hallo mouna…
*lach* erstens erklär ich mich gleich mal solidarisch, weil ich im moment auch mit einem dicken schädel am rechner sitze und zweitens rennst du bei mir offene türen ein, was das fehlende bzw. zerstörte vertrauen in ärzte angeht ;o) … mein letztes erlebnis war (siehe weiter unten) die unterstellung, ich würde nur simulieren für gelben urlaub und am ende war es eine herzbedrohende infektion. na toll. aber egal jetzt, es geht um migräne.
damit habe ich jahrelange erfahrung.
als erstes musst du leider durch die mühle. da hilft nichts, andere ursachen für deine kopfschmerzen (siehe anderes posting) müssen abgeklärt werden. vor allem, wenn sich die dir bekannten kopfschmerzen geändert haben, ist das sehr wichtig. lebenswichtig unter umständen. auch wenns schwer fällt, lass dich gründlich untersuchen. achte darauf, ob das, was dir ärzte erzählen, glaubhaft erscheint. wenn sie dir nur raten: entspannen sie sich, stellen sie sich nicht so an, damit müssen sie leben… lass sie reden, lass sie zunächst ursachenforschung betreiben - wobei natürlich entspannung IMMER gut ist, dazu später mehr. aber lass dich nicht abspeisen mit: das kann gar nicht sein und solchen sprüchen *ichhassees*
wichtig ist auch, die art der kopfschmerzen festzustellen, denn danach richtet sicht die behandlung, wobei manches für alle arten von kopfschmerzen gilt.
was ich dir parallel schon mal dringend anrate (ein vernünftiger arzt wird dir das sowieso raten) ist ein kopfschmerztagebuch. seh mal in google nach, ob du da nicht tips dafür findest. kopfschmerzliga oder -gesellschaft oder wie die heissen ist sicher eine gute adresse . deutsche migränegesellschaft gibts glaub ich auch noch … kann mich nicht erinnern, ist länger her. ich lebe mittlerweile ‚selbständig‘ damit
in einem kopfschmerztagebuch vermerkst du
- häufigkeit und dauer
- schmerzgrad (skala 1-10 von relativ harmlos aber lästig bis unerträglich)… du wirst merken, es gibt unterschiede.
- wann bist du ins bett, wann aufgestanden
- was hast du so in etwa gegessen und getrunken
- sonstige ereignisse (besondere stressituationen, sonstige besondere ereignisse)
- krankheiten (erkältungen etc.)
- begleitsymptome (verzögerte wahrnehmung, schwäche, sehstörungen, übelkeit etc.)
- eventuelle anzeichen im vorfeld
- monatszyklus
etc… alles, was dir wichtig erscheinen könnte, diese dinge aber auf jeden fall.
so konnte ich zum beispiel feststellen, dass eindeutige auslöser zu langes schlafen (über 7 stunden), rotwein und allgemein der wechsel von stress zu entspannung (arbeitswoche - wochenende) sind, dass mir ein extrem regelmässiger lebensrhythmus hilft. weitere häufige auslöser sind übrigens auch dinge wie schokolade, käse (histaminhaltige lebensmittel), glutamat (chinesisches essen), wetterwechsel.
du wirst nach einer gewissen zeit ebenfalls regelmässigkeiten entdecken und kannst deine kopfschmerzen teilweise damit beeinflussen. der verzicht auf alkohol fällt mir mittlerweile sehr leicht. ich kann mich entscheiden, ob ich am nächsten tag kopfschmerzen habe oder nicht.
medikation
ein eigenes thema … grundsätzlich funktioniert bei echter migräne der verdauungstrakt, speziell der magen nicht mehr richtig, alles ist verzögert. das heisst, es ist völliger quatsch, aspirin zu nehmen, das ja im magen aufgenommen wird. nein, so kann man das auch nicht schreiben… es wird üblicherweise erst ein magenmittel gegeben, das ihn wieder in gang setzt (gastrosil und ähnliche), eine weile später dann das schmerzmittel. so hilft mir zum beispiel die kombination gastrosil/aspirin.
von selbstversuchen dahingehend würde ich abraten, zumindest so lange, bis andere ursachen ausgeschlossen sind.
dann gibt es natürlich noch zig verschiedene mehr oder weniger starke medikamente, die entweder im akuten anfall eingenommen werden oder prophylaktisch. in zeiten als ich 3 anfälle pro woche hatte, habe ich prophylaktisch medikamente eingenommen, weil das leben zu eingeschränkt war.
immer gut sind natürlich auch ganz einfache hausmittel wie kalte umschläge, starker kaffee, evtl mit zitrone und so weiter … ausprobieren. machen die kopfschmerzen zwar nicht ‚weg‘ … aber erleichtern dich auf jeden fall.
entspannung
wichtig ist immer entspannung. bzw. das richtige mass spannung und entspannung. mir persönlich hat yoga eine verschlimmerung der anfälle gebracht, progressive muskelentspannung aber sehr geholfen. das muss auch jeder für sich selber herausfinden und das gesagte gilt für alle arten von kopfschmerzen.
kopfschmerz ist für mich immer auch ein zeichen, dass was im leben zu viel ist. der körper sorgt für eine auszeit, wenn wir sie ihm selber nicht geben.
mehr fällt mir im moment nicht ein, mouna
gute besserung von muschel 