Erbrechen während der OP

Hallo!
Mein Vater hatte gestern eine OP und bei dieser OP kam es zu unerwartenden Komplikationen. Erst vor zwei Wochen wurde mein Vater schon mal operiert, aufgrund eines Blinddarmdurchbruches wurde ihm der Blinddarm entfernt. Er war etwa 6 Tage im Krankenhaus. Etwa 1 1/2 Wochen später hat er zuhause plötzlich hohes Fieber bekommen und er klagte über Bauchschmerzen. Wie sich dann rausstellte hatte sich die Stelle entzündet. Er wurde in ein neues Krankenhaus eingewiesen (das war vor zwei Tagen) und gestern wurde er nochmal operiert (es sollte ein Art Drainage gelegt werden, die den Eiter entfernt). Ihm wurde gesagt, er würde im Laufe des Vormittages operiert werden - es wurde dann etwa 16 Uhr. Wenn ich richtig informiert bin, dauert dieser Eingriff etwa 20 - 30 Min… Meine Mutter telefonierte mit dem Krankenhaus, zuerst um 16:30 und dann nochmal um etwa 18 Uhr. Beide Male wurde meiner Mutter gesagt, er sei noch im Aufwachraum. Beim zweiten Telefonat wurde meine Mutter schon etwas stutzig, da sie die Schwester am Telefon fragte, warum er denn solange im Aufwachraum lege - die Schwester wußte dies nicht so recht zu beantworten. Um etwa 18:30 rief meine Mutter nochmal bei dem Krankenhaus an (sie war noch beim arbeiten und wollte sicher gehen, dass wenn sie später am Abend käme, sie zu ihm könne) und ihr wurde gesagt -Ihr Mann liegt am Beatmungsgerät, meine Mutter ist Krankenschwester und kennt sich daher auch ein wenig aus und fragte, wieso das denn?! Sie wurde dann zur Ärztin durchgestellt und beim Gespräch mit der Ärztin stellte sich heraus, dass es während der OP Komplikationen gegeben habe und meine Mutter doch bitte sofort kommen solle. Laut der Ärztin, hat mein Vater während der OP (oder kurz darauf - auf jeden Fall wurde der Eingriff vorgenommen) erbrochen. Mageninhalt gelangte daraufhin in die Lunge! Jetzt hat er anscheinend einen Erguss in der Lunge.

Meine Fragen: Kann sich jemand vortellen, warum meine Mutter nicht sofort über den Zustand informiert wurde?! Und wie kann so ein Vorfall während einer so „einfachen“ OP passieren?! Können Langzeitschäden davon getragen werden?!

Ich bin allen dankbar, die mir auf meinen langen Beitrag antworten. Ich verstehe nicht viel von Medizin und hätte gerne ein genaueres Bild darüber, was vorgefallen ist. Ich bin so wütend und erschrocken. Vielen Dank!

Hi,

Meine Fragen: Kann sich jemand vortellen, warum meine Mutter
nicht sofort über den Zustand informiert wurde?!

Schwer zu sagen von hier aus, es ist z.B. möglich, daß die Telefonnummer nicht greifbar war. Es ist auch möglich, daß die zuständige Ärztin zu einem anderen dringenden Fall musste.
Es ist denkbar, daß die zuständige Schwester sich dachte „ok, die wollte eh später noch mal anrufen“. Alles möglich.

Und wie kann
so ein Vorfall während einer so „einfachen“ OP passieren?!

Aspiration(=Anatmung) von Erbrochenem ist eigentlich nur dann wirklich ein Problem, wenn der Patient sich nicht daran gehalten hat, vor der OP nicht mehr zu essen und zu trinken und v.a. auch nicht zu rauchen.

Aber auch sonst besteht ein gewisses Risiko zu erbrechen, während der OP ist das eigentlich nur ein Problem, wenn statt Intubation mittels Larynxmaske oder Beatmungsbeutel beatmet wird.

Ansonsten kann das auch beim Entfernen des Tubus mal passieren. Wirkliche „Gründe“ kann man da nicht wirklich benennen. Die Extubation ist immer ne schwierige Sache, weil der Patient zwar noch Narkose haben muss (um eben nicht zu erbrechen, aber auch nicht mehr zu tief schlafen darf, weil er sonst nicht allein anfängt zu atmen.

Mehr kann man dazu so ohne weiteres nicht sagen. Aspiration gehört grundsätzlich zu den üblichen OP-Risiken, und aus Aspiration folgt nunmal mitunter auch eine Lungenentzündung o.ä. Sowas sollte nicht passieren, darf nicht passieren, passiert aber nunmal manchmal.

Können Langzeitschäden davon getragen werden?!

Möglich, je nach Allgemeinzustand des Patienten und Menge sowie Zusammensetzung des aspirierten Mageninhalts. Ein bischen Zufall gehört da dann auch noch dazu.

Ich bin allen dankbar, die mir auf meinen langen Beitrag
antworten. Ich verstehe nicht viel von Medizin und hätte gerne
ein genaueres Bild darüber, was vorgefallen ist. Ich bin so
wütend und erschrocken.

Es ist leicht, aus Deiner Sicht zunächst wütend zu sein, und Fehlverhalten des Personals (so denn welches vorliegt, was hier keineswegs sicher ist) ist kein Spaß.

Ich rate Dir aber, Deine Energie zunächst mehr auf die Genesung Deines Vaters zu richten. Ihr könnt den Ärzten und Schwestern ruhig zeigen, daß Euer Vertrauen angekratzt ist, indem ihr Präsenz zeigt und kritisch seid. Lasst Euch alles erklären und fragt nach, bis ihr es verstanden habt.

Desweiteren gibt es AFAIK in jedem Krankenhaus einen Patientenbeauftragten, wie z.B. dieses hier: http://www.annahospital.de/patienteninfo/beratung/pa… Schaut nach einer ähnlichen Stelle in dem betr. Krankenhaus und sprecht mit dem, falls ihr das Gefühl habt, ihr würdet irgendwie betuppt. Auch die Krankenkasse kann ein Ansprechpartner sein.

ABER: Zuerst solltet ihr in einer ruhigen Minute mit dem behandelnden Arzt sprechen und Euch mit Vorverurteilungen zurückhalten.

Gruß und alles Gute,

Malte.

PS: Ich bin kein Mediziner, man möge mich also bei Bedarf korrigieren.

liebe jenny,
ist seine rechte hand frei? hat er ein telefon am bett?

ist seine rechte hand frei? hat er ein telefon am bett?

Das dürfte in Anbetracht der Tatsache

„Ihr Mann liegt am Beatmungsgerät“

relativ irrelevant sein. Es spricht sich immer so mühsam mit Schlauch im Hals.

5 „Gefällt mir“

Hi Jenni,
…da hat der Vater sich wohl nicht an die Anordnung gehalten und ist nüchtern geblieben. Wenn nur etwas Magensäure hochkommt, kann es kaum zu Komplikationen kommen.

Zur Lunge:
Mein Partner wurde vor zwei Wochen an der Lunge operiert. Nach einem Pneumothorax wurden die Lungenblässchen abgeschnitten und die Lunge verklebt. Alles ist nun o.k., obwohl er zweieinhalb Tage danach auf der Intensivstation lag.

Meine Geschichte http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Gute Besserung für den Vater und Gute Nerven für die Familienangehörigen

Kermit

Hallo Biggi
meist sind Deine Beiträge leider wenig hilfreich.

*wir erinnern uns an etliche Deiner Troll-Beiträge*

Biggi, das nervt und ist überflüssig wie ein Kropf.
Kannst du hier nicht auch mal was hilfreiches abliefern??
Wenigstens einmal?

Bitte.

7 „Gefällt mir“

katzenjammer
mit telefon entwöhnst es sich schneller.

http://home.xnet.com/~minxkely/barbie/cpapbb.html
http://www.sleepnet.com/photos/images/nancyl.jpg
http://agnikolaos.hygeianet.gr/icu/photos/cpap.jpg

herzlich,

Trollegeprolle
Ich halte es für unwahrscheinlich, daß mit

Ihr Mann liegt am Beatmungsgerät

CPAP gemeint ist. Und selbst dann wäre wohl persönliche Anwesenheit hilfreicher als ein Telefon. Und auch das ist immer noch eine unbewiesene Behauptung.

http://www.rettungsassistenten-examen.de/home/intuba…

Schade, daß Du Dich in Deiner Auszeit nicht weiterentwickelt hast.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

3 „Gefällt mir“

Hö?? Biggi?

http://home.xnet.com/~minxkely/barbie/cpapbb.html
http://www.sleepnet.com/photos/images/nancyl.jpg
http://agnikolaos.hygeianet.gr/icu/photos/cpap.jpg

Kann dir hier intellektuel irgendwie nicht ganz folgen…?

Gruß
Marianne

information
hi du,

dann wäre wohl persönliche Anwesenheit hilfreicher als ein Telefon.

auch das, was du hörst, kannst du einordnen.

herzlich,

beatmung ausschleichen
hi du,

http://agnikolaos.hygeianet.gr/icu/photos/cpap.jpg

Kann dir hier intellektuell irgendwie nicht ganz folgen…?

beim weaning steht rechts meist ziemlich viel zeug rum. aber mit gutem willen ist überall platz für ein schnurloses telefon. ob per stativ oder an die liege geschnalltem brett, egal wo.
http://www.kgu.de/zrad/Diagnostik/institut_schockrau…. das brettanschnallen kostet drei minuten. jedes ct kostet mehr. insofern wird die krankenkasse vielleicht wenig dagegen haben.

herzlich,

Aspiration / Mendelsohn-Syndrom
Hallo Jennifer,

leider ist die sog. Aspiration oder auch das Mendelsohn-Syndrom genannte Krankheitsbild eine der am meisten gefürchteten Komplikationen in der Narkosemedizin.

Es kann auch bei „nüchternen“ Patienten passieren. Streß, zB durch große Angst oder Schmerzen vor einer Operation, stellt auch einen Reiz für die Produktion von Magensäure dar. Teilweise kommen da beeindruckende Mengen zusammen. Das ist oft leider nur schwer abschätzbar.

Risikofaktoren für eine Aspiration von Mageninhalt sind auch große Körperfülle, Schwangerschaft (erhöhen den Mageninnendruck, Magenentleerungsstörungen bei zB Diabetes oder Polyneuropathie wie auch Sodbrennen.

Die Atemwege werden deshalb bei einer Operation gesichert zB durch einen Tubus (geht bis in die Luftröhre) oder eine Larynxmaske (Schlauch, der bis in den Kehlkopf reicht). Am Ende befindet sich jeweils ein Luftballon, der in Position aufgeblasen wird und die Atemwege dadurch abdichtet. Für kurze Operationsdauern (

Aspiration(=Anatmung) von Erbrochenem ist eigentlich nur dann
wirklich ein Problem, wenn der Patient sich nicht daran
gehalten hat, vor der OP nicht mehr zu essen und zu trinken
und v.a. auch nicht zu rauchen.

Malte!! Das solltest Du aber besser wissen (c;

Aber auch sonst besteht ein gewisses Risiko zu erbrechen,
während der OP ist das eigentlich nur ein Problem, wenn statt
Intubation mittels Larynxmaske oder Beatmungsbeutel beatmet
wird.

Fällt im vorliegenden Fall ja wohl flach.

Ansonsten kann das auch beim Entfernen des Tubus mal
passieren.

…Nämlich genauso oft wie beim reinmachen (je 1/3 der Fälle). In 25% der Fälle auch während der OP.

Wirkliche „Gründe“ kann man da nicht wirklich
benennen. Die Extubation ist immer ne schwierige Sache, weil
der Patient zwar noch Narkose haben muss (um eben nicht zu
erbrechen, aber auch nicht mehr zu tief schlafen darf, weil er
sonst nicht allein anfängt zu atmen.

es sollten also die Schutzreflexe (v.a.Hustenreflex) wieder da sein.

Mehr kann man dazu so ohne weiteres nicht sagen. Aspiration
gehört grundsätzlich zu den üblichen OP-Risiken, und aus
Aspiration folgt nunmal mitunter auch eine Lungenentzündung
o.ä. Sowas sollte nicht passieren, darf nicht passieren,
passiert aber nunmal manchmal.

Kontesnichlassensorrysagt

Chris

Malte!! Das solltest Du aber besser wissen (c;

Sollte ich? Bin ich Anaesthesiologe oder was? :wink:

Ansonsten kann das auch beim Entfernen des Tubus mal
passieren.

…Nämlich genauso oft wie beim reinmachen (je 1/3 der Fälle).
In 25% der Fälle auch während der OP.

Naja, Deiner Aussage nach fällt während der OP hier ja flach.

Kontesnichlassensorrysagt

Immer gern, danke - Du bist hier der Narkosearzt :smile: Die Narkosen, die ich unter klinischen Bedingungen (mit-)gefahren habe, halten sich doch sehr in Grenzen - und auf der Strasse ist ja bekanntlich eh alles anders :smile: Und so gaaaanz falsch schein ich ja immerhin nicht gelegen zu haben.

Gruß,

Malte.

vertrauen schützt.
Hi kermit,

…da hat der Vater sich wohl nicht an die Anordnung gehalten
und ist nüchtern geblieben. Wenn nur etwas Magensäure
hochkommt, kann es kaum zu Komplikationen kommen.

die gleiche komplikation tritt auch nach fehlintubationen auf. eine fehlintubation kannst du anhand der dokumentation des co2-monitorings in seinem überwachungsmodul ausschließen. zeitgleich fällt dabei der sauerstoff ab.

Mein Partner wurde vor zwei Wochen an der Lunge operiert.

schade, dass du das damals nicht so offen geschrieben hast. ein pneumothorax tritt ja nicht spontan auf. noch dazu einer mit patch. ich hatte erwartet, dass du eine hypothese gedanklich durchspielst. ein WasWäreWenn? zur besseren prophylaxe. und nicht, dass du gewebe opferst.

herzlich,

Hi!

Kann dir hier intellektuell irgendwie nicht ganz folgen…?

Wer kann das schon?:frowning:

Gruß
Renate