Psychosomatische Zahnschmerzen?

Hallo,

kann es vorkommen, dass man Zahn schmerzen hat, denen keine körperliche Ursache zuzuordnen ist, und die man daher aus medizinischer Sicht auf psychische Ursachen (z. B. Streß) zurückführt? Bei Kopfschmerzen scheint das ja recht häufig vorzukommen, aber bei Zähnen?

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Thomas,

jetzt mit Link

http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/…

(auch wenn der Text ein psychoanalytischer ist und die Psychosomatikdefinition auch nicht gerade die jüngste ist - na ja, paßt schon).

Grüße,

Oliver Walter

Hi Thomas!

Klar, denk mal nur allein an das Krankheitsbild der Zähneknirscher - schon das kann Probleme machen und ist sicher auch mit streßbedingt.

Gruß
Peter

hallo thomas,

sind entzündete nebenhöhlen auszuschließen?

gute besserung & gruß
ann (die mal heulend vor pine beim zahndoc saß und dachte, die zähne fliegen ihr raus, dabei hatte sie ne satte sinusitis)

Hallo Thomas
Es kann auch sein, das die Zahnnerven irgendwie geschädigt oder irritiert sind. Gehst Du zum Hausarzt, erzählst ihm die Story, „Zahnarzt findet nichts“, bzw. wie es eben bei Dir ist usw…Gibts Tabletten für.
MfG

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Hallo Thomas,

hast Du in Deinem Ausgangsposting nicht einzig nach der Existenz von „psychosomatischen Zahnschmerzen“ gefragt, ohne irgendwelche anderen Informationen zu geben? Deine Frage ist jedenfalls beantwortet. Daß der Text nicht meine Grundsatzpositionen wiedergibt, ist allgemein bekannt. Daß er aber Dir nicht gefällt, verwundert doch ziemlich, weil Du als ein Apologet der psychoanalytisch-psychodynamischen Lehre aufzutreten pflegst. Selbstverständlich kommen Psychodynamiker auf die Idee, daß jemandem aufgrund einer Konversion psychischer Konflikte körperliche Schmerzen entstehen können - auch in den Zähnen. Das ist ein Paradebeispiel psychoanalytisch-psychodynamischer Krankheitslehre. Ich kann mir gar nicht vorstellen, daß Du das vergessen hast.

Grüße,

Oliver Walter

Hallo Thomas,

im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Wilhelms-Universität Münster gibt es die Forschungsstelle für Psychopathologie und Psychosomatik in der Zahnheilkunde, angegliedert an die Poliklinik für zahnärztliche Prothetik (weil ursprünglich hieraus entstanden).

Mit akuten Beschwerden kannst Du Dich an die Patientensprechstunde wenden: http://medweb.uni-muenster.de/institute/zmk/einricht…

Oder in der Fachliteratur zum Thema stöbern:

Marxkors Reinhard, Wolowski Anne, Unklare Kiefer-, Gesichtsbeschwerden – Abgrenzung zahnärztlich-somatischer von psychischen Ursachen. Hanser 2000 ISBN 3446194568 Buch anschauen

Marxkors, Reinhard, Der Problempatient - psychosomatische Störungen. In: Zahnärztekammer Westfalen-Lippe (Hrsg.): „Zahnheilkunde ohne Einengung“ 8, 1994, S. 193 - 196.

Es gibt das ‚Jahrbuch der Psychologie und Psychosomatik in der Zahnheilkunde‘, hearusgegeben im Verlag der Deutschen Hochschulschriften bzw. im Quintessenz Verlag.

Viele Grüße
Diana

Hallo Oliver,

hast Du in Deinem Ausgangsposting nicht einzig nach der
Existenz von „psychosomatischen Zahnschmerzen“ gefragt, ohne
irgendwelche anderen Informationen zu geben? Deine Frage ist
jedenfalls beantwortet.

ja, das stimmt, dafür hast du jetzt auch einen Stern von mir bekommen.

Daß der Text nicht meine Grundsatzpositionen wiedergibt, ist
allgemein bekannt.

Deswegen hat es mich gewundert, dass du ihn als „Existenzbeleg“ (mir fällt gerade kein besseres Wort ein) benutzt. Aber für die Mitteilung dieses Links bin ich dir schon dankbar.

Daß er aber Dir nicht gefällt, verwundert doch ziemlich, weil Du als
ein Apologet der psychoanalytisch-psychodynamischen Lehre
aufzutreten pflegst.

Ich dachte, dass wir das geklärt hätten. Ich bin kein Verfechter der Psychoanalyse, jedenfalls nicht in dem Sinne, dass man mich als „Apologeten“ bezeichnen könnte. Wir hatten darüber gesprochen, und ich gab damals an, dass mir die Kritik von Grünbaum eigentlich gut begründet zu sein scheint. Damit ist freilich aus meiner Sicht nicht ausgeschlossen, dass die Psychoanalyse einen Nutzen haben kann. Denn ich würde nicht so weit gehen wie Grünbaum, ganz einfach weil ich den zugrundegelegten Wissenschaftsbegriff für zweifelhaft halte.

Aber das sollten wir vielleicht nicht noch einmal diskutieren. Ich wollte keineswegs dein Posting schlecht machen, vielleicht habe ich der Urzeit wegen mich etwas unbeholfen ausgedrückt. Ich bezweifle nur - und das war der Anlass meiner Frage - ob sich die Mediziner mit dem Postulieren von Psychosomatik nicht manchmal herausreden, weil sie keine körperliche Ursache finden. Wenn ich jetzt so an meinen Fall denke, dann habe ich die Zahnschmerzen seit etwa einer Woche, aber in dieser Woche oder auch kurz vorher ist nichts wirklich Ungewöhnliches passiert, eben nur der übliche Stress. Wie kann dann der Zahnarzt auf die Idee kommen, dass die Schmerzen eine psychische Ursache haben könnten? Er hat das eigentlich auch nicht behauptet, sondern nur gefragt, ob ich eventuell Stress habe. Und da wollte ich gerne wissen, ob es berechtigt ist, so eine Vermutung bei Zahnschmerzen nach einer kurzen Untersuchung zu haben.

Was sagt denn die VT zu sowas?

Herzliche Grüße

Thomas

Hallo Diana,

das klingt sehr interessant. Ich werde erst einmal die Literatur verfolgen (soweit möglich), aber auch der Forschungszweig ist interessant.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der
Wilhelms-Universität Münster gibt es die Forschungsstelle für
Psychopathologie und Psychosomatik in der Zahnheilkunde,
angegliedert an die Poliklinik für zahnärztliche Prothetik
(weil ursprünglich hieraus entstanden).

Mit akuten Beschwerden kannst Du Dich an die
Patientensprechstunde wenden:
http://medweb.uni-muenster.de/institute/zmk/einricht…

Oder in der Fachliteratur zum Thema stöbern:

Marxkors Reinhard, Wolowski Anne, Unklare Kiefer-,
Gesichtsbeschwerden – Abgrenzung zahnärztlich-somatischer von
psychischen Ursachen. Hanser 2000 ISBN 3446194568 Buch anschauen

Marxkors, Reinhard, Der Problempatient - psychosomatische
Störungen. In: Zahnärztekammer Westfalen-Lippe (Hrsg.):
„Zahnheilkunde ohne Einengung“ 8, 1994, S. 193 - 196.

Es gibt das ‚Jahrbuch der Psychologie und Psychosomatik in der
Zahnheilkunde‘, hearusgegeben im Verlag der Deutschen
Hochschulschriften bzw. im Quintessenz Verlag.

Viele Grüße
Diana

Hallo Thomas,

danke für den Stern. Was die Seite, auf die ich verwies, anbelangt, so stellt sie halt eine Richtung der Psychosomatik dar, nämlich die psychoanalytisch-psychodynamische. Eine verhaltenstherapeutische Richtung der Psychosomatik gibt es auch. Sie wird Verhaltensmedizin genannt. (Der Begriff „Psychosomatik“ wird allerdings vorwiegend nur für die psychoanalytisch-psychodynamische Richtung verwendet).

Ich bezweifle nur - und das war der Anlass meiner Frage - ob
sich die Mediziner mit dem Postulieren von Psychosomatik nicht
manchmal herausreden, weil sie keine körperliche Ursache
finden.

Sicherlich wird es Mediziner geben, welche die Psychosomatik überbewerten, so wie es sicherlich auch Mediziner gibt, welche die Psychosomatik vernachlässigen.

Wenn ich jetzt so an meinen Fall denke, dann habe ich
die Zahnschmerzen seit etwa einer Woche, aber in dieser Woche
oder auch kurz vorher ist nichts wirklich Ungewöhnliches
passiert, eben nur der übliche Stress.

Ohne jetzt eine Aussage über die Ursachen Deiner Schmerzen machen zu wollen, aber: „Steter Tropfen höhlt den Stein.“ Weißt Du, was ich meine?

Wie kann dann der
Zahnarzt auf die Idee kommen, dass die Schmerzen eine
psychische Ursache haben könnten?

Weil er keine organische Ursache gefunden hat?

Er hat das eigentlich auch
nicht behauptet, sondern nur gefragt, ob ich eventuell Stress
habe. Und da wollte ich gerne wissen, ob es berechtigt ist, so
eine Vermutung bei Zahnschmerzen nach einer kurzen
Untersuchung zu haben.

Welche Untersuchungsmethoden hat er angewendet?

Was sagt denn die VT zu sowas?

Daß es die Phänomene gibt, welche in der Psychosomatik beschrieben werden, bestreitet die Verhaltensmedizin nicht. Die Störungsmodelle, Untersuchungsmethoden und Interventionsmaßnahmen sind jedoch unterschiedlich.

Beste Grüße,

Oliver

Hallo Thomas,

deine Schmerzen kommen mir „bekannt“ vor. Meine Mutter hat seit Jahren mit der sog. „Trigeminus-Neuralgie“ zu kämpfen. Sie hat schon weinend beim Zahnarzt gesessen, der an den Zähnen nix finden konnte. Erst eine genaue Untersuchung bei der Hausärztin brachte Klarheit. Nun muß sie Medikamente einnehmen, spürt jeden Wetterwechsel und hat an windigen Tagen sehr zu kämpfen. (Das heißt ja natürlich nicht, dass du auch so was hast)
Ich kopier dir mal einen interessanten Link dazu: http://www.neuroschmerz.de/index?t=/patienten/trigem…

Grüßle,

Bea

Hallo
Das kann ich Dir nicht genau sagen.
Normalerweise steht ja der Schmerz für eine Erkrankung, und dann sucht der Zahnarzt nach selbiger.
Wenn der Nerv selber aber nicht ganz fit ist, findet der Zahnarzt eben nichts.
Vielleicht findet dann auch der Hausarzt nichts.
Es gibt aber Tabletten, welche man einmalig einnehmen muß, um die Nerven „neu einzustellen“.
Wenn die Zähne bei Zahnarzt mal mit zuviel Spritzen und Bohrerei ohne Spritzen behandelt wurden, also irgendwie was falsch gemacht wurde, dann vermute ich solche Schäden.
Psychosomatischen Zahnschmerzen kenn ich nicht als Nichtmediziner. Das fehlte gerade noch.
MfG

Hallo Thomas,
mal ein etwas anderer Ansatz.
Deine Frage geht zwar nach psychischen Ursachen für Zahnschmerz, allerdings geht es ja auch um die Frage: Kann ich Zahnschmerzen haben ohne das meine Zähne selber krank sind?

Es gibt in der Naturheilkunde eine Richtung die sich Elektroakupunktur nach Voll nennt. Dieser Herr (ich glaube er war/ist Arzt) hat ein Zahnschema erstellt, daß die energetischen Zusammenhänge von einzelnen Zähnen mit dazugehörigen Organen oder zumindestens Meridianen aus der chinesischen Medizin beschreibt.
Die Elektroakupunktur ist nicht mein Ding, aber das Zahnschema und die bei scheinbar unerklärlichen Zahnschmerzen eventuell zu findenden Zusammenhänge zwischen gestörten Organsystemen (Meridianen) finde ich schon interessant.

Die chinesiche Idee dahinter wäre (kurz und stümperhaft) erklärt:
Jeder Meridian umfaßt ein bestimmtes Organ und dabei auch bestimmte Zähne. Der Energiefluß in diesem Meridian kann gestört sein, durch exsessives Ausleben oder Unterdrücken von den dazusortierten Gefühlen, von organischen Störungen, von unausgeglichener Nahrung oder von äußeren pathogenen Faktoren. Diese Blockaden äußern sich dann z.B. in Schmerz irgendwo im Bereich des Meridians und nicht unbedingt an der genauen Stelle der Blcokade.

Diese Idee kann man dazu benutzen, daß man sich zum Einen Gedanken macht um die dem Zahn (den Zähnen) zugeordneten Organsysteme, ob die gesund und heil und gut gepflegt (*lächel*) sind.
Oder man kann zu einem guten Behandler mit Ausbildung in traditioneller chinesischer Medizin gehen und die Störung behandeln lassen.

Ich hab versucht dir einen link zu dem Schema im Netz zu finden, das ist mir aber nicht gelungen. Entweder niemand hat das ins Netz gestellt oder ich hab schlecht gesucht.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.
Gruß
Kerstin

P.S. nochmal zurück zum schulmedizinischen Ansatz. Es kann sein, daß sich eine chronische Sinusitis tatsächlich nur über Zahnschmerzen zeigt und man sonst scheinbar nichts merkt oder darauf zurückführt.

Hallo Kerstin,

Es gibt in der Naturheilkunde eine Richtung die sich Elektroakupunktur nach Voll nennt. Dieser Herr (ich glaube er
war/ist Arzt) hat ein Zahnschema erstellt, daß die energetischen Zusammenhänge von einzelnen Zähnen mit dazugehörigen Organen oder zumindestens Meridianen aus der chinesischen Medizin beschreibt.

im Netz gibt es dieses Schaubild: http://www.dr-schreckenbach.de/diagnostik/wechselw.html

Viele Grüße
Diana