Antwort von
nach 19 Stunden
hilfreich
Re: Folsäure in der Schwangerschaft
Folsäure gehört zur Gruppe der B-Vitamine und ist zusammen mit dem Vitamin B12 an der Bildung und Reifung von roten Blutkörperchen beteiligt.
Außerdem ist bekannt, daß Folsäure für die gesunde Entwicklung von Rückenmark und Gehirn des ungeborenen Kindes eine wichtige Rolle spielt. Sie kann die Entstehung von sogenannten Neuralrohrdefekten verhindern. Als Neuralrohr wird eine Vorstufe des Zentralnervensystems bezeichnet. Dieses Gebilde verschließt sich etwa in der vierten Schwangerschaftswoche - zu einem Zeitpunkt, an dem die meisten Frauen noch nicht wissen, daß sie ein Baby erwarten. Wächst das Rohr nicht oder nur unvollständig zusammen, drohen Mißbildungen des Nervensystems. Das Baby leidet zum Beispiel an einer sogenannten Melingomyelozele, einer Art Ausbeulung des Rückenmarks, oder an einer Spina bifida (offener Rücken). Mögliche Folgen sind lebenslange Störungen wichtiger Funktionen von Blase, Darm, Muskulatur und Haut.
Zur Zeit wird für Schwangere eine zusätzliche Folsäuregabe von 400 µg (0.4 mg) pro Tag empfohlen.
Allerdings differieren die Meinungen, wie lange die Präparate eingenommen werden sollen. Im Hinblick auf die spina bifida Problematik machen nur die ersten 4-6 Wochen Sinn. Da Folsäure andererseits ein klassisches "Mangelvitamin" ist, gibt es genügend Fachleute, die eine Gabe an zusätzlicher Folsäure über die ganze Schwangerschaft befürworten.
Folsäurepräparate werden, wie alle anderen Vitaminpräparate, von den Krankenkassen m.W. allerdings nicht übernommen.
Gruß abi