Um meine Frage beantworten zu können, muss ich euch die Vorgeschichte erklären: Vor 8 Tagen (montags) bekam mein Sohn plötzlich so starke Kopfschmerzen, dass er nicht aufstehen konnte. Dienstags und mittwochs vormittags war er vollkommen beschwerdefrei, konnte sogar die Schule wieder besuchen. Seit Mittwoch Nachmittag hat er wieder diese Kopfschmerzen und trotz Hausmittel und die Gabe von Paracetamol immer weiter steigendes Fieber. Am Freitag abend mussten wir dann, um das Fieber überhaupt wieder in den Griff zu bekommen, auf Ibuprofen 400 umsteigen. Außer den Kopfschmerzen und dem Fieber hatte er keine weiteren Beschwerden. Am Sonntag nachmittag kamen dann extreme Halsschmerzen dazu. Der Hals sah für uns (Laien) so entsetzlich aus, dass wir den Bereitschaftsarzt holten. Der tippte auf eine Streptokokken-Infektion und verschrieb peniccilin V 1 Mega. Im Laufe der Nacht (Sonntag auf Montag) bildete sich ein starker Ausschlag am Körper und hauptsächlich im Gesicht und er wurde gelb. Bei alle dem fühlt er sich so krank wie noch nie. Am Montag morgen nun tippte der Kinderarzt auf eine Peniccilin-Allergie, wechselte das Antibiotika und verschrieb weiterhin Fenistil. Streptokokken waren zu diesem Zeitpunkt nicht nachweisbar. Der Ausschlag wurde immer schlimmer. Im gesicht befand sich kein Stückchen gesunder Haut mehr. Außerdem schwoll das Gesicht stark an. Heute morgen (Dienstag) wurde nun endlich Blut genommen und soeben rief uns der Kinderarzt an und erklärte uns, er habe sich geirrt, es läge doch keine Peniccilin-Allergie vor, sondern unser Sohn leide am Pfeifferschen Drüsenfieber verbunden mit einer Leberentzündung. Wir sollen sofort alle Medikamente (mit Ausnahme des Ibuprofen) absetzen. Vor allen Dingen sofort mit der Antibiotika-Behandlung aufhören. da diese beim Pfefferschen Drüsenfieber ja nicht nötig sei. Nun unsere Frage:Können wir es wirklich wagen, jetzt mit dem Antibiotika aufzuhören?
Übrigens: unser Sohn ist 14 Jahre alt.
Danke für eure Antwort.
Gisela
Hi Gisela 
Dein Sohn hat sich mit dem EBV-Virus infiziert, das durch Speichel übertragen wird, und dieses Pfeiffer’sche Drüsenfieber auslöst. Sieh’ mal weiter unten oder im Archiv nach unter „EBV“ und „Pfeiffersches Drüsenfieber“. Da war erst kürzlich was!
cu Stefan.
Hi nochmal
)
Es steht noch unten, unter dem Stichwort
„Eppstein-Barr-Virus“
cu Stefan.
Hallo Gisela,
zunächst solltest Du, wie Stefan schon schrieb, weiter unten die „Pfeiffer“- und „EBV“-Postings lesen - Leberbeteiligung, usw.
Bei Verdachts-Diagnose „Streptokokkus aureus“ (= eitereregende Bakterien) hatte der Arzt zunächst mit Penicillin behandelt.
Die Diagnose: Pfeiffer (Virusinfektion) macht das Penicillin überflüssig.
Antibiotika sind bei reinen Viruserkrankungen, hier: Epstein-Barr-Virus, völlig NUTZLOS.
Sie finden ausschließlich bei bakteriellen Infektionen Anwendung.
Man wendet beim „Pfeiffer“ erst dann ein Antibiotikum an, wenn es zu einer sog. Superinfektion kommt (wenn sich z. B. zu der primären Virusinfektion zusätzlich eine bakterielle Infektion gesellt).
Ibuprofen soll lediglich Schmerzen lindern und Fieber senken. Es ist anderen Mitteln (wie Paracetamol), die zur Behandlung von Kindern mit Schmerzen und Fieber zugelassen sind, überlegen und ist in Deutschland seit einem Jahr für Kinder zugelassen. (Weiteres siehe unten)
Man kann sich sicher etwas Schöneres als einen Pfeiffer vorstellen, doch eine Diagnose zu haben, ermöglicht erst das gezielte Handeln - auch indem man Unnötiges, was dem Körper schließlich nicht hilft, weglassen kann - schwacher Trost, ich weiß. -
Gute Besserung für Deinen Sohn,
Grüße, Renate