Mikrowelle

Hallo,
ich habe eine Mikrowelle zu Haus und jetzt erfahren, daß chem. Veränderungen vor allem beim Erwärmen von Milchprodukten auftreten, die negative Auswirkungen auf den Körper haben können.
Wer hat hierüber Information?
Gruß Peter

Hallo,

Wie Du dein Essen aufwärmst, ist egal, solange dabei keine Fremdstoffe hinzugefügt werden. Dies ist bei der Mikrowelle nicht der Fall. Es wird nicht etwa durch Strahlung Radioaktivität o.Ä. erzeugt. Das Erwärmen geschieht durch Bestrahlung mit elektromagnetischen Wellen. Das ist nichts anderes als Licht, nur in einem anderen Frequenzbereich. Da dieser wesentlich niedriger liegt und damit weniger energiereich ist, treten keine ‚atomaren Wirkungen‘ im Sinne von Radioaktivität auf. Es werden ausschließlich Atome angestossen und in Schwingungen versetzt, was nichts anderes als Wärme ist.

Einen Unterschied zur ‚normalen‘ Erwärmung in einem Topf gibt es nur dadurch, daß die Eindringtiefe der Wellen begrenzt ist und die Wellen von oben kommen. Dies führt je nach erhitztem ‚Material‘ dazu, daß es oben kocht und unten nicht mal warm ist. Wenn Du also z.B. die Milch für das ‚Fläschchen‘ erwärmen willst, solltest Du (z.B. nach der Hälfte der Erhitzungszeit) zwischendrin aufmachen und umrühren, um die erzeugte Wärme zu verteilen.

Wenn größere Mengen erwärmt werden sollen, ist es übrigens günstiger, einen Topf auf den Herd zu stellen. Der Wirkungsgrad bei der Mikrowellenerzeugung ist nämlich schlecht. Dadurch wird der Vorteil, daß man keine Herdplatte und keinen Topf aufheizen muß, wieder aufgezehrt. Dieser Vorteil äußert sich aber dort, wo die zu erhitzende Menge klein ist im Vergleich zum Behälter/Herd.

Die einzigen Bedenken, die man bei der Mikrowelle haben könnte, sind beim Gerät selber zu suchen. Denn natürlich tritt während des Erhitzungsvorgangs (genauer: während des Strahlens) ein Teil der Wellen aus dem Gehäuse aus. Dieser Teil ist jedoch so gering (bei normgerechten, nicht defekten Geräten), daß er nicht gesundheitsschädlich ist. Zumindest, wenn man nicht seinen Tag direkt vor laufendem Gerät verbringt. Ist etwa so groß wie die Gefährdung durch ein Handy. Bei diesem ist die Stärke zwar geringer, dafür aber die Einwirkdauer größer. Aber, wie gesagt, dies ist nicht mehr im Produkt nachzuweisen.

Nochmal: am ‚fertigen‘ Produkt wirst Du mit keiner Messmethode der Welt noch einen Unterschied feststellen können. Bedenken dagegen kommen ausschließlich aus der Esoterik-ecke. Ich weiß aber natürlich nicht, wo Du stehst…

Axel

Hallo axel,

guter Beitrag. Ich möchte noch hinzufügen, dass bei der Erwärmung im Topf zumindest am Boden weitaus höhere Temperaturen erreicht werden können als in der Mikrowelle (viel mehr als 100°C ist da i.d.R. nicht zu erwarten). Dadurch kann es am Topfboden schon mal zu chemischen Veränderungen des kommen, die keineswegs allein auf Austrocknung zurückzuführen ist (Eiweiße verändern sich etc.). Wer hat nicht schon mal angebrannte Krusten vom Topfboden entfernen müssen? Darum halte ich - so doof es sich anhört - die Benutzung von Herd und Topf für „bedenklicher“ als die Benutzung der Mikrowelle. Einziger Nachteil der Mikrowelle: das viele benutzte Plastikgeschirr. Da sollte man auf Glas oder Keramik umsteigen. Dann hat man nachher auch keine Weichmacher im Essen.

Gruß
Huttatta

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