Hi Sharon!
Vielen Dank für deine Antwort 
Büdde…
Nun, bei Mädels läßt sich die Geschlechtsreife einfach
leichter bestimmen - eben durch die Menstruation bzw. Geburt
des ersten Kindes, bei Jungs wirds schon schwieriger 
Ich würde mal sagen, der erste Samenerguss sollte ähnlich leicht feststellbar sein, oder? Nur mal so von Mann zu Frau…
Das wäre zwar eine gute Erklärung, doch es ist auch bekannt,
daß in Gebieten weniger guter Ernährung ebenso Geburten recht
früh auftraten. Schau dir mal auch die jungen Mütter bei den
Naturvölkern, in Afrika, arabischen Ländern oder Indien usw.
an. Auch da gibt es eine hohe Zahl von gerade mal 14-jährigen
Müttern.
Diese Ernährungssituation ebenso wie hygienische Umstände und
medizinische Versorgung ist in etwa so wie es früher auch in
europäischen Ländern war.
Na ja, auch die Geschlechtsreife dürfte einer statistischen Verteilung (vermutlich Gausskurve) unterworfen sein. Für eine Aussage kommt es also nicht auf die Existenz von „Einzelschicksalen“ an, sondern auf den Mittelwert und die Streuung darum… Es mag also schon immer 14 jährige Mädels gegeben haben, die Kinder bekamen. Interessant ist einzig der Anteil von geschlechtsreifen 14-jährigen an einer Generation.
Das läßt den Schluß zu, daß entweder sämtliche Berichte aus
frühen Zeiten (vor 17./18. Jahrhundert) falsch sind oder die
genannten Umstände (Ernährung, Hygiene etc.) vielleicht nur
eine kleine Rolle spielen, aber nicht die Hauptursachen sind.
das sehe ich anders, s.o.
Ich denke demnach, dass wir eine Abhängigkeit von der
Ernährungslage und der gesellschaftlichen Entwicklung haben.
Das heißt aber nicht, dass es früher nicht immer
Gesellschaftsschichten gab, bei denen trotz allgemeiner
Mangelsituation und durchschnittlicher später Reife eine
frühere Reife (z.B. adliger Mädchen) gab. Und von diesen sind
ja auch meist die Heiraten und Geburten bekannt.
Ja, da hat man genauere Zahlen. Dennoch: frühe Heirat war
üblich, auch oder gerade(?) in der Unter-/Mittelschicht. Einen
Hinweis darauf habe ich auch gefunden: Die katholische Kirche
hatte irgendwann mal (16./17. Jhr ?) an eine spätere Heirat
gepocht.
Heirat hatte nicht immer etwas mit Geschlechtsreife zu tun (hat es in mancher Gesellschaft auch heute noch nicht)
Ich habe jetzt aber auch eine eigene Theorie aufgestellt:
Die Lebenserwartung war damals ja viel geringer (im
Durchschnitt 40-50 Jahre) und angenommen, die Geschlechtsreife
trat im Alter von 13-14 auf. Dann verbesserten sich die
Lebensumstände und die Lebenserwartung stieg.
Ich halte diese pauschale Bewertung der Lebenserwartung für falsch, da auch sie einen Mittelwert darstellt. In den niedrigen Wert gehen u.a. die hohe Kindersterblichkeit und die hohe Kindbettsterblichkeit der Frau ein, was den Schnitt deutlich(!) gegenüber heute senkt. Ich bin mir sicher, Frauen würden auch heute nicht so alt, wenn sie 20 Kinder bekommen müßten:wink:
Analog dazu stieg auch das Alter der Geschlechtsreife, da der
menschliche Organismus sich nicht so schnell anpassen konnte.
Wir hatten also eine höhere Lebenserwartung und auch ein
höheres Gechlechtsreifungsalter.
Das halte ich für eine Fehlannahme…
In den letzten 200 Jahren verbesserten sich die Lebensumstände
sogar noch mehr und langsam paßt sich auch der Organismus an
und die Geschlechtsreife tritt immer früher ein.
Was wäre von dieser Theorie zu halten?
Ich glaube nicht, dass sich beim Menschen in wenigen 100 Jahren entscheidend etwas so indirekt anpasst. Ich glaube nämlich nicht, dass der Körper mit 10 Jahren ahnt, dass er mal 100 wird und nicht an Cholera früher krepiert:wink:
Für mich ist die Ernährung etc. immer noch naheliegender. Schließlich sind die Lebensumstände auch dafür verantwortlich, dass wir jedes Jahr im Schnitt größer werden (nebenbei, ich meine gehört zu haben, dass auch hier bei Krisensituationen mit Hunger etc. der Mensch wieder rel. kurzfristig im Schnitt kleiner wird…)
Grüße
Jürgen