Hi,
bei einem Besuch auf der Entbindungsstation liefen mir mehrere hochschwangere bekopftuchte junge Frauen über den Weg. Ich frage mich: Läßt sich eine tiefreligiöse Frau in Deutschland von einem männlichen Arzt behandeln? Wird sie sich weigern, während des Aufenthaltes im Kreißsaal ihr Koptuch abzunehmen? Kann jemand meine Neugier befriedigen?
Gruß
Wilhelm
HAllo Wilhelm,
ich kann dir nicht sagen, was eine Muslimin in D machen wird. Ich kann dir aber sagen, wie das in Saudi Arabien laeuft. Wenn ein Mann bei der Geburt zugegen ist, dann traegt man OP-Kopfschutz, wie bei einer Operation. Und bei einer normalen gynaekologischen Untersuchung von einem maennlichen Arzt vorgenommen, laesst man das Kopftuch auf - sowie ich (nicht-Muslimin) auch mein T-shirt anlasse, wenn er mich unten untersucht und meine Jeans, wenn er die Brueste abtastet.
Eine weibliche Krankenschwester muss immer anwesend sein. Der Ehemann ist oft anwesend. Hier ist allerdings die Rede von relativ modernen Menschen, die zu einem modernen Krankenhaus gehen. Wie es auf dem Land bei sehr konservativen Menschen zugeht, weiss ich (leider) nicht.
Vielleicht kann dir ja jemand einen Bericht aus einem deutschen Kreissaal liefern.
Tschuess, Elke