Hallo Sonja,
an Dines Ansatz will ich ein bissel weitermachen - obwohl mir die vielen barocken Abkürzungen auch dunkel bleiben, krieg ich glaube ich wenigstens ein Gerüst in das Ganze:
Das Satzgerüst ohne Titel und Jahresangaben ist:
Hoc athenaeum Alberto Alcibiade institutum, Georg* Friederico auctum, succesoribus cultum, post bina saecula commodius refectum (ergänze: est).
Das bedeutet:
Dieses Athenäum (eigentlich: "Hochschule für Rhetorik?") ist von Albert Alkibiades eingerichtet, von Georg Friedrich vergrößert, von den Nachfolgern gepflegt und nach zwei Jahrhunderten bequemer wiedererrichtet (= ungefähr "totalrenoviert") worden.
Dunkel bleiben mir die beiden Dative/Ablative am Anfang "curianis musis" und "felicissimo imperio" und der Genitiv "Friderici Marcgr. Brandenbg."
Friedrich Markgraf von Brandenburg wird derjenige sein, der die Totalrenovierung veranlasst hat. Den Genitiv kann man allenfalls unterbringen, wenn man ihn dem "felix imperium" zuordnet, und den Ausdruck "felicissimo imperio" als Ablativ der Zeit versteht: "zur Zeit der sehr vom Glück begünstigten Herrschaft Friedrichs Markgrafen von B".
Fehlt noch "curianis musis". Eine Widmung des Gebäudes / dessen Neuaufbaus "für die kuri(an)ischen Musen"? Für die Musen der Kurmark Brandenburg??
Jetzt übergebe ich an Knobler, die mit den Abkürzungen besser zurecht kommen, und die mehr Geduld beim Zuordnen der genannten Ablativ-, Dativ- und Genitivkonstruktionen haben.
Beiläufig: Für die Zeit einigermaßen untypisch ist, dass nicht wenigstens die Jahreszahl der Renovierung in ein Chronogramm eingebastelt ist. Brandenburgische Schlichtheit, sozusagen.
Schöne Grüße
MM