das ein glatter Verstoss gegen das Grundgesetz in Bezug auf Meinungsfreiheit.. aber auch das typische Verhalten eines konservativ geführten Baden-Württembergs...

Wie ist eure sachliche Meinung zu diesem Thema? Haltet ihr es auch für problematisch, dass solche Diskriminierungs-angehauchte Urteile nichts mehr mit einem Rechtsstaat zu tun haben?

Ich hoffe auf eine sachliche Diskussion!

Der "Chef"

55 Antworten zu dieser Frage

        • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
          Korrektur

          Hallo Reiko,
          so weit ich weiss, schreibt der Islam das Kopftuch nicht vor... jedenfalls ist davon keine Rede im Koran...
          Das Kopftuch ist meines Wissens aus der Tradition entstanden...

          Ein Klügerer möchte mich gerne korrigieren :-))

          Matthias

          • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
            Re: Korrektur

            Hallo Matthias, so weit ich weiss, schreibt der Islam das Kopftuch nicht
            vor... jedenfalls ist davon keine Rede im Koran...
            Das Kopftuch ist meines Wissens aus der Tradition
            entstanden...

            Ein Klügerer möchte mich gerne korrigieren :-))

            Der Islam schreibt vor die Reize der Frau zu bedecken. Explezit die Haare werden erwähnt. Das Kopftuch ist im Prinzip noch die bequemste und praktischste Alternative.

            Gruß
            Carlos

      • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
        Re: Oh man

        In der Türkei darf man auch bei öffentlichen Veranstaltungen
        keinen Heavy Metal hören, und es gibt dort die Todesstrafe.
        Willst Du diese Gesetze übernehmen?
        Ich möchte weder die islamische Kultur noch das islamische Strafrecht nach Deutschland übernehmen, und damit auch keine Kopftücher im offiziellen Bereich als Teil dieser islamischen Kultur.

        Es findet allerdings zur Zeit eine Islamisierung Europas statt, und genau die Befürworter dieser Kopftücher treiben das voran.

        Freundliche Grüße,
        die Beobachterin

        • Antwort von nach 6 Tagen 0 hilfreich
          Halsketten?

          Hi! Ich möchte weder die islamische Kultur noch das islamische
          Strafrecht nach Deutschland übernehmen, und damit auch keine
          Kopftücher im offiziellen Bereich als Teil dieser islamischen
          Kultur.
          Ich habe vom türkischen, nicht vom islamischen Recht gesprochen. Wenn Du die türkische Rechtsprechung als Argument benutzt, dann solltest Du auch Gegenargumente aus diesem Bereich zulassen! Es findet allerdings zur Zeit eine Islamisierung Europas
          statt, und genau die Befürworter dieser Kopftücher treiben das
          voran.
          Bist Du auch gegen Halskettchen mit Kreuz? Ich finde nämlich vielmehr, dass schon seit einer Ewigkeit eine Christentumisierung der Welt statt findet. Ich bin nicht unbedingt ein Befürworter von Kopftüchern - aber ich bin für eine gewisse Gleichbehandlung! Und solange man nicht konsequent alle Symbole irgendwelcher Sekten und Religionen an Schulen verbietet, soll man doch bitteschön nicht selektieren!

          Ich finde das Kopftuch einer Lehrerin übrigens weitaus weniger aufdringlich als den immer noch üblichen konfessionellen Religionsunterricht an unseren Schulen (klar, bei einem katholischen Internat ist so etwas selbsverständlich)!

          Gruß
          Guido

          • Antwort von nach 6 Tagen 0 hilfreich
            Re: Halsketten?

            Ich finde das Kopftuch einer Lehrerin übrigens weitaus weniger
            aufdringlich als den immer noch üblichen konfessionellen
            Religionsunterricht an unseren Schulen (klar, bei einem
            katholischen Internat ist so etwas selbsverständlich)!

            Gruß
            Guido
            Ich war in einem katholischen Internat (als externe Schülerin). Allerdings gab es damals auch erheblich mehr katholische Internate als islamische Schulen in Deutschland.

            Naja, und bei dem Streit um den Religionsunterricht und um die Vermittlung von Werten kann auf jeden Fall die Gesellschaft nur die Verliererin sein. Dann ruft der nordrhein-westfälische Ministerpräsident nach einem "Bündnis für Erziehung", und sie wissen nicht, ob die Tarifpartner oder die Sportvereine Werte vermitteln sollen.

            Düsseldorf, im März 2001: - Noch vor den Osterferien soll in NRW ein "Bündnis für Erziehung" starten. Wie das NRW-Bildungsministerium am Dienstag in Düsseldorf weiter mitteilte, soll das Bündnis unter dem Motto "Sich kümmern statt klagen" Impulse für einen neuen gesellschaftlichen Dialog über Erziehungsfragen geben. Im Rahmen des Bündnisses sollen Partner für die erzieherische Arbeit innerhalb und außerhalb der Schule gewonnen werden, beispielsweise Eltern, Lehrer, Schüler, Kirchen, Tarifpartner und Sportvereine.

            Gruß, die Beobachterin

            • Antwort von nach 6 Tagen 0 hilfreich
              Re^2: Halsketten?

              Hi! Ich war in einem katholischen Internat (als externe
              Schülerin). Allerdings gab es damals auch erheblich mehr
              katholische Internate als islamische Schulen in Deutschland.
              Das ist auch heute nicht anders!
              Wenn ich mein Kind in einer konfessionellen Schule (oder einer islamischen, hinduistischen, buddhistischen, etc.) anmelden möchte, ist es ok!

              Wenn ich mein Kind allerdings in einer städtischen Schule anmelde, dann möchte ich nicht, dass es mit irgendwelchem religiösen Mist (aus welcher Richtung auch immer) zugedröhnt wird! Ich hätte nichts gegen einen Religionsunterricht, der sich mit den Weltreligionen allgemein befasst, aber das ist nun mal nicht so (zumindest nicht überall). Naja, und bei dem Streit um den Religionsunterricht und um die
              Vermittlung von Werten kann auf jeden Fall die Gesellschaft
              nur die Verliererin sein. Dann ruft der nordrhein-westfälische
              Ministerpräsident nach einem "Bündnis für Erziehung", und sie
              wissen nicht, ob die Tarifpartner oder die Sportvereine Werte
              vermitteln sollen.

              Düsseldorf, im März 2001: - Noch vor den Osterferien soll
              in NRW ein "Bündnis für Erziehung" starten. Wie das
              NRW-Bildungsministerium am Dienstag in Düsseldorf weiter
              mitteilte, soll das Bündnis unter dem Motto "Sich kümmern
              statt klagen" Impulse für einen neuen gesellschaftlichen
              Dialog über Erziehungsfragen geben. Im Rahmen des Bündnisses
              sollen Partner für die erzieherische Arbeit innerhalb und
              außerhalb der Schule gewonnen werden, beispielsweise Eltern,
              Lehrer, Schüler, Kirchen, Tarifpartner und Sportvereine.

              Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, was mit Tarifpartner gemeint ist, aber was ist falsch daran, wenn alle Genannten versuchen, gewisse Werte zu vermitteln?!

              Ich bin mit 11 Jahren in meinen ersten "Sport"verein eingetreten - und dort wurden sehr wichtige (zumindest für mich) Werte vermittelt. Respekt vor dem Gegenüber, Gewaltlosigkeit, Selbstbeherrschung, Selbstüberwindung oder einfach nur Spaß - nur um ein paar Beispiele zu nennen...

              Gruß
              Guido

            • Antwort von nach 6 Tagen 0 hilfreich
              *hüstel*

              Hi Guido, Wenn ich mein Kind allerdings in einer städtischen Schule
              anmelde, dann möchte ich nicht, dass es mit irgendwelchem
              religiösen Mist (aus welcher Richtung auch immer) zugedröhnt
              wird!
              *hüstel*...religiöser Mist? Immer dieses rumpolemisieren. Religionsunterricht muss nicht besucht werden. Wenn du dein Kind nicht in den Reli-Unterricht schicken willst, muss es nicht gehen. Ich hätte nichts gegen einen Religionsunterricht, der
              sich mit den Weltreligionen allgemein befasst, aber das ist
              nun mal nicht so (zumindest nicht überall).
              Nun, ich bin dagegen. Ich möchte nicht, dass es von politischen Moden abhängt, was gerade religionsmäßig en vogue ist zu lernen. Der Staat hat sich da rauszuhalten und weltanschaulich neutral zu sein. Deshalb gibt es ans staatlichen Schulen in Deutschland auch kein Schulgebet.

              Wenn schon religionsunterricht, dann von denen, die es am besten wissen müssen, um was es geht: den Religionen/Kirchen/Synagogen selbst. Wers hören mag, der darfs hören, wers nicht hören mag, solls sein lassen. Übrigends ist einer der Hauptgründe dafür, dass es noch keinen Islamunterricht gibt, das Nicht-vorhanden-sein einer isalmischen "Kirche", mit der der Staat aushandeln kann, wie und wo der Unterricht abgehalten wird. Ich bin mit 11 Jahren in meinen ersten "Sport"verein
              eingetreten - und dort wurden sehr wichtige (zumindest für
              mich) Werte vermittelt. Respekt vor dem Gegenüber,
              Gewaltlosigkeit, Selbstbeherrschung, Selbstüberwindung oder
              einfach nur Spaß - nur um ein paar Beispiele zu nennen...
              Jo, und ich war im Sportverein und in der evangelischen Jugend und es hat mir beides nicht geschadet:)))

              beste Grüße,

              barbara

            • Antwort von nach 6 Tagen 0 hilfreich
              *leichtaufdenrückenklopf* ;-)

              Hi Barbara! *hüstel*...religiöser Mist? Immer dieses rumpolemisieren.
              Es war nicht polemisch gemeint. Ich wollte etwas provozieren - dass ganz sicher nicht alles an Religionen Mist ist, ist mir klar! Aber bitte nicht an Schulen! Wenn ich das will, schicke ich meinen Zwerg in die Kirche! Religionsunterricht muss nicht besucht werden. Wenn du dein
              Kind nicht in den Reli-Unterricht schicken willst, muss es
              nicht gehen.
              Ist das wirklich so? Also: ICH MUSSTE! Da mein Zwerg erst drei ist, habe ich mich allerdings noch nicht intensiv damit beschäftigt... Ich hätte nichts gegen einen Religionsunterricht, der
              sich mit den Weltreligionen allgemein befasst, aber das ist
              nun mal nicht so (zumindest nicht überall).
              Nun, ich bin dagegen. Ich möchte nicht, dass es von
              politischen Moden abhängt, was gerade religionsmäßig en vogue
              ist zu lernen. Der Staat hat sich da rauszuhalten und
              weltanschaulich neutral zu sein. Deshalb gibt es ans
              staatlichen Schulen in Deutschland auch kein Schulgebet.
              Ich meinte keinen modisch angehauchten Unterricht. Aber wenn den Kids erklärt wird, worum es in den einzelnen Religionen geht (ohne die Kids zu missionieren), fände ich es ok. Wenn schon religionsunterricht, dann von denen, die es am
              besten wissen müssen, um was es geht: den
              Religionen/Kirchen/Synagogen selbst. Wers hören mag, der darfs
              hören, wers nicht hören mag, solls sein lassen. Übrigends ist
              einer der Hauptgründe dafür, dass es noch keinen
              Islamunterricht gibt, das Nicht-vorhanden-sein einer
              isalmischen "Kirche", mit der der Staat aushandeln kann, wie
              und wo der Unterricht abgehalten wird.
              Kein islamischer Unterricht? Falsch! Ich kenne mindestens drei Städte in NRW, in denen es städtische Schulen gibt, die den islamischen Kindern diese Möglichkeit bietet (was soll ich einen Moslem auch in "Christenkunde" unterrichten?) Jo, und ich war im Sportverein und in der evangelischen Jugend
              und es hat mir beides nicht geschadet:)))
              Sach ich doch ;-)

              Grüße
              Guido

            • Antwort von nach 6 Tagen 0 hilfreich
              dangedange:)

              Hallo Guido:). Religionsunterricht muss nicht besucht werden. Wenn du dein
              Kind nicht in den Reli-Unterricht schicken willst, muss es
              nicht gehen.
              Ist das wirklich so? Also: ICH MUSSTE! Da mein Zwerg erst drei
              ist, habe ich mich allerdings noch nicht intensiv damit
              beschäftigt...
              Yep, ist so:). Bei uns waren einige Ungetaufte nicht im Reliunterricht:)..die hatten dann gemeinerweise ganz lange frei, bis irgendwann der Ethikunterricht eingeführt wurde. Ist in BAWü gut gelöst, wie ich finde. Wer will geht in Ethik, die anderen in Reli. Ich meinte keinen modisch angehauchten Unterricht. Aber wenn
              den Kids erklärt wird, worum es in den einzelnen Religionen
              geht (ohne die Kids zu missionieren), fände ich es ok.
              Hochproblemtaisch, finde ich. Wenn der Staat anfängt uns zu interpretieren, was wir glauben sollen... Kein islamischer Unterricht? Falsch! Ich kenne mindestens drei
              Städte in NRW, in denen es städtische Schulen gibt, die den
              islamischen Kindern diese Möglichkeit bietet (was soll ich
              einen Moslem auch in "Christenkunde" unterrichten?)
              Das ist aber relativ neu und - korrigiere mich- wird auf türkisch abgehandelt. Das ist dann eher national angehaucht únd das finde ich ist eher problematisch. Andere Muslime müssen gucken, wo sie bleiben. War zumindest das, was ich zu dem Thema immer gelesen habe...vielleicht ist das ja geändert worden?

              Liebe Grüße,
              barbara

            • Antwort von nach 6 Tagen 0 hilfreich
              Bitte

              Hi!
              Yep, ist so:). Bei uns waren einige Ungetaufte nicht im
              Reliunterricht:)..die hatten dann gemeinerweise ganz lange
              frei, bis irgendwann der Ethikunterricht eingeführt wurde. Ist
              in BAWü gut gelöst, wie ich finde. Wer will geht in Ethik, die
              anderen in Reli.
              Finde ich auch! Hochproblemtaisch, finde ich. Wenn der Staat anfängt uns zu
              interpretieren, was wir glauben sollen...
              Man müsste ja nicht ins Detail gehen... Das ist aber relativ neu und - korrigiere mich- wird auf
              türkisch abgehandelt. Das ist dann eher national angehaucht
              únd das finde ich ist eher problematisch. Andere Muslime
              müssen gucken, wo sie bleiben. War zumindest das, was ich zu
              dem Thema immer gelesen habe...vielleicht ist das ja geändert
              worden?
              Neu ist es - was daran lag, dass (zumindest in Dinslaken) der Unterricht in türkisch sein sollte, was aus guten Gründen zunächst abgelehnt wurde :-)
              Jetzt läuft der Unterricht auf deutsch (soviel ich weiß, sogar mit Dolmetscher - für alle Fälle)

              Grüße
              Guido



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