Kennt jemand von euch diese Krankheit und hat sie (ohne Therapeuten!) in den Griff bekommen oder lindern können?
Findus
Kennt jemand von euch diese Krankheit und hat sie (ohne Therapeuten!) in den Griff bekommen oder lindern können?
Findus
Kennt jemand von euch diese Krankheit und hat sie (ohne
Therapeuten!) in den Griff bekommen oder lindern können?Findus
hi Findus,
ich fand diese Definition:
bei: http://www.rezidivierende-depression.de/depression/
Dysthymia: Als Dysthymia wird vom Ausprägungsgrad her eher eine leichtere Depression verstanden, die allerdings oft einen chronischen Verlauf nimmt. Symptombeginn ist oft bereits im Jugendalter. Von einer Dysthymia kann erst dann gesprochen werden, wenn die depressive Symptomatik über mindestens zwei Jahre hinweg bestanden hat. Wenngleich von der Definition her als Dysthymia eher leichtere depressive Verstimmungen bezeichnet werden, so darf nicht verkannt werden, dass durch den unbehandelt oft chronischen Verlauf über die Lebensspanne hinweg doch ein erheblicher Leidensdruck entsteht.
Wichtig erscheint mir der letzte Halbsatz. Also rate ich dir „ohne Therapeuten“ doch zu überdenken.
gruss
winkel
Danke, aber Definition und Verlauf der Krankheit sind bekannt. Ich suche eigentlich mehr den Kontakt zu Betroffenen und deren Erfahrung damit.
Findus
Hallo Findus,
kenne mich zwar nicht so gut mit den Fachbegriffen aus, aber ich habe meine Depression (eine eher schwere) ohne Therapeuten lindern können. Wie kannst du hier lesen:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Als Ergänzung: ich habe es mittlerweile geschafft zum Facharzt zu gehen und nehme jetzt Antidepressiva, mein Lebensgefühl hat sich deutlich verbessert, die schwarzen Wolken sind weg und auch die Stimmungsschwankungen sind deutlich weniger geworden. Es war wie ein erwachen aus einem bösen Traum, alles sieht plötzlich heller und schöner aus. Ich kann das nur empfehlen, aber das musst du selber wissen.
Gruss Jan
Ich war bereits bei zwei Therapeuten, bin damit aber nicht klar gekommen.
Das mit dem Sport habe ich auch schon gehört. Aus medizinischen Gründen versuche ich seit 2 Jahren regelmäßig Sport (Radfahren) zu betreiben, aber mein innerer Schweinehund ist stärker. Ich hasse körperliche Betätigung seit meiner Schulzeit. Ein Fehler, ich weiß.
Trotzdem herzlichen Dank für deinen Beitrag! Vielleicht kann ich mich ja doch noch motivieren…
Findus
Danke, aber Definition und Verlauf der Krankheit sind bekannt.
Ich suche eigentlich mehr den Kontakt zu Betroffenen und deren
Erfahrung damit.
Hi Findus,
ich habe Erfahrung damit und bin betroffen.
Wenn du vorab mitteilst, daß du dich selbst heilen willst, dann sage ich nichts dazu. denn nur du kannst deinen Leidensdruck bemessen.
zu der antwort von JanG. Ich kenne genügend Leute, die nach Selbsheilungsversuchen eher noch tiefer im Dreck steckten. Und selbst Jan schreibt, daß nachdem ihm Medikamente verschreiben wurden, es ihm wesentlich besser geht. Da frage ich mich doch, was er da vorher an sich geheilt hat. Denn Antidepressiva wirken nur bei Krankheit, bei Gesunden sind sie Smarties.
Ich selbst habe geglaubt, daß mir keiner helfen könne, sondern nur ich selbst. Habe 20 Jahre und länger gekämpft, Psycho-Literatur verschlungen, Positiv-Denken-Trainings, sport usw. betrieben. Als ich 42 war brach ich unter dem städnigen Versagen zusammen. Ich war danach 6 Jahre krank und in Behandlung.
Frage: Willst du dieses Risiko auch eingehen? Dann viel Glücjk und lese vorher nochmal den letzten Halbsatz meines Zitates.
gruss
winkel
Du kannst ja mit kleinen Schritten anfangen, ich hab auch mit 4km auf dem Hometrainer angefangen. Ein Fahrrad zu kaufen hab ich mir erst getraut als ich von 135 auf 112 kg runter war. Und da bin ich am Anfang 12 km gefahren jetzt bin ich bei 25 - 50 km/Tag. Schlussendlich ist es egal ob du Sport machst oder dir eine anderes Hobby suchst. Hauptsache du machst irgend etwas und sei es noch so wenig. Versuche es mit ganz kleinen Schritten, steigere dich langsam, hab Geduld mit dir und halte durch, du kannst alles schaffen was du willst.
Mein grösster Wunsch war mal alleine zu einem Konzert zu gehen. Früher hatte ich schon riesen Probleme damit zu Aldi zu gehen, ich habe mich langsam gesteigert, bin einkaufen gegangen in Zeiten wo viele Menschen da waren, hab auch sonst versucht mehr unter Menschen zu gehen, nach einem Jahr war ich dann soweit das ich alleine zu einem Konzert gehen konnte und es war wunderschön, ich hab keine Panik bekommen, obwohl da soviele Menschen waren, es war das erste mal das ich mich unter sovielen Menschen wohlgefühlt habe. Du siehst alles ist möglich wenn man durchhält, nicht aufgibt, winzige Schritte macht.
Trotzdem herzlichen Dank für deinen Beitrag! Vielleicht kann
ich mich ja doch noch motivieren…
das will ich aber auch hoffen 
Ich drück dir die Daumen, alles Gute
Jan
- zu der antwort von JanG. Ich kenne genügend Leute, die nach
Selbsheilungsversuchen eher noch tiefer im Dreck steckten. Und
selbst Jan schreibt, daß nachdem ihm Medikamente verschreiben
wurden, es ihm wesentlich besser geht. Da frage ich mich doch,
was er da vorher an sich geheilt hat. Denn Antidepressiva
wirken nur bei Krankheit, bei Gesunden sind sie Smarties.
Ich habe nichts von heilen, sondern von ingriff bekommen gesagt, ich hab über ein Jahr gebraucht um mich soweit zu stabilisieren das ich zum Facharzt gehen konnte. Mein Hausarzt hat mir Johanneskraut in die Hand gedrückt, nach dem Motto Depression ist doch keine Krankheit. Und um es ganz deutlich zu sagen ich habe meine Angst vor Menschen damit besiegt und meine Selbstmordgedanken in den Griff bekommen. Reicht das? Ausserdem soll das keine Allgemeingültige Anweisung sein sondern nur ein Denkanstoss + Erfahrungsbericht sein.
Gruss Jan
Ich leide darunter seit ca. 15 Jahren, mal mehr, mal weniger. Schlimm ist, dass es in der Partnerschaft deswegen Probleme gibt.
Zur Therapie: Wie lief die bei dir ab, dass sie tatsächlich geholfen hat? Ich hatte erst eine Therapeutin, die gar nichts gesagt hat, mich bloß immer angestarrt und gemeint, ich solle erzählen. Das hat mich eher wahnsinnig gemacht als geholfen. Der andere Therapeut war zwar „konkreter“, hat auch selbst gesprochen, aber das kam nach dem Motto „Sie machen alles falsch, sie müssen sich komplett ändern und ein neuer Mensch werden“. Ich möchte kein neuer Mensch werden, ich will ich selbst bleiben. Nur eben mit mehr Leichtigkeit, mich mehr freuen können und ohne in schwarze Löcher zu fallen.
Findus
Ich leide darunter seit ca. 15 Jahren, mal mehr, mal weniger.
Schlimm ist, dass es in der Partnerschaft deswegen Probleme
gibt.
Hi Findus,
das ist ganz klar, daß die Libido aussetzt ist das kleinste Übel. Schlimmer ist wohl, daß deine Partner/in keinen Kontakt mehr zu dir findet.
Zur Therapie: Wie lief die bei dir ab, dass sie tatsächlich
geholfen hat?
Ich wollte mit allen Mitteln und mit aller Kraft gesund werden. Ich konstatiert, daß ich so kaputt und unten bin, daß es ja eigentlich nur aufwärts gehen kann.
Ich hatte erst eine Therapeutin, die gar nichts
gesagt hat, mich bloß immer angestarrt und gemeint, ich solle
erzählen. Das hat mich eher wahnsinnig gemacht als geholfen.
Das ist eine Form der Therapie. Ich lass es mal dir den Sinn und Zeck dieses Vorgehens zu erläutern. Hier ist es vor allem so, wie auch bei jeglicher anderen Therapieform: DU mußt dich darauf einlassen. Du mußt begreifen, daß nicht der Therapeut etwas an dir tut (z.B. ein Heftpflaster auf die Stirn oder nen Gips ans Bein) sondern daß nur du etwas tun kannst. Der Therapeut begleitet dich nur auf dem Weg. Ohne Begleitung (d.h. Selbsttherapie) halte ich für nicht angeraten.
Der andere Therapeut war zwar „konkreter“, hat auch selbst
gesprochen, aber das kam nach dem Motto „Sie machen alles
falsch, sie müssen sich komplett ändern und ein neuer Mensch
werden“.
Ähnlich wie bei der ersten Therapeutin nur etwas anderer Ansatz. Er wartete halt nicht bis du aus dem Quark kommst und etwas für dich tust, er hat dich provoziert. Und du hast genau das getan was das Wort Depression ausdrückt: Du bist dem Druck der Provokation aus dem Weg gegangen. Und hast damit getan, was du immer tutst: Ausweichen.
Also Tipp: Stelle dich deiner Krankheit.
Ich möchte kein neuer Mensch werden, ich will ich
selbst bleiben.
Was ist so schön an deiner Situation, daß du sie nicht ändern möchtest?
Nur eben mit mehr Leichtigkeit, mich mehr
freuen können und ohne in schwarze Löcher zu fallen.
Wie kommst du an diese Leichtigkeit heran? Fahradfahren? Sport? Feste feiern? Dich ins Getümmel stürzen? Warten bis sie da ist die Leichtigkeit? Wer bringt Sie dir? Hast du sie schon bestellt?
Seh bitte ein: Geh zu jemandem, bei dem du sie dir abholen kannst, wenn du sie dir erarbeitet hast.
gruss
winkel
Hallo,
die Sache ist nicht so selten und gerade bei uns Juristen weiß ich von diversen Fälle insbesondere im Zusammenhang mit dem extremen Leistungsdruck des beiden Examina insbesondere bei Leute die nur noch einen einen Versuch haben und dank unseres tollen Systems dann ggf. trotz erfolgreichem Studuim ganz ohne jeglichen Abschluss dastehen. Der Leidensdruck ist sicher unterschiedlich stark und bei dem ein oder anderen hat man nur mitbekommen, dass er/sie sich mit Johanniskraut, Schokolade und Spaziergängen an der frischen Luft, viel Licht, etc. mehr oder weniger selbst geholfen hat. Allerdings machten die Betroffenen eigentlich nie den Eindruck wirklich etwas verbessert zu haben. Offenbar war einfach nur der Leidensdruck zu gering zum Facharzt zu gehen. Bei anderen ging es bis hin zur stationären Behandlung nach akuten Suizidsituationen (da kann man dann allerdings auch nicht mehr von einer leichten neurotischen Depression sprechen) aber es war auffällig, dass ein Großteil dieser Leute die dann ambulant oder stationär ärztliche Hilfe in Anspruch genommen haben innerhalb recht kurzer Zeit wieder den Eindruck vermittelten, wirklich wieder mit ihrem Leben klar zu kommen. Dabei ging es längst nicht nur um Psychotherapie sondern in vielen Fällen auch um medikamentöse Behandlungen. Ein angeheirateter Bekannter (hatte allerdings nichts mit Studium zu tun, da ging es um andere Sachen, war in dem Fall aber auch wirklich übel) erzählte mir, dass ihm in einer gemischt aufgebauten Praxis sehr gut geholfen worden sei. Da gab es neben Neurologen und Psychiatern auch Psychotherapeuten. Er ist zunächst einmal vom Neurologen zum Psychiater und dann zum Psychotherapeuten geschickt worden um zunächst eine umfassende Diagnose zu bekommen und dann von der Psychotherapeutin erste Therapieansätze angeboten zu bekommen.
Die habe ihm dann aber nach einer Sitzung gleich gesagt, dass dies für ihn wohl nichts sei und hat ihn dann zurück zum Neurologen geschickt, der dann über eine medikamentöse Einstellung innerhalb weniger Wochen (er musste allerdings einige Wochen täglich zu einer Infusion hin) die Sache wieder in den Griff bekommen hat.
Ich denke eine solche gemischte Praxis ist sicherlich von Vorteil, weil sie unabhängiger von finanziellen Interessen die passende Therapie anbieten kann, als dies ein Psychotherapeut oder ein Neurologe machen wird, der für sich alleine arbeitet und natürlich an jedem Fall verdienen will/muss und daher eher geneigt sein dürfte ein bestimmten Krankheitsbild für seine Behandlungsmöglichkeiten „passend zu machen“. Vielleicht kannst du ja auch in deiner Nähe eine entsprechende Praxis finden.
Gruß vom Wiz
Kennt jemand von euch diese Krankheit und hat sie (ohne
Therapeuten!) in den Griff bekommen oder lindern können?Findus