Nachtrag zu ' Reine Pedauque ' vom 10.1.

Von: , Frage gestellt am Mi, 21. Jan 2004

Guten Abend !

Vor ein paar Tagen hatte ich nach " Reine Pedauque " gefragt .
Mittlerweile bin ich selbst fündig geworden .

Hier ist die Geschichte :


Berta (Bertha, althochd. Berchta, Perahta, die »Glänzende«), 1) B., die Heilige, auch Edithberga, eine fränkische Prinzessin, Gemahlin des Königs Ethelbert von Kent, veranlaßte diesen 59 zur Annahme des katholischen Christentums. Tag: 4. Juli.
2) B. (Bertrada) »mit dem großen Fuß« (Berthe au grand pied, auch B. die Spinnerin), Tochter des Grafen Charibert von Laon, Gemahlin Pippins des Kurzen, gest. 783. Nach der Sage wird die Braut, deren Schönheit nur durch einen großen Fuß verunstaltet war, auf der Reise zu Pippin von der Hofmeisterin bestochenen Knechten zur Ermordung übergeben und an ihre Stelle deren häßliche Tochter gesetzt. Der getäuschte Pippin erkennt aber später B., die dem Tod entgangen ist, in einer Waldmühle an ihrem Fuß und vermählt sich nun mit ihr; die Frucht der Ehe war Karl d. Gr. Diese mythische B. ist ein Anklang an die Göttin Berchta (s. d.), an die der »große Fuß« (der Fuß einer Schwanenjungfrau, den sie als Zeichen ihres höhern Wesens nicht ablegen kann) erinnert. An alten französischen und burgundischen Kirchen findet sich noch jetzt das Bild der »Reine Pédauque« (Regina pede aucae) mit dem Schwanen- oder auch Gänsefuß in Stein gehauen. Auf B. bezieht sich auch das ursprüngliche italienische Wort: »Die Zeit ist hin, wo B. spann.« (Klage über das verschwundene goldene Zeitalter.) Vgl. Simrock, B., die Spinnerin (Frankf. 1855).

[Lexikon: Berta, S. 1 ff.Digitale Bibliothek Band 100: Meyers Großes Konversations-Lexikon, S. 18969 (vgl. Meyer Bd. 2, S. 730 ff.)]


Gruß
Jürgen

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