Re: Eine Gebissprothese kleben in der BRD.
hallo Alex,
leider entwickelt sich die Zahnmedizin zu einer Medizin, in der der Patient alles selber zahlen muss. Diese Problematik mit einem anderen Zahnarzt -- ich könnte Bücher schreiben. Jeder neue Zahnarzt mäkelt über die Qualität seines Vorgängers, gerade mit einer Brücke geht es mir so. Es muss eine neue Brücke mit natürlich nicht Gold sondern einer hochwertigen Keramik her.
Ich sehne mich manchmal nach alten Zeiten -- wie vor 5 - 6 Jahren, als dann Kronen und Brücken vorsichtig entfernt und dann überarbeitet wieder eingesetzt wurden.
Ganz schlimm ist in meinen Augen, die sogenannte Prophylaxe, die ja eine normale Krankenkasse nicht bezahlt. Mein Zahnarzt betont immer wieder, diese umfangreiche Reinigung muss 1/4 jährlich gemacht werden, dauert 1 1/2 Stunden und kostet entsprechend. Wenn ein Patient nicht bereit sei, dies Geld zu investieren, dann lehne er die weitere Versorgung ab.
Es kommt immer häufiger vor, dass Zahnärzte nur eine Not-Behandlung machen (offenbar vorgeschrieben) und dann die oder den Patienten mit den Worten entlassen, "und nun suchen Sie sich bitte einen anderen Zahnarzt".
Mir ging es mit einem Stiftzahn im Frontbereich so --- er war so toll verklebt -- und hielt erstaunliche 2 Stunden - bis die Praxis geschlossen hatte.
Hinzu kommt in unserem Gebiet, dass Zahnärzte sich einen feuchten Kehrricht um Arbeitszeiten scheren. Es gibt generell nur Termine bis 15:00 Uhr (und welcher Arbeitgeber gibt bei einer längeren Zahnsanierung, die ja durchaus 10 Termine umfassen kann) schon 10 x 1 Tag Urlaub, zumal in den Urlaubsrichtlinien steht, dass der Urlaub zusammenhängend zu nehmen ist.
Mein Sohn hatte mit 3monatiger Wartezeit 2 Termine im Juli. Nun hat er ja in Hamburg gearbeitet, war einfache Strecke mit der Bundesbahn 70 -80 Minuten unterwegs. Beim 1. Termin war ein Stopp auf freier Strecke (Suizid eines Mannes), sprich der Zug kam mit 1 STd. und 10 Minuten Verspätung in Kiel an, dann weiter mit dem Nahverkehrszug, der natürlich nicht wartete. Von unterwegs rief er per Handy beim Zahnarzt an - nein später könne er nicht kommen, dass müsse er besser organisieren. Beim 2. Termin fuhr er dann schon um 12:00 in Hamburg los, Lokschaden, wieder erst 15:30 in Kiel, damit zu spät für seinen Termin (hatte um 15:30 in der Praxis sein sollen). Daraufhin kam der Kommentar, man könne ihn leider nicht behandeln, da er so unzuverlässig sei und sie hätten genügend Patienten, die ihre Termine einhalten würden. no comment
Mir tut dein Onkel wahnsinnig leid und ich hoffe für ihn, dass ihr in Bayern in der Wohnnähe einen qualitativ und menschlich guten Zahnarzt findet.
Ruf doch mal bei der Zahnärztekammer an und schildere das Problem der schlechten Reparatur und bei der Krankenkasse, was zu tun sei.
Ich wünsche dir viel Erfolg
Gruß Chris
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