Hallo Dirk,
da sich hier kein Zahnarzt meldet, will ich auch was dazu sagen.
Karies war hier sicher nicht das Problem. Karies, Zahnfäule, da hat man ein Loch im Zahn. Das ist der typische Fall, wo der Zahnarzt bohrt, verfaulte Teile entfernt und das Loch mit einer Füllung wieder schließt.
Es gibt aber auch Zahnwurzelentzündungen. Da liegt ein Eiterbeutel außen am Zahn, meine Zahnärztin hat mir das im Röntgenbild gezeigt. Früher war das der typische Fall, einen Zahn sofort zu ziehen, denn behandeln kann man das nicht.
In meinem Fall bekam ich zunächst Penicillin. Da das aber nichts half, der Schmerz andauerte und das Röntgenbild zeigte, dass die Eiterung nicht zurückging, fand die hier schon erwähnte Wurzelspitzenresektion statt. Das bedeutet: Das Zahnfleich wird seitlich aufgeschnitten, die Wurzelspitze samt Eiterbeutel weggefräst und die Wunde genäht. Ich habe das in lokaler Betäubung machen lassen, war auch nur ein Zahn. Grund und Vorteil dieses Vorgehens: Die Entzündung ist weg, aber der Zahn hält ohne Wurzel immer noch.
Als mir vor ein paar Wochen ein anderer Zahn weh tat und das Röntgenbild auch hier eine Eiterung an der Wurzelspitze zeigte, bekam ich wieder Penicillin. Diesmal scheint es aber zu helfen: Der Schmerz ist weg und im Röntgenbild ist keine Eiterung mehr zu erkennen.
Fazit:
Wurzelspitzenresektion ist eine relativ neue Behandlungsmethode, das machen nur Kieferorthopäden oder spezialisierte Zahnärzte. Vermutlich konnte das der Zahnarzt oder die Zahnärztin deiner Kollegin nicht. Da bringt es ihm/ihr natürlich mehr Geld, selbst zu ziehen, als sie zum Spezialisten zu überweisen. Und der spätere Brückenbau über die entstandene Lücke oder die notwendige Prothese, falls es ein Endzahn war, bringt nochmal Geld.
Vielleicht ist diese Vermutung zu krass. Aber trotzdem würde ich den Zahnarzt bzw. die Zahnärztin wechseln. Denn, wenn der Zahn wirklich gezogen werden musste, hätte er bzw. sie deiner Kollegin am Röntgenbild erklären müssen, warum das unvermeidbar ist, warum Penicillin nicht mehr hilft und warum Wurzelspitzenresektion nicht möglich ist.
Das ist doch, bei aller berechtigten Kritik am heutigen Gesundheitssystem, allgemeine Tendenz: Patientenaufklärung! Egal, was mit deiner Kollegin geschehen ist: Sie sollte den Grund kennen! Allein die Tatsache, dass sie es nicht weiß, dass du hier fragst, ist Beweis dafür, dass der Zahnarzt oder die Zahnärztin nicht auf der Höhe der Zeit ist.
Liebe Grüße
Peggy