Hallo Alle,
hab als medizinischer Laie wieder eine Frage und hoffe auf ein paar Antworten…
Also, meine Freundin ist 41 Jahre alt, hat vor 3 Jahren einen (wahrscheinlich) stressbedingten epileptischen Anfall gehabt. Diese Sache wurde aber nicht weiter verfolgt.
Vor 2 Wochen hatte sie nun wieder einen Anfall (wieder in Zeiten schwerer psychischer Belastung), kam ins Krankenhaus, ging dort aber auf eigene Verantwortung nach Hause, vor EEG und solchen Sachen.
Am Montag drauf ist sie zum Hausarzt gegangen, der (ohne weitere Untersuchung, da scheinbar die Anzeichen nach Epilepsie aussehen) Carbamazepin 200mg verschrieben hat, Dosierung momentan morgens eine halbe T. und abens eine halbe T.
Nun hat sie so ziemlich alle Nebenwirkungen die im Beipackzettel stehen, Schwindel, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Störungen und am schlimmsten: Gesichtszuckungen und Grimassenschneiden was der Psyche natürlich nicht zuträglich ist.
Der Arzt sagte zwar es kann lange dauern bis sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat aber das kann doch nicht sein, oder?
Leider sind die Neurologen hier im Kreis alle ausgebucht, so dass ein Termin erst Mitte nächsten Monat geht.
Nun meine Fragen:
Kann es sein dass ein Hausarzt Carba verschreibt ohne nähere Untersuchung?`
Wie lange halten die Nebenwirkungen an?
Gibts Alternativen?
Ist das zu hoch dosiert für den zweiten Krampfanfall und der letzte war vor 3 Jahren (200 mg pro Tag)?
Die Zuckungen im Gesicht nehmen zu, kann das sein?
Würde mich freuen wenn ihr mir da weiterhelfen könntet
Danke im voraus
Jochen
Hallo Jochen!
Ehrlich gesagt, sollte das deine Freundin mit dem Arzt besprechen.
Zwar wäre es nicht verkehrt bei einem gesicherten 2. epileptischen Anfall eine Antiepileptika-Behandlung zu beginnen. Carbamazepin wäre da keine schlechte Wahl und die Nebenwirkungen lassen in aller Regel nach 14 Tagen bis 4 Wochen deutlich nach bzw. hören ganz auf… Die Dosis des Carba ist eher deutlich zu niedrig, wenn es um ein wirkliches neurologisches Problem geht. Der Arzt kann und sollte den Wirkspiegel im Blut bestimmen, danach richtet sich u.a. die notwendige Dosierung.
Dennoch ist das Vorgehen aus meiner subjektiven Sicht sehr kritisch…
Offenbar liegen zwischen den „Anfällen“ sehr lange Zeiträume und es ist bisher noch nicht oder nie eine erhöhte Anfallsaktivität im EEG nachgewiesen. „Stressbedingte“ Anfälle gibt es sicherlich, sie wären dann aber auch von psychogenen Anfällen zu unterscheiden. Will sagen : Ein klassischer grosser Krampfanfall kann etwas ganz anderes sein, als ein „Anfall“ mit Bewusstlosigkeit oder psychischen Auffälligkeiten.
Zuckungen im Gesicht sprechen eher für Tics und nicht so sehr für einen Krampfanfall. Ehrlich gesagt finde ich auch das Verhalten deiner Freundin auffällig, wenn sie eine ihr offenbar drigend angeratene neurologische Diagnostik (EEG und wahrscheinlich auch eine Bildgebung des Kopfes mit Computertomographie oder Kernspin) verweigert. Dies alles würde mich persönlich eher in die Richtung eines psychischen Geschehens lenken. Dies würde aber eben keinesfalls eine sorgfältige diagnostische Abklärung durch einen Arzt überflüssig machen. Ganz im Gegenteil…
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Hallo Jochen,
Deine Freundin muß dringend! zu einem Neurologen und einem Internisten!
Es ist doch gar nicht sicher dass der Krampf wirklich durch Epilepsie ausgelöst wurde!
Ich will jetzt keine Panik verbreiten aber Krampfanfälle können auch durch Tumore des Gehirn und/oder Nervengewebes verursacht werden.
Die andere Möglichkeit sind Herzrhytmusstörungen. Diese können wiederum eine Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff verursachen. Folge ist Bewustlosigkeit und/oder Krampfanfall.
Einfach Carbo zu verschreiben ohne dass neurologisch auch nur das geringste abgeklärt wurde finde ich fahrlässig.
Alles Gute
Sue