Also los gehts - ist superlang
N’Abend,
danke schön für euer Interesse, daß tut immer gut.
Was ich jetzt schreibe wird:
- lang und relativ ausführlich
- meine eigene Meinung und Vorgehensweise – jeder Homöopath macht im Grunde seine eigene Homöopathie – es gibt halt grundsätzliche Erwägungen und darauf blüht die Unterschiedlichkeit.
- eine Theorie unter anderen sein, mit der Krankheit erklärt und Behandlung angegangen wird. Andere sind z.B. die sogenannte Schulmedizin, die traditionelle chinesische Medizin u.v.a.m. Jedes dieser Systeme hat seine eigene Bedeutung und seinen eigenen Stellenwert und Dinge, die es besser und schlechter kann, als andere Systeme. Deshalb bitte keinen fetten Streit darum jetzt.
Wie kann man übermäßige Schweißproduktion homöopathisch interpretieren?
Homöopathisch gesehen ist jede Krankheit oder jedes Leiden unter Symptomen ein Ausdruck eines inneren Prozeßes, laut Hahnemann einer Verstimmung der Lebenskraft. Und dieser innere Prozeß muß behandelt werden, nicht das periphere Symptom. Dabei ist es wichtig, auch nach Faktoren zu suchen, die diesen inneren Prozeß unterhalten.
Das periphere Symptom – auch Lokalübel genannt – ist zumeist ein Ventil, daß die Lebenskraft nützt, um den inneren Prozeß auszugleichen.
Stellt euch einen Kessel mit Wasser vor, der auf dem Herd steht. Dieser Kessel hat vorne eine Tülle, aus der der Dampf austreten kann. Habe ich jetzt einen inneren Prozeß, das Wasser kocht, dann gibt es zwei Möglichkeiten um zu verhindern, das der Kessel explodiert (natürlich immer vorausgesetzt, es gibt genug Wasser). Die erste ist, unteroptimal, aber kurzfristig sehr hilfreich – nämlich die Tülle. Die sinnvollere wäre das Feuer unter dem Kessel auszumachen, also das was den inneren Prozeß, das kochende Wasser unterhält.
Lösche ich jetzt nicht das Feuer oder stell es mindestens kleiner, sondern schließe ich nur die Tülle, indem ich das Lokalübel behandele, dann kann es sein das der innere Prozeß explodiert.
Was für Lokalübel, also Ventile gibt es:
- Diverse Hautauschläge, insbesondere Warzen
- pathologische Auscheidungen, z.B. Nasenbluten, heftige Durchfälle
- übermäßige physiologische Ausscheidungen, z.B. Schweiße
- u.v.a.m.
Was für innere Prozeße gibt es:
- akute Erkrankungen
- chronische Erkrankungen
o die schulmedizinisch bekannten
o von Hahnemann eingeführte und in der Zwischenzeit modifizierte erworbene oder ererbte Krankheiten, die er Miasmen genannt hat. Diese sind ein roter Faden in der Krankheitsgeschichte, der hilfreich ist bei der Mittelwahl. (Die sind noch viel mehr, aber das sprengt den Rahmen)
Es gibt noch ein weiteres Phänomen. Das sind Manipulationen bzw. Unterdrückungen und ihre Auswirkungen. Diese heizen den inneren Prozeß an, also um im Beispiel zu bleiben, sie drehen das Feuer hoch.
Als denn da wären:
- häufige ungerichtete Antibiotika-Gaben
- Impfungen (je nach Menge und Zeitraum und Empfindlichkeit)
- bestimmte Operationen, bes. wenn es um das Wegoperieren von Lokalübeln geht
- Dauereinnahme von Medikamenten, inbes. Hormonen
Dann gibt es noch etwas das Hahnemann die „krankheitsunterhaltenden Ursachen“ genannt hat. Also Dinge, die ich tue oder lasse, die im Grunde meine Krankheit oder zumindestens einzelne Symptome am Laufen halten.
Das sind z.B.:
- Ernährung
- Umgang mit bzw. Unterdrückung von Gefühlen
- Arbeit, Familie, Vergangenheit
- Umwelt
- …
Was heißt das jetzt alles für die übermäßige Schweißproduktion?
Es könnte einen inneren Prozeß geben, der manipuliert worden ist und der sich als Ventil die Schweiße gesucht hat. Da der innere Prozeß, durch die Operationen unberührt bliebe, würde die OP also nur das Ventil schließen und dann???
Was würde ich tun??
Ich würde mit dem Patienten/der Patientin eine möglichst vollständige Krankheitsgeschichte aufstellen, einschließlich dem das ich nach den Krankheiten und Todesarten der Blutsverwandschaft fragen würde. Das würde mir hoffentlich helfen eine wichtige unterhaltende Ursache, nämlich das oben erwähnte Miasma zu finden, außerdem würde es mir helfen danach zu sehen:
- Gab es noch andere Ventile, die dicht gemacht worden sind und was ist dann passiert?
- Was könnte der zugrundeliegende innere Prozeß in schulmedizinscher Sicht sein, gibt es vielleicht eine „echte“ klinische Krankheit, die Ursache des Ganzen ist.
- Gibt es etwas im Leben des Menschen, das diese große feuchte Hitze hervorrufen oder erklären könnte. (Ißt er z.B. nur scharf gebratene Sachen, trinkt Schnäpse und würzt alles mit Pfeffer, Knoblauch und Essig.) (Oder ist er in einer Lebens- und/oder Arbeitssituation in der er immer Angst und Zorn empfindet und diese unterdückt) Wohbemerkt, das alleine reicht nicht aus, aber kombiniert mit einem passenden inneren Prozeß kann es zu viel Schweiß führen.
Wahrscheinlich würden mir mit nem lebenden Menschen vor mir noch mehr Sachen einfallen.
Wenn ich die ganzen Informationen habe, dann werte ich die aus.
Meist gibt es dann:
- ein homöopathisches Mittel, das den inneren Prozeß, die Klinik und die Symptomatik abdeckt
- Lebensberatung
- Ernährungsberatung.
Soooooo – ich hoffe, daß war hilfreich und interessant und nicht zu … tja was auch immer.
Wie gesagt, es sei denn es ist Gefahr in Verzug, würde ich immer erst versuchen, etwas anderes zu finden als eine OP. Und ob wissenschaftlich oder nicht, erfahrungsgemäß ist Homöopathie dabei eine gute Alternative.
Ich hoffe, ihr habt überhaupt bis hier noch gelesen.
Schönen Abend noch
Kerstin