Laktoseintoleranz

Von: , Frage gestellt am So, 24. Nov 2002

Ich habe eine primäre sklerosierende Cholangitis, die immer schlimmer wird seit ca 6 Monaten und demnach ne ziemlich fortgeschrittene Leberzirrhose, ich stehe auch auf einer Warteliste und so. Seit so zwei, drei Monaten habe ich ziemliche Verdauungsbeschwerden - unverdaute Nahrung im Stuhl, Blut- und Schleimstühle, Durchfall und manchmal auch Verstopfung, Bauchschmerzen im Darmbereich - und laut meinem Arzt hat das nichts mit der PSC zu tun, sondern muss was anderes sein...aber ich weiß immer nicht, in wieweit der da recht hat, geirrt hat der sich nämlich schon mal.
Meine Vermutung ist jetzt eine Laktoseintoleranz. Kann das sein, dass das einfach so kommt? Oder hängt das doch mit der Leber zusammen oder könnte zusammenhängen? Ich verzichte seit Donnerstag auf Milchprodukte (und dieses ganze andere Zeug, wo Milchzucker drin ist, Fertiggerichte und so) und kein Bauchweh seitdem.
Kann so eine Intoleranz vielleicht auch durch Stress ausgelöst werden (von dem hab ich mehr als genug)?
Wie ist es mit solchen Tests auf LI, ich habe gehört, dass die ziemlich unzuverlässig sein sollen?
Vielen Dank, cooky.

1 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
    Re: Laktoseintoleranz

    Hallo Cooky,

    Durchfall, voluminöse Stühle und unverdaute Nahrung können zu einer PSC passen, da es durch den Untergang von Gallenkapillaren in der Leber zu einem Mangel an Gallenflüssigkeit kommen kann, so daß die Nahrung (genauer: die Nahrungsfette) nicht mehr vollständig verdaut werden. In diesem Falle müßten die Stühle einen bisweilen fettigen Charakter haben.

    Was sich nicht so ohne weiteres durch Gallensäuremangel erklären läßt, sind Schleim und insbesondere Blut im Stuhl. Das läßt an eine primäre Darmerkrankung denken, z.B. an eine der entzündlichen Formen. Gerade die PSC tritt meist infolge einer solchen chronisch-entzündlichen Darmerkrankung auf. Vielleicht ist sie bei Dir bisher unbemerkt geblieben.

    Kontrastmitteluntersuchungen des Dünndarms und eine Dickdarmspiegelung könnten hier weiterhelfen.

    Mit Laktoseintoleranz (LI) hat das Ganze zunächst nichts zu tun. Dennoch kann es sein, daß i.R. solch einer Darmerkrankung die Schleimhaut genug geschädigt wird, um das in der Schleimhaut sitzende laktosespaltende Verdauungsenzym unter einen kritischen Wert zu senken (schon bei vielen Gesunden ist es in nicht besonders großer Menge vorhanden). Dann hättest Du tatsächlich so etwas wie eine "sekundäre" Laktoseintoleranz und würdest Milchprodukte schlecht vertragen. Wie ist es mit solchen Tests auf LI, ich habe gehört, dass die
    ziemlich unzuverlässig sein sollen?
    Aus der Hüfte geschossen würde ich sagen: In Deinem Fall ja, da schon primär (durch die PSC) eine Verdauugnsstörung vorliegt und man m.E. womöglich nicht genau sagen kann, ob pathologische Testwerte durch die PSC, durch eine entzündliche Darmerkrankung/sekundäre LI oder durch eine reine, primäre LI zustandekommen.


    von Herzen alles Gute,

    Oliver

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