Wie riskant ist z.B. Mammografie? Alternativen?

Hallo!
Meine Mutter, um die 60, war in den letzten 5 Jahren 5 mal zu verschiedenen Röntgenuntersuchungen und macht sich nun Sorge, als die Ärztin sie schon wieder schicken will, zur Mammografie.
Dunkel entsinne ich mich an eine Beurteilung im Fernsehen, daß konkret Mammografie mehr Krebs erzeugt hat, als durch Früherkennung besiegt.

Kann da jemand was Genaueres zu sagen?
Gilt die Strahlung als so gering, daß die Sorge unbegründet ist? Gibts vielleicht Alternativen (CT)?

Danke für die Antworten!
Tschuess, Sven.

… ja also, ich bereite mich grade aufs Erste Staatsexamen vor (deswegen hab ich ja auch soviel Zeit hier rumzugammeln…;-}), und in der Radiologie ham die uns gesagt, daß es also nicht so wäre. Die Mammographie wird in der sog. Weichstrahltechnik gemacht, die ist prinzipiell gefährlicher als „normale“ Röntgenstrahlung, wegen des Aufbaus der Brust ist das aber nötig und ganz so kraß auch wieder nicht.
Es gibt in puncto Früherkennung derzeit keine Alternative zu Mammographie, der Brustkrebs ist der häufigste bösartige Tumor in der weiblichen Welt, ich glaub´ jede 10. Frau stirbt im Laufe des Lebens an Mamma-Ca (das kann natürlich auch mit 95 sein, eher sogar als mit 16).
Die durch Mammographie entstandenen Krebse kann man natürlich recht schwer kausal auf die Untersuchung zurückführen, denn sie unterscheiden sich in nix von normalen Karzinomen. Man kann da halt nur statistische Methoden zu Rate ziehen und mit Wahrscheinlichkeiten rechnen. Das befriedigt natürlich keine(n) Betroffene(n), denn wenn du zu dem Bruchteil gehörst, dem’s passiert, hilfts Dir auch nix.
Aber so isses nunmal. Die Mammographie hat jedenfalls bisher schon weit mehr Frauen das Leben gerettet, als welche umgebracht (die gibts allerdings auch). Zahlen aus Schweden (in denen jede Frau ab 40 konsequent 1x im Jahr mammographiert wird, auch im hinterletzten Kaff…) zeigen auch einen gewissen Sinn hinter der Sache, dort ist die Früherkennungsrate höher als hier.
Ausserdem: durch (leichte) Strahlenschäden, wie sie bei diagnostischer Radiologie evtl. entstehen könnten, werden Vorgänge angestossen, die, im unwahrscheinlichen Falle eines Falles, im Durchschnitt ~20 Jahre brauchen, bis da ein Krebs draus wird. Hätte Deine Mutter jetzt einen kleinen Tumor von ca. 1 cm Durchmesser, würde der sie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit umbringen innerhalb der nächsten Jahre.
Alternativen? Das CT is die größte Strahlenschleuder der modernen Diagnostik. Beim CT wird mit einem Vielfachen der Strahlung von normalen „Röntgenfotos“ gearbeitet.
Dann gibts noch den MRT (Magnetresonanztomograph), der arbeitet mit Magnetwellen, ist aber noch lange nicht sensitiv genug, um Brustkrebs so frühzeitig erkennen zu können.
Ich glaub es gibt keine sinnvolle Alternative.
… jetzt aber genug kluggeschissen, es gibt bestimmt noch kmpetentere Antworten als meine…
Chris

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Hallo!
Meine Mutter, um die 60, war in den
letzten 5 Jahren 5 mal zu verschiedenen
Röntgenuntersuchungen und macht sich nun
Sorge, als die Ärztin sie schon wieder
schicken will, zur Mammografie.

Man sollte sich grundsätzlich von Ärzten nicht „schicken lassen“, „behandeln lassen“, „verordnen lassen“ außer bei entsprechender Begründung.

Vielleicht mal die Ärztin wechseln, und die beiden wichtigsten Worte beim Arzt sind „warum?“ und „nein“.

?! Genau, weil der böse Arzt nur Dein Verderben und Deine Geldbörse im Auge hat?!
Die Einstellung find´ ich etwas kurzsichtig,
nur so nebenbei…

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Vielleicht mal die Ärztin wechseln, und
die beiden wichtigsten Worte beim Arzt
sind „warum?“ und „nein“.

?! Genau, weil der böse Arzt nur Dein
Verderben und Deine Geldbörse im Auge
hat?!
Die Einstellung find´ ich etwas
kurzsichtig,
nur so nebenbei…

Nein, nicht deshalb.
Sondern weil ein Arzt bei mir einen schweren Fehler verbrochen hat. Hätte ich damals nein gesagt … (aber das kann durch überflüssige Mammographien nicht passieren).

Jetzt gehts mir ziemlich gut - bloß die Wiederherstellung hat für die Krankenkasse so ca. 30.000 DM gekostet …

Schönes Wochenende :wink:
Regina

Hätte Deine Mutter jetzt einen kleinen
Tumor von ca. 1 cm Durchmesser, würde der
sie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit
umbringen innerhalb der nächsten Jahre.
Alternativen?

Leider keine Alternativen. Chris, im Examen hättest Du von mir zumindest eine „2“ bekommen. Allerdings ist das mit den „nächsten Jahren“ nicht ganz korrekt. Es können durchaus auch z.B. 15 Jahre sein. Richtig ist, daß das Mammakarzinom zum Zeitpunkt der Diagnose mindestens 0,5 bis 1 cm groß ist und 10 bis 15 Jahre alt ist und leider fast immer Metastasen (Tochterzellen) verursacht hat, woran die Frauen meistens sterben müssen. Es gibt allerdings auch falsch positive Diagnosen (Indizienbeweis der Pathologen), wobei dann in der Statistik fälschlicherweise Heilungen entstehen.
Rüdiger Dierkesmann

?! Genau, weil der böse Arzt nur Dein
Verderben und Deine Geldbörse im Auge
hat?!
Die Einstellung find´ ich etwas
kurzsichtig,
nur so nebenbei…

Ja das stimmt.Endlich sagt einer was er denkt.Die Geldbörse ist das wichtigste.
Und die stimmt bei den Ärzten
.

Medizin studieren schützt vor Fehlern nicht, nur brauchst Du nicht zum Arzt gehen, wenn Du kein Vertrauen zu ihm hast.

dito, Chris

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Jetzt gehts mir ziemlich gut - bloß die
Wiederherstellung hat für die
Krankenkasse so ca. 30.000 DM gekostet

Schönes Wochenende :wink:
Regina

Medizin studieren schützt vor Fehlern
nicht, nur brauchst Du nicht zum Arzt
gehen, wenn Du kein Vertrauen zu ihm
hast.

dito, Chris

Lieber Chris,

Du hast ja recht :wink:
Aber wenn man aus dem Rathaus herauskommt, ist man klüger, als wenn man hineingeht … jetzt bin ich eine „anspruchsvolle“ Patientin,(!) und ein guter Arzt ist Gold wert! Solche „Goldstücke“ gibts übrigens auch, aber sie sind selten …

Übrigens: War seit zwei Jahren bei keinem Arzt mehr, und jetzt gehts mir gut. Ob da ein Zusammenhang besteht, weiß natürlich kein Mensch *g*

(Manchmal brauchen wir die Burschen aber doch :wink:))

Na ja … Gruß Regina