Re^4: Übungsdiktat aus dem Internet?
Hi Kreszenz,
Hätten wir aber eine Seite mit Hunderten
Übungsdiktaten gefunden, wäre daraus die
Lieblings-Freizeitbeschäftigung meiner Frau geworden. ;-)
Mein Sohn ist ja erst drei Wochen am Gymnasium, wo Probleme
auftreten werden wir erst noch merken.
wenn euer Sohn nicht von jeher Probleme mit der
Rechtschreibung hat, würde ich euch raten, die Sache behutsam
anzugehen und ihn nicht "prophylaktisch" mit Diktaten zu
traktieren.
opps, da habe ich mich mißverständlich ausgedrückt. Mein Sohn macht das genau so lange, wie er Lust dazu hat. Er wird nicht traktiert, er übt freiwillig unnötig. Er hat Freude daran, gut zu sein und noch besser zu werden. Sein großer Bruder ist gerade dabei, sein Abi zu machen, wenn auch auf Umwegen. Den möchte er überlügeln, besser sein, als sein Vorbild.
Der Wechsel an die andere Schule bringt ohnehin
genug Stress, und schon die normalen Hausaufgaben werden ihm
einiges abverlangen.
Ja, das bereitet ihm aber keinen Stress, sondern Vergnügen. Gerade hat er vor dem Schlafen gehen noch unvermittelt gefragt, ob er ein Detail in Mathe richtig verstanden hat.
Falls sich denn herausstellt, dass zusätzliche Übung notwendig
ist, ein paar Tipps:
Nach meiner Erfahrung erzielt man die besten Erfolge, wenn
möglichst oft, am besten täglich, jeweils kurze
Texte (vier bis fünf Sätze) diktiert werden.
Lange und komplizierte Diktate sind anstrengend und
zeitaufwending (es muss ja auch noch korrigiert und verbessert
werden, einige Begriffe bedürfen vielleicht der Klärung...).
Das verleidet auch dem arbeitswilligsten Schüler die Sache
schnell, besonders, wenn er auch noch Hausaufgaben zu
erledigen hat. Und sporadische Diktatmarathons, etwa an den
Wochenenden, bringen so gut wie gar nichts. Schlimmstenfalls
kann eine Blockade entstehen, die man mit auch mit verstärkter
Übung nicht überwindet.
Nein, es gibt keinerlei Probleme. Die Übungen machen meinem Sohn Spaß und den möchte ich ihm lassen.
Zehn, fünfzehn Minuten pro Tag dagegen lassen sich leichter
"aushandeln" und sind auf jeden Fall wirkungsvoller.
Es gibt nichts auszuhandeln, wann mein Sohn was übt, bestimmt er. Ich habe genug damit zu tun, ihn zu bremsen, wenn seine Freunde keine Zeit für ihn haben. In der Woche gehen die freunde ohnehin vor. ;-)
Bei umfangreichen Texten wird es auch nicht so schnell
motivierende Erfolgserlebnisse geben: Da die
Konzentrationsfähigkeit nachlässt, mehren sich die Fehler, je
länger das Diktat wird.
Das ist in Mathe nicht anders. Den Zeitpunkt kann ich erkennen und bremse mein Genie dann.
Ich empfehle also die Übung in einem zeitlich überschaubaren
Rahmen zu halten, um das Ganze möglichst stressfrei für alle
Beteiligten zu gestalten.
Ja, einverstanden. ;-) Ist es OK, wenn ich meinen Sohn so lange üben lasse, wie er möchte und ihn bremse, wenn ich Konzentrationsschwächen bemerke?
Die nötigen "Fertigkeiten" zum Schreiben eines Diktats (erst
ganzen Satz anhören, beim Schreiben unklare Stellen markieren
etc.) erwirbt man auch beim regelmäßigen Üben mit kurzen
Texten.
Ja. Mamuttexte habe ich auch gar nicht gesucht. Eher viele kurze, damit das nicht langweilig wird.
Ich wünsche euch viel Erfolg in diesem Schuljahr!
Danke! Da habe ich keine Sorgen. Mein Sohn bemüht sich mehr, als ich normal finden würde, bremse ihn aber erst, wenn ich bezweifle, daß weiter zu arbeiten noch nützlich ist. Auch wenn das manchmal schwer fällt. Heute hat er das große Ein-mal-Eins geübt. Die ganze Familie hat sich beteiligt. Daß er da besser war, als alle anderen, war das Erfolgserlebnis. Eigentlich sollte er ja von 1*1 bis 25*25 auswändig lernen, aber er kann das schneller rechnen, als mir die gelernten Ergebnisse einfallen. ;-) Ihn von dem Trip wieder herunter zu bringen hat fast eine Stunde gedauert. Das auswändig Lernen haben wir natürlich dann abgebrochen, weil es überflüssig ist.
Ich hoffe, Du hast die Situation jetzt verstanden. Mein kleines Genie sonnt sich in seinem Erfolg. Sollte er widr erwarten mal eine Sechs bringen, werde ich ihn trösten. Daß die keinen Stress bedeutet und ich den Fehler dann erst mal beim Lehrer und dann bei mir suche, weiß mein Sohn.
Die Übungsdiktate hat sich auch mein Sohn gewünscht, ich wollte ihm mit der Frage nur seinen Wunsch erfüllen.
OK?
Gruß, Rainer