Re^2: Vorsicht mit Dosierungen
Nein, sie hat sich noch nicht so richtig dafür entschieden.
Stopp! Und dann nimmt sie einfach nach mehr oder weniger fachlicher Literatur irgendwelches Zeug (egal ob pflanzlich oder chemisch)?
Mit solchen Dingen ist nicht zu spaßen und die Gefahr, dass die Sache chronisch wird ist einfach zu groß. Auch stimmt die lapidare Aussage nicht, dass man "daran nicht stirbt". Vielmehr ist es so, dass sich aus einzelnen unbehandelten Panikanfällen offenbar recht schnell und leicht komplexe psychische Erkrankungsbilder ergeben, die dann zwar nicht "an sich" tödlich sind, Menschen aber durchaus in den Suizid treiben.
ich hab grad mit ihr telefoniert, weil die nacht naht... Also
nach den ersten Herzras-attacken war sie bei einem
internitsten und der sagte, jaja, das ist magnesiummangel.
Ist ja durchaus OK Mangelerscheinungen als Ursache abzuklären, aber wenn diese jetzt ausgeschlossen sind, dann muss die Betroffene jetzt schnellstmöglich in fachlich qualifizierte Hände. Entsprechende Krankheitsbilder verschiedene Wirkmechanismen haben können und auch in unterschiedlicher Form behandelbar sind, sollte sie nach einem Arzt mit mehreren Qualifikationen bzw. einer Gemeinschaftspraxis suchen, in der es Neurologen und Psychiater gibt und wo man mit Psychotherapeuten zusammenarbeitet.
sie hat angst dass sie dann mit
psychopharmaka oder so vollgestopft wird.
Diese Bedenken hört man immer wieder, sie sind aber größtenteils unbegründet. Ich habe im Umfeld durch Familie (habe Schwiegermutter oft zum Psychiater gebracht) und Bekanntenkreis (rund um das juristische Staatsexamen entwickeln sich viele Angststörungen) diverse Fälle miterlebt und in keinem Fall wurde jemand einfach "vollgestopft". Vielmehr haben alle Ärzte sehr sorgfältig sich an die Sache herangetastet und längst nicht in allen Fällen überhaupt Medikamente verschrieben. Wenn ja, war es für die Betroffenen natürlich schon belastend einige Wochen (bis die Mittel richtig wirken und Reste vorheriger Versuche abgebaut sind braucht es einige Tage) ggf. eine zu geringe Dosis oder auch mal eine etwas zu hohe Dosierung zu ertragen und dann mal weiter von den Anfällen gequalt oder mit Müdigkeit geschlagen zu sein, aber mit einer einzigen Ausnahme hat man die Sache so recht schnell in den Griff bekommen. Und ohne die Angst vor der Angst kann man dann an die Ursachen viel besser herangehen. D.h. die Medikamente sind nicht die Lösung, sondern nur Mittel zu Zweck. Gibt es natürlich klar zeitlich begrenzte Auslöser (wie Examen), können selbstverständlich auch die für ein paar Wochen oder Monate gegebenen Medikamente schon ausreichend sein.
aber sie hat da
eine ziemliche schwellenangst.
Warum eigentlich? Zum Internisten geht sie, zum Zahnarzt vermutlich auch, ihr Auto bringt sie in die Werkstatt, wenn sie eine Telefonnummer braucht ruft sie die Auskunft an, ...
Es gibt glücklicherweise Leute, die sich auf solche Fälle spezialisiert haben und warum diese dann nicht nutzen? Habe ja selbst oft genug im Wartezimmer eines Psychiaters gesessen und kann dir bestätigen, dass da auch nur ganz normale Menschen sitzen, die sich eben kein Bein gebrochen haben, sondern ein anderes gesundheitliches Problem haben, und zumindest Schwiegermutters Arzt hatte keine Ähnlichkeit mit irgendwelchen Witzfiguren, sondern ist einfach ein richtig netter und hilfsbereiter Kerl, der mit uns immer prima zusammengearbeitet hat und dem wir in den schweren letzten Jahren viel zu verdanken hatten.
Gruß vom Wiz