Verwirrtheit nach Herz OP

Von: , Frage gestellt am Fr, 5. Dez 2003

Hallo,
ich habe eine Problem, das für die ganze Familie sehr belastend ist:
mein Vater (74 Jahre) hat seit 8 Tagen eine Herzklappenoperation hinter sich. Er ist nun noch immer sehr verwirrt und erzählt unsinnige Sachen und hält das ganze Pflegepersonal auf Trab, da er Angst hat.
Man sagte uns, dass die normale Verwirrtheit nach einer Herz OP zwar schneller vorbei geht, dass es aber Ausnahmen geben kann.
Man muss dazu sagen, dass er 3 Tage nach der OP Herzrhythmusprobleme und einen sehr niedrigen Puls bekam ( 30) so dass er zwei Tage lang einen Schrittmacher bekam. Dies ist nun überstanden, er wird auf normale Station verlegt, aber die Verwirrheit ist wie gesagt unverändert. Kann mir da jemand näheres erklären ? Kann die Verwirrtheit bleiben ?????

4 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
    Re: Verwirrtheit nach Herz OP

    Hallo,
    kann es sein, dass Dein Vater nicht genug Flüssigkeit zu sich nimmt? Es kann zu Verwirrtheit kommen, wenn man dehydriert ist.
    Nur so ne Vermutung...
    Grüße,
    mushu

  2. Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
    Re: Verwirrtheit nach Herz OP

    mein Vater (74 Jahre) hat seit 8 Tagen eine
    Herzklappenoperation hinter sich. Er ist nun noch immer sehr
    verwirrt und erzählt unsinnige Sachen und hält das ganze
    Pflegepersonal auf Trab, da er Angst hat.
    Man sagte uns, dass die normale Verwirrtheit nach einer Herz
    OP zwar schneller vorbei geht, dass es aber Ausnahmen geben
    kann.
    Hallo .
    Wieso ist es für die Familie belastend , wenn sich das Pflegepersonal drum kümmern muß ?
    Außerdem , was heißt "erzählt unsinnige Sachen" ?
    Hat er keine richtige "Orientierung" , also sucht er Fixpunkte oder etwas , woran er sich festhalten kann ? Dann hat er eine schwere Arbeit und braucht vielleicht Unterstützung . Herzangelegenheiten sind ja auch typische Angstangelegenheiten . Das muß dann auch nicht heißen , das er verwirrt ist und unsinninge Sachen sagt .
    Dafür muß ich Verständnis äußern , insbesonders auch wegen des intensiven körperlichen Eingriffs und der starken Narkose .
    Vielleicht kann man ein bißchen dopen , B-Vitamine , etwas Jod ?
    Wenn Ihr etwas nett seid , also nicht übertrieben lieb , sondern sachlich freundlich und stattdessen den Arzt oder einen anderen Arzt befragt , macht Ihr nichts falsch .
    Darüberhinaus ist es euer Problem , ob er etwas mit sich zu kämpfen hat und Ihr das nicht kennt .
    Ich weiß nur , das viele Menschen Betrunkene nicht leiden können , oder das gibts auch bei Beruhigungsmitteln .
    Wenn er zuviel von der Narkose "mitgenommen" hat , tut Ihr mir leid .
    MfG
    Matthias

  3. Antwort von nach 21 Stunden 1 hilfreich
    Re: Verwirrtheit nach Herz OP

    hallo inge,

    in unserer familie gab es vor kurzem aus so einen fall. der patient wird bald 80 und nach einer operation war er für 14 tage verwirrt: einerseits konnte er die situation nicht richtig einordnen (kam sich eingesperrt vor), andererseits konnte er sich an besuche nicht erinnern (beklagte sich, daß seine frau in nicht besucht hätte).

    das waren nachwirkungen der narkose: eine ärztin hat mir erzählt, daß ältere menschen nach einer narkose öfter "durch den wind" seien. wie lange das im allgemeinen anhält, weiß ich nicht. bei dem oben geschilderten fall waren es ungefähr 2 wochen.

    anscheinend kann man dagegen nichts tun. immer gut sei aber viel trinken, was alte menschen ja anscheinend häufig vergessen, weil sie weniger durst verspüren. wassermangel wirkt sich nämlich auch negativ auf die verstandesleistung aus. außerdem wird es für stoffwechselvorgänge gebraucht zb. um narkosemittel abzubauen.

  4. Antwort von nach einem Tag 3 hilfreich
    Re: Verwirrtheit nach Herz OP

    Liebe Inge,
    gerade nach Herzoperationen kommt die postoperative Verwirrtheit häufiger vor als nach anderen OPs. Das liegt höchstwahrscheinlich an der Herz-Lungen-Maschine und dem damit verbundenen extrakorporalem Kreislauf.
    Der Körper reagiert danach mit einer überschießenden Immunreaktion, die sowohl Kreislaufprobleme als auch damit verbundene zerebrale Symptome bewirken kann. Dieses sogenannte SIRS (= systemic inflammatory response syndrome) korreliert positiv mit der Länge der extrakorporalen Zirkulation, d. h. je länger der Patient an der Herz-Lungen-Maschine war, desto häufiger tritt es auf und desto länger hält es an. Dabei können Gedächtnis- und Merkstörungen noch Monate nachweisbar sein, gerade wenn schon vor der OP auch nur minimale Veränderungen der Hirnleistung bestanden.
    Die Prognose ist aber insgesamt gut.
    Fazit: Geduld.
    Grüsse Josef

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