Guten Morgen !
Wie Du ja auch offenbar schon angefangen hast, könnte eine Art Protokoll der Symptomatik hilfreich sein. Diese Form von Selbstbeobachtung ist quasi ein (das?) Standardverfahren der Verhaltenstherapeuten. Dabei ist aber weniger die Frage, wieso treten die Beschwerden auf wichtig. Eher : Was führt zu einer Besserung, bzw. wann nimmst Du die Symptomatik weniger wahr. Was machst Du so den lieben langen Tag an angenehmen Dingen, was hat sich durch die ganze Symptomatik (ggf. negativ) verändert. Z.B. weniger Hobbys, Sport, Besuche…
Sehr einfach könnte man auch damit Anfangen die Beschwerden in Form von Schulnoten von 1-6 mehrfach am Tag zu protokollieren und dabei zu notieren, was Du gerade gemacht hast. Später würden dann Gedanken und ggf. Gefühle dazu kommen. Wenn Du mehr machen willst, könnte man auch die Stimmung (ebenfalls von 1-6) bzw. innere Anspannung dazunehmen.
Eine solche Selbstbeobachtung ist insofern hilfreich, weil man feststellt wann und in welchen Situationen (ggf. wo am Körper) die Symptomatik vorhanden ist und eben Fluktuationen erkennt.
Die Frage nach einem Arzt oder Psychotherapeuten ist nicht so ganz einfach. Prinzipiell sollten Fachärzte für Psychiatrie (ggf. auch die alten Nervenärzte) hier Ansprechpartner sein. Oder aber Fachärzte für Psychotherapeutische Medizin. Ich persönlich würde dann aber einen verhaltenstherapeutisch ausgerichteten Arzt empfehlen (nichts gegen die Psychoanalytiker). Problem ist, dass häufig die Psychiater eher die medikamentöse Behandlung machen, aber nicht die Psychotherapie (so gut abrechnen können). Eigentlich sollte dies nach meinem Empfinden aber Hand in Hand gehen.
Selbstverständlich gibt es tolle psychologische Psychotherapeuten (die auch häufig mit den Ärzten zusammenarbeiten). Leider ist es aber garnicht so einfach, für derartige Beschwerden gute Leute zu finden.
Es gibt auch im Internet einige Suchmaschinen, die über die Qualifikationen und Spezialisationen was aussagen. Ich würde z.B. nach einem Arzt / Psychologen suchen, der
- Verhaltenstherapie
- ggf. Immaginationsverfahren
- Entspannungsverfahren (Progressive Muskelrelaxation, ggf. Autogenes Training)
- Erfahrungen im Bereich chronischer Schmerzen / Schmerztherapie
und oder somatoformer Beschwerden / undifferentierte somatoforme Störung hat. Hilfreich (wenn auch nicht identisch) könnten Therapeuten sein, die chronischen Tinnitus behandeln. Ist zwar erstmal was völlig anderes, aber in der Behandlung nicht so weit entfernt.
Krankenkassen sollten ggf. Anlaufstellen benennen können, die ein sog. Stressbewältigungstraining anbieten. Es gibt z.B. von der Techniker Krankenkasse eine ganz gute Broschüre zu Stress (sieh mal im Internet), die viele genannte Aspekte anspricht und auch schon einige Immaginationsverfahren / Körperreisen andeutet bzw. beschreibt.
Irgendwie ist dies aber in der realen Praxis häufig nicht so einfach. Dann könnte ggf. auch eine stationäre psychosomatische Behandlung in einer Reha-Klinik angezeigt sein. Diese sollte sich auf somatoforme Störungen (ggf. auch Angsterkrankungen) spezialisiert haben (und nach Möglichkeit auch eher verhaltenstherapeutisch arbeiten). Bevor du wochen- oder monatelang nach einer ambulanten Hilfe suchst, könnte dies auch eine Alternative sein…
Martin
Hallo !
Also der Sehnerv, das weiss ich wurde schon untersucht und war in Ordnung.
Autoimmunerkrankungen dürfte man auch weitgehend
ausgeschlossen haben, weil ich ja eine Blut Zapfanlage bin und
immer alles ok war.
Mit dem psychosomatischen Aspekten könntest du recht haben,
ich steh in der Früh schon mit den Gedanken auf wie schlimm
ist es heute, also ich denk gar nicht mehr daran das ich es
heute nicht habe, weil es seit 5 Monaten jeden Tag da war. Und
wenn es dann schlimmer wird, dann steiger ich mich da auch
voll rein. Dann wird mir ganz heiss und mein Herz fängt an zu
rasen.
Das ist wirklich ein Teufelskreis, weil ich schon das Gefühl
habe das es chronisch wird.
Zu was für einem Arzt muss ich denn dann gehen, wenn ich
vielleicht so ne Antidepressiva-Therapie machen will. Oder ne
niedrigdosierte atypische Neuroleptika-Therapie. So
Vorstellungsübungen (Immaginationsübungen)wo kann man denn sie
machen?
Und so ne Verhaltenstherapie mach ich normalerweise bei einem
Psychologen oder? Weisst du ob das die Krankenkasse zahlt?
Vielen Dank, du kannst das echt gut erklären, nicht so
unbegreiflich wie beim Arzt.
Gruß Sabrina