Panik-Attacken, was tun- Globulis??

Von: , Frage gestellt am Mi, 16. Jun 2004

Hallo zusammen,
eine Freundin von mir leidet zur Zeit ganz schlimm unter Panik-Attacken. Das heißt, sie bekommt abends vorm Einschlafen plötzlich tierisch Angst, und dann Herzrasen. Oder umgekehrt, das kann sie dann nicht mehr sortieren. Jetzt ist sie verzweifelt und traut sich oft nicht, ins Bett zu gehen, weils wieder kommen könnte. Sie hat sich in Bezug auf Homöopathie schlau gemacht und nimmt jetzt Aconitum (??) C30, in meinem Buch hab ich das auch gefunden , aber D12. Sie meint C30 dürfe man nur 1-2mal die Woche nehmen. Ich finde in meinem Buch, dass D12 täglich auch mehrere Male okay geht. Wer hat damit Erfahrung? Oder ganz allgemein, wer kennt sich mit diesen Panik Attacken aus? wir haben im Internet ein bisschen gestöbert und gefunden, dass dies wohl eine anerkannte Krankheit ist. Hat denn jemand Erfahrung und kann ihr vielleicht ein paar tipps geben? Danke schonmal
Charly

17 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 46 Minuten 3 hilfreich
    Vorsicht mit Dosierungen

    Hallo,

    mit homöopathischen Mitteln habe ich schon vielfach gute Erfahrungen gemacht. Und zwar deshalb, weil ich mich gerade was Dosierungen anbetrifft, von meinem Hausarzt beraten ließ - entsprechende Ausbildung hat er übrigens.
    Ich weiß aus einschlägigen Büchern und von Gesprächen mit ihm, dass vor Globolie-Einnahmen mit falschen Dosierungen gewarnt wird, weil zum Beispiel im Nachhinein wegen ausbleibendem Erfolg ein Homöopath mit seiner Dosierung auch nichts mehr bewirken kann.
    Ist denn deine Freundin in therapeutischer Behandlung wegen der Panikattacken? Und dann kann ein Fachmann mit homöopathischem Wissen noch zusätzlich helfen.

    viele Grüße
    claren

    • Antwort von nach 52 Minuten 0 hilfreich
      Re: Vorsicht mit Dosierungen

      Hallo claren,
      danke.
      Nein, sie hat sich noch nicht so richtig dafür entschieden. ich hab grad mit ihr telefoniert, weil die nacht naht... Also nach den ersten Herzras-attacken war sie bei einem internitsten und der sagte, jaja, das ist magnesiummangel. ist es aber nicht, blutbild ist gut. jett´zt hat der internist urlaub. ich hab ihr jetzt gut zugeredet, dass sie doch zuum psychologen geht. sie hat angst dass sie dann mit psychopharmaka oder so vollgestopft wird. jedenfalls hab ich sie so weit, dass sie am montag mit dem internisten über die möglichkeit einer psychologischen hilfe redet. aber sie hat da eine ziemliche schwellenangst.
      gruß
      charly [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 14 Stunden 1 hilfreich
        Re^2: Vorsicht mit Dosierungen

        Nein, sie hat sich noch nicht so richtig dafür entschieden.
        Stopp! Und dann nimmt sie einfach nach mehr oder weniger fachlicher Literatur irgendwelches Zeug (egal ob pflanzlich oder chemisch)?

        Mit solchen Dingen ist nicht zu spaßen und die Gefahr, dass die Sache chronisch wird ist einfach zu groß. Auch stimmt die lapidare Aussage nicht, dass man "daran nicht stirbt". Vielmehr ist es so, dass sich aus einzelnen unbehandelten Panikanfällen offenbar recht schnell und leicht komplexe psychische Erkrankungsbilder ergeben, die dann zwar nicht "an sich" tödlich sind, Menschen aber durchaus in den Suizid treiben. ich hab grad mit ihr telefoniert, weil die nacht naht... Also
        nach den ersten Herzras-attacken war sie bei einem
        internitsten und der sagte, jaja, das ist magnesiummangel.
        Ist ja durchaus OK Mangelerscheinungen als Ursache abzuklären, aber wenn diese jetzt ausgeschlossen sind, dann muss die Betroffene jetzt schnellstmöglich in fachlich qualifizierte Hände. Entsprechende Krankheitsbilder verschiedene Wirkmechanismen haben können und auch in unterschiedlicher Form behandelbar sind, sollte sie nach einem Arzt mit mehreren Qualifikationen bzw. einer Gemeinschaftspraxis suchen, in der es Neurologen und Psychiater gibt und wo man mit Psychotherapeuten zusammenarbeitet. sie hat angst dass sie dann mit
        psychopharmaka oder so vollgestopft wird.
        Diese Bedenken hört man immer wieder, sie sind aber größtenteils unbegründet. Ich habe im Umfeld durch Familie (habe Schwiegermutter oft zum Psychiater gebracht) und Bekanntenkreis (rund um das juristische Staatsexamen entwickeln sich viele Angststörungen) diverse Fälle miterlebt und in keinem Fall wurde jemand einfach "vollgestopft". Vielmehr haben alle Ärzte sehr sorgfältig sich an die Sache herangetastet und längst nicht in allen Fällen überhaupt Medikamente verschrieben. Wenn ja, war es für die Betroffenen natürlich schon belastend einige Wochen (bis die Mittel richtig wirken und Reste vorheriger Versuche abgebaut sind braucht es einige Tage) ggf. eine zu geringe Dosis oder auch mal eine etwas zu hohe Dosierung zu ertragen und dann mal weiter von den Anfällen gequalt oder mit Müdigkeit geschlagen zu sein, aber mit einer einzigen Ausnahme hat man die Sache so recht schnell in den Griff bekommen. Und ohne die Angst vor der Angst kann man dann an die Ursachen viel besser herangehen. D.h. die Medikamente sind nicht die Lösung, sondern nur Mittel zu Zweck. Gibt es natürlich klar zeitlich begrenzte Auslöser (wie Examen), können selbstverständlich auch die für ein paar Wochen oder Monate gegebenen Medikamente schon ausreichend sein. aber sie hat da
        eine ziemliche schwellenangst.
        Warum eigentlich? Zum Internisten geht sie, zum Zahnarzt vermutlich auch, ihr Auto bringt sie in die Werkstatt, wenn sie eine Telefonnummer braucht ruft sie die Auskunft an, ...

        Es gibt glücklicherweise Leute, die sich auf solche Fälle spezialisiert haben und warum diese dann nicht nutzen? Habe ja selbst oft genug im Wartezimmer eines Psychiaters gesessen und kann dir bestätigen, dass da auch nur ganz normale Menschen sitzen, die sich eben kein Bein gebrochen haben, sondern ein anderes gesundheitliches Problem haben, und zumindest Schwiegermutters Arzt hatte keine Ähnlichkeit mit irgendwelchen Witzfiguren, sondern ist einfach ein richtig netter und hilfsbereiter Kerl, der mit uns immer prima zusammengearbeitet hat und dem wir in den schweren letzten Jahren viel zu verdanken hatten.

        Gruß vom Wiz

    • Antwort von nach 15 Stunden 0 hilfreich
      Re: Vorsicht mit Dosierungen

      hallo claren,

      hochinteressant, wo doch die wissenschaft überhaupt noch keine wirkung feststellen konnte.


      strubbel
      d:O)

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^2: Vorsicht mit Dosierungen

        hallo Strubbel,

        deine Einstellung zur Homöopathie ist mir bekannt. :-)))
        mit herzlichen Grüßen
        Claudia &:-}

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^3: Vorsicht mit Dosierungen

          hallo claudia,

          das ist keine frage der einstellung sondern des nachweises.
          die nazis hatten hunderttausende reichsmark ausgegeben, um eine wirksamkeit nachzuweisen, da glühende anhänger dieses glaubens.
          auch sie hatten nichts gefunden, obwohl sie glaubten.
          selbst versuche mit heroin in dieser dosierung brachte keinerlei resultate (versuche in den usa).

          strubbel
          €:O)

  2. Antwort von nach 56 Minuten 0 hilfreich
    Re: Panik-Attacken, was tun- Globulis??

    Hallo,

    ich habe sowas teilweise auch wobei ich mich da wohl selber verrückt mache;) ...vor allem wenn ich alleine bin...oder durch den dunklen Keller oder Gassen gehe. Ich stelle mir dann teilweise richtig schlimme Sachen vor...höre dann ab und an noch was knacken und renne dann ganz schnell los und schaue mich tausend mal um...mein Herz rast wie wild und komme nur schwer wieder runter...Keine Ahnung ob das damit vergleichbar ist.

    Vanessa

  3. Antwort von nach 57 Minuten 5 hilfreich
    Re: Panik-Attacken, was tun- Globulis??

    Meine persönliche bzw. fachliche Meinung ist, dass Globuli wahrscheinlich das Problem deiner Freundin nicht beeinflussen (allenfalls kurzfristig eine subjektives Gefühl von Besserung) erzielen werden.

    Die Panikstörung (mit oder ohne Agoraphobie) ist eine Angststörung, die sehr unterschiedliche Ursachen haben kann. Gemeinsam ist aber häufig, dass eine gewisse biologische Veranlagung (häufig schon z.B. mit Symptomen der Unsicherheit oder Trennungsangst im Kindesalter) und Stress- oder Veränderungsereignissen in der Gegenwart bestehen. Schlimmer noch als das erste Auftreten der plötzlichen Angst ist dann aber ein Teufelskreis der Angst. Die Betroffenen erleben die Situation als unkontrollierbar und bewerten (eher unwillkürlich) jegliche körperlichen Symptome als Gefahr. Schwindel, Unruhe, Schwitzen, Herzrasen etc. sind aber eigentlich erstmal (extreme) körperliche Reaktionen auf Stress. In der Folge entwickelt sich aber eine Verselbstständigung, d.h. die Patienten haben schon "Angst vor der Angst" bzw. eine Erwartungsangst. Sie vermeiden Situationen, die sie subjektiv oder objektiv mit der Angstproblematik verknüpfen. Diese Vermeidung (Agoraphobie) führt schliesslich dazu, dass sie immer weniger Spielraum im Leben haben (z.B. nicht mehr allein das Haus verlassen).

    Eine homöopathische Behandlung ist in diesen Fällen meist wenig zielführend. Ich möchte auch zu Bedenken geben, dass dadurch sogar eher die Chronifizierung der Angsterkrankung verstärkt wird. Therapeuten würden entweder zu einer medikamentösen und/oder psychotherapeutischen Behandlung raten.

    Medikamentös muss man aufpassen. Einige Ärzte empfehlen Benzodiazepine bzw. "Tranquilizer". Diese helfen akut sehr nett, längerfristig stellen sie ein weiteres Problem da. Besser wären Antidepressiva mit einer Wirkungskomponente für Angsterkrankungen (sog. SSRI wie z.B. Zoloft).
    Sehr wirksam wäre eine kognitiv-behaviorale Therapie (Verhaltenstherapie). Diese beinhaltet Wissensvermittlung über Angst und deren biologische Grundlagen, Anleitung zur Selbstbeobachtung, Entspannungsverfahren und eine Vermittlung, wie man sich der Angst "stellen" kann (Expositionsverfahren).

    Es gibt eine Reihe von sehr guten Internetseiten zur Angst. Ich müsste sie raussuchen, aber vielleicht versuchst Du es erstmal selber...
    Ein paar ähnliche Texte wie diesen findest Du aber auch auf meiner Webseite http://www.web4health.info [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 14 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Panik-Attacken, was tun- Globulis??


      Hallo, Die Panikstörung (mit oder ohne Agoraphobie) ist eine
      Angststörung, die sehr unterschiedliche Ursachen haben kann.
      Aber ab welcher Frequenz spricht man davon? Wann muss sie Angst vor einer sich entwickelnden Agoraphobie haben?

      chlimmer noch als das erste Auftreten der plötzlichen Angst ist dann
      aber ein Teufelskreis der Angst. Die Betroffenen erleben die
      Situation als unkontrollierbar und bewerten (eher
      unwillkürlich) jegliche körperlichen Symptome als Gefahr.
      Exactly. sie sagte, weißt du ich beobachte mich schon den ganzen tag... Medikamentös muss man aufpassen. Einige Ärzte empfehlen
      Benzodiazepine bzw. "Tranquilizer". Diese helfen akut sehr
      nett, längerfristig stellen sie ein weiteres Problem da.
      eben! Davor hat sie angst, und ich ehrlich gesagt auch. Ich kann sie nicht mit gutem gewissen überreden, das auszuprobieren! Besser wären Antidepressiva mit einer Wirkungskomponente für
      Angsterkrankungen (sog. SSRI wie z.B. Zoloft).
      und das ist unbedenklich?????? Sehr wirksam wäre eine kognitiv-behaviorale Therapie
      (Verhaltenstherapie). Diese beinhaltet Wissensvermittlung über
      Angst und deren biologische Grundlagen, Anleitung zur
      Selbstbeobachtung, Entspannungsverfahren und eine Vermittlung,
      wie man sich der Angst "stellen" kann (Expositionsverfahren).
      Ich sehe den grund das vorzuschlagen, aber ich sehe auch die hemmschwelle, solche hilfe in anspruch zu nehmen.
      Danke Charly



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