Meine Schwester (23 Jahre jung!)hat ununterbrochen Kopfschmerzen, Aspirin o.ä. hilft schon lange nicht mehr, sie nimmt irgendwelche härteren Tropfen, nach denen sie nicht mehr Autofahren darf. Oft ist ihr auch übel dabei. Die heftigsten Kopfschmerzen kommen am Wochenende.
Sie arbeitet zu viel, ist auch nicht gerade zufrieden bei der Arbeit, aber privat geht es ihr eigentlich sehr gut, wenn sie mal grad keine Kopfschmerzen hat.
Der Hausarzt weiß keinen Rat. Nun war sie beim Neurologen. Ergebnis:
Anscheinend spricht zwar einiges für Migräne, aber ganz eindeutig sei es wohl nicht, da auch einiges dagegen spräche.
Chronisch sei es auch noch nicht, sonst müsse sie irgendwo irgendwelche typischen Verspannungen haben
die Venendurchlässigkeit wurde untersucht, auch kein Befund
Nun soll sie Antidepressiva nehmen, da die als positive Nebenwirkungen eben Kopfschmerzen beheben.
Was ist da dran? Ist das nicht gefährlich? Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass man erstmal rausfindeen sollte, woran es denn nun liegt und nicht wahllos irgendwelche Hammermittel verschreiben. Was denkt und wißt ihr darüber?
auch wenn es mir schwer fällt: ich werde den geradezu idiotischen Vorschlag nicht kommentieren… *grrrrrr*
Wenn der Hausarzt und der Neurologe nicht weiterkommen, wäre der nächste Schritt der Ganz zu einem Schmerztherapeuten. Unter http://www.schmerztherapeuten.de findest Du eine entsprechende Datenbank.
ob das gefaehrlich ist, weiss ich leider auch nicht.
Aber ich habe auch so einen Schmerzweg hinter mir. Bin damals aus der Lehre raus und wusste, das ich danach arbeitslos werde. Kurz vor den Abschlusspruefungen ging es dann los mit permanentem Kopfschmerz etc. War auch beim Neurologen, ohne Befund.
Heute hab ich das ganz gut im Griff - soll heissen, das die Migraene komischerweise genauso schnell gegangen ist , wie sie kam. Gelegentlich packt sie mich heute noch, aber nur noch selten … vielleicht einmal im Monat. Und wenn sie sich ankuendigen, muss ich leider auch zur Schmerztablette greifen.
War deine Schwester schon mal beim Orthopaeden, beim Augen- oder beim Zahnarzt ? Manchmal koennen die Kopfschmerzen / Migraene von einer ganz anderen stelle des Koerpers herruehren. Ein Besuch beim HNO-Arzt kann auch hilfreich sein. Manchmal liegts an den Nebenhoehlen etc.
Das die heftigsten Kopfschmerzen am Wochenende kommen wundert mich nicht. Ist typisch fuer Migraene. Die tritt meistens in den Ruhephasen auf, also wenn man nicht arbeiten muss und einen anderen Tagesablauf hat als wie in der Woche.
Vielleicht versucht es deine Schwester mal mit Entspannungsuebungen ? Ganz gut helfen bei mir auch immer Hausmittelchen wie kalte Kompressen auf Stirn / Nacken ( oder etwas Pfefferminzoel dort verrieben … das entspannt und kuehl schoen ) .
Auf jeden Fall sollte sie doch nochmal zu einem anderen Arzt gehen. Ob das mit den Antidepressiva sein muss … ich weiss nicht.
Kann natuerlich sein, das die Migraene eine "seelische " Ursache hat , weil sie halt im Job unzufrieden ist.
Migraene hat manchmal viele Ursachen.
Nun soll sie Antidepressiva nehmen, da die als positive
Nebenwirkungen eben Kopfschmerzen beheben.
Was ist da dran? Ist das nicht gefährlich? Mein gesunder
Menschenverstand sagt mir, dass man erstmal rausfindeen
sollte, woran es denn nun liegt und nicht wahllos irgendwelche
Hammermittel verschreiben. Was denkt und wißt ihr darüber?
was soll an Antidepressiva soviel gefährlicher sein als an anderen
Tabletten?? Bei Nichtdepressiven haben die normalerweise überhaupt
keine Wirkung. Meiner Meinung nach sind das nur Vorurteile. Wenn sie
das Gefühl hat das der Arzt die Mittel wahllos verschreibt oder sie
nicht richtig untersucht sollte sie besser zu einem anderen Arzt
gehen.
Hallo,
ich glaube zwar auch das der Neurologe eher einfach mal so das Medi verschrieben hat aber von einigen Kopfschmerzen (z.B. Cluster, Migräne) nimmt man an, daß sie auf einen gestörten Serotoninstoffwechsel zurückzuführen sind. Dagegen könnten z.B. SSRI schon helfen (Betonung liegt allerdings auf könnten).
oh ja, kommt mir irgendwie bekannt vor.
Auch ich war jahrelang bei allen möglichen Ärzten (wegen HWS-Syndrom-Nachwirkungen), bis ich schließlich in der Schmerzklinik (http://www.fachklinik-enzensberg.de) landete. Eine Einweisung erfolgte via Hausarzt als Akuteinweisung.
Über den Erfolg des Behandlungskonzepts (http://www.fachklinik-enzensberg.de/index.shtml?typv…) war ich sehr überascht.
Nach 3 Wochen Aufenthalt bin ich schmerzfrei. Und das jetzt sogar ohne Antidepressiva. Warum wird damit gearbeitet? Ganz einfach, das Schmerzzentrum im Gehirn wird „umprogrammiert“ (kennst du den Begriff Phantomschmerzen?), da der Schmerz nimmer akut an einer bestimmten Stelle des Körpers ist sondern Signale „fehlinterpretiert“ werden.
Also nicht irre machen lassen, sondern mal darüber nachdenken, ob das das ist, was die Ärzte vorhaben. Ich kann o. g. Klinik sehr empfehlen. Es waren sehr viele dort in ihrem Alter!
Alles Gute an deine Schwester
Gruß *wink* Daggi
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