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Schon lange wird Aloe vera wegen seiner Feuchtigkeit spendenden und entzündungshemmenden Wirkung bei Sonnenbrand, Insektenstichen und ähnlichen angewendet.
In den letzten Jahren werden Aloe-vera-Produkte allerdings immer aggressiver als Nahrungsergänzungsmittel auf Messen, Märkten, per Zeitungsanzeige oder im Internet beworben. Dabei werden zahlreiche gesundheitsbezogene Versprechen gemacht.
Wahre Wunder werden sowohl dem kalt gepressten Saft, als auch diversen Mischdrinks oder dem getrockneten Mark in Kapselform angedichtet : Es soll unter anderem gegen Akne, Migräne, Aids, verschiedene Schmerzen und sogar gegen Krebs oder Chemotherapieschäden helfen.
Tatsache ist, dass nur wenige der etwa 300 Aloe-Arten die Inhaltsstoffe enthalten, denen besondere Wirkungen nachgesagt werden. Hauptsächlich wird die Art Barbadensis Miller verwendet. Die Pflanzen stammen überwiegend aus den USA, Mittel- und Südamerika, Australien oder auch Spanien. Aloe vera wird intensiv in Monokulturen angebaut, synthetische Dünger werden ebenso eingesetzt wie Insektizide und Herbizide. Produkte aus biologischem Anbau sind selten und entsprechend teurer.
Als Hauptwirkstoffe werden hauptsächlich Schleimstoffe, Anthra-chinone, Salicylsäure, Saponine, Enzyme, Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe genannt. Die meisten dieser Stoffe sind aber auch in heimischen Gemüse und Obst zu finden.
Für die Herstellung der verschiedenen Produkte werden die Pflanzen entweder als Ganzes oder geschält zu Saft gepresst. Bittere und abführende Stoffe müssen sorgfältig abgetrennt werden, was aber mit einem Wirkstoffverlust einhergehen kann. Bei unsauberer Trennung können unerwünschte Bestandteile ins Gel gelangen, die zu Nebenwirkungen führen können. Der frisch gepresste Saft ist sehr empfindlich gegenüber Luftsauerstoff, als Konservierungsmittel werden ätherische Öle, Antioxidantien, Sorbi- oder Benzeosäure eingesetzt. Obwohl die Behandlung mit ionisierenden Strahlen verboten ist, zeigte sich in einer Untersuchung, dass über 40% der Proben von Aloe-vera-Nahrungsergänzungen bestrahlt waren.
Tatsächlich durch klinische Studien nachgewiesen sind nur Hautpflege und beschleunigte Wundheilung. Bekannt ist auch, dass Aloe-vera-Extrakt als Abführmittel wirkt.
Wegen der Hinweise auf krebserzeugende und erbgutschädigende Wirkung der Anthrachinone soll die Anwendung aber auf maximal zwei Wochen beschränkt werden. Ohnehin ist hier eine ballaststoffreiche Ernährung der bessere Weg. Die meisten der sonstigen behaupteten Wirkungen beruhen allenfalls auf Erfahrungsberichten und sind nicht durch unabhängige Studien belegt.
Mit freundlichen Grüßen Conrad