Hallo Fachleute:
Da ich seit lägerer Zeit an Migräne leide, und der Grund (Auslöser) trotz umfangreicher Untersuchungen und eigener Recherche bisher nicht
gefunden wurde, schickte mich mein Hausarzt zum Physiotherapeuten. Er meinte, dass es den Versuch wert wäre, einfach mal Nackenmuskulatur und Kopfbereich manuell zu behandeln.
Kurz: Bei den ersten 3 Behandlungen wurde jeweils unmittelbar eine heftige Migräne ausgelöst.
Darauf brach ich die Behandlung ab. Prompt erhielt ich aber eine Rechnung für diese Behandlungen.
Für mich war es ohne Frage eine Falschbehandlung!
Meine Frage: Gibt es eigentlich von Seiten der Krankenkasse (die diese Rechnung „selbstverständlich“ bezahlt, keine Kontrolle über solche „Leistungen“? Wenn ich im Geschäftsleben Fehler gemacht habe, hatte ich nie den Mut dies dem Kunden auch noch in Rechnung zu stellen, geschweige denn, dass jemals ein Kunde das auch bezahlt hätte! Mir scheint, dass hier unser Gesundheitswesen etwas „kränkelt“!
Gruß Fritz
Hallo Fritz,
ich verstehe Deine Aufregung nicht.
Du hast eine Behandlung erhalten, mit der Intention Dir zu helfen. Da die Migräne bei dieser Behandlung (wohl spontan) auftrat, scheint da irgendwas zu sein, was damit in Zusammenhang steht. Da Du aber die Behandlung abgebrochen hast, bzw. nicht mit dem Therapeuten darüber gesprochen hast, stellt er Dir die Behandlung in Rechnung.
Nebenbei: Du solltest mit dem Arzt und/oder dem Physiotherapeuten genauer abklären, warum es bei der Behandlung zu Migräneattaken kam. Vielleicht läßt sich darüber ein Behandlungskonzept ableiten.
Noch mal nebenbei:
Wenn Ein Patient stirbt kriegt das Krankenhaus schließlich auch Geld für die Behandlung.
Gandalf
hallo!
als physio muss ich mal meinen berufsstand verteidigen.
)
migräne kann 100 verschiedene ursachen haben; ein auslöser kann im
bereich der wirbelsäule und ihrer muskulatur liegen.
aber um dort zu behandeln muss man eben auch mal da hinfassen; und
bei sehr empfindlichen patienten kann man eben auch mal die
beschwerden auslösen.
hab selber schon den ein oder anderen patienten „abgeschossen“-warne
aber bei solchen fällen schon vor!! („kann sein dass es erstmal
kurzfristig schlechter wird“)
abbrechen ohne sich mit dem therapeuten zu unterhalten ist nicht
sinnvoll-denn dann lernt keiner von beiden was dazu.
der therapeut weiss nicht was los ist-und du kannst dir auch keinen
bericht schreiben lassen damit der physio seine eindrücke/ergebnisse
der behandlung festhält.
somit findet keinerlei kommunikation statt mit den leuten die dich
als nächstes behandeln und die dürfen auch wieder von vorn anfangen
und die ganzen fehler nochmal machen.
so sinken mit der zeit deine chancen auf hilfe immer mehr.
und zur frage ob es ein fehler seitens des therapeuten war: was
verstehst du unter unmittelbar?
und:
warum hast du nicht schon nach dem 2ten mal „einspruch“ erhoben?
tschüss
matthias
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo,
ich bin auch Physiotherapeutin, und stimme Matthias zu. Nach den ersten Behandlungen kann es durchaus sein, das die Beschwerden schlimmer werden. Das ist gar nicht mal so selten.Man kann schon fast sagen,„normal“! Nur hätte dich der Therapeut darauf aufmerksam machen müssen!
Und gerade deswegen ist die Kommunikation zwischen Therapeut und Patient so wichtig! Gerade die sensiblen Wirbel-Nerv-Muskulatur-Gefüge brauchen oft mehr als 3 Behandlungen—ich selbst bin der Meinung, das mind. 10 Sitzungen abgehalten werden müssen, ähnlich wie in der trad. chin. Medizin, schließlich sind wir keine Zauberer! Sondern müssen auch erst mal herausfinden/testen, wo das Problem liegt. Dazu muß man leider in das betroffene Gebiet, was zur Folge eben Schmerzen haben kann.
Eine 100%ige Wirksamkeit der Behandlung kann dir keiner garantieren, also musst du es auch zahlen! Wenn dir der Arzt Tabletten verschreibt, und die wirken nicht, kannst du auch nicht dein Geld wieder verlangen. Der menschliche Körper und seine Funktionen sind nicht mit Technik oder Handwerk zu vergleichen, wo man beliebig Teile austauschen kann und alles am Computer errechnet.
Die Reaktionen auf Behandlungen sind wenig vorausplanbar und außerdem von Mensch zu Mensch verschieden.Was dem einen hilft, kann bei dem anderen keinerlei Wirkung zeigen oder sogar die Beschwerden verschlimmern. Deswegen wirst du da auch keine Chance haben, eine „falsche“ Behandlung zu beweisen, denn die gibt es nicht, höchstens eine „unwirksame“!
MfG,
Milena
Hallo Milena - aus Deiner Sicht hast Du sicher recht! Wenn aber bei 3 Behandlungen, und ich bin sicher - durch die Behandlung ausgelöst, schwere Attacken auftreten, da kann ich einfach nicht mehr hingehen, wenn ich sicher bin, dass ich 1 - 2 Stunden nach der 4 Behandlung ebenfalls wieder im verdunkelten Schlafzimmer liege! Selbstverständlich habe ich mit dem Therapeuten jedesmal darüber gesprochen. Er sagte mir auch jedesmal: Das kann passieren, dann müssen wir es jetzt anders angehen! Dass sich das Leiden anfangs verschlimmern kann, ist mir auch bewusst.
Selbst 2 mal hätte ich ja auch noch akzeptiert, aber keine 3 mal) Vielleicht kann das auch nur der verstehen, der das schon mal am eigenen Körper erfahren hat? Gerade das, was Du sagst: Herausfinden wo das Problem liegt, hat er meiner Meinung nach überhaupt nicht versucht. Er hatte nur eine Bemerkung dazu, dass es wahrscheinlich ein „letztes Aufbäumen“ meiner Migräne sei!
Ich habe ja auch keine Wunder erwartet, wie die Antworten unterstellen. Ich glaube aber nicht, dass mir einer sagen will, dass dieses Auslösen von Migräneattacken der Heilung dienen soll und kann.
Trotz unserer teils gegensätzlichen Meinung -
vielen Dank für die Antworten
Gruß Fritz
Hallo,
ich bin auch Physiotherapeutin, und stimme Matthias zu. Nach
den ersten Behandlungen kann es durchaus sein, das die
Beschwerden schlimmer werden. Das ist gar nicht mal so
selten.Man kann schon fast sagen,„normal“! Nur hätte dich der
Therapeut darauf aufmerksam machen müssen!
Und gerade deswegen ist die Kommunikation zwischen Therapeut
und Patient so wichtig! Gerade die sensiblen
Wirbel-Nerv-Muskulatur-Gefüge brauchen oft mehr als 3
Behandlungen—ich selbst bin der Meinung, das mind. 10
Sitzungen abgehalten werden müssen, ähnlich wie in der trad.
chin. Medizin, schließlich sind wir keine Zauberer! Sondern
müssen auch erst mal herausfinden/testen, wo das Problem
liegt. Dazu muß man leider in das betroffene Gebiet, was zur
Folge eben Schmerzen haben kann.Eine 100%ige Wirksamkeit der Behandlung kann dir keiner
garantieren, also musst du es auch zahlen! Wenn dir der Arzt
Tabletten verschreibt, und die wirken nicht, kannst du auch
nicht dein Geld wieder verlangen. Der menschliche Körper und
seine Funktionen sind nicht mit Technik oder Handwerk zu
vergleichen, wo man beliebig Teile austauschen kann und alles
am Computer errechnet.
Die Reaktionen auf Behandlungen sind wenig vorausplanbar und
außerdem von Mensch zu Mensch verschieden.Was dem einen hilft,
kann bei dem anderen keinerlei Wirkung zeigen oder sogar die
Beschwerden verschlimmern. Deswegen wirst du da auch keine
Chance haben, eine „falsche“ Behandlung zu beweisen, denn die
gibt es nicht, höchstens eine „unwirksame“!MfG,
Milena