Risikopatient OP-Wagnis
Moin,
meine Mutter hat seit fast drei Jahren einen
Beckenarterienverschluß.
… kompletter Verschluß seit drei Jahren? An welchen Symptomen leidet sie?
Als sie sich damals einer Operation
unterziehen wollte, wurde sie in unterschiedlichen Kliniken
als Risikopatient abgewiesen, da sie angeblich an
Herzinsuffizienz und/oder Lungenunterfunktion leidet (es
scheiden sich darin die Spezialistengeister - man wurde sich
bisher nicht einig, woran eine Operation nun wirklich
scheitert).
Manchmal ist es auch beides und dann leider oft schwer abgrenzbar. In der Regel kann man aber mittels Lungenfunktionsdiagnostik bzw. eingehender internistisch-kardiologischer Diagnostik das OP- bzw. Narkoserisiko erfassen und dieses uU präoperativ senken, zB durch konsequente Blutdruckeinstellung, bronchienerweiternde Sprays, Gewichtsreduzierung, Rauchen aufgeben etc., je nachdem, was ansteht.
Da meiner Mutters Hausärztin für meinen Geschmack nicht aus
der Hüfte kommt und das Fortschreiten der Krankheiten durch
langfristiges Aussitzen therapiert,…
Bei Gefäßverschlüssen entwickeln sich (in mehr oder auch weniger begrenztem Ausmaß) im Lauf der Zeit Umgehungskreisläufe. Hängt aber von individuellen Faktoren u. m. E. auch der Mitarbeit der Patientan ab. Manchmal kann das Einholen einer zweiten Meinung sinnvoll sein.
…hatte ich nun auf eigene
Faust recherchiert und dabei eine Klinik aufgetan, die einen
Arterienverschluß per Interventionsradiologie öffnet - nur
leider ist die Erkrankung bei meiner Mutter mittlerweile
soweit fortgeschritten, dass diese Art von Eingriff nicht mehr
erfolgsversprechend ist… Folglich wurde sie auch dort wieder
nach Hause geschickt.
Stand der Dinge ist also momentan, dass, spätestens, wenn das
Bein amputiert werden muss, eine Operation unumgänglich ist -
wer dafür dann aber zuständig sein wird, konnte mir bisher
keiner der „Götter in weiß“ verraten…
Die Sache ist die, daß für geplante OPs andere Sicherheitsrichtlinien gelten als für NotfallOPs, denn wenn bei geplanten OPs was schiefgeht, muß sich der Operatuer, der die Indikation gestellt hat hinterher evtl. den Schuldigkeitsschuh anziehen (lassen). Man kann ja keinen Arzt dazu zwingen, eine Behandlung durchzuführen, für die er, wenn er sie durchführt, ein höheres Risiko sieht als für die Belassung des ist-Zustandes.
Gerade unter den Patienten mit Gefäßleiden sind zusätzliche Risikofaktoren weit verbreitet, das hast Du ja schon oben angedeutet. Oft sind auch die herzversorgenden Arterien zT insuffizient, viele Patienten sind Raucher, stark übergewichtig, Diabetiker etc., was die Komplexität der Sache leider oft potenziert.
Nun meine Frage: Wer kann mir andere Operationsmöglichkeiten
(evtl. per Rückenmarknarkose, Gas…?) und/oder Kliniken, die
auf diesem Gebiet spezialisiert sind, nennen?
Eine Rückenmarksnarkose ist nicht unbedingt die sicherere Alternative, kann aber, sofern für den entsprechenden Eingriff möglich, eine darstellen.
Für jeden Tipp und Erfahrungswert vorab schon ein herzliches
Dankeschön!
Wo wohnt Ihr denn?
Herzliche Grüße,
Chris