Antwort von
nach 3 Tagen
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Nicht alle haben umgestellt
Keine Zeitung oder kein Buch ist eine grobe Übertreibung. Es gibt noch Verlage, die sich mit dem Neuschrieb nicht anfreunden können, weil darunter ihr Umsatz litte. Der Bastei-Verlag z.B. gibt seine Heftchen in der bewährten Schreibweise heraus. Meine kürzlich gekauften Heyne-Taschenbücher (erschienen 1999) sind alle in der herkömmlichen Schreibung gedruckt. Bei genauerem Hinsehen findet man noch erfreulich viele Druckwerke, die n i c h t umgestellt sind.
Auf der Buchmesse in Frankfurt konnte ich bei etlichen Buchverlagen feststellen, daß denen drohende Umsatzeinbußen wegen Büchern in Neuschrieb mehr zu schaffen machten als den Zeitschriftenhäusern. Die können auf die Notwendigkeit aktueller Information bauen, die manchen Leser zwingt, den sprachlichen Unfug zu schlucken. Wenn den Buchverlagen dagegen die Kunden wegbleiben, weil es sich um "zeitlose" Werke handelt, sehen sie ganz schön alt aus.
Detail am Rande: Der Beck-Verlag (Gesetzestexte) ist noch nicht einmal sicher, ob nun alle vorhandenen Werke umgedruckt werden müssen, oder nur die Neuerungen. Wenn nur Änderungen in Neuschrieb zwischen die herkömmliche Schreibung gesetzt werden, gibt es erst mal ein Chaos, und das in juristischen Texten ...
Uwe hat also ganz recht: IGNORIEREN! BOYKOTTIEREN!
Der Blödsinn dieser "Reform" ist milliardenteuer (Wörterbücher, Rechnerprogramme, Umschulungen, Vordrucke, Lehrbücher usw. usw.) -- was entweder über die Steuerkassen oder über höhere Preise bei Privatunternehmen von jedem Einzelnen abkasiert wird!
Davon abgesehen, sind viele Zeitungen nicht einmal in der Lage, ihre eigene Hausorthographie (meist abweichend von Duden oder Bertelsmann) auch wirklich vom Titel bis zur letzten Seite durchzuhalten.
Weg mit Schaden! Bevor noch mehr Schaden entsteht.
Die 20. Duden-Ausgabe (die mit der alten Rechtschreibung) ist übrigens noch ohne weiteres lieferbar. Zwar mit "Sperrvermerk" zur gezielten Nachfrage, ob es wirklich diese Ausgabe sein soll, aber sie ist noch zu haben.
Freundliche Grüße,
Harald Rösler
Bund für deutsche Schrift und Sprache e.V.
Zeitschrift "Die deutsche Schrift"
http://www.BfdS.de